Zerkleinerungseinrichtung mit Schneidvorrichtung. Die Erfindung betrifft eine Zerkleine rungseinrichtung mit Schneidvorrichtung für von einer Flüssigkeit mitgeführte feste Stoffe, insbesondere für Abwässieranlagen, und bezweckt, eine Loslösung von sieh an den Schneidorganen festsetzenden Stoffen herbei führen und damit ein Verstopfen der Schneid vorrichtung verhindern zu können.
Sie be steht darin, dass Steuermittel für den An trieb der Schneidvorrichtung vorgesehen sind, mittels derer vorübergehend ein Rück wärtslauf der Schneidvorriehtung bewirkt werden kann.
Auf der Zeichnung sind Ausführungsbei spiele der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen Fig. 1 und 2 eine Zerkleinerungseinrich tung für aus städtischen Abwässern anfal lende Feststoffe, wobei die Fig. 1 einen Schnitt nach der Linie I-I in Fig. 2 dar stellt, Fig. 3 die Schneidvorrichtung im Schnitt und das Schaltschema der D.ruckknopfsteue- rung aus Fig. 1 und 2,
Fig. 4 ein von Hand betätigbares Schalt werk mit selbsttätiger Umschaltung, Fig. 5 die Betätigung des gleichen Schalt werkes von einem Flüssigkeitsstand aus, Fig. 6 das gleiche Schaltwerk, von einer Zeitschaltuhr betätigt, Fig. 7 das gleiche Schaltwerk, in Abhän gigkeit von der Antriebsleistung betätigt.
Der Kanal 1, F'ig. 1 und 2, dient dazu, die Abwässer aus einem städtischen Abwassernetz einem oder mehreren Absetzbecken 2 zuzu führen, aus dem der abgesetzte Schlamm unter Wasser abgezogen und nicht gezeich neten, geschlossenen Faulkammern zugeführt wird.
Die Abwässer durchströmten den Kanal 1 in Richtung des Pfeils 3, so dass die grösse ren mit dem Abwasser mitgeführten Fest stofè vom Rechen 4 zurückgehalten werden, um mittels des mit Zinken versehenen Rechen reinigers 5 heraufgeholt und über die Schurre 6 in die, Zuleitungsrinne 7 geschafft zu wer den.
Aus der Rinne 7 werden sie mittels eines Spülwasserstromes in dien Schacht 8 gespült., dessen Wasserspiegel 9 unterhalb des Was serspiegels 10 des Kanals 1 gehalten wird.
Der Zufluss aus der Rinne 7 und erforderlichen falls ein mittels des Drosselventils 11 ge- regelter Zuschuss durch die Leitung 12 wer den so gehalten, dass sie der durch die Saug- leitung 13 aus dem Schacht 8 abgesaugten Menge bei ungestörter Förderung der Schneidvorrichtung entsprechen.
Die Sothneidvorrichtung 14, angetrieben durch den Elektromotor 15, fördert die zer kleinerten Stoffe mitsamt dem Wasser durch die Druckleitung 16 zum Becken 2'. Für die Leitungen 13 und 16 sind Absperrschieber 17 und 18 vorgesehen. Der Motor 15 kann mit- tels im Schaltkasten 19 durch Betätigen,des Schaltgriffes- 20 ein- und aus- geschaltet werden.
Ebenso d'i@ent die Druck- knopf-Fernsteuerung 21 beim Schacht & , die mit diem Schaltkasten 19 verbunden ist, zur Betätigung der Hauptschalter. An Stelle der Rinne 7 könnte auch ein Kippwagenbetrieb vorgesehen sein, bei dem Kippwagen unter der Schurre 6 mit Fest stoffen beladen zum Schacht 8 gefahren und darin ausgeleert werden.
Dabei hätte dann die Wassemzufuhx einzig durch die Leitung 12 zu erfolgen und wäre mittels des Drossel- venti.1s. 11 zu regeln.
Die Schneidvorrichtung 14 mit den rotie renden Messern 2)3, dem Rost 24 und dem feststehenden Gegenmesser 25 (F'ig. 3) ist über den Saugstutzen 2'6 mit dem Schacht 8, Fig. 1 und 2, vetrbunden. Die mit dem Spül wasser zugeführten festen Stoffe werden durch die Schneidmesser zerkleinert und gt; langen .durch den Rost 24 hindurch in den Druckstutzen 27 und' die Druckleitung 16.
Der Motor 15 treibt die rotierenden Mes ser 23.
Bei denn verschiedenartigen Charakter der mitgeschwemmten Stoffe tritt nicht nur eine starke Abnützung der Schneidorgane 23-25 auf, sondern auch eine allmähliehe Verstopfung, welche nur teilweise von dem Gegenmesser 2'5 verhindert werden kann,
das vo ie Rückseite der Messer 23 reinhält. # 'hl di Die Verstopfung kann mehr oder weniger rasch entstehen, eventuell plötzlich auftreten. "Sie kommt dadurch zustande, d'ass sich Stoffe zwischen: den Messern 23 und dem Rost 24 einklemmen und mit den Messern 23 umlau fen, so dass ein Zerkleinern von weiteren Stoffen mehr oder weniger verhindert wird.
Sobald nun eine Verstopfung der Schneid vorrichtung 14 beginnt, macht sich dies durch ein Ansteigen des Niveaus 9 im Schacht 8, Fig. 1 und 2, bemerkbar, und der Bedienungsmann wird am Druckknopfschal- ter 21 eine kurzzeitige Umsteuerung der Laufrichtung des Motors 1-5 und der Schneid vorrichtung vornehmen.
Während bis jetzt die Schneidvorrichtung jeweils abgestellt, ge öffnet und von Hand gereinigt werdenmusste, hat sich nämlich überraschenderweise fol gendes gezeigt:
Wenn zu möglichst regel mässigen Zeiten Jer Umlauf der Messer 23 nicht nur unterberochen, sondern die Dreh- richtung umgekehrt, d. h. ein Rückwärts- lauf eingeschaltaat wird., so werden solche zwischen Messer 23 und Rost 224 einge- klemmte Stoffe sehr leicht und in kurzer Zeit losgelöst. Diese Reinigung ist um so wirksamer, je öfters sie vorgenommen wird.
und vor allem, wenn sie rechtzeitig zu Be ginn einer Verstopfung erfolgt. Nach kurz- zeitigem Rücklauf meist von wenigen Sekun den ist die Vorrichtung gereinigt, und der normale Betrieb kann wieder aufgenemmen werden.
In Fig. 3 sind die zwei Hauptschalter, welche den Motor 15 vom Netz 30 abschalten bezw. zuochalte@n und im Kasten 19, F'ig. ?, untergebracht .sind, mit 2'8 und 2'9 bezeitli- net. Bei geschlossenem Schalter 28, wie d'ar- geste@llt,
arbeitet der Motor 15 und die Schnf iclvorri@c'htung 14 im Vorwärtslauf, während beim Öffnen des Schalters 28 und beim Schliessen des Schalters 29 die Vor richtung 14 im Rückw ärtslauf arbeitet. Der Schalter 28 wird mittels des Elektromagne ten 31, der Schalter <B>29</B> mittels,des Elektro- magneten 32 betätigt,
welche die .Schalter 28 und 29 entgegen der Kraft .der ,am Schalt gestänge angreifenden Druckfedern 33, 34 schliessen. Die Magneten 31 und 32 werden von Hilfsschaltern 35 und 36 mittels der Druckknöpfe 37, 38 von Hand betätigt. Fer ner wirken die Magneten 31 und' 32 noch mit Selbsthalteschaltern 39 bezw. 40 zusam men, und zum Abstellen des Motors 15 die nen,die Schalter 41 und 42.
Der Schalter 41 wird mittels des Dru,-kknopfeo 43 betätigt: ,deT Schalter 42 wird von den Überstrom spulen 44 beim Überschreiten eines maxima len Stromes geöffnet.
Die Wirkungsweise isst die folgende-: Beide Schalter 2'8 und 29 seien noch ge öffnet. Durch Eindrücken des Knopfes 37 schliesst der Hilfsschalter 35 die Kontakte 45, so -dass die elektrische Leitung 47 über die Kontakte 48 und den geschlossenen Schalter 41 ,
sowie über die Kontakte 50 und den Schalter 36 mit -der elektrischen Leitung 51 zum Magnet 31 .und. durch deesen Spule mit der Leitung 52 und über ,den Schalter 42 mit der Leitung 53, verbunden wird.
Die Spule des Magneten 31 kommt da durch unter Strom und schliesst ,den Schalter <B>-</B>8 für Vorwärtsdrehen des Motors 15; gleich zeitig schliesst sich der Selbsthalteschalter 39, so dass, wenn der Knopf 37 losgelassen und von der Druckfeder nach links (Fig. 3) ge drückt wird, wobei der Schalter 35-die Kon- takte 45 öffnet und dafür die Kontakte 46 schliesst,
die Spule des Magneten 31 über die Leitung 54 und den geschlossenen Schalter 3.9 Strom erhält, so dass sich dadurch gleich zeitig der Schalter 39 selbst in, der geschlos senen Stellung halten kann.
Zum Wechseln der Drehrichtung des Motors 15 wird der Knopf 38 gedrückt. Der Scha.liter 36 öffnet dadurch die Kontakte 50, damit ist die Leitung 54 von der Leitung 47 getrennt und der Strom zum Magnetren 31 unterbrochen, die -Schalter 28 und 39 wer den somit geöffnet und der Motor 15 strom los,
so dass er ausläuft. Erst beim Schliessen der Kontakte 49 in der Endstellung des Schalteers 36 erhält die Spule des Magneten 32 über die Leitung 55 Strom und schliesst den Hauqptschafter 2,9 und den Selbsthalte schalter 40. Dadurch wird; die Leitung 56 mit der Leitung 47 verbunden, und der Anker des Magneten 32 bleibt beim Loslassen -des Druckknopfes 318 angezogen.
Die Leitung 57 verbindet die Spule -des Magneten 32 über den Schalter 42 mit der Leitung 53. Der Motor 15 und die Messer <B>23</B> drehen nun in Rückwärtsrichtung zum Loslösen von einge klemmten Stoffen.
Drückt dieT Bedienungsmann rdanach den Druckknopf 37, so wird in der zuerst be schriebenen Welse die Vorwärtsldrehrichthing wieder eingeschal'te't. Er kann die Schneid vorrichtung 14 mit Hilfe des Druckknopfes 43 sti:
lhetzen, d'a bei dessen Betätigung der Schalster 41 den Strom zu beiden Magneten 31 und 3'2 unterbricht. Die Überstromspulen 44 öffnen, dien Schalter 42, wenn der Strom zum Motor 15 ein vorbestimmtes Maximum überschreitet.
Dies. kommt dann vor, wenn -dl'er Kraffbedarf @bx Vorrichtung 14 infolge Verstopfung plötzlich zu gross wird; und' der Motor überlastet ist. Beim Öffnendes Schal ters 42 werden die Magneten 3'1 und 312' aus geschaltet, und der Hauptschalter 28 wird ge öffnet.
Anstatt beim. die Rückwärts- uni; einzeln von Hand' einschalten zu müssen, bewirkt die Vorriehtwng nach F'ig. 4 .den Wecihsel in der einen Richtung selbsttätig.
Der Motor 15 wird mit Strom aus dem Netz 30 gespeist, und in der Stromzuleitung ist ein Haupt schalter 52 vorgesehen, der beim Schalten von der Stellung I in die Stellung III und umgekehrt zwei Stromphasen miteinaudor vertauscht,
während in der Stellung II der Strom zum Motor 15 unlterbrochen isst. Der Schalter 59 wird mittels der Rolle 6(0 von der Nockenscheibe 61 gesteuert, welche vom Steuermotor 6'2 angetrieben wird, sobald der Bedienungsmann mittels:
dies Hand@sc'halters 6-3 d'en Stromdurchgang durch die, Lehnzug 64, die Spule des Schützens 65 und die Lei tung 66 schliesst. Nun veirbindlet der Schützen 65 die Leitung 64 mit deT Leitung 6'7. Der Schützen 65 schliesst nur so lauge als der Handechalter '6'3 geschlossen ist.
Wird die ser losgelassen, so wird die Spule 83 des Schützens 65 stromlos, und es übernimmt der Kontaktstreifen 6,8 auf der Nockenscheibe 61, der mittels des Kontaktstückes 69 mit der Leitung 67 in Kontakt steht, sobald die Scheibe 61 gedreht wird, über den festen Kontakt 70 die Verbindung der Leitung 64 mit der Leitung 67.
Infolgedessen wird die Scheibe 61 vom Motor 6:2 im Sinne dess Pfeils weitergedreht. Die Rolle 60 veTlässt die Bahn 71, gelangt auf die Bahn 72 und dreht den Schalter 59 in die Stellung II. In dieser ist -diel Strom für den Motor 15 unterbroehen, so,dlass dieser .lauslaufen kann.
Bei weiterem Drehen der . Scheibe 61 wird! die Rolle -60 auf die Bahn 73 gehoben, und der Schalter 59 gelangt in .die Stellung III. Dadurch sind die An schlüsse des Motors 15 an zwei Phasen, veT- tausscht, so @dass der Motor 15 nunmehr die Messer 23 im Rückwärtslauf antreibt.
Dieser dauert so lange, bis die Nockenbahn 73 ganz unter der Rolle 60 hindurchgedreht ist und letztere auf die Bahn 74 ,gelangt, wüdurch d!er Schalter 59 wiederum in .die @tellnxng 1I gelangt und den Strom für den Motor 15 kurze Zeit abschaltet. Danach senkt sich die Rolle 60 auf die Bahn 71, und der Schalter 59 steht wiederum in der Stellung I,
und die Schneidvorrichtung wird nun wieder im Vorwärtslauf angetrieben. Weil nunmehr die Nockensehefbe 61 um 36i0 gedreht worden ist, hat das feste Kontaktstück 6,9 den Kon taktstreifen 68 verla=ssen, so dass der Motor 62 und damit auch ,die Scheibe 61 @stillsteht. Infolgedessen bleibt von da an der Vorwärts lauf für den Motor 15 eingeschaltet, bis:
der Hands,dhalter 63 wieder betätigt wird.
Nach Fig. 5 wird nun das Einschalten des Motors 6@2 selbsttätig in Abhängigkeit von dem Flüssigkeitsspiegel 9 im Schacht 8, Fig. 1, gesteuert.
Wird nämlich die Schneid- vorrichtung verstopft und ihre Förderung verringert, so ,steigt der Flüssigkeitsstand 9 an, der Schwimmer 75 hebt sich und das durch das angehängte Gewicht 76 belastete Seil 77 betätigt mittels des Anschlages 78 ,den Schalthelel 79.
Der Hebel' 79 wird ent gegen :dem Druck der Feder 80 vom An- s,chlag 81 abgehoben und an den Kontakt 82 gepresst, so dass die Spule 8,3 Strom erhält und der Schützen 65 schliesst. Dadurch er hält der Steuermotor 6,2 Strom, was.
in der bereits beschriebenen Weisse Beine, Drehung der Nockenscheibe 61 um 360 herbeiführt, wobei der Schalter 59 von d!er Stellung I in die Stellungen II und III unid: zurück in die Stellung I gebracht wird.
Die gereinigte S;chueidvorrich tung ver mag wiederum mit voller Leistung zu arbeiten. Der Flüssigkeitsspiegel 9 im :Schacht 8 senkt sich wieder auf den Sollstand, so @dass der Schwimmer 75 und der Anschlag 78 her-. untergehen. Dabei gleitet der Anschlag 78 i.nfo@lge der Nachgiebigkeit des Seils 77 längs der schrägen Kante 84 -des Hebels 79 in die gezeichnete Stellung, die wegen ,
der Führung <B>85</B> für -das Seil 77 gegeben ist.
Nach Fig. 6 erfoiIgt die Betätigung des Motors 62 periodisch in Abhängigkeit von einer Sthaltühr, deren Scheibe 86 von einem nicht gezeichneten Uhrwerk angetrieben wird unid in :einem bestimmten Zeitabschnitt, z. B. einer Viertelstunde, eine volle Umdre hung macht.
Die Scheibe 86 läuft in der Pfeilrichtung um; in einer, der Löcher 87 ist ein Anslchl@agstift 8:8 gesteckt, welcher in der gezeichneten Stellung dien Schalter 8'9 entgegen der Kraft der Feder 90 geschlos- sien hält. Dadurch ist .der Schützen 65 in Wirkungsstellung und die Stromzufuhr
zuan Motor 62 geschlossen. Infolgedessen. dreht sich die :Scheibe 61 in der beschriebenen Weise einmal um 3i60 , wobei ein kurzzeiti- ger Rückwärtslauf des Motors 15 ein,-es cha'- tet wird,
der im übrigen aber im Vorwärts lauf betrieben wird. Sobald der Stift<B>88</B> mit dem Nocken 91 am Schalter 89 vorbeigedreht ist, wird der Schalter 89 durch die Feder 90 wiederum geöffnet. Wird: die Scheibe<B>86</B> .statt von einer Schaltuhr mittels einer grossen Untersetzung von der Welle des Motors 15 angetrieben, so findet die Umechaltung in Abhängigkeit von einer bestimmten Anzahl Umdrehungen der Schneidmesser 2'$ statt.
In Fig. 7 wird die UmsahaTtung dann vorgenommen, -wenn d'ae Drehmoment :de,s Motors 15 über einen bestimmten Wert an steigt, weil die von der Schneidvorrichtung 1 4 verlangte Leistung sich infolge Verstopfung vergrössert hat.
Zu diesem Zweck ist in eine Phase ein Leistungsmesser 92 eingebaut, des sen Spule 9:3 proportional mit,drem über diese Phase zum Motor 15 zugeführten Strom er regt wird. Bei einem bestimmten Wert dieser Enreb ing, der mittels des Einst6llwidemstan- .dses 94 verändert werden kann, wird die Spule 8(3 dies Schützens 65 so stark erregt..
dass -der Schützen Ü5 geschlossen wird und nun der Motor 62 Strom erhält und die Scheibe 61 gedreht wird. Beim Abschalten .des Motors 15 durch den Schalter 513 wird die Spule 93 stromlos, und der Schützen 65 öffnet sich. Inzwischen ist aber das Kontakt stück 69 mit der Leitung 64 -über den Kon- taktstreifen 68 verbunden worden.
Die Erfindung 'beschränkt sich nicht auf Zerkleinerungseinrichtungen für städtische oder andere Abwasseranlagen, sondern kann überall Verwendung finden, wo in einer Flüssigkeit mitgeführte feste Stoffe aus irgendeinem Grund zerkleinert werden müssen.