Schneidpresse zum gleichzeitigen Schneiden von Ständer- und Läuferblechen elektrischer Maschinen. Die Bleche für den Aufbau der Läufer und Ständer elektrischer Maschinen werden gewöhnlich durch Schneiden mittels einer Schneidpresse in einem oder mehreren Ar beitsgängen herbestellt.
Wenn die Anfer tigung im Fertigschnitt erfolgt, so werden, wie beispielsweise in Fig. 1 der Zeichnung dargestellt ist, aus dem Blechstreifen 1 gleichzeitig ein Ringteil 2 und ein scheiben förmiger Körper 3 herausgeschnitten. Der Ring 2 erhält dabei gleichzeitig am innern Umfang mündende Öffnungen, die später nach dem Schichten der den Ständer bilden den Bleche zum Einlegen der Erregerwick lung dienen, und in die Scheibe 3 wird eine mittlere Öffnung geschnitten. Diese mittlere Öffnung dient gegebenenfalls zum Zentrieren der Scheibe bei der weiteren Bearbeitung, bei der die Scheibe im Durchmesser um ein kleines, ,dem Luftspalt zwischen Ständer und Läufer entsprechende Mass verringert und am äussern Umfang mit Öffnungen zum Ein legen der Läuferwicklung versehen wird.
Es besteht das Bestreben, mit einer oder wenigen Schneidpressen möglichst viel Bleche in kurzer Zeit zu schneiden. Das, kann durch Erhöhung der Hubzahl geschehen, ohne dass dabei notwendigerweise die Schnittgeschwin digkeit erhöht werden muss.
Wird nun eine Schneidpresse mit waagrechter oder an nähernd waagrechter Arbeitsrichtung ver wendet, so fallen die aus den Streifen her ausgeschnittenen Bleche von selbst herab, und es ist nicht erforderlich, sie von Hand her auszuziehen, wie das bei Senkrechtschneid- maschinen geschehen muss, was @ zu einer ganz erheblichen Herabsetzung der Hubzahl zwingt.
Je rascher nun eine Waagrechtpresse arbeitet, um so mehr Bleche 2 und 3 werden erzeugt und müssen dann aber später von Hand sortiert werden, was. wieder den Ein satz besonderer Arbeitskräfte bedingt und grosse Zeitverluste verursacht. Es ist schon versucht worden, die Werkzeuge nach dem Schnitt weit auseinanderzuziehen, um die Bleche 2 und 3 in verschiedenen Ebenen aus zuwerfen bezw. zum Herabfallen zu bringen; jedoch ist es dann notwendig, beide Werk zeuge anzutreiben, was eine Verdoppelung der Antriebsteile mit allem Zubehör mit sich bringt. Ausserdem wird dann die Hubhöhe und Abnutzung grösser.
Den Gegenstand der Erfindung bildet eine besondere Ausbildung der Schneidpresse, mit der eine einwandfreie Trennung der ge schnittenen Läufer- und Ständerbleche er möglicht wird. Die Erfindung besteht darin, dass die nach dem Schnitt in den Werkzeugen einer waagrechten Schneidpresse haftenden Läufer- und Ständerbleche in zeitlichem Ab stand ausgeworfen und mittels einer geeigne ten Trennvorrichtung zu zwei verschiedenen Sammeleinrichtungen oder Stapeln geleitet werden.
Die Bleche verschiedenen Durchmes sers können hierbei in der gleichen Ebene zum Herabfallen gebracht werden und gelan gen zum Beispiel in einen Auffangtrichter, durch den die kleineren Läuferbleche glatt durchfallen, während die grösseren Ständer bleche seitlich abgelenkt und an eine andere Stelle gebracht werden. Es ist dann auch leicht möglich, die einen und andern Bleche auf Dorne oder Stapel zu bringen, wo, sie flach aufeinanderliegen und richtig gesam melt und geordnet abbefördert werden können. In dem Abfallraum kann auch ein zwangs weise von dem Antrieb der Presse gesteuertes, hin- und hergeschwenktes Blech vorgesehen werden, das die Bleche abwechselnd in der einen und andern seitlichen Richtung ablenkt und zu zwei getrennten Stapeln führt.
Es hat sich gezeigt, dass bei einer sehr hohen bisher nicht erreichten Hubzahl die Bleche unter Vermeidung einer Verstopfung der Trenneinrichtung auch dann noch einwand frei getrennt werden, wenn sie in einem Ab stand von etwa .dem Läuferdurchmesser oder weniger ausgestossen werden.
Um bei kleinem Hub und etwa nur einem angetriebenen Werkzeug den erforderlichen Zeitabstand zwischen dem Auswerfen des einen und des andern Bleches zu gewinnen, kann es angezeigt sein, nach geringem Rück gang des Werkzeuges bezw. der Werkzeuge, d. h.
nach Entstehung eines kleinen Zwischen raumes zwischen den beiden Werkzeugen, das Läuferblech sofort aus dem einen, zum Beispiel nicht angetriebenen Werkzeug und zwar durch die vom Ausschneiden des Stän- derbleches herrührende Öffnung im Blech streifen, der noch an dem gleichen Werk zeug haftet, auszustossen, dann den Blech streifen von diesem Werkzeug abzustreifen und nach dem fast vollen Rückgang des be wegten Werkzeuges, während dessen der Blechstreifen vorgeschoben wird, auch das andere, das Ständerblech, auszuwerfen.
Nach dem Rückgang des Werkzeuges ist also die Maschine für das folgende Arbeits spiel ganz bereit, und es braucht keinerlei Stillstand einzutreten, bei dem die bewegten Massen angehalten. und wieder neu in Be wegung gesetzt werden müssten.
Die Zeichnung zeigt in Fig. 2 und 3 ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegen standes in Seitenansicht mit einem Schnitt durch die Werkzeuge und in Draufsicht unter Fortlassung des beweglichen Werkzeuges. Der feststehende Tisch der Schneidpresse ist mit 4 und der bewegte Stössel mit 5 bezeich net. Die Teile 1, 2 und 3 sind mit den glei chen Bezugszeichen versehen wie in Fig. 1. Der ringförmige Teil 6 des einen Werkzeuges dringt beim Bewegen des Stössels 5 nach links in die Aussparung 7 des bewegten Werkzeuges ein und schneidet dabei aus dem Blechstreifen 1. den Ringteil 2 mit den Nuten aussparungen aus.
Gleichzeitig dringt der Teil 8 des Stössels in die Vertiefung 9 des feststehenden Werkzeuges und schneidet das Läuferblech 3 aus. Bei diesem Arbeitsvorgang wird der Blechstreifen 1 über den Werkzeug teil 6 gestreift. Während nun der Blechstrei fen 1 in der gezeichneten Lage bleibt und der Stössel 5 um ein geringes Stück zurück läuft, so dass zwischen den beiden Werk zeugen ein Zwischenraum von zum Beispiel , 5 mm entsteht, wird der Auswerfer 11 be- dient und stösst die Blechscheibe 3 durch die Öffnung im Blechstreifen 1 aus. Da diese Öffnung den Aussendurchmesser des Bleches 2 hat, geht das Blech 3 bequem hindurch und fällt herab.
Nach einer kurzen Zeitspanne wird der Abstreifer 12 bedient, der den Blechstreifen 1 von dem Werkzeugteil- 6 ab drückt. Die Steuerung des Auswerfers 11 und Abstreifers 12 geschieht mittels Gestänge 13 und 14, die durch unrunde Scheiben 15 und 16 verstellt werden. Die unrunden Scheiben 15 und 16 sind auf der Welle 17 in der Dreh richtung verstellbar, wodurch ein ,genaues Einregulieren der beiden Ausstossvorgänge ermöglicht wird.
Die Welle 17 wird über Kegelräder und eine Welle 19 synchron mit der Antriebsvorrichtung für den Stössel 5 ge dreht, was durch geeignete Getriebeüber setzungen erreicht werden kann.
Während der Stössel 5 weiter zurückgeht, wird gleichzeitig der Blechstreifen 1 selbst tätig vorgeschoben, und kurz vor Beendigung des Stösselrückganges wird das, Ständerblech 2 durch den Auswerfer 10 ausgestossen, der gegen die Bolzen 27 anläuft. Die Bolzen sind in bekannter Weise an einer festen Traverse der Schneidpresse befestigt, die durch eine Aussparung des Stössels 5 hindurchgeht. Der Blechstreifen 1 wird bei Beginn des Schnei dens in eine Tasche eingelegt, deren Boden mit 24 bezeichnet ist und deren Seitenwan dungen mit 25, 25' und 26, 26' bezeichnet sind.
Die Tasche ist in zwei beiderseits, der Werkzeuge liegende Teile zerlegt, wie beson ders aus Fig. 3 ersichtlich ist. Die Wandun gen der Tasche sind auf der einen Seite mit 25 und 26 und auf der andern mit 25' und 26' bezeichnet und die ganze Tasche ist an dem Teil 12 des Werkzeuges 4 befestigt.
Die dem Tisch 4 zugekehrte Wandung 26 und 26' .der Tasche schneidet mit der Oberfläche des Werkzeugteils 12 ab und während des Blechvorschubes auch mit der Oberfläche der Werkzeugteile 6 und 11. Das mit einer etwaigen Krümmung in Richtung auf den Tisch 4 eingelegte und vorgeschobene Blech 1 wird dann, wie Fig. 3 zeigt, durch die Oberfläche des Werkzeuges geführt und läuft beim Vorschub einwandfrei in den Mittel teil der Tasche ein. Es kann also nicht ein treten, dass der Blechstreifen 1 an dem gegen überliegenden Teil 25', 26' der Tasche vorbei läuft.
Unterhalb des Arbeitsraumes ist gestri chelt eine Lenkvorrichtung für die herabfal lenden Werkstücke dargestellt. Sie besteht aus zwei beiderseits des Gestelles 20 drehbar in den Lagern 22 abgestützten Hebeln 21, die durch ein Lenkblech verbunden sind und durch Gestänge 23 verschwenkt werden. Beim Ausstossen der Blechscheibe 3 befindet sich dieLenkvorrichtung in der geätricheltenLage, und das herabfallende Blech wird nach links abgelenkt, so dass es zu einer Sammelvorrich tung für die Läuferbleche .gelangt. Hier nach erfolgt eine Umsteuerung in die strich punktiert gezeichnete Lage, wodurch das kurz danach herabfallende Blech 2 nach rechts ab gelenkt wird.
Das Auswerfen dieses. zwei teil Bleches erfolgt zweckmässig nach dem Vorschub, so dass es nicht an dem Blechstrei fen 1 hän,genbleiben kann, da es auf dessen glatte, ungelochte Fläche auftrifft. Da die Auswerfzeiten für die beiden Werkstücke genau einstellbar sind, besteht auch keinerlei Schwierigkeit, die Lenkvorrichtung 21 so zu steuern, dass die Bleche abwechselnd auf die verschiedenen Stapel gelangen.
Die beschriebene Anordnung ist auch auf Schueidpressen mit zwei in waagrechter Rich tung bewegten Werkzeugen anwendbar, bei denen der Blechstreifen sich zwischen den beiden Werkzeugen befindet. Auch dann ist es möglich, nach ganz kurzem Rückgang des das Läuferblech haltenden Werkzeuges ein Auswerfen dieses Bleches durch die ,grössere Öffnung im Blechstreifen vorzunehmen. und alle die Vorteile zu erzielen, die vorstehend beschrieben wurden.