Einrichtung zur elektronenoptischen Abbildung mittels kurzzeitiger Stossspannungen. Es gibt zahlreiche elektrische Entladungs gefässe, die mit einer hohen Betriebsspan nung arbeiten müssen. Hierzu gehören in er ster Linie elektronenoptische Einrichtungen, von denen insbesondere die Elektronenmikro skope zu nennen sind. Die Herstellung hoher Betriebsgleichspannungen für derartige Ent ladungsgefässe ist oft mit einem verhältnis mässig hohen technischen Aufwand verbun den. In vielen Fällen ist es jedoch nicht un bedingt notwendig, eine hohe Gleichspannung für den Betrieb des Gefässes herzustellen, sondern es genügen auch Spannungen belie biger Kurvenform, wenn diese nur genügend hohe Scheitelwerte besitzen.
Der Betrieb eines elektrischen Entla dungsgefässes mit kurzzeitigen Stossspan nungen führt zu einer Reihe wichtiger Vor teile. So ist es wesentlich einfacher, eine Stossspannung herzustellen als eine Gleich spannung, deren Grösse den Spitzen der Stoss spannung entspricht.
Weiterhin ist es abar auch für die Röhre von Vorteil, wenn sie nur mit Stossspannungen an Stelle entsprechend hoher Gleichspannungen belastet wird; hier bei werden die Elektroden weniger bean sprucht, da Kriechentladungen zwischen zwei Elektroden, die an die hohe Stossspannung gelegt sind, wegen der kurzen Dauer der Spannungsstösse sich nicht in dem Masse auf bauen können, wie bei der länger währenden Belastung durch eine Gleichspannung. Man hat so die Möglichkeit, das Entladungsgefäss weitgehend zu schonen oder es mit höheren Spannungen zu betreiben, als dies beim Be trieb mit,einem Gleichspannung möglich wäre.
Weitere Vorteile ergeben sich insbeson dere beim Betrieb von elektronenoptischen Einrichtungen mit einer Stossspannung. In folge' der verhältnismässig kurzzeitigen Be lastung der Einrichtung durch die Span nungsstösse wird erreicht, dass zum Beispiel das elektronenoptisch zu untersuchende Prä parat wenig Wärmte durch Elektronenauf- prall aufnehmen und daher weitgehend ge schont werden kann.
Bei derartigen Einrichtungen spielt es für die Erzeugung des Elektronenbildes keine wesentliche Rolle, wenn statt der hohen Be triebsgleichspannungen hohe Stossspannungen verwendet werden. Es wird hierdurch weni ger die Schärfe des Elektronenbildes als seine Helligkeit beeinflusst. Zur Erhöhung der Bildschärfe sind nun nach der Erfindung Mittel vorgesehen, um einen begrenzten Be reich von Augenblickswerten der Stossspan nungen für die elektronenoptische Abbildung wirksam werden zu lassen. , Es wird also z.
B. die Stossspannung nur dann auf das Entladungsgefäss übertragen, wenn diese genügend gross geUTorden ist. Hierzu enübt es,in die Leitung zu demEntladung-s. gefäss vor einem dem Gefäss parallel liegenden Widerstand eine Funkenstrecke einzuschal ten, die erst bei hohen Werten der Spannung zündet und die Spannung dem Gefäss zu führt,
sowie gegebenenfa.lils hinter dem MTi- derstand und parallel zu diesem eine weitere Funkenstrecke anzuordnen, die durch ihr Zünden einen schnellen Abfall der Spannung bewirkt. Das Entladungsgefäss 4 ist also bei spielsweise mit der Spannungsquelle 1 über einen Widerstand 2 und eine Funkenstrecke 3 verbunden. Zu dem Entladungsgefäss 4 ist einerseits der Widerstand 5 und anderseits die Funkenstrecke 6 parallel geschaltet. Die Funkenstrecken 3 und 6 unterscheiden sich dadurch, dass die Funkenstrecke 6 gegenüber der Funkenstrecke 3 mit einer gewissen Ver zögerung anspricht.
Um ein rasches An sprechen der Funkenstrecke 3 zu bewirken, wird diese beispielsweise mit einer Bestrah lungslampe bestrahlt. Bei einer derartigen Anordnung erhält die Stossspannung den Charaktereiner pulsierenden Gleichspannung. Hierdurch wird eine Korrektur gewisser Un schärfen des Elektronenbildes vorgenommen.
Eine andere Möglichkeit der Beseiti.g-ung- von Unschärfen besteht darin, den Strahl der Elektronen nur in den Augenblicken wirken 7u lassen, wenn die Stossspannung eine be stimmte Grösse besitzt. Hierzu kann man oder --z;tra.hls vor der elektronenoptischen Mittel zur Ablenkung des Elektronenstromes Abbildung so vorsehen, dass kein Bild ent steht, und diese Vorablenkung erst dann be seitigen, wenn die Stossspannung sich in der Nähe der Spannungsspitzen befinden.
Man kann auch, wie dies bei Braunsehen Röhren üblich ist, einen Wchneltzylinder im Ent ladungsgefäss vorsehen, mittels dessen der Elektronenstrahl hell-dunkel gesteuert wird, und zwar im Takte der Stossspannung der art, dass der Strahl erst dann zur Wirkung kommt, wenn die Stossspannung ihre Spitzen erreicht. Es kommt auch die Möglichkeit in Frage, im elektronenoptischen System eine Linse vorzusehen, welche von den Stossspan nungen so gesteuert wird, dass mögliche Un schärfen im Elektronenbild, die sich aus dem Charakter der Stossspannung ergeben, korri- 0 (Y ert werden.
Schliesslich ist es möglich, an Stelle eines gewöhnlichen Leuchtschirmes, auf dem das Elektronenbild sichtbar zu ma chen isst, einen Glühschirm oder allgemein einen Schirm -aus solchen Substanzen vorzu sehen, welche erst bei Elektronenaufprall von Elektronen hoher Geschwindigkeit zum Leuchten angeregt werden, so dass auch hier die elektronenoptische Abbildung mir in einem begrenzten Bereich von Augenblicks werten wirksam wird.
Beim Betrieb eines Entladungsgefässes mit einer periodischen Stossspannung muss darauf geachtet werden, dass die Frequenz der Spannung nicht zu hoch ist, da die Vor teile, die sich aus dem Betrieb eines elek trischen Entladungsgefässes mit einer Stoss spannung ergeben, um so mehr in die Er seheinung treten, je niedriger die Frequenz der Spannung ist. Unter Umständen kann es gegeben sein, ein Entladungsgefäss wie zum Beispiel ein Elektronenmikroskop, dessen Leuchtschirmbild zu photographieren ist, auch nur mit einem einzigen Spannungsstoss zu betreiben, welcher sich über die Dauer der Aufnahme erstreckt.
Zu den elektronenoptischen Einrichtun gen, welche vorzugsweise mit Stossspannun gen betrieben werden sollen, sind auch die Braunsehen Röhren zu rechnen, sowie über haupt alle diejenigen AbbildungseinricUtun- gen, bei denen Elektronen emittierende, re flektierende oder von Elektronen durch strahlte Elektroden elektronenoptisch abge bildet werden. Als Stossspannungserreger wird beispielsweise eine Anlage nach Marx benutzt.