Verfahren zum Desinfizieren von Gegenständen, und Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens. Zum Desinfizieren von Gegenständen aller .Art, die krankheiterregende Bakterien oder sonstige schädliche Lebewesen, wie z. B. In sekten, enthalten, benutzt man oft Dampf mit einer Temperatur über 100 C. Lässt man den Dampf entsprechend lang einwirken, so erzielt man eine vollkommene Desinfektion. Viele Gegenstände können diese hohe Tem peratur aber nicht gut vertragen.
Mit Rücksicht darauf benutzt man oft ein Desinfektionsmittel, das auch bei niedri gerer Temperatur die gewünschte Wirkung hat. Gewöhnlich verfährt man dann so, dass man einen vorzugsweise vorgewärmten Kessel mit den zu desinfizierenden Gegenständen beschickt, darauf evakuiert und ihn dann Formaldehyd, gegebenenfalls mit Dampf ver mischt, ansaugen lässt.
Das in den Kessel eingeführte Desinfektionsmittel erhält man während einiger Zeit auf einer den Gegen ständen unschädlichen, erhöhten Temperatur von zum Beispiel 70<B>0</B> C, wonach man wie- der Luft in den Ofen einführt und das Des infektionsmittel entweichen lässt. Obgleich man auf diese Weise oft befriedigende Er gebnisse erzielt, wirken derartige Desinfek tionsanlagen nicht immer zuverlässig, beson ders nicht, wenn die zu desinfizierenden Ge genstände dicht und schlechte Wärmeleiter sind, wie z. B. Matratzen.
Die Erfindung bezweckt eine Verbesse rung des bekannten Verfahrens zum Desin- fizieren von Gegenständen in einem Kessel, bei dem nach Beschickung des Kessels die ser zunächst evakuiert und darnach mit einem gasförmigen Desinfektionsmittel gefüllt wird sie besteht darin, dass die Evakuierung und der Einlass des Desinfektionsgases wenigstens einmal, vorzugsweise aber verschiedene Male wiederholt wird.
Dadurch wird erreicht, dass die Luft aus allen Poren besser entfernt wird und das Gas seine desinfizierende Wirkung in allen Teilen der infizierten Gegenstände, wo sich die Ansteckungsstoffe oder dergleichen befinden können, kräftig ausüben kann. Die Erfindung umfasst auch eine Anlage zur Durchführung des Verfahrens.
Die schematische Zeichnung zeigt ein Aus führungsbeispiel einer erfindungsgemässen Des infektionsanlage, an Hand welcher auch ein Durchführungsbeispiel eines erfindungsgemä ssen Verfahrens erläutert ist.
Die Anlage umfasst zwei Gasbehälter in Form von Kesseln 1 und la, die je mittels eines Deckels 2 bezw. 2a gasdicht abge schlossen werden können. Jeder Kessel ist durch eine Leitung 3 bezw. 3a mit der Saug seite einer gemeinschaftlichen Gaspumpe 4 verbunden, deren Druckseite durch eine Lei tung 5 mit dem Einlass eines Gaswärmers 6 in Verbindung steht. Der Auslass des Wärmers 6 ist durch Leitungen 7, 7a mit den Kesseln 1 bezw. la verbunden.
Die Leitungen 3, 3a und 5 können durch Ventile 8, 8a bezw. 9 mit der Aussenluft in Verbindung gebracht werden. Weiter sind in den Leitungen 3, 3a nahe der Pumpe 4 Ventile 10 bezw. 10a vorgesehen. Der Gas wärmer 6 kann durch Ventile 11, 12 und 12a von den Leitungen 5, 7 bezw. 7a abge sperrt werden.
Es sei angenommen, dass der Kessel 1a mit einem Gemisch von Luft und Formaide- hyddämpfen gefüllt ist, der Kessel 1 mit infizierten Gegenständen beschickt ist und die Deckel 2, 2a sowie auch sämtliche Ven tile, ausgenommen 10 und 9, geschlossen sind. Stellt man nun die Pumpe 4 an, so wird Luft aus dem Kessel 1 durch die Leitung 3, die Pumpe 4, die Leitung 5 und das Ventil 9 in die Aussenluft abgeführt. Ist der Kessel 1 evakuiert, so sperrt man die Ventile 10, 9 ab und schaltet die Pumpe 4 aus. Darauf öffnet man die Ventile 10a, 11 und 12, wo durch Gas aus dem Kessel la durch die Lei tung 3a, die Pumpe 4, die Leitung 5, den Gaswärmer 6 und die Leitung 7 in den Kessel 1 überströmt.
Nach Erreichung des Druckgleichgewichtes stellt man die Pumpe 4 wieder an, bis der Kessel la evakuiert ist. Das Gas, welches ursprünglich den Kessel 1a füllte, befindet sich jetzt im Kessel 1, und zwar mit einer Temperatur, welche von der jenigen abhängig ist, auf die man den Gas wärmer 6 geheizt hat. Im allgemeinen braucht die Gastemperatur nicht höher als ca. 20 bis 30 C zu sein.
Darauf schliesst man sämtliche Ventile, öffnet zunächst das Ventil 8a, wodurch der Kessel 1a sich mit Luft füllt, dann auch den Deckel 2a, und beschickt den Kessel la mit infizierten Gegenständen. Nachdem man den Deckel 2a und das Ventil 8a geschlossen hat, öffnet man die Ventile 10a und 9 und setzt die Pumpe 4 wieder in Betrieb, wodurch Luft aus dem Kessel la angesaugt und in die Aussenluft ausgelassen wird.
Nach Eva kuierung des Kessels la wird die Pumpe 4 abgestellt und werden die Ventile 10a und 9 geschlossen, worauf man Gas aus dem Kessel 1 in den Kessel 1a überströmen lässt, indem man die Ventile 10, 11 und 12a öffnet. Ist das Druckgleichgewicht erreicht worden, so setzt man die Pumpe 4 wieder in Betrieb, bis das Gas aus dem Kessel 1 jedenfalls zum grösseren Teile in den Kessel 1a über geführt worden ist.
Darnach lässt man erneut Gas aus dem Kessel 1a in den Kessel 1 und aus letzterem in den Kessel la strömen, welches Spiel man so oft wiederholt, bis die Gegenstände gründlich mit dem Desinfek tionsgase gespült worden sind.
Befindet sich das Gas schliesslich z. B. im Kessel 1, so schliesst man sämtliche Ven tile, aber öffnet das Ventil 8a, wodurch der Kessel la sich mit Luft füllt und die des infizierten Gegenstände nach (Öffnung des Deckels 2a daraus entfernt werden können. Anschliessend evakuiert man den Kessel 1a, lässt das Gas aus dem Kessel 1 in den Kessel la überströmen, verbindet den Kessel 1 mit der Aussenluft und füllt ihn wiederum mit infizierten Gegenständen. Die Anlage befin det sich dann wieder in ihrem ursprünglichen Zustand.
Nötigenfalls kann man die desinfizierten Gegenstände noch durch Evakuierung von den letzten Resten des Desinfektionsgases befreien, ehe man sie aus dem Kessel entfernt. Etwaige Formaldehydverluste kann man durch eines der Ventile 8, 8a, 9, 11, 12, 12a ersetzen.
Im obigen Beispiel sind beide Gasbehälter als Desinfektionsmittel ausgeführt. Grund sätzlich aber wäre es auch möglich, nur einen dieser Behälter so auszubilden, und für den zweiten z. B. eine Gasglocke, einen Gasbeutel oder dergleichen zu benutzen.
Die beiden dargestellten Kessel können gegebenenfalls ein Ganzes bilden; die beiden je als Einzelkessel dienenden Gasräume müs sen dann natürlich luftdicht gegeneinander abgedichtet sein.
Weiter kann man anstatt einer einzigen Pumpe auch zwei Pumpen benutzen, wäh rend man zum Anwärmen des Gases eine bereits im Betriebe vorhandene Einrichtung verwenden könnte.
Abgesehen von ihrer sehr grossen Zuver lässigkeit hat die Anlage den Vorteil, keinen Dampf zu benötigen.
Schliesslich wird noch bemerkt, dass die Anlage teilweise selbsttätig arbeitend ausge führt werden kann. Das gilt besonders für das Überführen des Gases aus dem einen in den andern Kessel.