Vorriehtl g zum Beleuchten von liörperhöhlen.
Zur Vornahme diagnostischer und therapeutischer Massnahmen im Innern von Körperhöhlen ist es meist notwendig, eine Beleuchtung zu verwenden. Bisweilen wird das Licht dazu von aussen in die Körperhöhlen eingestrahlt, diese Methode hat jedoch den Nachteil, dass durch den Kopf oder die Hand des Beobachtenden oder durch verwendete Instrumente ein Schatten verursacht wird, der unerwünscht ist und die Beobachtungsmöglichkeit einschränkt. Ein anderes Verfahren besteht darin, dass kleine Beobach tungslämpchen in die zu untersuchende Körperhöhle mittels geeigneter Apparate eingeführt werden.
Dies Verfahren hat aber gegen sich, dass meist nur schwache Lämpchen verwendet werden können, dass es zu unerwünschter Erwärmung oder Blendung kommen kann und dass es aus Gefahrsgriinden schliesslich nicht möglich ist, diese Lampen mit höheren Spannungen zu speisen. Insbesondere aber macht die Desinfektion einer solchen Lampe samt anhängenden l < : Kabeln Schwierigkeiten.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Vorrichtung zum Beleuchten von Körperhöhlen. Gemäss der Erfindung besitzt dieselbe einen rohrförmigen Körper aus einem lichtdurchlässigen Medium (z. B. Glas) und eine mit diesem Körper verbundene Lichtquelle, deren in die Wandungen des Körpers eingestrahltes Licht in derselben infolge Totalreflexion fortgeführt wird und an einer Stelle austritt, die beim Gebrauch der Vorrichtung innerhalb der zu untersuchenden Wörperhöhle zu liegen kommt.
Es sind bereits Einrichtungen bekannt geworden, die die Erscheinung der Totalrefle xion zur Beleuchtung von Körperhöhlen verwenden. Zum Beispiel sind Glasstäbe bekannt geworden, an deren einem Ende eine Glühlampe angebracht ist, deren Licht durch eine Krümmung des Glasstabes hindurchgeht und am andern Ende austritt. Diese Glasstäbe werden zum Gebrauch in die Körper höhle eingeführt und gestatten eine Beleuchtung einzelner Stellen. Von diesen Vorrichtungen unterscheidet sich die hier vorlie gende Erfindung dadurch, dass zur Fortleitung des Lichtes nicht ein Stab, sondern ein rohrförmiger Körper verwendet wird.
Es sind verschiedene Ausfilhrungsformen der vorliegenden Erfindung möglich; der totalreflektierende Körper kann je nach dem vorliegenden Zweck und je nach dem zu untersuchenden Organ entsprechend gestaltet sein. Er kann aber auch so ausgebildet sein, dass er im Innern der Kiirperhöhle an gewissen Stellen verspiegelt ist und dadurch vermeidet, dass Licht an Stellen austritt, die für den Beobachter unerwünscht sind. Er kann ferner so gebaut sein, dass Licht an gewissen Stellen ausdringt, an denen es erwünscht ist. während der eigentliche Formkörper dem vorliegenden Zweck entsprechend ausgestaltet ist, ohne von einer gewissen Stelle ab das Licht weiter zu leiten.
In den Fig. 1 bis 4 sind verschiedene Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes wiedergegeben, und zwar zeigt
Fig. 1 eine Vorrichtung zur linter- snehung des Ohres in schematischer Darstellung.
Fig. 2 eine Vorrichtung zur ntersuehung der Vagina, bei der der rohrförmihe Körper teilweise verspiegelt ist, im Querschnitt,
Fig. 3 ebenfalls ein Speculum, bei dem der totaireflektierende Körper durch ein das Licht nicht leitendes Ansatzstück fortgesetzt wird,
Fig. 4 endlich zeigt ein Beispiel eines Speculums, bei dem der totalreflektierende Rör- per so geformt ist, dass er nur auf einem Teil von Licht durchstrahlt wird und das Licht an einer gewünschten Stelle austritt.
In Fig. 1 ist ein Ohrentrichter iiblicher Form 1 gezeichnet, der in einen Gehörgang 2 eingesetzt ist. Am äussern Rand 3 des Trichters aus durchsichtigem Bleuium ist eine Lampe 4 in einem Gehäuse 5 aufgesetzt, die von einer Stromquelle mittels der Zuleitungsdrähte 6 gespeist wird. Das von der Lampe ausgehende Licht dringt in den Rand des Ohrentrichters ein und pflanzt sich infolge Totalreflexion ins Innere des Ohres fort, wo es ausdringt und die weiter nach hinten lie geladen Teile beleuchtet.
Als Glühlampe kann jede beliebige Lampe benutzt werden, zweckmässig wird durch geeignete Reflektoren das Licht der Lampe 4 gegen den äussern Rand 3 gerichtet; auch dieser äussere Rand kann zweckentsprechend eingerichtet sein, am besten so, dass er an der Einfallsstelle des Lichtes möglichst breit ist, um alles von der Lampe 4 kommende Licht in den Trichter aufzunehmen. Das Ende des Trichters 7 kann einfach verrundet oder abgeschrägt sein, es kann aber auch mattiert werden, je nach dem ob es erwünscht ist, das Licht in geeigneter Weise gerichtet oder diffus austreten zu lassen.
In Figur 2 ist ein Speculum 10 normaler Form gezeichnet, bei dem ebenfalls am äussern Rande 1 l eine Beleuchtungsquelle aufgesetzt ist. Es ist hier nur eine Lampe 12 gezeichnet, die in einem Gehäuse 13 auf das Speenlum aufgesetzt werden kann. Es liiin- nen aber an Stelle einer Lampe entlang des ganzen Randes mehrere Lampen aufgesetzt werden. Versuche haben ergeben, dass sich am besten kleine röhrenförmige Lampen (Sofittenlampen) eignen, die einseitig ver spiegelt sind und somit das gesamte Licht in die Wandungen einstrahlen können. An Stellen, an denen die Schleimhaut am Speeulum anliegt, tritt keine Totalreflexion auf, die Schleimhaut leuchtet an diesen Stellen auf.
Da bei etwas absorbierendem Glase oder infolge des seitlichen Lichtaustrittes das Licht etwas geschwächt am Ende 15 des Speculums ankommt, ist der diesem Teil anliegende Teil der Schleimhaut etwas schwächer beleuchtet. Das Licht würde am Ende 15 austreten und ginge verloren, da an dieser Stelle eine Beobachtung nicht möglich ist.
Man kann nun dieses Ende mit einem spiegelnden Belag 16 versehen, so dass das Licht wieder in die Wandungen zurückgespiegelt wird. Hierdurch ergibt sieb eine grössere i Hel- ligkeit an der Schleimhaut, vornehmlich in der Gegend des Endes 15 und eine gleichmässigere Beleuchtung sowie eine bessere Ausnutzung des Lichtes.
In Fig. 3 ist eine Ausführungsform gezeichnet. die insbesondere eine Beleuchtung der Portio gestattet. Das Licht einer Glühlampe 20 tritt, durch Reflektoren gerichtet, in das Speculum 21 ein und an der Stelle 22 wieder aus. Ueber das Speculum ist an der Stelle 23 ein Metallzylinder 24 angekittet, so dass die Wandungen der Vagina bis zur Portio 25 auseinander gedrückt werden. Falls auf die Beleuchtung der Schleimhaut bei diesen Untersuchungen kein Wert gelegt wird, kann die äussere Begrenzungsfläehe 26 des Speculums versilbert sein, so dass kein Licht nach aussen austreten kann. Auf diese Weise ist eine sehr gleichmässige und lichtstarke Beleuchtung des gesamten hintern Raumes der Vagina zu erzielen.
Die beiden Teile 21 und 24 können auch auseinandernehmbar und mittels Gewinde oder Konus zusammensetzbar ausgebildet werden.
Anstatt das Speculum aus zwei verschiedenen Teilen zusammenzusetzen, wie im Beispiel der Fig. 3 aus den Teilen 21 und 24 kann man es auch aus einem durchgehenden Stück herstellen, das so geformt ist, dass die Lichtleitung an einer Stelle unterbrochen ist, an der das Licht dann in geeigneter Weise austritt. In Fig. 4 ist ein Beispiel einer solchen Ausführung gezeichnet; auf das durch sichtige Speculum 30 ist die Lampe 31 im Gehäuse 32 aufgesetzt. Das Speculum verläuft nun nicht glatt durchgehend, sondern hat kurz vor seinem Ende eine Doppelfalte 33. An dieser Stelle wird für die in Richtung 31-33 ankommenden Lichtstrahlen der Winkel gegen die Begrenzungsflächen kleiner als der Totalreflexionswinkel, an dieser Stelle tritt also Licht in Richtung der Pfeile 34 aus.
Zur Vermeidung von Schwierigliei- ten bei der Reinigung kann die Doppelfalte an der Aussenseite mit geeigneten Materialien ausgefüllt werden.
Zur Beleuchtung eignen sich insbesondere Niedervoltlampen, die hohen Strom aufneh men. Das Licht dieser Lampen ist besonders weiss und tageslichtähnlich und es lassen sich somit kleine Farbverschiedenheiten gut damit erkennen. Ist anderseits das Glas oder das sonst als totalreflektierender Körper verwendete Medium schwach farbstichig, so kann diese leichte Färbung durch entsprechende Färbung der Glühlampe kompensiert werden.
Eine gewisse Farbstichigkeit des Lichtes ist mitunter von Nutzen, da gewisse Rötungen oder Farbveränderungen der zu untersuchenden Körperstellen leichter dadurch erkannt werden können.
Die Lampe kann zweckmässig angeheftet oder mit federnden Haltevorrichtungen angeklemmt werden. Auch lassen sich diese Anklemmungen mit Gummi versehen, so dass die Lampe gut haftet. Das Lampengehäuse kann ferner als Handgriff ausgebildet werden, auch kann eine Batterie, ein Schalter, ein Widerstand oder dergleichen damit vereinigt sein. Als Stromquelle für die Glühlampen sind sowohl Batterien geeignet, wie auch ein Anschluss an n das Netz über Transformatoren oder Widerstände.
Die Vorteile der Verwendung von rohrförmigen Körpern gegenüber denen mit Stäben mögen aus folgenden Beispiel hervorgehen:
Beleuchtungseinrichtungen der beschriebenen Art eignen sich insbesondere zur Untersuchung von rohrartig verlaufenden Kör- perhöhlen, wie z. B. des Ohres, der Nase, der Vagina und des Rectums. Diese werden bis her so untersucht, dass ein rohrförmiger : Kör- per in die Organhöhlen eingesetzt wird, der die innern Begrenzungswandungen der Körperhöhlen auseinanderhält.
Würde nun ein Glasstab als Beleuchtungsvorrichtung eingeführt, so können an sich die gleichen Übelstände oder ein Teil von ihnen eint-reten, wie bei der Verwendung eingeführter Glühlampen, es würde ein Teil der Sicht verdeckt, es käme infolge der von einem Punkte (Endpunkt des Glasstabes) ausgehenden Strahlung zur Bildung von störenden Schlagschatten, in bestimmten Fällen auch zu Blendungen. Ausserdem wäre in einigen Fällen eine Hand des Beobachtenden nötig, um den Glasstab zu halten.
Wenn man aber stattdessen den rohrförmigen Körper selbst so ausbildet, dass das Licht in seinen Wandungen verläuft so entfallen alle diese tibelstände. Zunächst wird die Sicht nicht verdeckt. da dieselbe WN7andstärLe, die zum Auseinanderhalten der innern Begrenzungsfläehe der Körperhöhle benutzt ird, im allgemeinen auch zur Licht fortleitung benutzt werden kann. Dadurch, dass das Licht aus einer kreisförmigen Be grenzungsiläche austritt, ist die Gefahr der Schattenbildnng bedeutend herabgesetzt, die Beleuchtung ähnelt der einer Operations- lampe.
Blendung ist ferner ausgeschlossen, da Licht nur in einer Richtung austreten kann. die vom Beobachter weg gerichtet ist.
Schliesslich wird das Halten einer Lampe er übrigt und der Beobachter ist in seiner Körperhaltung weniger behindert. Zu diesen speziellen Vorteilen der vorliegenden Erfindung kommen die allgemeinen Vorteile der Be leuchtung von Körperhöhlen mittels Totalreflexion:
Es können starke Lampen mit gro sser Leistung verwendet werden, es besteht keine Gefahr einer schädlichen Erwärmung und die Desinfektion wird wesentlich verein facht. da die scher zu desiiifizierende Lampe samt Fassung und Klemmvorrichtung ausserhalb des Körpers sitzt und der mit dem Körper in Berührung kommende rohrförmige Glaskörper leicht zu desinfizieren ist.
Mit der Ausbildun der Beleuehtungsein- richtung als rohrförmiger Körper ergeben sich aber noch eine Anzahl weiterer Vorteile: Bei einem Speculum zum Beispiel. das heisst bei einem Gerät. das zur Untersuchung der weiblichen Genitalteile benutzt wird, soll nicht nur die Portio am Ende der Vagina an geleuchtet und beobachtet werden. sondern auch die Schleimhaut der Vagina selbst. Nun tritt aber Totalreflexion an der Wandung des Speenluins nur da auf. wo der Licht strahl auf die GrEnzfläche zwischen einem optisch dichteren zu einem optisch diinneren Medium verläuft.
Das ist aber offenbar nur an den zur Rohrachse hin gelegenen Begren zungsfläehen des Speculums der Fall, wo der Lichtstrahl vom Glas an die Grenzfläche Glas-Luft hinläuft. An der äussern Begrenzungsfläche des Speculums liegt die Schleimhaut mit optischem Kontakt am Glas des Speculums an, an dieser Stelle kann also keine Totalreflexion auftreten, das heisst das Licht tritt hier aus und beleuchtet die Schleimhaut, die dadurch der Beobachtung zugänglich wird.