Spulmasehine. Den Gegenstand der vorliegenden Erfin dung bildet eine Spulmaschine, bei der zum Führen des Fadens eine Nutentrommel und ein vor derselben hin- und hergehender Hilfs- fadenführer dienen.
Es sind Spulmaschinen bekannt, bei denen der Hilfsfadenführer un- mittelbar vor der Nutentrommel um eine parallel zur Trommelachse angeordnete Welle rotiert: Ferner hat man auch vorgeschlagen, den Hilfsfadenführer durch eine vor der Nutentrommel hin- und herverschiebbare Stange zu bilden, in der den Faden auf nehmende Kerben angeordnet sind.
Ein derartiger hin- und hergehender Hilfsfadenführer besitzt den grossen Nach teil, dass derselbe den Faden über die gefähr liche Umkehrstelle hinwegreisst, was zu un vermeidlichen Fadenbrüchen führt. Die vor liegende Erfindung hat sich die Aufgabe ge stellt, den Hilfsfadenführer so auszubilden, und anzuordnen, dass der Faden so wenig wie möglich beansprucht wird, was besonders für feine Garnnummern, -Kunstseide oder dergl.- Fasermaterial von grosser Bedeutung ist.
Die Aufgabe wird- dadurch- gelöst, dass der Faden führen vor der Nutentrommel in ungefähr waagrechter Ebene schwingt und so angeord net ist, dass-der Abstand seiner Wendepunkte ungefähr dem Abstand der- äussersten greu- zungspunkte =der Nütentrommel entspricht.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel mit einer Detailvariante, und zwar zeigen: Fig. 1 - die Gesämtfadenführung einer Spulstelle in Seitenansicht, Fig. 2 den- obern. Teil einer Spulstelle in Draufsicht gemäss Pfeil I1 in. Fig:
1, \ Fig.- 3 -und 4 eine weitere Ausführung des Fadenführers-in Seitenansicht und Drauf- Sicht, Fig. 5 bis-10 schematische Ansichten, des Fadenlaufes bei verschiedenen Stellungen des Fadenführers.
Die ablaufende Spule 65 jeder Spulstelle ist auf ihrem Träger 29 schwenkbar angeord net. Die auflaufende Spule 67 erhält ihren Antrieb von der Trommel 38, die mit Füh rungsnuten 82 versehen ist. Vor der ab laufenden Spule befindet sich eine beliebige Fadenbremse 33, die schematisch durch die zugehörige Leitöse angedeutet ist.
Das An legen des Fadens und die Verknüpfung der Fadenenden bei Fadenbruch erfolgt in übli cher Weise mittels Handknoter oder einer besonderen, mit der Maschine umlaufenden bezw. an einer Stelle fest eingebauten Knot- vorrichtung. Der eigentliche Fadenweg, der der Steuerung bedarf, verläuft zwischen den Punkten v und w (Fig. 1) unter einem Winkel a.
(Fig. 5 und 8), der um so grösser ist, je weiter sich der Faden von der Mittellage o-o ent fernt und seinen grössten Betrag beim An laufen der Spulenenden <I>x</I> und<I>y</I> (Fig. 2) durch den Faden erreicht. Würden keine Führungsmittel für den Faden vorhanden sein, so würde der Faden in der Hauptsache in der Mittellage o-o auflaufen und dort einen Wulst bilden.
Um also den Faden über die Strecke x-y hin- und herzuführen, dienen die bekannten Fadenführer bezw., wie im Beispiel, eine Nutentrommel (Wickelzylin der) 38, welche gleichzeitig der auflaufenden Spule ihre Drehbewegung erteilt, und aus deren Nuten die Auflaufspule den Faden heraushebt.
Die Nuten sind mit einer dem gewollten Spulenaufbau entsprechenden Steigung in die Trommel 38 eingearbeitet. Hierdurch ent stehen auf den mittleren Wegen zwischen den Punkten x-y (Fig. 2) Kreuzungsstellen q und an den Enden der Trommel 38 Wende stellen r.
Da der Faden stets zur Mittellage hinstrebt, so wird -er beim Durchlaufen der Wendestellen r (Fig. 7 und 10) immer die Neigung haben, der Spur der Wendestellen zu folgen, also im Beispiel Fig. 7 nach links bezw. im Beispiel Fig. 10 nach rechts zu rücklaufen. Verfolgt man dagegen den Fa denlauf gemäss Fig. 5 an der Kreuzungsstelle <I>q,</I> so erkennt man, dass die Kreuzungsstelle<I>q</I> seitlich des Weges v-w liegt. Infolgedessen hat der Faden an der Kreuzungsstelle q die Neigung, aus der Spurrichtung herauszutre ten.
Diese Vorgänge sind als solche bekannt. U m nun das Abweichen des Fadens von der Spur zu verhindern, hat man schon der Nutentrommel schwingende, auf einer Stange längsverschiebbare oder auch die üblichen Flügelfadenführer vorgelagert, die dem Fa den auf etwa. dem ganzen Weg über die Trommel eine zusätzliche Führung, damit aber auch eine dauernde zusätzliche Reibung bezw. Knickung erteilen. Diese Fadenführer sind ausserdem in grosser Trommelnähe an geordnet, erschweren also die Bedienung und besitzen im allgemeinen umlaufende Teile, in denen sich die Enden des gerissenen Fadens leicht verfangen und aufgewickelt werden.
Hinzu kommt, dass eine Anordnung der Fa denführer in der Nähe der Nutentrommeln, namentlich wenn die Führung des Fadens über die ganze Länge der Trommel zwang läufig erfolgt, eine unnötig starke Knickung im Fadenwege v-av vor der Trommel hervor ruft, die wiederum zur Folge hat, dass der Fadenführer bis etwa an den äussersten Um fang der Trommel verschoben werden muss, damit der Faden nicht vorzeitig aus der Nute springt bezw. reisst.
Diesen Missständen begegnet nun die Er findung dadurch, dass der Fadenführer in einer ungefähr waagrechten Ebene schwingt und so angeordnet ist, dass der Abstand seiner Wendepunkte etwa dem Abstand der äussersten Kreuzungspunkte der Nutentrom- mel entspricht.
Die Fig. 5 bis 10 zeigen den Fadenlauf bei Anwendung eines in verhältnismässig grosser Entfernung von der Nutentrommel angeordneten, in einer ungefähr waagrech ten Ebene schwingenden Fadenführers mit schlitzförmigem Auge. Der Abstand der Wendepunkte bezw. der Hub dieses Faden führers entspricht etwa dem Abstand der äussersten Kreuzungspunkte q, wobei unter dem letzteren Abstand die Entfernung der durch diese Punkte q gehenden, senkrecht zur Achse des Nutenzylinders stehenden Ebenen zu verstehen ist.
In Fig. 5 läuft der Faden von<I>v</I> nach w in annähernd gerader Linie, so dass der Fadenführer ohne nennens werten Einfluss auf den Lauf bleibt und auch bleiben kann; das Auge braucht also in diesem Falle nicht ösenartig begrenzt zu sein. Dreht sich nun die Nutentrommel 38 im Pfeilsinne weiter, so springt der Faden, falls er zum Teil noch auf dem Trommelmantel liegt, ohne weiteres in die Verlängerung der Spur, läuft also, unbeeinflusst vom Faden führer, bis in die Mittellage o-o und auch noch ein Stück darüber hinaus.
Beim weiteren Verlauf erzeugt der Faden alsdann aber im Fadenführer einen Zug, den man in Fig. 6 aus dem Knick des Fadenweges v-w er kennen kann. Wird nun der Fadenführer bei dieser Fadenlage aus der Stellung der Fig. 5 in die Stellung der Fig. 6 geschwenkt, gibt er also dem Zuge nach, so folgt der Faden dem bequemeren Wege, das heisst der Spur im rechten Kreuzungspunkt q weiter.
Auch hierbei kann das Fadenführerauge, wie der Augenschein lehrt, schlitzförmig sein, das heisst die Reibung vermindern. Nähert der Faden sich nunmehr der rechten Wendestelle r (Fig. 7), so würde der Fadenführer an sich ohne Wirkung bleiben, wenn er nicht ver- schwenkt wird.
Da der Fadenführer aber für die Führung des Fadens im rückwärtigen Sinn (Fig. 8 bis 10) allmählich in die entge gengesetzte Lage zur Fig. 6 gelangen muss, so kann man ihn bereits in der Stellung Fig. 7 verschwenken und hat den Vorteil, dass sein Ende alsdann einen rechten Druck gegen den Faden ausübt, der die Spurhaltung in der Trommel unterstützt. Nunmehr wie derholt sich das geschilderte Spiel der Faden führung gemäss Fig. 8 bis 10 im umgekehrten Sinne des Verlaufes nach den Fig. 5 bis 7 usw.
bis zur Abspulung der Spulen 65. Tritt ein Fadenbruch ein, so wird das obere ge rissene Ende noch ordnungsgemäss auf die Spule 67 aufgewickelt, während das untere Ende frei nach unten fallen kann.
Benutzt man an Stelle des Fadenführers mit schlitzfärmigem Fadenauge einen solchen mit offenem Auge 74 gemäss Fig. 2 das auf einer Scheibe 70 um einen Drehpunkt 71 mittels einer hin- und herschwingenden Stange 73 über einen Zapfen 72 verschwenkt wird, so ist der Weg, den der Faden macht, im wesentlichen der gleiche.
Auch in diesem Falle kann eine zusätzliche Spannung und Knickung nicht eintreten, da die Schwenk bewegung des Punktes 74 auf einem sehr flachen Kegelmantel verläuft, dessen Spitze der ablaufende Faden anlaufen würde, wenn er nicht inzwischen in die Nute des Trommel mantels gelangt wäre, die ihn ohne jeden Zwang aufnimmt,
da der gedachte Kegel mantel an dieser Stelle nur eine leichte Ab flachung erfährt. In seinen äussersten Lagen kann der Punkt 74 infolgedessen noch un gefähr in Höhe der äussern Kreuzungsstellen q liegen und seinerseits die Umkehrung der Schwingrichtung allmählich vornehmen, ohne dass dieser Vorgang auf das ordnungsgemässe Durchlaufen des Fadens durch die Wende stelle r störend einwirken kann.
An Stelle des Fadenführers mit schlitz- förmigem Auge gemäss Fig. 5 bis 10 kann man auch einen Fadenführer benutzen, der an seiner Vorderseite gänzlich offen ist (Fig. 3 und 4). In diesem Beispiel ist der Fadenführer als eine in einer ungefähr waag rechten Ebene hin- und herschwingende Platte 75 ausgebildet, die an beiden Enden mit Ecken 76 zur Verhinderung eines Ver laufene des Fadens versehen ist.
Diese Si cherung ist allerdings nicht unbedingt erfor derlich, da ja der Faden in den Wendestellen bei erfindungsgemässer Anordnung des Fa denführers ohne weiteres vor dem Faden führer bleibt. Die Platte 75 ist mittels des Verbindungsstückes 77 und eines Führungs bolzens 78 durch eine Nutentrommel 79 von der Welle 80 aus schwingbar, wobei die Welle 80 im Antriebskasten 30 der *Spul- stelle gelagert ist bezw. durch ein besonderes Schutzblech an Stelle der Vorderwand 30 ab gedeckt ist, so dass der Faden nicht zu den sich drehenden Teilen des Antriebes gelan gen kann,
bezw. die Platte 75 in einem Schlitz der Spulstellenabdeckung spielt.