Verfahren zum folgerichtigen Wiederöffnen eingewobener Schisse bei mehrzylindrigen Fachbildnngsmaschinen mit Musterharten aus Pappkarten, Verdolpapier oder anderem dünnem Material.
Bei den bisher bekannten Fachbildungs- maschinen mit mehr als einem Musterkarten zylinder für Musterkarten aus Pappkarten, Verdolpapier oder anderem dünnem Material -war es nicht möglich, die eingevTobenen Schüsse beim Rückwärtsdrehen während der Umsteuerung von einem Zylinder zum an dern in richtiger Reihenfolge wieder zu öffnen.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, um das Wiederöffnen der ein gewobenen Schüsse auch während des Über ganges von einem Zylinder zum andern beim Rückwärtsdrehen der Maschine zu gewähr leisten. Zu diesem Zwecke lässt man beim Rückwärtsdrehen der Maschine in der Muster karte jedes Zylinders für die letzte sowohl a.ls auch für die erste Schussablesung jedes Papportes vorgesehene Steuerelemente, z. B. eine Erhöhung oder ein Loch, auf ein Fühler t rgan (Nadel, Fühlhebel etc.) einwirken.
Nachstehend wird das Verfahren unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung beispielsweise im Zusammenhang mit einer Zweizylindermaschine beschrieben, welche im Doppelhub arbeitet und bei der jeweils zwei Schüsse gleichzeitig abgelesen werden.
Auf der Zeichnung zeigt: Fig. 1 in Seitenansicht die eine Seite einer Schaftmaschine, Fig. 2 dieselbe Seite in Stirnansicht, Fig. 3 die andere Maschinenseite in Seitenansicht, Fig. 4 diese Seite in Stirnansicht, Fig. 5- den Anfang und das Ende des R.apportes der Musterkarten. Der Pfeil I deutet den Vorwärtsgang, der Pfeil II den Rückwärtsgang der Musterkarte an.
Vorerst ist angenommen, die Maschine arbeite vorwärts. Der eine Zylinder sei mit <I>A,</I> der andere mit<I>B</I> bezeichnet. Jeder Zylin der trägt eine Musterkarte 1 bezw. 2 mit Reihen von Schusslöchern s üblicher Art, beispielsweise soll der Rapport des Zylinders A zwanzig Schüsse enthalten, derjenige von
EMI0002.0001
13 <SEP> dreissig. <SEP> Um <SEP> das <SEP> Muster <SEP> des <SEP> Gewebes <SEP> zu
<tb> -eben, <SEP> soll <SEP> der <SEP> Schussrapport <SEP> des <SEP> Zylinders
<tb> _4 <SEP> x-mal <SEP> durchgewoben <SEP> werden, <SEP> bevor <SEP> der
<tb> Schussrapport <SEP> des <SEP> Zylinders <SEP> B <SEP> y-mal <SEP> durch ge"voben <SEP> wird.
<SEP> Das <SEP> Wechseln <SEP> der <SEP> Ablesun von <SEP> Zylinder <SEP> A <SEP> auf <SEP> den <SEP> Zylinder <SEP> 13 <SEP> erfol-t
<tb> somit <SEP> dann, <SEP> wenn <SEP> der <SEP> Schussrapport <SEP> des <SEP> Zy linders <SEP> A <SEP> x-mal <SEP> abgelesen <SEP> -orden <SEP> ist; <SEP> das
<tb> Wechseln <SEP> der <SEP> Ablesung <SEP> vom <SEP> Zylinder <SEP> 13 <SEP> auf
<tb> den <SEP> Zylinder <SEP> _I <SEP> erfolgt, <SEP> nachdem <SEP> der <SEP> Schuss rapport <SEP> des <SEP> Zylinders <SEP> R <SEP> y-inal <SEP> abgelesen
<tb> worden <SEP> ist <SEP> usf. <SEP> Indem <SEP> immer <SEP> zwei <SEP> Schüsse
<tb> gleichzeitig <SEP> abgelesen <SEP> werden <SEP> (Doppelhul) maschine), <SEP> brin--t <SEP> jede> <SEP> Zylinderschaltung
<tb> die <SEP> zwei <SEP> folgenden <SEP> Scliiisse <SEP> ziir <SEP> Alllesung:
<tb> die <SEP> in <SEP> bezu- <SEP> auf <SEP> seihen <SEP> Sehussrapport <SEP> letzte
<tb> Schaltung <SEP> des <SEP> Zylinders <SEP> A <SEP> bringt <SEP> somit <SEP> die
<tb> Schüsse <SEP> :1'<B>'</B> <SEP> und <SEP> -F" <SEP> (Fi--. <SEP> 5) <SEP> zur <SEP> Ablesung,
<tb> die <SEP> auf <SEP> seinen <SEP> Schussrapport <SEP> bezogene <SEP> erste
<tb> Sehaltung <SEP> des <SEP> Zyliiidf,rs <SEP> .1 <SEP> brin <SEP> -t <SEP> die <SEP> Schüsse
<tb> A' <SEP> und <SEP> _9' <SEP> zur <SEP> Ahlesung. <SEP> Ähnliches <SEP> gilt <SEP> für
<tb> den <SEP> Zylinder <SEP> 13. <SEP> Die <SEP> Schüsse <SEP> ss'-"> <SEP> und <SEP> Rq"
<tb> sind <SEP> die <SEP> letzten, <SEP> 1?'. <SEP> R= <SEP> die <SEP> ersten <SEP> Schüsse <SEP> des
<tb> Rapportes.
<SEP> Im <SEP> Muster <SEP> des <SEP> Gewebes <SEP> wirkt
<tb> sich <SEP> das <SEP> so <SEP> aus, <SEP> dass <SEP> nach <SEP> dem <SEP> x-mal <SEP> zwanzig sten <SEP> Schuss <SEP> des <SEP> Zylinders <SEP> A <SEP> der <SEP> (erste <SEP> Schuss
<tb> des <SEP> Zylinders <SEP> B, <SEP> ncich <SEP> (lein <SEP> y-inal <SEP> dreissigsten
<tb> Schuss <SEP> des <SEP> Zylinders <SEP> B <SEP> wieder <SEP> der <SEP> erste <SEP> Schuss
<tb> (!es <SEP> ZvIinders <SEP> A <SEP> eingewoben <SEP> wird. <SEP> Die <SEP> Um schaltung <SEP> von <SEP> einem <SEP> Zylinder <SEP> auf <SEP> den <SEP> andern
<tb> wird <SEP> auf' <SEP> bekannte <SEP> Weise <SEP> bewerkstelligt <SEP> unter
<tb> Zuhilfenahme <SEP> eines <SEP> Zählzylindci-s <SEP> 20 <SEP> (Fit.
<SEP> 3
<tb> und <SEP> 4), <SEP> der <SEP> eine <SEP> Zählkarte <SEP> 40 <SEP> enthält, <SEP> a.nf
<tb> tvelche <SEP> dort <SEP> Eisenrollen <SEP> oder <SEP> Holzzäpfchen
<tb> 46 <SEP> aufge <SEP> Steckt <SEP> werden. <SEP> wo <SEP> die <SEP> Umschaltung
<tb> von <SEP> einem <SEP> Zylinder <SEP> auf <SEP> den <SEP> andern <SEP> vor genommen <SEP> werden <SEP> muss. <SEP> also <SEP> für <SEP> den <SEP> x-mal
<tb> z-,van(Yzi,"sten <SEP> Schuss <SEP> des <SEP> Zylinders <SEP> A <SEP> und
<tb> dann <SEP> wieder <SEP> für <SEP> den <SEP> y-mal <SEP> dreissigsten <SEP> Schuss
<tb> des <SEP> Zylinder. <SEP> Y. <SEP> Zwischen <SEP> diesen <SEP> Zeitpunkten
<tb> sind <SEP> keine <SEP> Eisenrollen <SEP> oder <SEP> Holzziipfchen <SEP> auf !esteekt. <SEP> Um <SEP> den <SEP> Zählzylinder <SEP> 20 <SEP> zu <SEP> schal ten.
<SEP> enthält <SEP> jede <SEP> Musterharte <SEP> auf <SEP> derselben
<tb> Hehe <SEP> wi(# <SEP> die <SEP> letzten <SEP> beiden <SEP> Scliussloclireihen,
<tb> das <SEP> heisst <SEP> bei <SEP> der <SEP> letzten <SEP> Schiissal)lesung <SEP> des
<tb> Rapportes. <SEP> eine <SEP> Erhöhung <SEP> oder <SEP> ein <SEP> Loch <SEP> a\
<tb> resp. <SEP> b". <SEP> Diese <SEP> Erhöhung <SEP> oder <SEP> das <SEP> Loch <SEP> wird
<tb> durch <SEP> ein <SEP> geeignetes <SEP> Organ, <SEP> Fühlernadel <SEP> 3 Wig. 4) oder dergleichen, abgelesen.
Letztere steht mit der Schaltvorrichtung des Zähl zylinders 20 in Verbindung. Der Zählzylin der 20 steht über den Hebel -11 so mit dein 1-mschaltmechanismus in Verbindung. dass dieser letztere bei jeder Begegnung des He bels 41 mit einem Holzzäpfchen oder einer Eisenrolle 46 ausgelöst wird und die Um schaltung von einem Zylinder zum andern bewirkt.
LTni dieses Umschalten von einem Zylin der zum andern nun auch für den Rück-wärts- gang der Maschine zii erreichen, ist es nötig,
nach der letzten Schaltung des Zylinders vor dem Wechseln auf den andern Zylinder eben falls eine Erhöhung oder ein Loch<I>a' I I>' I</I> in der Musterkarte zu haben. Diese letzte Schal tung beim Rückwärtsarbeiten der Maschine bringt aber den ersten und den zweiten Schu13 des Rapportes zur Ablesung. Uin also (las richtige 1)ffnen der eingewobenen Schüsse zii erzielen,
müssen beim Ablesen sowohl der ersten beiden wie auch der letzten beiden Schüsse in der Musterkarte Erhöhungen oder Löcher zur Einwirkum, auf die Fühlernadel 3 gebracht werden.
Durch (las Einfallen der Fühlernadel 3 in das Loch oder das Auflaufen eines Fühler hebels auf eine Erhöhung. wird mittels ge eigneter Zwisehenhebel eine mit einer Welle 24 bestündigr umlaufende Dol)pelscheibe 23 (Fig. 3 und -1), welche zwei Stifte 25 und 26 tiä!,?,t,
in aclisialer Richtung verschoben und bringt dadurch den Stift 25 in den Be reich des Schaltriidchens 30 d.es U mschalt- exzenters 33 und den Stift 26 in den Bereich des Sclialträ dehens 31 des Zählzylinders 20.
Zeitlich in bezug auf den ganzen Mechanis mus ist die Doppelscheibe 23 mit den Stiften \?5 ind 26 so eingestellt, dass nach dem Einfallen der Fühlernadel 3 in ein Loch oder dem Auflaufen eines Hebels auf die vorgesehene Erhöhung im Papier eine Schal tung des Zählzylinders 20 vor;,,enommen wird.
Ist nach einer Schaltung des Zählzylin ders ein Holzzäpfchen oder eine Eisenrolle 46 in der Zählkarte 40 vorhanden, so wird mit geeigneten Hebeln (41...) die Scheibe 23 weiter in ihrer achsial verschobenen Stellung gehalten, so dass ihr Schaltstift 25 eine Schal tung des Umschaltexzenters 33 bewirkt.
Die Ablesung erfolgt nun also vom andern Zylin der, die Fühlernadel 3 oder der Hebel, auf welchen die Erhöhung im Papier einwirkt, findet sofort nach der Umschaltung auf der neu zur Ablesung gelangenden Musterkarte wieder ein Loch resp. eine Erhöhung a1 (b'), was eine neue Schaltung des Zählzylinders 20 bewirkt.
Ist nach dieser Zählzylinderschal- tung kein Holzzäpfchen 46 oder keine Eisen rolle mehr auf der Zählkarte 40, so kann die Scheibe 23 wieder in ihre Grundstellung zu rückgehen, so dass keine Schaltung des Um schaltexzenters 33 mehr stattfindet.
Beim Rückwärtsdrehen der Maschine er folgt durch Ablesen des Loches oder der ent sprechenden Erhöhung a1 (b') in: der Muster karte wieder das achsiale Verschieben der Doppelscheibe 23, was über den Stift 26 und das Schalträdchen 31 das Rückwärtsschalten des Zählzylinders 20 bewirkt. Ist nach dieser Rückwärtsschaltung auf dem Zählzylinder 20 ein Holzzäpfchen oder eine Eisenrolle 46 vorhanden, so wird die Doppelscheibe 23 in ihrer achsialverschobenen Stellung gehalten, so dass die Rückwärtsschaltung des Umschalt exzenters 33 vorgenommen wird.
Die Ab lesung erfolgt sodann wieder vom ersten Zylinder, und da die Musterkarte an dieser Stelle wieder ein Loch oder eine Erhöhung ago (b") trägt, erfolgt eine weitere Schaltung des Zählzylinders nach rüchvärts. Da die Musterkarte nach dieser zweiten Schaltung kein Holzzäpfchen oder keine Eisenrolle mehr trägt, so kann die Scheibe 23 wieder in ihre Grundlage zurückgehen, bevor der Stift 25 eine weitere Schaltung des Umschalt exzenters 33 vornehmen kann.
Allgemein ge sprochen, löst das Fühlerorgan 3 die Schal- tung des Zählzylinders 20 aus, wenn sich in der Musterkarte ein Loch oder eine Er höhung befindet, während ein Holzzäpfchen oder eine Eisenrolle in der Zählkarte den Umschaltmechanismus betätigt. Dabei ist es unwesentlich, ob die Scheibe 23 beide Schalt stifte 25 und 26 trägt, oder ob diese Stifte von zwei getrennten Schaltscheiben getragen werden.
Nach der Umschaltung von einem Zylinder zum andern muss natürlich auch der neu zur Ablesung gelangende Zylinder weiter geschaltet werden, während der vorher zur Ablesung gelangte Zylinder stillzulegen ist. Dies geschieht beispielsweise durch achsiales Verschieben des Schaltnockens 49 (Fix. 1) mittelst einer einen Hebel 54 schwingenden Kurvenscheibe 53, welche fest auf derselben Welle 32 wie der Umschaltexzenter 33 sitzt.
Dadurch ist die Schaltung des zur Ablesung gelangenden Zylinders und die Stillegung des an der Ablesung gewesenen Zylinders ge währleistet; diese Umschaltung kann auch irgendwie anders mit bekannten Mitteln ge macht werden, wesentlich ist nur das zeit liche Zusammenwirken mit dem Umschalt exzenter.