Bremseinrichtung an Kraftfahrzeugen. Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Bremseinrichtung an Kraftfahrzeugen, die eine Motorbremse und eine Druckluft- bremse aufweist. Es sind Bremseinrichtun gen dieser Art bekannt, bei denen Motor bremse und Druckluftbremse durch densel ben Bremshebel eingerückt werden können.
Gemäss vorliegender Erfindung wird beim Schliessen eines Absperrorganes in der Aus puffleitung durch den Bremshebel eine Ver bindung zwischen der Auspuffleitung vor diesem Absperrorgan und einem Druckluft behälter hergestellt. Ferner wird beim Aus rücken der Kupplung des Fahrzeugantriebes mittels eines Kupplungspedals die genannte Verbindung unterbrochen und gleichzeitig ohne Ausschalten der Druckluftbremse die Motorbremse durch Öffnen der Auspufflei tung ausser Wirkung gesetzt, so dass der Mo tor in Leerlauf arbeitet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist schematisch in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 ein Schema der Bremseinrichtung bei einem Kraftwagen mit einem Vergaser motor, Fig. 2 schematisch einen Teil der Brems einrichtung in Seitenansicht; Fig. 3 zeigt ein Luftventil. und eine Gas drosselungseinrichtung zum Teil in Seiten ansicht, zum Teil im Schnitt in grösserem Massstab; Fig. 4 ist ein Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3;
Fig. 5 zeigt einen Teil der Auspufflei tung mit einem Schiebergehäuse in Seiten ansicht in grösserem Massstab; die Fig. 6, 7, 8, 9 und 10 sind Schnitte nach den Linien VI-VI, VII-VII VIII-VIII, IX-IX und X-X der Fig. 5;
Fig. 11 ist ein Schnitt nach der Linie XI-XI der Fig. 10; die Fig. 12, 13, 14 und 15 zeigen ein Luft- verteilventil im Querschnitt, in Draufsicht und in zwei Schnitten nach den Linien XIV-XIV und XV-XV der Fig. 12; Fig. 16 zeigt einen zwischen dem Ver gaser und die Zylinder eingebauten Schieber.
In die Auspuffleitung A des nicht ge zeichneten Fahrzeugmotors ist ein Gehäuse 1 eingebaut, das mit der Motorseite der Aus puffleitung in offener Verbindung steht und auf der Austrittsseite einen Stutzen 3 für die Auspuffleitung A besitzt. Das Gehäuse 1 weist einen Teil 4 auf, der mit einem im rechten Winkel dazu angesetzten Teil 5 in Verbindung steht. Der erstere ist durch einen Deckel 6 und der Teil 5 durch einen Deckel 7 verschlossen. Der Deckel 6 besitzt einen Stutzen 8, der mit dem Flansch 9 am Flansch 2 der Auspuffleitung A befestigt ist. Der Boden (Fig. 6) des Gehäuseteils 4 hat eine Öffnung 11, deren Durchmesser demjenigen der Auspuffleitung A entspricht.
Die Öffnung 11 liegt innerhalb einem ge schliffenen Schieberspiegel 12 für den Hauptschieber 20. Im Auge 16 des Gehäuse teils 4 ist ein Drehzapfen 13 (Fig. 8) ge lagert, der bei dem im Gehäuse 1 beim Brem sen herrschenden Druck mit einer Schulter 15 dicht gegen das Auge 16 angepresst wird. Um die erforderliche Abdichtung zu sichern, wirkt auf den Zapfen 13 noch eine Druck feder 17. Der Drehzapfen 13 hat einen Arm 18 mit einer Bohrung am freien Ende, in welcher der Zapfen 19 des Schiebers 20 lose geführt ist, so dass dieser sich auf seinem Schieberspiegel einstellen kann.
In ein Auge 21 (Fig. 9, 10) des Gehäuse teils 5 ist eine Büchse 22 eingepresst, in wel cher ein Zapfen 23 drehbar gelagert ist. Eine Feder 25 presst eine Schulter des Zapfens 23 dicht an die Büchse 22. Am Drehzapfen 23 sitzt ein Arm 26, in dem mittels eines Zap fens 27 der Hilfsschieber 28 lose gelagert ist. Der Hilfsschieber 28 ist bedeutend kleiner als der Hauptschieber 20. Der Hilfsschieber 28 beherrscht eine Öffnung 29 im Deckel 7.
Von der Öffnung 29 führt ein Kanal 48 auf der Aussenseite des Gehäuseteils 5 in ein Rohr 43, das in den Stutzen 3 mündet und damit in die Auspuffleitung A führt.
Aussen am Gehäuseteil 4 sitzt ein halb kugelförmiges Gehäuse 30, in welchem eine Kugel 31 drehbar ist. Letztere ruht auf einem kugelig geformten Sitz 32. Die Kugel 31 besitzt zwei rechtwinklig zueinander lie gende Ringnuten 33 und 34; in die Nute 33 ragt ein Mitnehmer 35 am Drehzapfen 13 und in die Nute 34 ein Mitnehmer 36 am Drehzapfen 23. Die Kugel 31 trägt einen Stift 38 mit einem kugeligen Kopf 39, an dem ein Kugelgelenk des Gestänges B an greift. Der Stift 38 ragt durch einen Schlitz des Gehäuses 30, der zwei zueinander senk rechte Zweige 41 und 42 (Fig. 5) besitzt.
Wird bei der in Fig. 5 gezeichneten Stellung der Teile mit dem Gestänge B auf den Kopf 39 des Stiftes 38 gestossen, so bewegt sich letzterer zuerst im Schlitz 41 und dreht da mit die Kugel 31 um ihre horizontale Achse, wobei der Drehzapfen 13 durch seinen in die Nute 33 der Kugel ragenden Mitnehmer 3:i (Fig. 7, 8) gedreht wird, den Hauptschieber 20 auf die Öffnung 11 bringt und die Aus puffleitung drosselt.
Bei weiterer Bewegung des Gestänges B läuft der Stift 38 in dem Schlitz 42, dreht die Kugel 31 um ihre Ver tikalachse, nimmt dabei den Mitnehmer 36 des Drehzapfens 23 mit (Fig. 9, 10) und bringt den Hilfsschieber 28 auf die Öffnung 29 des Deckels 7, so dass nun durch Abschluss der Umleitung 48, 43 ein vollständiger Ab schluss der Auspuffgaswege erreicht ist.
Das Öffnen der beiden Schieber 28 und 20 geht in umgekehrtem Sinne ebenfalls zwangläufig vor sich.
Das Gestänge B, das sich auf dem Zap fen 10 am Stutzen 8 stützt, wird mittels des Bremspedals C betätigt.
Beim Treten des Bremspedals C verstellt die Stange D einen Winkelhebel 50 (Fig. 3) und dieser mit der Feder 51 den zweiarmigen Hebel 52. Letzterer öffnet während des Schliessens des Schiebers 20 mittels der Stange 53 den Ventilkörper 54 des Frisch luftventils 58 entgegen der Wirkung der am Deckel 56 abgestützten Feder 55. Der Ventil körper 54 legt Schlitze 59 frei, so dass aus einem am Stutzen 69 des Frischluftventils 58 befestigten Filter F Frischluft durch die Leitung L in die Motorzylinder strömen kann. Wenn beim Treten des Bremspedals C das Ventil 54 am Deckel 56 ansteht, wird bei der weiteren Bewegung des Gestänges A zum Schliessen des Hilfsschiebers 28 die Feder 51 zwischen den beiden Hebeln 50 und 52 ge spannt.
Die Feder 51 ist etwas stärker als die Feder 55. Sie zieht beim Freigeben des Bremspedals C das ganze Gestänge B selbst tätig in seine Ruhelage zurück und öffnet dadurch die beiden Schieber 20, 28 und die .Iiispuf f leitung.
Beim Betätigen des Bremspedals C wird gleichzeitig mit dem Schieber 20 von der Stange D aus mittels der Stange 121 (Fig. 3) ein Schieber 120 geschlossen, der in die Saug leitung L zwischen dem Frischluftventil 58 und dem Vergaser V eingebaut ist. Saugen die Kolben des Motors durch das offene Frischluftventil 58 Frischluft an, so wird der geschlossene Schieber 120 durch die Saug wirkung dicht an seinen Spiegel gepresst und schliesst den Vergaser Y gegen die Leitung L und damit gegen die Motorzylinder dicht ab, so dass kein Triebstoff in die Zylinder ge langen kann.
Wird auf das Kupplungspedal N ge drückt, so wird die nicht gezeichnete Kupp lung gelöst und durch den Hebel 60 und die Stange 61 (Fig. 5) der Hebel 62 versehwenkt. Letzterer dreht den Drehzapfen 40 mit dem Arm 44 (Fig. 9, 10), so dass der Schieber 45 die Öffnung 46 im Deckel 7 freilegt und die Auspuffleitung über den Kanal 48 und das Rohr 43 im Stutzen 3 öffnet.
Beim Treten des Kupplungspedals N schliesst die Verbindungsstange 66 mittels eines zweiarmigen Hebels 63 (Fig. 3), einer Feder 64 und eines Hebels 65 eine Klappe 68 in dem Stutzen 69 des Frischluftventils 58. Dabei wird eine nicht gezeichnete Leerlauf düse beim Schieber 120 durch ein nicht dar gestelltes Gestänge geöffnet. Ist die Klappe 68 geschlossen, so kann auch bei offenem Frischluftventil 58 der Motor keine Frisch luft aus dem Filter F ansaugen, sondern nur Brennstoffluftgemisch aus dem Vergaser Y.
Beim Treten beider Pedale C und N läuft der Motor bei ausgerückter Kupplung mit Leerlaufdrehzahl weiter, da die Abgase bei geschlossenen Schiebern 20, 28 durch den offen Schieber 45 entweichen können und die Kolben bei geschlossenem Schieber 120 Brennstoffluftgemisch über die Leerlaufdüse ansaugen.
Das Gehäuse 1 besitzt in dem Deckel 7 noch eine dritte Öffnung 49 (Fig. 9, 10), welche vom Schieber 28 beherrscht wird. Wird das Bremspedal C getreten, bis der Schieber 28 die Öffnung 29 schliesst, so, öff net er die Öffnung 49. Eine Leitung 71 führt von der Öffnung 49 nach einem Gas filter 72 (Fig. 1). Von diesem Filter 72 führt eine Leitung 73 über ein Rückschlag ventil 74 nach einem Schiebergehäuse 75 (Fig. 12 bis 15).
Das Schiebergehäuse 75 ist mittels einer Leitung 105 an einen Druckluftbehälter 106 angeschlossen und besitzt zwei Kammern 76, <B>17,</B> die je durch einen Deckel 78 bezw. 79 abgeschlossen sind. Im Deckel 79 der Kam mer 77 ist der Drehzapfen 80 drehbar, wel cher von der Feder 83 mit einer Schulter dicht auf den Deckel 79 gepresst wird und einen Arm 81 trägt, in dem lose ein Zapfen des die Leitung 73 beherrschenden Schiebers 82 in der Kammer 77 geführt ist.
Am Drehzapfen 80 ist ein Arm 107 be festigt, der durch die Stange 116 mit dem Arm 62 gelenkig verbunden, ist. Beim Tre ten des Kupplungspedals N schliesst der Schieber 82 den Druckluftbehälter 106 von der Auspuffleitung A ab. Bei eingerückter Kupplung ist der Schieber offen.
Im Deckel 78 der Kammer 76 ist ein mit zwei Armen 86 und 87 versehener Zapfen 85 drehbar gelagert, der von einer Feder 94 mit einer Schulter dicht gegen den Deckel ge presst wird und vom Gestänge B mittels einer Stange 115 und eines Armes 108 verstellt wird. Im Arm 87 sitzt lose ein Schieber 88, welcher eine die Kammern 76, 77 verbin dende Öffnung 89 beherrscht. Im Arm 86 sitzt lose ein Schieber 90, welcher die Öff nungen 91, 92 und 93 im Deckel 78 be herrscht.
Eine gemeinsame Feder drückt die beiden Schieber 88, 90 auf die Schieberspie- gel. Beim vollständigen Niederdrücken des Bremspedals C gibt der Schieber 90 die Öff nung 91 frei; dann strömt Druckluft vom Behälter 106 durch die Leitung 105 in die Kammer 76 und von da durch die Öffnung 91 und die Rohrleitungen 98 zu den Brems zylindern 99, 100 (Fug. 1).
Dadurch werden die nichtgezeichneten Bremsbacken der Rei bungsbremse an die Bremstrommeln der Fahr zeugräder 101 direkt oder mittels eines Bremsgestänges 113 angepresst. Bei der Frei legung der Öffnung 91 sind die Öffnungen 92 und 93 im Deckel 78 durch den Abschluss- schieber 90 geschlossen worden. Wird das Bremspedal C freigegeben, so geht der Ab schlussschieber 90 in die in Fig. 12 und 13 gezeichnete Lage.
Dann ist die Öffnung 91 geschlossen und die Bremsluft kann aus den Zylindern 99, 100 durch die Leitung 98 über einen Kanal 102 des Deckels 78 und durch die Öffnung 92 in eine Ringnute <B>103</B> des Abschlussschiebers 90 und von hier durch die Öffnung 93 des Deckels 78 durch den Kanal 104 ins Freie ausströmen, so dass die Brems zylinder 99, 100 sich entleeren und die Bremsbacken gelüftet werden.
Wird das Bremspedal C so weit nieder gedrückt, dass der Schieber 20 die'Auspuff- leitung gerade geschlossen hat, so gibt der Schieber 88 die Öffnung 89 frei. Wenn nun das Kupplungspedal N nicht getreten wird, hält der Schieber 82 die Leitung 73 offe4 und Druckluft kann von den Zylindern über die Auspuffleitung A, die Leitungen 71, 72. 73 in den Behälter 106 fliessen und diesen aufladen.
Wird dann das Kupplungspedal N ge treten, so wird der Drehzapfen 80 mittels des Armes 107 und der Stange 116 vom Ge stänge 61, 62 aus gedreht und der Schieber 82 schliesst die Mündung der Leitung 73 in der Kammer 77 und verhindert den Austritt von Druckluft aus dem Druckluftbehälter 106 in die Auspuffleitung A und damit ein Lö sen der Reibungsbremse, selbst wenn das Rückschlagventil 74 undicht ist. Er verhin dert auch, dass Auspuffgase des im Leerlauf betriebenen Motors in den Behälter 106 ge langen.
Wird also das Bremspedal C niederge drückt bis der Schieber 20 geschlossen ist, so ist auch der Schieber 120 geschlossen und das Luftventil 54 und der Schieber 88 sind geöffnet worden. Der Motor läuft ohne Brennstoffzufuhr bei gedrosseltem Auspuff, wirkt a.ls Bremse und drückt Luft in den Druckluftbehälter 106.
Wird das Bremspedal C dann vollständig niedergedrückt, so schliesst der Schieber 28 die Öffnung 29 und gibt die Öffnung 49 frei. Ferner gibt der Schieber 90 die Öffnung 91 frei und schliesst die Öffnungen 92 und 93. Der Motor wirkt weiter als Bremse; aus dem Behälter 106 strömt Druckluft in die Brems zylinder 99 und 100. Infolgedessen wirkt neben der Motorbremse die Reibungsbremse.
Wird nun noch das Kupplungspedal niedergedrückt, so wird der Motor entkup- pelt. Gleichzeitig wird der Schieber 45 und damit die Drosselung für den Auspuff ge öffnet, die Drosselklappe 68 geschlossen und die Leerlaufdüse in Betrieb gesetzt. Der Mo tor läuft im Leerlauf weiter.
Die Reibungsbremse bleibt im Betrieb so lange das Bremspedal vollständig niederge drückt gehalten wird.
Die beschriebene Einrichtung gestattet das Bremspedal C mit geringem Kraftauf wand längs des ganzen Verstellweges zu be tätigen. Dies wird durch die Entlastung des Schiebers 20 mittels einer Umleitung erreicht, welche durch den Hilfsschieber 28 gesteuert wird. Infolgedessen kann der Schieber 20 bei kleiner Belastung geschlossen werden. Der Hilfsschieber ist viel kleiner und erfordert infolgedessen wenig Verstellkraft.