CH178282A - Verfahren zur Herstellung von Metallblöcken. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Metallblöcken.Info
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description
Verfahren # Herstellung von Xetallblöcken. Alle Metalle und Legierungen vermögen, namentlich in flüssigem Zustande, nennens werte Mengen Gase zu lösen. Es ist für den Giessprozess weniger wichtig, welcher Natur die Gase sind, sofern sie mit dem Metall keine Verbindungen eingehen, als ihre Ei genschaft, beim Erstarren zu entweichen. Obschon sich mehrere Verfasser in eingehen den Arbeiten mit der Löslichkeit von Gasen in Metallen befasst haben, sind im allge meinen die praktischen Verhältnisse zu v.,r- wickelt, als dass aus diesen Arbeiten für die Praxis direkt verwertbare Schlüsse gezogen werden können.
Für die Aufnahmefähigkeit von Gasen in Metallschmelzen ist der Zu stand der Gase im Momente der Einwir kung von Wichtigkeit, das heisst ob sie in molekularer Form oder im Status nascendi mit der Metallschmelze in Berührung kom men. Nach Begasungsversuchen von Claus bewirkt Wasserdampf bei Aluminium grössere Porosität als Wasserstoff, was dadurch er klärt werden kann, dass Wasser in seine Komponenten gespalten wird unter Bildung von A1-0., und Wasserstoff im Status nas- cendi,
welch letzterer sich anscheinend leich ter löst als molekularer Wasserstoff. Da neben ist mit der Möglichkeit zu rechnen, dass die Gase auch auf andere Weise, als durch direkte Berührung und eventuelle Um setzung, in die Schmelze gelangen können. Bei Einsetzung von Metallen, die durch Elektrolyse oder beim Beizen Wasserstoff aufgenommen haben, ist eine erhöhte Gas aufnahme zu erwarten. Im allgemeinen spie len viele Faktoren eine Rolle, so sind auch ,die äussern Bedingungen (Ofensystem) auf das Verhalten im Laufe des gesamten Giess prozesses von grossem Einfluss. Als wichtig ist auch die Grösse der Oberfläche im Ver hältnis zum Gewicht, das heisst der Zertei- lungsgracl des Einsatzes, anzusehen.
Für die Vorgänge bei der Erstarrung gilt grösstenteils die Regel, dass bei der Bildung von Kristallen, letztere das Bestreben haben, fremde Beimengungen (auch Gase) auszu scheiden, sofern keine Isomorphie besteht. Ausser dem Entstehen von Metallverbindun- gen ist die Ausscheidung der Gase für die Giessereipraxis wichtig, weil sie eine der Hauptursachen der Giessfehler ist, wie bei spielsweise Blasenbildung, zum Teil Lunker- bildung und Saigerung (besonders deutlich bei Bronze), so wie fast alle Undichtheiten im Gefüge.
Man hat schon auf verschiedene Weise versucht die schädliche Wirkung der Gas ausscheidungen zu umgehen. Zur Illustration seien als Beispiele nur die folgenden er wähnt.
Die Behandlung von Aluminium und seinen Legierungen mit Chlor oder chlorab spaltenden Mitteln hat einige Bedeutung er langt. Chlor setzt sich mit dem Wasserstoff der Schmelze zu Chlorwasserstoff um, so dass nach einiger Zeit der Chlorbehandlung aller Wasserstoff der Schmelze gebunden und aus getrieben ist.
Ein anderes interessantes, aber umständ liches Entgasungsverfahren ist folgendes: Das Schmelzgut lässt man nach dem Nieder schmelzen im Tiegel oder Ofen so weit erkal ten, bis die ganze Masse eben erstarrt ist. So bald dieser Vorgang sich vollzogen hat, wird ein zweites Mal niedergeschmolzen und erst dann gegossen. Die Zwischenschaltung der Erstarrung hat den Zweck, das. Metall zu entgasen nach dem schon erwähnten Prinzip, dass der grösste Teil der Gase beim Erstarren entweicht.
Die Regel, dass Messing im Reduktions feuer niedergeschmolzen und vor dem Aus giessen noch -einige Zeit mit Oxydationsfeuer behandelt wird, verfolgt ähnliche Ziele. Der gelöste Wasserstoff wird oxydiert und ent weicht als Wasserdampf. Letzterer 'ist im Metallschmelzen kaum löslich, wogegen Was serstoff infolge seiner Ähnlichkeit mit den Metällen in genügendem Masse löslich ist, um Gussfehler zu erzeugen.
Das Schmelzen in Vakuumöfen verfolgt primär nicht den Zweck der Entgasung, son dern die Vermeidung der Entstehung von Metallverbindungen (Oxyden u. U. auch Nitriden). Desoxydationsmittel haben hauptsächlich den Zweck, eventuelle oxydisehe Charakter eigenschaften der Schmelze zu eliminieren. Wenn aber vorherrschend reduzierende Gase gelöst sind, so ist das Reduktionsmittel in der Regel fast wirkungslos. In diesem Falle kann Einrühren von Oxyden zu einer gas armen Schmelze führen.
Dies ist aber nicht anzuraten, wenn der Zustand der Schmelze nicht bekannt ist, da durch das Einrühren der Oxyde ein Zurückbleiben unerwünschter Bestandteile zu befürchten ist.
Ein genaues Ausbalancieren des Ein satzes auf Grind praktischer Ergebnisse, ist- nur solange von vollem Erfolg begleitet, als ein und dieselben Metallvorräte verwendet erden können. Immerhin hat die Erfahrung gezeigt, dass man auf diesem Wege dem Ziele näher kommen kann. Es ist bekannt, dass bei Verwendung von blossen Neumetallen im all gemeinen keine guten Güsse erzielt werden. Es ist nötig in mehr oder weniger bestimm ten Grenzen Neumetall und Altmetall zu verwenden. Eine gewisse Unsicherheit bleibt aber immer bestehen, da die Zustände der Schmelze, abgesehen von einigen empirischen Methoden, unkontrollierbar und wenig er forscht sind.
Analytische Verfahren zur Er fassung von Gasen in Metallen sind zu lang wierig und unsicher, als dass von dieser Seite brauchbare Aufklärung geschaffen werden könnte. Auch wenn die Zustände der Schmelze bekannt wären, ist es fraglich, ob dieselben nach Belieben geleitet werden könnten, wenn nicht andere Übelstände in Kauf genommen werden sollen. Es muss schon aus dem Grunde immer mit einem ge wissen Grad von Zufälligkeit gerechnet wer den, weil man meist nicht weiss auf welchem Wege die Gase in die Schmelze gelangen.
Da die Eliminierung der Gase aus Me tallschmelzen auf grosse Schwierigkeiten oder wenigstens Umständlichkeiten stösst, unter lässt man am besten entsprechende Mass nahmen, ist aber gezwungen, mit der Mög lichkeit zu rechnen, dass die Metallschmelzen Gase enthalten, die beim Giessen zu Guss- fehlern führen können. Unter Berücksichti- gung der Eigenschaft, dass die Gase im Laufe des Erstarrungsprozesses nahezu vollständig ausscheiden, braucht man bei der Erstarrung der Schmelze nur dafür zu sorgen, dass die Gase ungehindert entweichen können.
Dies ist möglich, wenn die Erstarrung von unten nach oben erfolgt. Die ausgeschiedenen Gas blasen werden hierbei nicht durch Barüber liegende Kristallkonglomerate am Aufstei gen verhindert.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von ;'lIetallblöcken ist nun -da durch gekennzeichnet, dass das Metall in senkrecht stehende Giessformen gegossen wird, welche mit nach oben zunehmender Temperatur geheizt -erden, um eine Erstar rung des Metalls von unten nach oben zu er reichen. Die Temperatur des obern Teils der (liessform kann nötigenfalls so hoch liegen, wie die Erstarrungstemperatur des zu gie ssenden Metalles. Künstliche Kühlung des Bo dens ist dabei von Vorteil, um ein Abfliessen der Wärme nach unten zu verstärken und zu beschleunigen.
Ein Abfliessen der Wärme nach der Seite findet nur in geringem Masse Matt und hauptsächlich nur in der Boden partie. Die Erstarrung geht dem Wärmefluss entgegen, so dass sie fast ausschliesslich von unten nach oben gerichtet. ist. Durch die frei werdende Schmelzwärme wird die darüber liegende Schmelze flüssig erhalten, so dass die ausscheidenden Gase ohac Behinderung entweichen können.
Die künstliche Leitung der Erstarrung entgegen der Richtung der Schwerkraft hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Verfahren bei welchem in liegende Formen' gegossen wird. Nur wird der gesamte Erstarrung:svor- gang verlangsamt, so dass die einzelnen Pro zesse bei der Kristallisation vollständiger sieh entwickeln können (speziell die Aus scheidung der Gase). Eine vibratorische Be wegung des ganzen Systems kann die Ent- weichung der Gase noch fördernd beeinflus sen.
Ein grosser Vorteil gegenüber den hori zontalen Kokillen liegt darin, dass nur eine kleine Oberfläche der Oxydation durch die Luft ausgesetzt wird, wobei noch durch Aufsetzen eines Deckels fast völliger Schutz erreicht werden kann. Bei liegenden Giess formen ist es dagegen unvermeidlich, dass der Sauerstoff auf eine relativ grosse Oberfläche einwirkt. Jegliche Lunkerbildung kann ver mieden werden, wenn die Beheizung des obern Teils,der Kokille nahezu den Schmelz punkt des Metalles erreicht. Man kann auf diese Weise -die unzulängliche Operation des Nachgiessens umgehen, da der Kopf gesund bleibt.
Das erfindungsgemässe Verfahren liefert speziell dichte Güsse. Es ist selbstverständ lich, dass es vorwiegend bei Dauerformen zur Anwendung kommt, namentlich dort, wo blasenarmes Material erwünscht ist, wie bei der Herstellung von Walzplatten, Press- blöcken und Drahtbarren, die durch spanlose Formung weiterverarbeitet werden sollen. Da die Aufheizung des obern Teils der Giessform praktisch begrenzt wird durch die Werk stoffeigenschaften des Kokillenmaterials, können mir Metalle und Legierungen ver wendet werden, deren Schmelzpunkt nicht zu hoch liegt.
Trotzdem darf nicht übersehen werden, dass der richtunggebende Einfluss auf den Erstarrungsvorgang bestehen bleibt, auch wenn die Erwärmung des obern Teils der Giessform der Erstarrungstemperatur nicht nahe kommt. Wegen der Langsamkeit .des Erstarrungsprozesses, werden beim Ver fahren nur Legierungen angewendet werden könnün, die in flüssigem Zustande nicht ent- mischbar sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Metall blöcken, dadurch gekennzeichnet, dass das Metall in senkrechtstehende Giessformen ge gossen wird, welche mit nach oben zu nehmender Temperatur geheizt wenden, um eine Erstarrung des Metalles von unten nach oben. zu erreichen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH178282T | 1934-09-12 |
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| CH178282A true CH178282A (de) | 1935-07-15 |
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ID=4428404
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH178282D CH178282A (de) | 1934-09-12 | 1934-09-12 | Verfahren zur Herstellung von Metallblöcken. |
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| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH178282A (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE748199C (de) * | 1939-03-22 | 1944-10-28 | Dr William Guertler | Verfahren zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften, insbesondere der Dehnungswerte von Leichtmetallformgussstuecken |
| DE1483656B1 (de) * | 1964-01-08 | 1970-07-30 | Thompson Ramo Wooldridge Inc | Ofen zum Giessen von Metallteilen |
| DE1533473B1 (de) * | 1965-05-27 | 1970-11-12 | United Aircraft Corp | Giessform zur Herstellung eines Einkristall-Gussstueckes,insbesondere einer Turbinenschaufel |
-
1934
- 1934-09-12 CH CH178282D patent/CH178282A/de unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE748199C (de) * | 1939-03-22 | 1944-10-28 | Dr William Guertler | Verfahren zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften, insbesondere der Dehnungswerte von Leichtmetallformgussstuecken |
| DE1483656B1 (de) * | 1964-01-08 | 1970-07-30 | Thompson Ramo Wooldridge Inc | Ofen zum Giessen von Metallteilen |
| DE1533473B1 (de) * | 1965-05-27 | 1970-11-12 | United Aircraft Corp | Giessform zur Herstellung eines Einkristall-Gussstueckes,insbesondere einer Turbinenschaufel |
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