Flüssigkeitsturbogetriebe, bestehend aus Noinentwandler und Kupplung. Bekannte. Flüssigkeitsturbogetriebe für .Manövrier- und Umsteuerzwecke weisen meist mehrere getrennte Flüssigkeitskreis läufe auf. In der Regel sind ein oder meh rere Kreisläufe für Vorwärtsgang und ein Kreislauf für Rückwärtsgang angeordnet. Allen diesen bisherigen Getrieben ist gemein sam, dass immer nur ein Kreislauf entweder für Vorwärts- oder Rüekwärtsgang in Be trieb genommen werden kann, während die =iicht benutzten Kreisläufe entleert werden müssen.
Hat man zum Beispiel im ein fachsten Falle ein Turbogetriebe mit je einem Vorwärts- und Rückwärtskreislauf, und ist der Vorwärtskreislauf im Betrieb, so muss dieser erst in einen Behälter entleert werden, ehe der Rückwärtskreislauf gefüllt und in Betrieb genommen werden kann und umgekehrt. Es ist also im Betrieb stets nur der zweckentsprechende Kreislauf gefüllt, der der Fahrweise entspricht. Beim Um steuern muss dieser erst wieder entleert wer den, worauf der zweite Kreislauf in Be trieb genommen werden kann. Die gleichen Nachteile ergeben sich .dann, wenn das Getriebe einen Wandler- und einen Kupplungskreislauf bei sonst gleichen Ver hältnissen aufweist.
Will man bei einem derartigen Getriebe beispielsweise von Kupp- lungs- auf Wandlerbetrieb umschalten, so muss der Kupplungskreislauf entleert wer den und der Wandlerkreislauf gefüllt wer den, was die Umschaltung und damit die Manövrierung des zum Getriebe gehörenden Aggregates verzögert.
Gemäss .der Erfindung ist beim vorliegen den Flüssigkeitsturbogetriebe, das aus einer Kupplung und einem Drehmomentwandler besteht, die Anordnung so getroffen, dass der Kreislauf des Momentwandlers dauernd mit Flüssigkeit gefüllt ist, während -der Kupp lungskreislauf je nach der gewünschten Be triebsweise des Getriebes gefüllt oder ent leert wird.
Der Leitapparat des Wandlers ist dabei aus- bezw. einschaltbar angeordnet, so dass zwecks Umschaltung des Wandlers auf Kupplungsbetrieb bezw, umgekehrt wie der auf Wandlerbetrieb lediglich der Leit- apparat ausser bezw. in Tätigkeit gesetzt zu werden braucht.
Ein von Waudlerbetrieb auf Kupplungs betrieb umschaltbarer Wandler hat in den meisten praktisch vorkommenden Fällen die Eigenschaft, dass er mit einem relativ grossen Schlupf primär gegen sekundär arbeitet. Ausserdem hat er eine solche Charakteristik, dass bei zunehmendem Schlupf und konstan ter Primärtourenzahl die Leistungsaufnahme nicht erheblich zunimmt. Man bezeichnet daher eine solche Kupplung, die mit grossem Schlupf arbeitet, und die die oben gekenn zeichnete Charakteristik besitzt, als eine "weiche" Kupplung.
Im Gegensatz dazu be sitzt eine sogenannte "steife" Kupplung, wie die obige, ausser dem Wandler vorhandene eine ist, einen Schlupf primär gegen sekun där von nur wenigen Prozenten und eine Charakteristik, gemäss der die Primärlei- stungsaufnahn:e bei wachsendem Schlupf sehr stark steigt. Arbeitet eine solche Kupp lung mit grösserem Schlupf, so wird der Motor sehr stark überlastet.
Die Zeichnung zeigt ein Beispiel des Er findungsgegenstandes.
Der dargestellte Momentwandler besitzt das Pumpenrad 2, das mit der Antriebswelle 1 verkeilt ist, und den Leitapparat 4, der auf der Buchse 5 seitlich in die Zelle 6 ver schoben werden kann. Die Buchse 5 kanu mit der Primärwelle 1 verbunden sein oder aber unabhängig von ihr frei umlaufen. Die Turbokupplung besteht aus dem Primärteil 7, der fest mit dem Pumpenrad 2 verbunden ist, und aus dem Sekundärteil 8, der sowohl mit dem Turbinenrad 3 des Momentwandlers, als auch mit der Sekundärwelle 9 starr ver bunden ist.
Die Arbeitsweise des Getriebes ist fol gende: Beim Anfahren ist die getrennte (steife) Turbokupplung 7, 8 in einen nicht gezeigten Behälter entleert, während der Moment- wandler 2, 3, 4 mit Flüssigkeit gefüllt ist und es auch während des ganzen Betriebe bleibt. Der Leitapparat 4 des Wandlers ist in den Kreislauf eingeschoben, so dass sich eine gute Momentsteigerung ergibt. Will man nach dem Anfahren auf den Normal betrieb übergehen, so schiebt man den Leit- apparat 4 aus .dem Kreislauf in die Kammer 6, wodurch der Momentwandler in eine wei che Kupplung verwandelt ist.
Daraufhin füllt man aus dem Behälter die steife Kupp lung 7, 8 mit Flüssigkeit, so dass jetzt die Kraftübertragung über eine weiche und eine steife Kupplung erfolgt. Bei Stillstand ent leert man die steife Kupplung 7, 8 wieder, worauf das Spiel von Neuem beginnen kann.
Das dargestellte Turbogetriebe kommt mit besonderem Vorteil für Fahrzeuge aller Art zur Anwendung, doch kann es natürlich in gleicher Weise auch für Anlagen anderer Art benutzt werden. Die Ausschaltung des Leitapparates .des Momentwandlers kann ab weichend von der dargestellten Ausführung auch so erfolgen, dass man seine Verbindung mit dem festen Gehäuse löst und ihn ein fach mitrotieren lässt.