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Die Erfindung betrifft einen hydrostatischen Zusatzantrieb für Nutzkraftfahrzeuge mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Pumpe, einem mit einer zu den Triebrädern führenden Welle kuppelbaren Hydromotor und einem zwischen Pumpe und Hydromotor angeordneten, handbetätigbaren, zugleich zum Abschalten des Hydromotors dienenden Mengenregler.
Bei einem bekannten Zusatzantrieb dieser Art ist zwischen dem Hydromotor und der zu den Triebrädern führenden Welle ein Stirnradgetriebe mit Schubradschaltung angeordnet, d. h. der für einen extrem niedrigen Kriechgang bestimmte Hydromotor muss durch Schubradbetätigung eigens ein- und ausgeschaltet werden. Aus funktionsbedingten Gründen darf aber die Einschaltung des Hydromotors nur in der Leerlaufstellung des üblichen Schaltgetriebes erfolgen. Um dies zu gewährleisten, ist eine besonders verhältnismässig komplizierte Zusatzschalteinrichtung erforderlich, die eine mechanisch mit dem Gestänge des Schaltgetriebes verbundene Sperre aufweist, die nur dann das Einschalten des Hydromotors erlaubt, wenn sich das Schaltgetriebe in der Leerlaufstellung befindet.
Es ist bereits ein Getriebe bekannt (brit. Patentschrift Nr. 1, 089, 191), bei dem die Abtriebswelle über zwei Überholkupplungen mit der Abtriebswelle eines Hydromotors verbunden ist. Dabei handelt es sich aber um ein Getriebe mit Leistungsteilung über einen rein mechanischen und einen hydrostatischen Leistungszweig, die durch ein Planetengetriebe zusammengeführt sind, wobei der hydrostatische Leistungszweig zur stufenlosen Regelung der Abtriebsdrehzahl dient und niemals abgeschaltet wird, so dass ganz andere Verhältnisse vorliegen.
Somit liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, diesen Mangel zu beseitigen und einen hydrostatischen Zusatzantrieb der eingangs geschilderten Art zu schaffen, bei dem das Problem der Einschaltung des Hydromotors in der Leerlaufstellung des Schaltgetriebes überhaupt nicht auftritt und mit einer wesentlich einfacheren Konstruktion das Auslangen gefunden wird.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass der Hydromotor an der zu den Triebrädern führenden Welle mittels einer Überholkupplung bleibend angeschlossen und eine mechanische oder elektrische Einrichtung vorgesehen ist, welche bei Einlegen des Rückwärtsganges des Fahrzeugschaltgetriebes und bei in Förderstellung befindlichem Mengenregler entweder letzteren in die Nullstellung zurückführt oder den Zündstromkreis des fremdgezündeten Fahrzeugmotors unterbricht.
Da eine Überholkupplung vorgesehen ist, erübrigt sich zur Antriebsverbindung zwischen dem Hydromotor und der betreffenden Welle eine eigene und eigens zu bedienende Schalteinrichtung. Bei jeder höheren Drehzahl der zu den Triebrädern führenden Welle, als es der Drehzahl des Hydromotors entspricht, wird durch die überholkupplung die Antriebsverbindung zwischen der Welle und dem Hydromotor selbständig unterbrochen, so dass es keine Rolle spielt, wenn beispielsweise der Antrieb des Fahrzeuges über das Schaltgetriebe und die betreffende Welle erfolgt, ohne dass vorher der hydrostatische Zusatzantrieb mit Hilfe des Mengenreglers abgeschaltet wurde, da alle Gänge des Schaltgetriebes eine höhere Wellendrehzahl ergeben.
Selbstverständlich lässt sich der hydrostatische Zusatzantrieb aus den gleichen Gründen auch einschalten, wenn sich das Schaltgetriebe nicht in Leerlaufstellung befindet. Insofern ist demnach auch keine besondere Schalteinrichtung bzw. Sperre erforderlich. Nur wenn bei eingeschaltetem hydrostatischem Zusatzantrieb der Rückwärtsgang des Fahrzeugschaltgetriebes eingelegt wird, käme es zu Beschädigungen in der hydrostatischen Anlage, weil dann der Hydromotor von der zu den Triebrädern führenden Welle über die nun nicht freilaufende Kupplung in verkehrter Drehrichtung angetrieben und daher als Pumpe gegen die weiterhin angetriebene Pumpe der Hydraulikanlage arbeiten würde.
Um diese Fehlschaltung zu verhindern, ist die mechanische oder elektrische Einrichtung vorgesehen, die, falls sich der Mengenregler noch in Förderstellung befindet, beim Einschalten des Rückwärtsganges den Mengenregler in die Nullstellung zurückführt und damit den hydrostatischen Zusatzantrieb bzw. den Hydromotor abschaltet oder den Zündstromkreis und damit den Fahrzeugantrieb überhaupt unterbricht, soferne es sich um einen fremdgezündeten Fahrzeugmotor handelt.
Die elektrische Einrichtung kann erfindungsgemäss darin bestehen, dass im Zündstromkreis des fremdgezündeten Fahrzeugmotors zwei zueinander parallelgeschaltete Schalter liegen, von denen der eine Schalter mit dem Handhebel des Mengenreglers gekuppelt und nur in der Nullstellung des Mengenreglers geschlossen ist, wogegen der andere Schalter mit dem Handschalthebel des Fahrzeugschaltgetriebes in Verbindung steht und sich beim Einlegen des Rückwärtsganges öffnet.
Handelt es sich um einen selbstzündenden Fahrzeugmotor, so ergibt sich eine günstige Ausbildung der elektrischen Einrichtung, wenn am Handhebel des Mengenreglers ein den Handhebel in die Nullstellung ziehender Elektromagnet angreift, in dessen Stromkreis ein mit dem Handschalthebel des Fahrzeugschaltgetriebes in Verbindung stehender und sich beim Einlegen des Rückwärtsganges schliessender Schalter liegt.
Diese elektrischen Einrichtungen erhöhen den erforderlichen technischen Aufwand nicht wesentlich, da mit einer minimalen Anzahl von Leitungen, Schaltern od. dgl. das Auslangen gefunden wird.
Eine mechanische Einrichtung könnte aus einem zwischen dem Handschalthebel des Fahrzeugschaltgetriebes und dem Handhebel des Mengenreglers angeordneten Hebel bestehen, der beim Einlegen des Rückwärtsganges durch den Handschalthebel verschwenkt wird und dabei den Handhebel des Mengenreglers in die Nullstellung zurückdrückt oder sich als Sperre vor den bereits in der Nullstellung befindlichen Handhebel legt.
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Der erfmdungsgemässe hydrostatische Zusatzantrieb hat den besonderen Vorteil, dass von einem der unteren Getriebegänge des Fahrzeugschaltgetriebes auf den hydrostatischen Antrieb übergegangen werden kann, ohne mit dem Fahrzeug stehenbleiben zu müssen, da es ja möglich ist, den Hydromotor bei über das Schaltgetriebe angetriebenem Fahrzeug einzuschalten und dann nur das Schaltgetriebe auf Leerlauf gestellt zu werden braucht, um sofort mit dem Hydromotor im Kriechgang weiterfahren zu können, was bei Schneepflügen und Schneefräsen günstig und zweckmässig sein kann. Es besteht auch die Möglichkeit, den Hydromotor mit der Überholkupplung an eine vorhandene Nebenantriebswelle nachträglich anzuschliessen, die mit den Triebrädern antriebsverbunden ist.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt, u. zw. zeigen Fig. 1 den Anschluss des Hydromotors an der Abtriebswelle des Fahrzeugschaltgetriebes im Teilschnitt, Fig. 2 das Schaltschema der Einrichtung zur Verhinderung von Schaltfehlern bei einem fremdgezündeten Fahrzeugmotor und Fig. 3 das entsprechende Schaltschema bei einem selbstzündenden Fahrzeugmotor.
Die vom nicht dargestellten Fahrzeugschaltgetriebe weiterleitende Welle--l--führt zu einem Verteilergetriebe-2-, von dem aus über die Wellen-3 und 4-die Fahrzeughinter-bzw.-vorderräder
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fallweise die Fahrzeugtriebräder in einem extrem niedrigen Kriechgang antreiben kann.
Fig. 2 zeigt das Schema des hydrostatischen Zusatzantriebes, der aus einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Pumpe--9-, dem Hydromotor --5-- und einem zwischen Pumpe-9-und Motor
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hydraulischen Mittels zum Hydromotor--5--dienende Leitung--13--mit der Abflussleitung--12-- verbunden, so dass, falls der Hydromotor bei eingelegtem Rückwärtsgang des Fahrzeugschaltgetriebes von der Welle--l--her im umgekehrten Drehsinn angetrieben wird und nun als Pumpe wirkend seinerseits fördert, ein unbehinderter Durchfluss des hydraulischen Mittels gewährleistet ist.
Der Handhebel--10--des Mengenreglers--11--wirkt auf einen im Zündstromkreis des fremdgezündeten Fahrzeugmotors liegenden Schalter--14--ein, der nur in der dargestellten Nullstellung
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Rückwärtsganges abwärts gedrückt wird.
In der dargestellten Nullstellung des Handschalthebels --10-- des Mengenreglers --11--, in der der
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Unterbrechung des Zündstromkreises und der Fahrzeugmotor bleibt stehen.
Gemäss Fig. 3 entspricht die Hydraulikanlage jener nach Fig. 2. Am Handhebel--10--des Mengenreglers - greift aber ein Elektromagnet--17--an, der über die Klemmen--18--an eine beliebige Spannungsquelle angelegt ist. Im Stromkreis zum Elektromagneten--17--liegt ein Schalter--19--, der beim Einrücken des Rückwärtsganges, also beim Abwärtsdrücken des Handschalthebels--16--geschlossen wird. Sollte sich der Handhebel --10-- des Mengenreglers --11-- beim Einlegen des Rückwärtsganges nicht
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Fahrzeuge mit selbstzündendem Fahrzeugmotor, sie kann aber auch bei Fahrzeugen mit fremdgezündetem Fahrzeugmotor zur Anwendung kommen.
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