CH169142A - Verfahren zum Reinigen des Arbeitsmittels in Dampfanlagen und Dampfanlage zur Ausführung des Verfahrens. - Google Patents
Verfahren zum Reinigen des Arbeitsmittels in Dampfanlagen und Dampfanlage zur Ausführung des Verfahrens.Info
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Description
Verfahren zum Reinigen des Arbeitsmittels in Dampfanlagen und Dampfanlage zur Ausführung des Verfahrens. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zum Reinigen des Arbeitsmittels in Dampfanlagen und auf eine Dampfanlage zur Ausführung des Verfahrens. Das Ver fahren ist dadurch gekennzeichnet, dass min destens ein Teil des Arbeitsmittels, solange <I>es</I> sich in dampfförmigem Zustand befindet, mindestens zeitweise mit einem Mittel in Be rührung gebracht wird, welches schädliche gas- bezw. dampfförmige Verunreinigungen des Arbeitsmittels bindet.
Die Anlage gemäss der Erfindung ist .dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des Arbeitsmittels, solange es sich in dampfförmigem Zustand befindet, einen Behälter durchströmt, der ein Mittel enthält, welches schädliche gas- bezw. dampfförmige Verunreinigungen des Arbeits mittels bindet. Beim Betrieb von Dampfan lagen entsteht der Nachteil, dass Gase, welche mit dem flüssigen Speisemittel zugeführt werden, im Kreislauf des Arbeitsmittels sich ansammeln.
Mit der dem Kreislauf zum Ersetzen der Verluste zugeführten Flüssigkeit wird auch Sauerstoff O-. und Kohlensäure CO= teils in gelöster, teils in gebundener bezw. halbgebun dener Form zugeführt. Der Sauerstoff und insbesondere die Kohlensäure haben in den Überhitzern; in den Dampfleitungen und ins besondere im. Kondensator Korrosionserschei nungen im Gefolge, was zur Zerstörung ein zelner Teile der Anlage führt.
Wird .der aus einem Dampferzeuger zu den Verbrauchsstellen strömende Dampf durch feste, flüssige oder gasförmige Mittel in einer Weise behandelt, dass die Verun reinigungen des Dampfes unschädlich ge macht werden, können sich Neutralisierungs- vorgänge einstellen, bei denen Salze entstehen, die wohl keine Korrosionen mehr im Gefolge haben, aber die Kraftmaschine verunreinigen und so Betriebsschwierigkeiten verurschen. In diesem Falle kann der Behälter, bezw. .die Vorrichtung zur Ausscheidung der Verun reinigungen in der Dampfleitung hinter den Verbrauchsstellen angeordnet sein.
Ein Beispiel des Erfindungsgegenstandes ist auf der Zeichnung schematisch dargestellt. Die den Dampferzeuger 1 aufweisende An lage arbeitet mit einem Kreislauf .des Ar- beitsmittels. Das dem Dampferzeuger 1 entnommene Arbeitsmittel durchströmt den Überhitzer 2, dann die Turbine 3, den Kon- ,densator 4, schliesslich 'einen Vorratsbehälter 5 und gelangt dann wieder zurück zum Dampferzeuger 1. Aus dem Kondensator 4 wird das Arbeitsmittel .durch die Kondensat pumpe 6 in den Vorratsbehälter 5 gefördert.
Die Speisepumpe 7 presst das im Vorrats behälter 5 gespeicherte Speisemittel auf den Speisedruck und fördert es durch das Speise ventil 8 in den Dampferzeuger 1. Eine an dere Pumpe 9 liefert Flüssigkeit, - -vorteil- haft-erweise Kondensat - welche die beim Betrieb entstehenden Verluste ersetzt. Die Turbine 3 treibt einen Generator 10, welcher elektrische Energie an ein Netz 11 abgibt.
Mit der durch die Pumpe 9 in den Dampferzeuger 1 eingeführten Ersatzflüssig keit wird Sauerstoff 02 und Kohlensäure C02, welche in dieser gelöst sind, in den Kreislauf des Arbeitsmittels :der Anlage einge führt. Ferner wird zur Enthärtung der Flüs sigkeit dem Kreislauf beispielsweise durch die Ersatzflüssigkeit oft noch Soda Na., C0, bezw. Natriumbicarbonat (Na HCOs) zu gefügt, welche zusammen mit den Kessel steinbildern ausser andern Stoffen auch noch Kohlensäure<B>CO,</B> bildet.
Die beiden gas förmigen Teile 0= und C0, gelangen im Kreislaufdes Arbeitsmittels durch den Über- hitzer 2 in die .Dampfleitungen, in die Tur bine ss, in den Kondensator 4, in die Konden- satpumpe 5 und in die Speisepumpe 7. Dabei wirken der Sauerstoff und die Kohlensäure als Korrosionsträger und beschädigen die von ihm durchströmten Teile durch Korrosionen.
Zur Verhütung dieser Nachteile sind zwi schen der Turbine 3 und dem Kondensator 4 zwei Gefässe 12 und 13 eingeschaltet, welche mindestens von einem Teil des dampf- fömigen Arbeitsmittels, welches von der Turbine 3 zum Kondensator 4 gelangt, durch strömt werden. Das Gefäss 12 enthält eine Lösung von Kalziumhydrat Ca (0H)2 und das Gefäss 1,3 eine Lösung von Natriumsul- fit 1\'a2 503.
Im Gefäss 12 wird durch die Kalkmilch (Kalziumhydrat) die Kohlen säure in Form von Ca C0" gebunden, welches sich als Schlamm niederschlägt und leicht entfernt werden kann. Im Gefäss' 13 wird der Sauerstoff<B>0,</B> an das Natriumsulfit gebunden, wobei Natriumsulfat Nag SOs entzieht. Es werden demnach in den beiden Gefässen 12 und 13 die Korrosionsträger Sauerstoff 0_ und Kohlensäure C0. aus dem Dampf ab geschieden und in gebundener Form Zurück gehalten.
Die Gefässe 12 und 13 können vom Ar beitsmittel durch eine Leitung 14 umgangen werden, wobei mittelst eines Organs 15 das Verhältnis der Dampfmenge, welche durch die Gefässe strömt, zur Dampfmenge, welche durch die LTmgehungsleitung strömt, bestimmt wird. Abdampfleitungen von Turbinen be sitzen oft sehr grosse Durchmesser ins besondere bei hohem Vakuum. Die Gefässe 12 und 13 müssten also entsprechend gross aus gebildet sein, wenn die ganze Dampfmenge durchströmen würde.
Das Verhältnis der Dampfmenge, welche durch die Lrmgehungs- leitung 14 strömt, kann auch allein durch die Dimensionierung der die Gefässe umgehenden und der zu den Gefässen führenden Rohrlei tungen bestimmt werden. Die Menge, welche durch die Gefässe strömt, muss mindestens so bemessen sein. dass eine Ansammlunz der Gase nicht mehr stattfinden kann. Natürlich müssen,die Gefässe 12 und 13 von Zeit: zu Zeit gereinigt werden und mit frischen Absorp tionsmitteln aufgefüllt werden.
Gegebenen falls können zwei Gefässe oder Batterien von Gefässen einander parallel geschaltet .sein, von denen das eine in Betrieb steht, während das andere gereinigt wird. Die durch die beiden Gefässe 12 und 13 strömende Dampfmenge muss mittelst des Organs 15 oder durch die Dimensionierung der Rohrleitungen so ein gestellt werden, dass ein gewisser höchstzu lässiger Sauerstoff- bezw. Kohlensäuregehalt des im Kreislauf befindlichen Arbeitsmittels nicht überschritten wird. In andern Fällen können auch feste Stoffe anstatt Lösungen oder Flüssigkeiten zur Aufnahme der im kreisenden Arbeitsmittel enthaltenen, unerwünschten Gase verwendet werden.
Es können beispielsweise feste Stoffe besonders dann verwendet werden, wenn diese vom überhitzten Dampf durchströmt werden. In bestimmten Fällen können auch die die Gase bindenden Mittel vor dem Überhitzer vom Dampf durchströmt werden. Werden mehrere flüssige, gelöste oder feste Mittel zur Aufnahme von Gasen verwendet, so können sie entweder voneinander getrennt oder aber auch gemischt sein. Schliesslich können auch feste und flüssige .Stoffe in getrennten Ge fässen oder in gemeinsamen Gefässen unter- ';ebracht sein.
Unter Umständen können die Gefässe, in welchen die Gase zurückgehalten werden, auch nur zeitweise in den Kreislauf des Arbeitsmittels eingeschaltet sein. Die Menge, welche durch die Gefässe strömt, kann in Abhängigkeit vom Gasgehalt von Hand oder selbsttätig mittelst Regelvorrichtungen eingestellt werden. Es lassen sich auch anstatt Lösungen reine flüssige Mittel zum Zurück halten der Gase verwenden. Bei festen Stoffen kann auch zur Aufnahme der Gase ein Ad sorptionsvorgang in Frage kommen. Anstatt Gefässe können zur Aufnahme der die Gase zurückhaltenden Mittel auch Rohrsysteme oder die Dampfleitungen selber verwendet werden.
Die die Gase zurückhaltenden Mittel brauchen nicht unbedingt die Gase durch chemische Vorgänge zu binden, es können unter bestimmten Umständen auch mittelst reinen Lösungsvorgängen die Gase zurück gehalten werden. Gegebenenfalls können beide Arten des Zurückhaltens von Gasen miteinander vereinigt werden. Feste Körper können durch Aufschlämmen oder Aufschmel zen auf andere feste, neutral wirkende Kör per, beispielsweise auf Koks, aufgetragen werden.
Zum Binden der Kohlensäure sind bei Versuchen gute Ergebnisse erzielt worden bei der Anwendung der Hydrogyde und Karbo nate der Alkalien und ferner bei der Anwen dung der Oxyde, der Hydroxyde und der Karbonate der Erdalkalien. Zum Binden des Sauerstoffes kommt. in erster Linie Natrium sulfit in Frage.
Claims (1)
- PATENTANSPRüCHE I. Verfahren zum Reinigen .des Arbeitsmit tels in Dampfanlagen, dadurch gekenn zeichnet, .dass mindestens ein Teil des Ar beitsmittels, solange es sich in dampf- förmigem Zustand befindet, mindestens zeitweise mit einem Mittel in Berührung gebracht wird, welches schädliche gas- bezw. dampfförmige Verunreinigungen des Arbeitsmittels bindet.IL Dampfanlage zur Ausführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil .des. Arbeitsmittels, solange es sich in -dampfförmigem Zustand befindet, einen Behälter durchströmt, der ein Mittel ent hält, welches schädliche gas- bezw. dampfförmige Verunreinigungen -des Arbeitsmittels bindet. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das die Gase zurückhaltende Mittel die Verunreinigun gen chemisch bindet.Verfahren nach Patentanspruoh I, da durch gekennzeichnet, dass das die Gase zurückhaltende Mittel vom Arbeitsmittel nur zeitweise durchströmt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Arbeits mittel das die Gase zurückhaltende Mit tel nach der Verbrauchsstelle durch strömt. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zum Zurück halten der Gase ein gasabsorbierendes Mittel verwendet wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zum Zurück halten der Gase ein gasadsorbierendes Mittel verwendet wird. 6.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zum Zurück- halten von im Arbeitsmittel enthaltener Kohlensäure CO= Kalkmilch (Lösung von Kalziumhydrat Ca. (0H)2) verwendet wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zum Zurück halten von im Arbeitsmittel enthalte nem Sauerstoff 02 Natriumsulfit Na SOs verwendet wird. B.Dampfanlage nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des Arbeitsmittels in dampf- förmigem Zustand ein flüssiges Mittel durchströmt. 9. Dampfanlage nach Unteranspruch 8, da durch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des Arbeitsmittels in dampf- förmigem Zustand ein Gefäss durch strömt, in welchem im Arbeitsmittel ent haltene Gase durch flüssige Mittel zu- rüekgeha-lten werden. 10.Dampfanlage nach Unteranspruch 8, da durch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des Arbeitsmittels in dampf förmigem Zustand ein Gefäss durch strömt, in welchem im Arbeitsmittel ent haltene Gase durch ein in Flüssigkeit gelöstes Mittel zurückgehalten werden. 11. Dampfanlage nach Patentanspn tch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des Arbeitsmittels in da.mpf- förmigem Zustand ein Gefäss :durch strömt, in welchem im Arbeitsmittel ent haltene Gase durch feste Stoffe zurück gehalten werden. 12.Dampfanlage nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass das Ar beitsmittel das die Gase zurückhaltende Mittel vor der Verbrauchsstelle durch strömt. 13. Dampfanlage nach Patentanspruch 1I, .dadurch gekennzeichnet, dass :das Ar- beitsmitttel das die Gase zurückhaltende Mittel vor dem Überhitzer durchströmt.1d. Dampfanlage nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass,das Jampf- förmige Arbeitsmittel nacheinander meh rere Mittel durchströmt, mit deren Hilfe verschiedene Gase zurückgehalten wer den. 15. Dampfanlage nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein.. Teil des Arbeitsmittels in dampf- förmigem Zustand ein flüssiges, als Lö- sungsmittel für Gase dienendes.Mittel :durchströmt, in welchem im Arbeits mittel enthaltene Gase zurückgehalten werden. 16. Dampfanlage nach Patentanspruch II, :dadurch gekennzeichnet, dass: der in dampfförmigem Zustand ein Mittel, mit dessen Hilfe im Arbeitsmittel enthaltene Gase zurückgehalten werden, :durch strömende Teil des im Kreislauf strö menden Arbeitsmittels mindestens so gross gewählt ist, dass eine Anreicherung des Gasgehalts im Kreislauf nicht mehr stattfindet. 17.Dampfanlage nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, :dass der ein im Arbeitsmittel enthaltende Gase zurück haltendes Mittel durchströmende Teil des Arbeitsmittels durch Anordnung von Umgehungsleitungen und durch Bemes sung der Strömungsquerschnitte bestimmt ist. 18. Dampfanlage nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass, die Vor richtung zur Ausscheidung der Verun reinigungen in der Dampfleitung hinter den Verbrauchsstellen angeordnet ist.
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