CH166335A - Anordnung zum Überwachen der dielektrischen Verluste eines Leitergebildes durch Messung des Verschiebungsstromes. - Google Patents

Anordnung zum Überwachen der dielektrischen Verluste eines Leitergebildes durch Messung des Verschiebungsstromes.

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CH166335A
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Aktiengesellschaft Siem Halske
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Siemens Ag
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  Anordnung zum Überwachen der     dielektrischen    Verluste eines Leitergebildes  durch Messung des     Versehiebungsstromes.       Es ist bekannt, den Verschiebungsstrom  einer unter Betriebsspannung stehenden  Leiteranordnung gegen Erde zu messen, in  dem man den Anfang und das Ende der  Leiteranordnung als Primärwicklungen .des  selben Stromwandlers ausbildet und     beide,          Primärwicklungen        gegeneinander    schaltet.  Auf der Sekundärseite des Stromwandlers  wird dann die     Differenz    des dem Leiter  bilde zufliessenden und aus ihm abfliessen  den Stromes gemessen., die dem Verschie  bungsstrom entspricht.

   Eine derartige Anord  nung ist schwierig anzubringen, weil sie die  räumliche     Vereinigung    des Anfanges und  des Endes des Leitergebildes erfordert. Sie  ist stets unbequem, in     manchen    Fällen aber  auch unmöglich, zum Beispiel wenn ein  Hochspannungskabel überwacht werden soll.  



  Erfindungsgemäss wird dieser Nachteil  dadurch behoben, dass zum Messen des Ver  schiebungsstromes zwei getrennte an Anfang         und    Ende des zu überwachenden Leiter  gebildes angeordnete     Wandler    benutzt wer  den. Mit Rücksicht darauf, dass der Ver  schiebungsstrom nur einen sehr kleinen  Prozentsatz des Gesamtstromes ausmacht,  hat man bisher die Verwendung zweier       Wandler    zur Bildung der sehr kleinen  Differenz für unmöglich gehalten.

   Es hat  sich jedoch gezeigt, dass man bei sorgfältigem  Abgleichen der beiden Wandler durchaus in  der Lage ist, die von den Wandlern     gebildete     Differenz zur     Bestimmung    des Verschie  bungsstromes     messtechnisch    auszuwerten und  dass die so erreichbare     Messgenauigkeit    die zu  nächst vorausgesehenen     Grenzen    noch wesent  lich überstieg.

   Man ist also durch den Erfin  dungsgegenstand in der Lage, auch solche  Leitergebilde zu überwachen, bei denen es  von vornherein unmöglich ist, den Anfang  und das Ende der Leiter örtlich zu vereinigen,  wie zum Beispiel bei Hochspannungskabeln,      deren Überwachung mit Rücksicht auf das  hohe investierte Kapital von erheblicher Be  deutung und auf andere Weise bisher nicht  möglich ist.  



  Eine weitere Ausbildung der Erfindung  beruht auf der Erkenntnis, dass die Messung  des Verschiebungsstromes     .allein    noch keine  sichere Kontrolle über den Zustand des zu  überwachenden Leitergebildes ermöglicht. In  folge der Zusammensetzung des Verschie  bungsstromes aus einer Wirk- und einer       Blindkomponente    kann :es bei ungünstigem       Verhältnis    der beiden Komponenten leicht  vorkommen, dass sich eine in erheblichen       Grenzen    ändern kann, ohne dass von diesen  Änderungen in demselben Masse :

  der Gesamt  verschiebungsstrom getroffen     wird.    So kann  zum Beispiel zunächst die Wirkkomponente  gegenüber der Blindkomponente verhältnis  mässig klein sein, so dass der Verschiebungs  strom im wesentlichen durch die Blindkompo  nente bestimmt ist und     Änderungen    der  Wirkkomponente nicht merkbar in Erschei  nung treten. Dabei deuten aber gerade Ver  grösserungen der Wirkkomponente auf Ver  schlechterung des     Isolationszustandes    hin.  



  Es wird deshalb zweckmässig nicht der  Verschiebungsstrom selbst, sondern es wer  seine Komponenten zur Überwachung des       Isölationszustandes    gemessen. Man kann eine  besonders einfache und in vielen Fällen aus  reichende Überwachung bereits dadurch  schaffen, dass man lediglich die Wirkkompo  nente misst, die in besonders einfacher Weise  mit Hilfe eines     Gleichstrommessgerätes    und  eines     vorgeschalteten    in Phase mit der Be  triebsspannung erregten Gleichrichters erfasst  werden kann. Bei dieser Messung hat man  aber den Nachteil mit in Kauf zu nehmen,  dass die Messung spannungsabhängig ist.

   In  manchen Fällen, wo mit der Aufrechter  haltung einer mittleren Spannung in engen  Grenzen gerechnet werden kann, stört diese       Spannungsabhängigkeit    nicht. In andern Fäl  len jedoch kann dadurch die ganze Messung  illusorisch gemacht werden. Man kann diesen  Nachteil dadurch     beseitigen,    dass man nicht  die Wirkkomponente allein, sondern die    Wirk- und die Blindkomponente zur Messung  heranzieht und dann zweckmässig gleich  innerhalb eines     Verhältnismessgerätes    das  Verhältnis beider Werte, das heisst also den       Tangens    des Phasenwinkels zwischen Wirk  komponente und Verschiebungsstrom bildet.  



  Als Massgerät dient zweckmässig ein Quo  tientenmesser, dessen beiden Zweigen die  senkrecht aufeinander stehenden Komponen  ten der Differenzspannung oder des Diffe  renzstromes zugeführt werden, wobei eine  dieser Komponenten in Phase mit der Be  triebsspannung gehalten     wird.     



  Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs  gegenstandes ist in der     Fig.    1 .dargestellt. Mit  1 ist das zu messende     bezw.    zu überwachende  Leitergebilde bezeichnet.<B>2</B> und 3 sind zwei  abgeglichene Stromwandler an Anfang und  Ende des Leitergebildes, deren Sekundär  wicklungen gegeneinander auf einen Wider  stand 4 geschaltet sind. Dieser Widerstand 4  wird von der Differenz des     :Sekundärstromes     der beiden Wandler     durchflossen    und dieser  Differenzstrom     wird    in die Wirk- und die  Blindkomponente zerlegt.

   Zu diesem Zweck  sind an den     Widerstand    4 die     :beiden    Spulen  5 und 6 eines     Quotientenmessgerätes    über  Gleichrichter 7 und 8 geschaltet. Als Gleich  richter kann man unter Umständen Trocken  gleichrichter     verwenden,    wenn man durch be  sondere     Hilfsmittel    ihre Schaltphasen in die  richtige Lage gegenüber der Betriebsspannung  bringt. Im allgemeinen wird es jedoch zweck  mässiger sein, an Stelle der an sich bequemen  Trockengleichrichter fremdgesteuerte mecha  nische Synchronschalter zu verwenden, weil  man dabei die Schaltphase bequemer und ge  nauer einstellen kann und weil diese Schalter  in     Durchlassrichtung    verschwindend geringe  Widerstände haben.

   Von dem     durch    die       Spulen    5 und 6 schematisch dargestellten  Messgerät wird unmittelbar das Verhältnis  von     Wirkverschiebungsstrom    zu     Blindver-          schiebungsstrom,    das heisst der     Tangens     angezeigt. Dieser     Tangens        ö    sagt nicht nur  von vornherein über den     Isolationszustand     mehr aus, als aus der blossen Messung des  Verschiebungsstromes     entnommen    werden      kann; er ist vor allem sehr viel. besser als  dieser geeignet, den Isolationszustand auf die  Dauer zu überwachen.

   An sich kann eine Iso  lation bei sehr verschiedenen Grössen des       Tangens        (>    gut sein, denn trotz eines gro  ssen     Wirkverschiebungsstromes    kann sich eine  Isolation in tadellosem Zustand befinden und  auch allen Anforderungen des Betriebes voll  genügen. Anderseits wird man aus Änderun  gen des     Ta.ngens    8 während des Betriebes mit  Sicherheit auf eine Verschlechterung des Iso  lationszustandes     zurückschliessen    können, zum  Beispiel wird eine Vergrösserung des     Tangens          b    in der Regel zum mindesten auf den Be  ginn einer örtlichen Zerstörung hinweisen.  



  Die     obenbeschriebene        Messanordnung    lässt  sich noch grundsätzlich verbessern. Sie hat  nämlich den Fehler,     da.ss    man entweder bei  einer Messung auf Grund der Spannungsdiffe  renz beider Wandler mit Hilfe in den Sekun  därkreis der Wandler eingeschalteter     Shunts,     infolge sehr geringer     Wandlerbelastung    in  dem untersten und bei Messung auf Grund  der     Stromdifferenz    infolge hoher Wandler  belastung in dem obersten Teil der Mag  netisierungskurve arbeitet. Da diese bei  den Teile der Kurve aber verhältnismässig  flach verlaufen, wird die Empfindlichkeit  der Messung stark beeinträchtigt.

   Es gelingt  nun, bei der Messung der Spannungsdifferenz  in dem steil verlaufenden Teil der     Magneti-          sierungskurve    des     Wandlereisens    zu arbeiten,  indem man beide Wandler sekundär zusätz  lich belastet, zum Beispiel auch mit einer zu  s     l,i        'tzliehen        über        einen        Widerstand        ?D        (reschlosse-          neu        Sekundärwicklung    versieht.

   Durch Wahl       dieses    Widerstandes kann man die Belastung  des     Wandlereisens    in .den gewünschten steilen  Bereich der     Magnetisierungskurve    legen, wo  bei man zweckmässig neben der Steilheit auch  auf einen möglichst. geradlinigen Verlauf       Rücksicht    nimmt. Besonders wichtig ist diese  Massnahme bei der Verwendung von Wand  lern mit     Nickeleisenkernen,    weil bei diesen  der erste und der letzte Teil der Mag  netisierungskurve besonders flach und ein  mittlerer Teil besonders steil verläuft.

   Diese  Kerne sind auch deshalb besonders zweck-    mässig, weil ihre hohe     Anfangspermeabilität     die Empfindlichkeit der Messung bei nied  rigen     Bestriebsstromstärken    erheblich steigert,  Ein Ausführungsbeispiel für die Verwen  dung zusätzlich belasteter Wandler ist in der       Fig.    2 dargestellt. Mit 1 ist wieder der zu  überwachende Leiter bezeichnet. 2 und 3 sind       wieder    die beiden Stromwandler, die     zusätz-          liebe    über Widerstände 9 geschlossene Se  kundärwicklungen 10 haben. Die Wider  stände 9 könnten ebensogut auch zwischen  die Klemmen der     Messwicklungen    beschaltet  sein.

   Die zur Messung dienenden Sekundär  wicklungen sind gegeneinander geschaltet. In  einer der Verbindungsleitungen sind die bei  den     Spulen    5 und 6 des     Quotientenmessers     angeordnet. Die Gleichrichter 7 und 8 sind  wieder als fremderregte Synchronschalter  dargestellt. Die Erregung des einen liegt in  Phase mit der Betriebsspannung, während die  Erregung des andern um 90   phasenver  schoben ist.    Die Messung des     Tangens    8 kann  in manchen Fällen zweckmässig ergänzt  werden durch eine Messung des Ver  schiebungsstromes. Die Anordnung und  Schaltung der Wandler kann für eine solche       Messung    unmittelbar benutzt werden.

   Es ge  nügt die Hinzufügung eines weiteren     Mess-          gerätes,    auf dem der Verschiebungsstrom ab  gelesen werden kann. Als Messgerät wird  zweckmässig ein Gleichstrominstrument be  nutzt mit vorgeschalteten, um<B>90'</B> gegenüber  der Betriebsspannung phasenverschoben er  regten Gleichrichtern. Ebensogut kann man  an Stelle des Verschiebungsstromes die eine  der beiden Komponenten besonders messen  und aus ihr und dem gemessenen     Tangens        ö     den     Gesamtverschiebungsstrom    errechnen.

      Der Erfindungsgegenstand kann überall  dort mit Vorteil verwendet werden, wo ent  weder der Verschiebungsstrom eines Leiter  gebildes während des Betriebes festgestellt  werden soll, vor allem aber dort, wo ein unter  Betriebsspannung stehendes Leitergebilde  ständig auf seinen Isolationszustand gegen  Erde überwacht werden soll.

   Derartige Fälle      sind zum Beispiel gegeben durch, die Wick  lung grosser Generatoren, grosser Umfarmer  von Transformatoren durch Hochspan  nungskabel und dergleichen mehr. Überall  wird die erfindungsgemässe Überwachung mit  Vorteil deshalb angewendet, weil bei ihr die       Kontrolle    nicht auf bestimmte Teile be  schränkt ist,     wie    zum Beispiel bei der     Tempe-          raturüberwachung    durch     Thermoelemente,          sondern    weil von ihr alle Teile des Leiter  gebildes gleichmässig erfasst werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Anordnung zum Überwachen der dielek- trischen Verluste eines unter Betriebsspan- nung stehenden Leitergebildes durch Messung des Verschiebungsstromes, gekennzeichnet durch zwei an Anfang und Ende des Lei ters angeordnete Wandler, von denen den sie durchfliessenden Primärströmen proportio nale, einander verhältnisgleiche Ströme oder Spannungen erzeugt werden, deren Differenz zur Messung benutzt wird.
    UNTERANSPRÜCHE: 1. Anordnung nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass nur die Wixk- komponente des Differenzstromes oder der Differenzspannung angezeigt wird, durch die Verwendung eines in Phase mit der Betriebsspannung gesteuerten Gleichrich ters mit einem Gleichstrommessinstrument. ?.
    Anordnung nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als Messgerät ein Quotientenmesser dient, dessen einem Messzweig die in Phase mit der Betriebs spannung stehende Komponente des Diffe renzstromes oder der Differenzspannung zugeführt wird, während dem andern Zweig die senkrecht auf der Betriebsspan nung stehende Differenzstrom- oder Span nungskomponente zugeführt wird. Anordnung nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass zur Zerlegung des Differenzstromes oder der Differenz spannung mechanische Gleichrichter die nen,
    deren Phase durch Beeinflussung der Gleichrichtererrebgung auf den gewünsch ten Wert gebracht ist. 4. Anordnung nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch eine solche zusätzliche Sekundärbelastung der beiden Wandler, dass bei normaler Stärke des Betriebsstro mes die Sättigung des Wandlereisens in einem möglichst steilen und geradlinigen Teil der Magnetisierungskurve liegt. 5. Anordnung nach Unteranspruch 4, ge kennzeichnet durch besondere Sekundär wicklungen zur Speisung der Belastungs widerstände. 6. Anordnung nach Unteranspruch 4, ge kennzeichnet durch Verwendung von Nickeleisenkernen für die Wandler.
CH166335D 1931-12-04 1932-11-28 Anordnung zum Überwachen der dielektrischen Verluste eines Leitergebildes durch Messung des Verschiebungsstromes. CH166335A (de)

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