CH158802A - Verfahren zur Herstellung gummiloser orthopädischer Strümpfe auf Flachstrickmaschinen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung gummiloser orthopädischer Strümpfe auf Flachstrickmaschinen.

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CH158802A
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  Verfahren zur Herstellung gummiloser orthopädischer Strümpfe  auf Flachstrickmaschinen.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren  zur Herstellung gummiloser orthopädischer  Strümpfe auf Flachstrickmaschinen, zum  Beispiel     Krampfaderstrümpfen,    mit dem  Zwecke, ein einwandfreies Sitzen und an  genehmes Tragen des Strumpfes zu erzielen.  



  Es ist schon mehrfach versucht worden,  die Schwierigkeiten, die sich beim Anziehen  des Strumpfes einstellen, zu beseitigen, in-,  dem ein besonderes Herstellungsverfahren  für den     Knöchel-    und Fersenteil entwickelt  wurde. So ist zum Beispiel vorgeschlagen  worden, einen offenen oder geschlossenen  Fersenteil in der Weise zu erzeugen, dass an  einer grösseren Anzahl auf dem Umfang des  schlauchartigen Strumpfes     verteilter    Stellen  in verschieden starkem Masse abgenommen       wird,    damit so in dem Strumpfschlauch eine  Erweiterung für die Ferse entsteht.

   Dieses  Verfahren ist aber recht umständlich und  erfordert     entweder    übergrosse Aufmerksam  keit des Strickenden oder sehr verwickelte    Steuereinrichtungen zur selbsttätigen Schal  tung der Strickmaschine. Ausserdem wird  die Spannkraft der Ware in der Richtung  quer über den Rist, den Knöchel und die  Ferse     notwendiger\veise    ungleichmässig. so  dass die orthopädische Wirkung des Strump  fes gerade in diesen Stellen in Frage ge  stellt ist. Die ungleichmässige Spannung des  Gestrickes hat die weitere Folge, dass     d < Ls     Garn an den stärker beanspruchten Stellen  bald zerreisst     und    dadurch die Haltbarkeit  des Strumpfes herabgesetzt wird.  



  Es ist ferner     vorgesehlaL"-(,n        @.vordeu.    die  Maschen am Rist und oberhalb des Knöchel  grösser und lockerer zu halten als normal.  um so einen     gewissen    Ausgleich der Faden  spannungen in der Knöchelgegend herbeizu  führen. Aber auch dieses Verfahren führt.  nicht zu befriedigenden Ergebnissen; zwar  wird eine     allzugrosse        Einschnürun--    der  Knöchelgegend beseitigt. aber die grössere  Nachgiebigkeit ist an der falschen Stelle      vorhanden, und nähere Angaben über die  Durchführung dieses Verfahrens sind nicht  bekannt geworden. Insbesondere bezieht sich  der erwähnte Vorschlag nicht auf eine neue  Gestaltung des Fersenteils, sondern nur auf  einen Strumpf mit der üblichen offenen  Ferse.

      Ein brauchbarer Weg zur Lösung des  gegebenen Problems ist aber auf einem an  dern Gebiet, nämlich bei der Herstellung  von gewirkten gewöhnlichen Strümpfen,     be-          schritten    worden durch ein Verfahren, nach  welchem die Maschen in der     Fersengegend     in gleicher Richtung verlaufen wie in dem  angeschlossenen Fussteil, so dass sich die in  der Linie     Rist-Knöchel-Ferse    auftretenden  Spannungen im Fersenteil in Richtung der  Diagonale eines etwa rechteckig begrenzten  Fersenteils auswirken, was naturgemäss zu       einer    erhöhten Gleichmässigkeit der Bean  spruchung des Gestrickes führt.  



  Die Erfindung liegt nun im Vorschlag  eines besonders einfachen Verfahrens  zur Herstellung gummiloser orthopädischer  Strümpfe mit jeder gewöhnlichen Flach  strickmaschine, bei dem zunächst in an sich       bekannter        Weise    der Waden- und Knöchel  teil des     Strumpfes    hergestellt, dann aber,  im Gegensatz zum bisherigen Brauch, das  ganze     Fersenstück    auf derselben oder einer  andern Maschine etwa in Form eines Recht  eckes gestrickt     wird,    dessen hintere, kurze  Seite offen oder geschlossen ist;

   die obern  Längsränder werden nachträglich durch  Vernähen mit dem Ende des     rechtwinklig     zu den     Maschenstäbchen    des     Fersenstückes     verlaufenden rückwärtigen Teils des     Waden-          bezw.    Knöchelteils verbunden. Hierbei kann  zweckmässig so vorgegangen werden,     dass'    der  Fersenteil als     Rechts-rechts-Gestrick    erzeugt  wird, dessen Anschlag und erste Reihen mit  verstärkter Fadenspannung gestrickt und da  her engmaschiger ausgeführt werden können.

    Ferner kann das     Fersenstück    vorteilhaft in       halboffener    Strickart     ausgeführt        werden,     nachdem es mit derselben Anzahl von Na  deln, welche für das untere Ende der    hintern Hälfte des Waden-     bezw.    Knöchel  teils in Verwendung waren, begonnen wor  den ist.  



  Ein besonderer Vorteil ist dabei, dass die  geschlossene Ferse unten und hinten naht  los und die offene Ferse ausserdem so er  zeugt werden     kann,    dass nur eine kleine Öff  nung an der Rückseite der Ferse verbleibt,  so dass also im Gegensatz zu den bekannten  Formen nicht die     Unannehmlichkeit    auftritt.  dass ein unter dem Fuss befindlicher     Rand     der Öffnung sich beim Tragen einrollt und  drückt.

   Man hat aus diesem Grunde auch  schon früher vorgeschlagen, unter Verwen  dung eines dem vorliegenden Strickverfah  ren     ähnlichen    Herstellungsganges einen Ver  bindungssteg in der Längsrichtung des  Strumpfes über die     Fersenöffnung    hinweg  anzuordnen; doch bedeutet dies wiederum  eine Erschwerung des Herstellungsverfah  rens und     führt    ebenfalls leicht zu Druck  beschwerden an der Ferse des Trägers.  



  Der nach dem erfindungsgemässen Ver  fahren hergestellte Strumpf     pa.sst    sieh     der     Form des Fusses vollkommen einwandfrei an.  besonders     beim    Anziehen.. Die Eigenart der  Herstellungsweise gestattet aber auch, die  Maschenweite im rechteckigen Fersenteil,  einerseits, im Verhältnis zu der im an  schliessenden Knöchel- und Fersenteil; ander  seits, ohne die geringste Schwierigkeit so  aufeinander abzustimmen, dass die Nach  giebigkeit des Gestrickes gross genug wird,  um die bisherigen Unzuträglichkeiten zu ver  meiden, aber doch nicht grösser, als mit  der gewünschten orthopädischen Wirkung  vereinbar;

   es     lässt    sich, mit andern Worten,  in einfacher Weise ein günstigster Mittel  wert der Elastizität und Spannung er  zielen, welcher die     angestrebte    Gleichförmig  keit der Dehnbarkeit an den verschiedenen  Stellen des Strumpfes in sich schliesst.  



  Die beigefügte Zeichnung dient zur bei  spielsweisen Erklärung der Erfindung auf       Grund    mehrerer Ausführungsbeispiele von  Strümpfen.           Fig.    1 zeigt in Seitenansicht einen     Teil     eines Strumpfes ohne Zehenteil;       Fig.    2 ist eine zugehörige Ansicht des  Strumpfes von rückwärts, nachdem der  Strumpf in der     Querrichtung    flach gefaltet  und der Fussteil nach oben weggeklappt ist;       Fig.    3, 4 und 5 sind der     Fig.    1     ähnliche     Seitenansichten mit Abarten in der Ausfüh  rung des Fersenteils.  



  In     Fig.    1 und 2 ist ein etwa rechteckiger  Fersenteil mit 1 bezeichnet; seine Maschen  laufen in solcher Richtung, dass die eine  Diagonale dieses Rechteckes quer über die       weiteste    Stelle des Strumpfes am     Knöchel-          teil    verläuft; der Fersenteil ist hierbei in  an sich bekannter Weise frei von jeglicher  Naht an der Unterseite. Die Öffnung 3       (Fig.    1) an der Rückseite der Ferse ist da  durch gebildet, dass der Teil 1 getrennt ge  strickt und dann entlang der Linie 4 mit  dem untern Ende des Wadenteils 5 durch  flache Maschennaht vernäht ist. Der Fuss  teil 6 ist als Verlängerung an den Fersenteil 1  und den Wadenteil 5 angestrickt.  



  Die Herstellung eines Strumpfes erläuter  ter Art geschieht in folgender Weise:  Nachdem der Wadenteil und der Knöchel  teil in an sich bekannter Weise auf einer  Flachstrickmaschine erzeugt sind,     werden     alle Maschen von den Nadeln des vordern  Nadelbettes auf Kämmchen     aufgenomm?n     und man     läss't    dann diese frei     zwischen    den  Nadelbetten hängen. Nun werden zwei oder  drei Reihen auf dem rückwärtigen Nadel  bett mit andersfarbigem Garn gestrickt,     uni     die     Endmaschen    des hintern Strumpfteils  vor dem Aufgehen zu schützen.

   Dann     wird           < ler    bis dahin fertiggestellte     Strumpfteil    aus  der Maschine herausgenommen. Nun wird  mit etwa der gleichen Anzahl Nadeln, wel  che bei Beendigung des Knöchelteils in Ver  wendung     waren,    ein getrenntes     Stück        a1    s  Schlauch gestrickt, und zwar nach Herstel  lung des Anschlages, welcher bekanntlich  bei den üblichen Flachstrickmaschinen ge  schlossen ist, zuerst sieben Runden mit um  zwei Nummern fester gestellten Schlössern,    als vorher beim Stricken des Wadenteils an  gewendet.

   Hierauf werden bei einem Strumpf  mittlerer Grösse weitere     161:2    Runden mit  derselben Einstellung der     Schlösser    wie f     iir     den Wandteil gestrickt, sodann eine halbe  Runde     Rechts-rechts-Gestrick    und     sc'nliess-          lich    weitere 251 Runden Schlauchgestrick;  bei der Herstellung grösserer Strümpfe  nimmt man für den Fersenteil drei bis sechs  Runden mehr, bei kleineren Strümpfen etwa  zwei bis drei Runden weniger.

   Der     Schlitten     der Maschine ist nun ganz rechts. die auf  der rechten Seite des     Schlittens    vorn und  rückwärts liegenden Stellschrauben für die  Schlösser werden für     et-,vas    lockere Maschen  eingestellt, und es wird eine halbe Runde  rechts-rechts gestrickt. Jetzt werden die  Maschen vom vordern Nadelbett. auf das  rückwärtige Nadelbett übertragen, und der  vorher fertiggestellte Wadenteil und Knö  chelteil wird auf die Nadeln des vordern  Nadelbettes angestossen, indem die bisher auf  den Kämmchen aufgenommenen Maschen in  an sich bekannter Weise auf die Nadeln des  vordern Nadelbettes übernommen     werden.     Nun wird anschliessend der Fussteil 6 in  irgend einer bekannten Weise zu Ende ge  strickt.  



  Man kann auch den Fersenteil auf einer  zweiten Maschine getrennt herstellen     und     ihn dann mit Hilfe von Kämmchen auf die  erste Maschine     herübernehmen.    In diesem  Falle braucht man nicht, wie vorstehend an  gegeben, die Maschen von den Nadeln des       vordern    Nadelbettes nach     Fertigstellung    des  Waden- und Knöchelteils     auf        Kämmchen     aufzunehmen und das bisher     fertiggestellte     Stück aus der Maschine     herauszunehmen.     Um den Strumpf fertigzumachen, werden die  Maschen des     rückwärtigen    Teils des Waden  bezw.

   Knöchelteils, welche durch     ander@-          farbiges    Garn aufgefangen waren, von  Hand auf beiden Längsseiten des Fersen  teils mit diesem durch eine nicht auftragende  Maschennaht vernäht, und zwar entlang der  Linie 4, wodurch der Knöchelteil mit dem  Fersenteil 1 verbunden wird. Das anders-      farbige Garn wird     alsdann    herausgezogen.  Nun befindet sich an dem Strumpf nur eine  einzige Öffnung, und zwar an der Rück  seite der Ferse; der Rand der Öffnung wird  durch den geschlossenen Anschlag, bezie  hungsweise die ersten Runden des     Fersen-          1:eils    gebildet.  



  Durch das vorstehend angegebene Ver  fahren wird ein Fersenteil 1 von doppelter       Schicht    erzielt, welche am Rande der rück  wärtigen Öffnung keine Naht aufweist und  ebenso ohne Naht in an sich bekannter Weise  allmählich in den in nur einer Schicht ge  strickten Fussteil 6 übergeht; die beiden  Mähte 4 laufen parallel zu der Längsrichtung  des Fussteils beiderseits des Fersenteils ent  lang.  



  Falls     gewünscht:    kann die Fersen  öffnung 3 nachträglich von Hand durch  Vernähen mit Maschenstich geschlossen wer  den.  



  In     Fig.    3 ist ein Fersenteil la darge  stellt, welcher vom Anschlag an     rechts-          rechts    gestrickt ist, so dass dieser Teil nicht  aus zwei, sondern nur aus einer Schicht be  steht.  



  In     Fig.    4 ist eine abgeänderte Ausfüh  rungsform des Strumpfes gemäss     Fig.    3 dar  gestellt, und zwar ist hierbei der Fersen  teil     1b    mit einer geringeren Anzahl von Na  deln, als     vorverwendet    worden waren, gestrickt,  beispielsweise die ersten sechs Runden mit  besonders starker Fadenspannung in Schlauch,  die folgenden Runden in Fang oder Perl  fang.  



  Gemäss     Fig.    5 ist ein Fersenteil     1e    an  genommen, welcher in einer Weise herge  stellt worden ist, die besonders dann am  Platze ist, wenn überhaupt keine Öffnung  verbleiben soll. Um dies zu erreichen, wird  bei der Flachstrickmaschine nur die Hälfte  der bei dem vorhergehenden Beispiel ver  wendeten Nadeln in Gang gesetzt, und es       wird    in an sich bekannter Weise halboffen  gestrickt. Der Fersenteil ist dann auf einer  Seite bei 4a offen und muss dort, wie bei  den ersten Beispielen, durch eine Naht mit    dem übrigen Teil des Strumpfes verbunden  werden. Die Linie 7 ist identisch mit dem  Anschlag, mit welchem das Fernstück     1e     begonnen wurde.

   Um eine bessere Ab  rundung der Ferse zu erzielen, empfiehlt  es sich, die Maschen der Kante 7     mit-          telst    eines besonderen Faden zusammenzu  ziehen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung gummiloser orthopädischer Strümpfe auf Flachstrick maschinen, bei dem der Fersenteil unab hängig vom Waden- bezw. Knöchelteil be strickt und unter Beibehaltung der Rielt- tung der Maschen durch Anstricken nalii- los in die untere Hälfte des Fussteils über geführt wird, während dessen obere Hälite als Fortsetzung des Waden- bezw. Knöchel teils erzeugt wird, dadurch gekennzeieli- net,
    dass das ganze Fersenstück etwa in Form eines Rechteckes gestrickt wird, dessen hintere, kurze Seite offen oder ge schlossen ist, während seine obern Längs ränder durch Vernähen mit dem Ende des rechtwinklig zur Fersenstück verlaufenden rückwärtigen Teils des Waden- bezw. Knöchelteils verbunden werden, das Ganze zwecks Erzielung einwandfreien Sitzens und angenehmen Tragens des Strumpfes. UNTERANSPRtlCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Fersenstück mii derselben Anzahl von Nadeln, welche für das untere Ende des Waden- bezw. Knö chelteils in Verwendung waren, begonnen und dann in halboffener Strickart aus geführt wird. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Fersenteil als Rechts-reahts-Gestrick erzeugt wird, des sen Anschlag und erste Runden mit ver stärkter Fadenspannung gestrickt und daher engmaschiger ausgeführt werden.
CH158802D 1930-11-07 1931-11-04 Verfahren zur Herstellung gummiloser orthopädischer Strümpfe auf Flachstrickmaschinen. CH158802A (de)

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