CH147402A - Verfahren zur Herstellung feiner Kunstfasern. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung feiner Kunstfasern.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung feiner Kunstfasern. Die von den frühesten Anfängen der Kunst- seideindustrie an ausgeübten Bestrebungen, durch Verstrecken der Seidefasern und -fäden beim Spinnvorgang bessere textile Eigen schaften in der Faser zu erzielen, sind bekannt.
Insbesondere bedient sich die Te.chnik. seit längerer Zeit für diese Zwecke des Hilfsmittels von aufeinanderfolgenden Walzen oder Trom meln und Haspeln, die mit verschiedener und zwar in Richtung des Fadendurchganges steigender Umfangsgegehwindigkeit laufen, so dass die Fasern auf dem Wege vom einen zum andern Abzugsorgan einer dem Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeiten entsprechenden Ausreckung unterliegen.
Hierbei ist bis jetzt das mit grösserer Urn- fangsgeschwindigkeit laufende Abzugsorgan gleichzeitig als Aufnahmeorgan für die Fäden benützt worden. Bei dieser Anordnung ist es unvermeidlich, dass der Faden sehr straff auf dieses Aufnahmeorgan aufgewickelt wird.
Bei der Betrachtung dieses Abzugssysterns ergibt sich ohne weiteres, dass das Alass der Ver- streckung, also der Verzug, welchem die Einzelfaser von ihrem Austritt aus der Düse an unterliegt, abhängt von dem Verhältnis der Austrittsgeschwindigkeit der Spinnmasse aus der Düse, ferner der Abzugsgeschwindig keit, mit welcher der Faden auf dem Auf nahmeorgan abgezogen wird. Es ist daher möglich, den hierbei erfolgenden Gesamtverzug in zwei. Phasen zu zerlegen, wobei auf die beiliegende Zeichnung Bezug genommen wird, deren Erläuterung weiter unten erfolgt.
Die erste Phase des Verzuges spielt sich zwischen Spinndüse<B>1</B> und der ersten Walze 4, die zweite Phase nachher zwischen den beiden Walzen 4 und<B>5</B> ab. Beträgt zum Beispiel dieAustrittsgeschwindigkeit aus der Düse 20 m und die Umfangsgeschwindigkeit der ersten Walze<B>25</B> m, so ist der Verzug, <B>d.</B> h. der Quotient
EMI0001.0023
in der ersten Phase = <B>1,25;</B> beträgt fernerhin die'Umfangsgeschwindigkeit der zweiten Walze <B>5</B> beispielsweise 40 m, so ist der Verzug zwischen den Walzen 4 und<B>5 = 1,6</B> und der Gesamtverzug zwischen Spinndüse und zweiter Walze<B>5 =:</B> 2.
Vorliegende Erfindung beruht nun auf der wichtigen Feststelliiiig, dass im allgemeinen beim Nassspinnen von Zelluloselösungen die besten Fasern erhalten werden, wenn man den Verzug der ersten Phase möglichst gering hält, und zwar soll erfindungsgemäss dieser Verzug in der ersten Phase kleiner als<B>1</B> sein, während der Verzug zwischen dem ersten und dem zweiten Abzugsorgau grösser als<B>1</B> ge wählt wird.
Dies bedeutet für die erste Phase, dass die Austrittsgeschwindigkeit der Spinninasse aus der Düse grösser sein soll, als die Geschwin digkeit, mit der die koagulierenden Fasern von dem ersten Abzugsorgan aus dem Bade gezogen werden. Es hat sich gezeigt, dass es dabei möglich ist, den Faden mit einer Ge schwindigkeit aus dem Bade zu ziehen, die z. B. nur ein Drittel derjenigen beträgt, mit welcher die Spinnmasse aus der Düse spritzt, und dass gerade bei besonders niedrigem Ver zug in der Phase<B>1</B> ein kräftiger Verzug in der Phase 2 erfolgen kann, wobei die ent stehende Faser nicht nur nicht geschädigt, sondern sogar in besonders günstiger Weise verfestigt wird.
Demgegenüber ist gleichzeitig festgestellt worden, dass es nicht gelingt, gleichgute Er gebnisse zu erzielen, wenn man den Verzug zwischen Spiiindüse und dem ersten Abzugs organ über die angegebenen Grenzen-hinaus steigert. Das mizellare Gefüge muss, bevor der entscheidende Verzug ausgeübt wird, eine gewisse Dichtigkeit erlangt haben, wenn es in der fertigen Faser den für eine hohe Fe stigkeit charakteristischen, röritgenograpbisch nachweisbaren, orientierten Aufbau erhalten und beibehalten soll.
Der entscheidende Verzug unter ent sprechend starker Spannung des Fadens wird also von dem zweiten Abzugsorgan ausgeübt. In Anbetracht dieser Spannung ist es nicht wünschenswert, den Faden auf diesem zweiten Abzugsorgan selbst zu sammeln, sondern es wird zweckmässig dieses nur als Verzugsorgan benutzt und als Aufnahmeorgan ein drittes Abzugsorgan eingeschaltet, das ungefähr die selbe Umfangsgeschwindigkeit, gegebenenfalls eine um einen geringen Betrag höhere T3m- fangsgeschwindigkeit besitzen kann als das zweite. Der Faden wird also nur unter sehr mässiger Spannung von dem eigentlichen Auf nahmeorgan aufgenommen. Dieses Aufnahme organ kann auch als Abzugswalze für eine dahinter geschaltete Zentrifuge ausgebildet sein.
Die überraschende Wirkung des vorliegen den Verfahrens besteht aleo darin, dass es mit grosser Sicherheit gelingt, eine Kunstfaser mit hohen Festigkeitseigenschaften zu erzeugen, und zwar unter Abzugsverhältnissen, bei denen der Faden mit geringerer Geschwindig- keif von der Düse abgezogen wird, als er aus der Düse austritt; ja, sogar dann, wenn das Aufnahmeorgan den Faden mit geringerer Geschwindigkeit aufrollt, als wie die Spinn flüssigkeit aus der Düse gespritzt wird, wobei also nicht nur der Verzug in der ersten Phase zwischen Spinndüse und dem ersten Abzugs organ, sondern auch der Gesamtverzug kleiner als<B>1</B> ist.
Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens an Hand der beiliegenden Zeichnung, die schematisch eine Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens in zwei um <B>90 0</B> verschiedenen Ansichten darstellt, be schrieben: In der Zeichnung bedeutet<B>1</B> die Spiiindüse, 2 das Spinnbad,<B>3</B> den Faden, 4 und<B>5</B> die beiden Abzugswalzen,<B>6</B> einen Fadenführer mit den Armen a,<B>b</B> und<B>e;</B> mit <B>7</B> ist das Aufnahmeorgan bezeichnet.
Wie in Fig. <B>1</B> punktiert angedeutet, kann das Aufnahmeorgan<B>7</B> ei-setzt sein durch die Abzugswalze<B>8</B> einer Zentrifuge<B>9.</B>
Aus der Düse<B>1</B> mit<B>0,08</B> aim Lochweite wird eine ungereifte Viskose ohne Hottenroth- Grade mit 5/o regenerierbarem Zellstoff, hergestellt aus wenig oder nicht gereifter Alkalizellulose, bei gewöhnlicher Temperatur in das Spinnbad 2 versponnen, welches neben <B>38</B> % H2S04 soviel Carbazoltetrasulfosäure enthält, dass der Gesamtsäuregehalt auf 47 0/0 auf Monohydratschwef elsäure berechnet, kommt.
Das Bad kann einen durch den Ge brauch beim Spinnen unvermeidlichen Gehalt an Na2S04 von zum Beispiel 5% aufweisen. Die Schlepplänge im Bade betrage<B>25</B> cm, die Luftstrecke bis zur ersten Abzugswalze (4) 20 cm und der Verzug zwischen Düse<B>1</B> und dieser ersten Abzugswalze 0,4; der Ver zug zwischen der ersten und der zweiten Abzugswalze sei = 2, der Gesamtverzug dem nach<B>0,8.</B> Die Luftstrecke zwischen den beiden Abzugswalzen 4 und<B>5</B> betrage<B>30</B> cm und diejenige zwischen der Walze<B>5</B> und der Auf nahmespule<B>(7) 60</B> cm.
Der Faden wird auf seinem Weg über die Abzugswalzen durch den feststehenden Fadenführer<B>6</B> so geleitet, dass er durch gegenseitige Reibung zwischen seinem auflaufenden und seinem ablaufenden Teil auf den Walzen 4,5 nicht beschädigt wird.
Es gelingt auf diese Weise mit grosser Regelmässigkeit, Kunstseidefäden feinster Einzeltiter mit einer Festigkeit von<B>3,5 g je</B> Denier und mehr herzustellen.
Je nach Art der Zelluloselösungen, des Fällbades und der sonstigen Spinnbedingungen kann es vorteilhaft sein, den Faden auf einer der Abzugswalzen oder auf dem Aufnahme organ dauernd mit einer Waschflüssigkeit zu behandeln, indem man entweder die betreffende Walze in ein entspreehendes Bad eintauchen lässt oder sie mit der betreffenden Behandlungs flüssigkeit berieselt. Diese Massnahme wird aber iiut- der Vollständigkeit wegen erwähnt und ist nicht Gegenstand der Erfindung.
Claims (1)
- <B>PATENTANSPRUCH:</B> Verfahren zur Erzeugung von feinen Kunst fasern, insbesondere feintitriger Kunstseide unter Verwendung von zwei, den Verzug des entstehenden Fadens regulierenden Abzugs organen, dadurch gekennzeichnet, dass der Verzug EMI0003.0024 zwischen der Spinndüse und dem ersten Abzugsorgan kleiner als<B>1,</B> derjenige zwischen deir, ersten und zweiten Abzugsorgan jedoch grösser als <B>1</B> gewählt wird.UNTERANSPRüCHE: <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Abzug des zweiten Abzugsorgaus geringer ist, als die Austritts geschwindigkeit der Spinnflüssigkeit in das Spinnbad, so dass also der Gesamtverzug kleiner als<B>1</B> ist. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass für die Aufnahme des Fadens ein besonderes hinter dem zweiten Abzugsorgan angeordnetes Aufnahmeorgan verwendet wird, wobei der Faden hinter dem zweiten Abzugsorgan keinen oder nur einen sehr geringen Verzug erleidet.<B>3.</B> Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Aufnahmeorgan eine Spule verwciidet wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Aufnahnieorgan die Abzugswalze einer Spitinschleuder verwendet wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE147402X | 1929-08-14 |
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|---|---|
| CH147402A true CH147402A (de) | 1931-06-15 |
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ID=5671956
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH147402D CH147402A (de) | 1929-08-14 | 1930-08-04 | Verfahren zur Herstellung feiner Kunstfasern. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH147402A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1143604B (de) * | 1957-06-29 | 1963-02-14 | Spinnfaser Ag | Verfahren zum Streckspinnen von Fadenkabeln nach dem Viskoseverfahren |
-
1930
- 1930-08-04 CH CH147402D patent/CH147402A/de unknown
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| DE1143604B (de) * | 1957-06-29 | 1963-02-14 | Spinnfaser Ag | Verfahren zum Streckspinnen von Fadenkabeln nach dem Viskoseverfahren |
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