CH141981A - Verfahren zur Vermeidung der Selbsterregung von mindestens zeitweilig kapazitiv belasteten Asynchronmaschinen mit Kommutatorhintermaschine. - Google Patents

Verfahren zur Vermeidung der Selbsterregung von mindestens zeitweilig kapazitiv belasteten Asynchronmaschinen mit Kommutatorhintermaschine.

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CH141981A
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Cie Aktiengesellschaft Boveri
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Bbc Brown Boveri & Cie
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  Verfahren zur Vermeidung der Selbsterregung von mindestens zeitweilig kapazitiv  belasteten Asynchronmaschinen mit Kommutatorhintermaschine.    Arbeitet ein durch eine Kommutator  hintermaschine erregter Asynchrongenerator  auf eine     kapazitive    Belastung, so besteht be  kanntlich die Gefahr der Selbsterregung,  wenn die durch den kapazitiven Belastungs  strom erzeugte Durchflutung, welche der  Maschinenspannung proportional ist und  gleiche Richtung wie die zur Erregung das  Feldes erforderliche Durchflutung hat, gleich  gross oder gar grösser als diese erforderliche  Durchflutung ist. Durch Schwächung der  Rotorerregung oder durch Gegenerregung  kann die Grösse der resultierenden Durch  flutung auf ein     Mass    gebracht werden, bei  welchem     Selbsterregung    nicht mehr auftritt.

    Bei     kapazitiver    Belastung, wenn die Netz  spannung nicht durch parallel arbeitende  Maschinen konstant gehalten wird, ist aber  nur dann ein stabiler Betrieb mit Gegen  erregung möglich, wenn der magnetische  Kreis der     Asynchronmaschine    (oder     auch     ihrer den Läuferkreis speisenden Hinter-         maschine)    gesättigt ist, da andernfalls die  resultierende     Durchflutung    der Asynchron  maschine nicht nur bei einem bestimmten,  sondern bei jedem dem     ungesättigten    Gebiet  entsprechenden Spannungswert der     Asyn-          chronmaschine    den verlangten Wert hat.

    Ein Betrieb mit stark reduzierter     Spannung,     der manchmal verlangt ist, dabei im all  gemeinen nicht möglich. Wird zur Vermei  dung dieser     Schwierigkeit    der Läufer der       Asynchronmaschine    nicht vom Netz aus,  sondern von einer getrennten Spannungs  quelle erregt, so ist bei induktiver Belastung  wohl stabile Einstellung für jeden Wert der  Netzspannung möglich, bei starker     kapazi-          tiver    Belastung aber besteht wieder die Ge  fahr der Selbsterregung. Betrieb mit Gegen  erregung ist in diesem Falle, da die Phasen  lage der     Durchflutung    des Läufers nicht mehr  von der Phasenlage der Netzspannung ab  hängt, nicht möglich.  



  Stabiler Betrieb bei beliebigem, von der      Maschine selbst bestimmtem Wert der Netz  spannung kann aber dadurch ermöglicht wer  den, dass die Sekundärwicklung der Asyn  chronmaschine mit einer von der Netzspan  nung unabhängigen und einer der Netzspan  nung wenigstens angenähert proportionalen  Durchflutungskomponente erregt wird.  



  Es ist nun Gegenstand der Erfindung  ein Verfahren zur Vermeidung der Selbst  erregung von mindestens zeitweilig kapazitiv  belasteten Asynchronmaschinen mit Kom  mutatorhintermaschine, deren Erregerleistung  teilweise von einem vom Hauptnetz unab  hängigen Hilfsnetz geliefert wird, insbeson  dere von Asynchrongeneratoren und     Asyn-          chronblindleistungsmaschinen,    wobei ihre Se  kundärwicklung mit einer von der Netz  spannung unabhängigen und einer der     Netz-          spannung    wenigstens angenähert proportio  nalen Durchflutungskomponente erregt wird  und wobei bei     kapazitiver    Belastung die  der Netzspannung proportionale Komponente  so gross bemessen ist,

   dass bei ungesättigter  Maschine die aus dieser Komponente und aus  der kapazitiven Komponente der Ständer  durchflutung resultierende Durchflutung klei  ner als die bei gleicher Netzspannung erfor  derliche erregende Durchflutung der Maschine  ist. Bei kapazitiver Belastung ist es vor  teilhaft, durch eine entsprechende Schaltung  die der Netzspannung proportionale Kompo  nente der Läuferdurchflutung der     kapaziti-          ven    Komponente der Ständerdurchflutung  entgegenzurichten.  



  Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung  zeigt Abb. 1. 1 ist das zu speisende Netz,  2 die Asynchronmaschine, 3 die Kommuta  torhintermaschine mit der Kompensations  wicklung 4; die Erregerwicklung 5 der Hin  termaschine wird von der Kommutatorspan  nung des Frequenzwandlers 6 gespeist. Be  sonders bei kleinem Läuferwiderstand des  Asynchronmotors kann es vorteilhaft sein,  die Hintermaschine noch mit einer in Abb. 1  nicht gezeigten, vom Ankerstrom     durchflos-          senen    Reihenschlusserregerwicklung auszu  statten, die eine dem Läuferstrom proportio  nale und entgegengerichtete Spannungskom-    ponente im Läuferkreis des Asynchronmotors  induziert.

   Den Schleifringen des     Frequenz-          wandlers    6 wird in Parallelschaltung so  wohl vom Netz 1 über den Transformator 7  und den Widerstand     8aj    oder 8b und vom  Hilfsnetz 9 aus über den Widerstand 10 je  ein Strom zugeführt. Die resultierende, von  der Erregerwicklung 5 im Anker der Hinter  maschine 3 induzierte Spannung und der  von ihr erregte Läuferstrom des Haupt  motors sind der geometrischen Summe der  Ströme der Widerstände 8 und 10 propor  tional.  



  Der Transformator 7 ist sekundär mit       Sechsphasen-Sternschaltung    ausgeführt. Je  der der beiden Sterne ist über je einen Regel  widerstand 8a     bezw.    8b, die beide von einem  gemeinsamen Stufenschalter gesteuert wer  den, an die Schleifringe des     Frequenzwand-          lers    angeschlossen. Liegt der Stufenschalter  auf einer     Anzapfung    des Widerstandes 8a,  so hat der den Schleifringen des Frequenz  wandlers zugeführte Strom entgegengesetzte  Richtung, als wenn der Stufenschalter auf  einer     Anzapfung    des Widerstandes     8b    liegt.

    Durch Regelung des Widerstandes 8a     bezw.     8b wird die Grösse, durch Übergang des  Stufenschalters vom Widerstand 8a auf     8b     die Richtung der der Netzspannung propor  tionalen     Durchflutungskomponente    im Läu  fer des Hauptmotors geregelt.

   Die Bürsten  des     Frequenzwandlers    sind beispielsweise so  eingestellt, dass die dem Widerstand 8a     ent-          sprechendeDurchflutungskomponente        desLäu-          fers    des     Asynchronmotors    der resultierenden  erregenden     Durchflutung    des Motors gleichge  richtet, die dem Widerstand     8b    entsprechende       Durchflutung    aber der resultierenden Durch  flutung     entgegengerichtet    ist.

   Die Strom  quelle 9 führt den Schleifringen des     Fre-          quenzwandlers    eine von der Netzspannung un  abhängige, durch den Regelwiderstand 10  regelbare Stromkomponente zu, welcher eine  ebenfalls von der Netzspannung unabhängige,  durch äussern Eingriff regelbare Durch  flutungskomponente im Läufer des Haupt  motors entspricht. Die Frequenz der Span  nung an den Sammelschienen 1 und damit      auch die Frequenz des über den Transfor  mator 7 zugeführten Stromes ist stets gleich  der Frequenz der Hilfsspannung 9. Die Pha  senlage zwischen beiden Spannungen wech  selt nur wenig mit der Belastung und der  Schlüpfung der Asynchronmaschine.  



  In Abb. 2 sind als Abszisse die den  Induktionsfluss erregenden Durchflutungen  der Ständer- und Läuferwicklung des Asyn  chronmotors, in der Ordinate dessen Stän  derspannung aufgetragen. Die das Dreh  moment bewirkende, um 90   gegenüber der  erregenden     Durchflutung    verschobene Durch  flutungskomponente ist nicht berücksichtigt.  Kurve a gibt die in der Ständerwicklung  der     Asynchronmaschine    induzierte     EMK    in  Abhängigkeit von der resultierenden erregen  den Durchflutung. Da die Streuspannung des  Ständers vernachlässigt wird, ist diese EMK  identisch mit der Spannung an den Sammel  schienen 1 (Abb. 1).

   Dieser Spannung ist  bei konstantem Widerstand des Netzes des  sen Strom, also auch die magnetisierende  oder entmagnetisierende Rückwirkung des  Ständerstromes proportional. Bei     kapaziti-          ver    Belastung sei die magnetisierende Durch  flutung des Ständerstromes bei der Spannung  OA gleich AB. Bei wechselnder Spannung  wandert Punkt B auf der Geraden b. Die  über den Transformator 7 und den Wider  stand 8b (Abb. 1) erregte Durchflutungs  komponente, die entmagnetisierend wirkt,  sei bei der Spannung OA gleich AC, bei  w echselnder Spannung n wandert C auf der  Geraden e. Die resultierende, von der Netz  spannung abhängige Durchflutung der Asyn  chronmaschine ist also bei der Spannung OA  durch AB - AC = AD, bei wechselnder  Spannung durch die Gerede festgelegt.

   In  Abb. 2 sind die Durchflutungen AB und AC  so gross angenommen, dass die Gerade d ge  genüber der Ordinate im gleichen Sinne ge  dreht ist wie der geradlinige Teil der Mag  netisierungskurve a, aber steiler als diese  verläuft. Da Selbsterregung nur möglich ist,  wenn bei irgend einer Spannung die resul  tierende, durch die Netzspannung erregte  Durchflutung gleich oder grösser als die er-    forderliche erregende Durchflutung ist, ist  unter den gemachten Annahmen Selbst  erregung unmöglich. Zur Einstellung der  Spannung OA muss nun ferner im Läufer  der Asynchronmaschine durch die Strom  quelle 9 (Abb. 1) die Durchflutungskompo  nente OE erregt werden, so dass die resul  tierende Durchflutung in Abhängigkeit von  der Netzspannung durch die der Geraden d  parallele Gerade d1 dargestellt ist.

   Je grösser  die entmagnetisierende     Durchflutung        AC     (durch Verkleinerung des Widerstandes 8b,       Abb.    1) eingestellt wird, desto grösser muss  für gleiche     Netzspannung    die     Durchflutung          0E    des Erregerkreises 9 und 10 eingestellt  werden, unter desto grösserem Winkel schnei  den sich aber die Gerade     d,    und die Kurve a,  desto stabiler ist also die Spannung der       Asynchronmaschine    festgelegt.

   Die Regelung  der Netzspannung kann ausschliesslich durch  Regelung im     Stromkreis    9 und 10 oder auch  durch Regelung im Stromkreis 7 und 8 und  durch gleichzeitige Regelung in beiden  Stromkreisen erfolgen. Doch darf dabei,  wenn Selbsterregung vermieden werden soll,  die     Durchflutung        AC    nie so klein eingestellt  werden, dass die Gerade d mit einem Teil  der Kurve a zusammenfällt oder diese schnei  det. Zweckmässig werden bei der Regelung die  Widerstände 8 und 10 nur so weit geregelt,       dass    sie stets. das Mehrfache des mit - der       Schlüpfung    der     Asynchronmaschine    wech  selnden Scheinwiderstandes der Wicklung 5  betragen.  



  Die Schaltung nach     Abb.    1 ist nur als  Ausführungsbeispiel zu betrachten. Der Er  findungsgedanke ist auch anwendbar, wenn  die Netzspannung und die Stromquelle 9  die Schleifringe des     Frequenzwandlers    6 in       Reihenschaltung    speisen. Die Frequenz der  Netzspannung ist dabei     wieder        identisch     gleich der Frequenz der Stromquelle 9, die  Phasenlage beider Spannungen wechselt aber  wieder mit der     Schlüpfung    und der Be  lastung Ader     Asynchronmaschine.    An Stelle  der Regelung durch Widerstände in den Er  regerkreisen kann auch eine Regelung durch  angezapften Transformator, Induktionsreg-      ler oder besondere Erregermaschine treten.

    Statt die Maschine 3 durch einen     Frequenz-          wandler    zu erregen, kann schliesslich an Stelle  der Maschine 3 eine läufergespeiste Kommu  tatorhintermaschine verwendet werden, deren  Schleifringe entsprechend gespeist werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Vermeidung der Selbst erregung von mindestens zeitweilig kapazitiv belasteten Asynchronmaschinen mit Kommu tatorhintermaschine, deren Erregerleistung teilweise von einem vom Hauptnetz unab hängigen Hilfsnetz geliefert wird, insbeson dere von Asynchrongeneratoren und Asyn- chronblindleistungsmaschinen, dadurch ge kennzeichnet, dass ihre Sekundärwicklung mit einer von der Netzspannung unabhängi gen und einer der Netzspannung wenigstens angenähert proportionalen Durchflutungs komponente erregt wird, und dass bei kapa- zitiver Belastung die der Netzspannung pro portionale Komponente so gross bemessen ist,
    dass bei ungesättigter Maschine die aus die ser Komponente und aus der kapazitiven Komponente der Ständerdurchflutung resul tierende Durchflutung kleiner als die bei gleicher Netzspannung erforderliche er regende Durchflütung der Maschine ist. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei kapazitiver Be lastung die der Netzspannung proportio nale Komponente der Läuferdurchflutung, infolge entsprechender Schaltung, der ka- pazitiven Komponente der Ständerdurch flutung entgegengerichtet ist. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die aus den genann ten Durchflutungskomponenten resultie rende Durchflutung der erforderlichen er regenden Durchflutung der Maschine ent- gegengerichtet ist. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Netz spannung unabhängige und die der Netz spannung proportionale Durchflutungs- komponente im Läuferkreis über eine ge meinsame Erregerwicklung der Kommu- tatorhintermaschine dadurch erzeugt wird, dass diese Erregerwicklung von den bei den den genannten Durchflutungskompo- nenten entsprechenden Strömen- parallel durchflossen wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Netz spannung unabhängige und die der Netz spannung proportionale Durchflutungs- komponente durch Reihenschaltung ent sprechender Spannungen im Läuferkreis der Asynchronmaschine erregt werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da,ss die von der Netz spannung unabhängige und die der Netz spannung proportionale Durchflutungs- komponente durch Reihenschaltung ent sprechender Spannungen im Erregerkreis der Kommutatorhintermaschine erregt werden.
CH141981D 1928-06-28 1929-05-28 Verfahren zur Vermeidung der Selbsterregung von mindestens zeitweilig kapazitiv belasteten Asynchronmaschinen mit Kommutatorhintermaschine. CH141981A (de)

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