Nagnet-Ther mo-Schalter. Es ist bekannt, dass zur Einhaltung be stimmter Temperaturen Kontaktthermometer oder auch Thermoregler, die auf der Aus dehnung von Gasen, Flüssigkeiten oder Me tallen beruhen, verwendet werden. Bekannt ist aber auch, dass allen diesen Apparaten derartige Nachteile eigen sind, dass sie in der Praxis, speziell, in der Kälteindustrie, nur in beschränktem Masse und dann nur unter gleichzeitiger Verwendung von Nebenappa raten gebraucht werden können. Für die direkte Schaltung grösserer Stromstärken scheiden derartige Instrumente völlig aus, weil ihnen in erster Linie die Momentschal tung fehlt, welche zur Vermeidung schäd licher Lichtbogen nötig ist.
Sodann ist die Einstellbarkeit auf kleine Temperatur-Diffe- renzen fast unmöglich. Die Schwierigkeit in der Herstellung von Kontaktapparaten be kannter Bauart bedingt eine Beschränkung in deren Verwendung, weil infolge der vielen Fehlerquellen nur unter Anwendung grosser Sorgfalt eine beschränkte Genauigkeit in der Schaltung erreichbar ist.
Speziell Thermo- regler, welche auf der Ausdehnung von Me- tallen beruhen, kranken an dem Maigel der Empfindlichkeit auf äussere Einflüsse, weil die Ausdehnung der Metalle nur durch grosse Übersetzungen für den Schaltvorgang aus genützt werden kann. Vollautomatische Kühlanlagen zum Beispiel, bei denen nur ge ringe Temperatur-Schwankungen zulässig sind, bedürfen jedoch eines Instrumentes, welches den Schaltvorgang mit Sicherheit einleitet und durchführt. Ebenso ist es nö tig, dass eine Veränderung der Temperatur differenzen und der Höhe der Schalttempe raturen mit einfachen Hilfsmitteln erreicht werden kann.
Kontaktthermometer sind durch eine Reihe eingeschmolzener Kontakte für verschiedene Temperaturbereiche für eine bestimmte Höchst- und gleichzeitig Nie- drigsttemperatur überhaupt nicht verwend bar. Thermoregler mit ihren empfindlichen Übersetzungseinrichtungen erfordern natur gemäss eine ebenso empfindliche Reguliervor richtung.
Vorliegender Erfindung liegt ein Mag- net-Thermoschalter zu Grunde, der gestattet, diesen zu einer Reihe Arbeitsleistungen her- anzuziehen, die bisher teils in beschränktem Masse von Kontaktthermometern oder Ther- moreglern, teils nur unter erheblichen Schwierigkeiten und Kosten ausgeführt wer den konnten. Der Belastung mit grösseren Stromstärken steht nichts im Wege, so dass beispielsweise der Antriebsmotor einer Kälte maschine ohne Zwischenschaltung von Relais oder andern Sehaltern direkt eingeschaltet. werden kann.
Der Magnet-Thermo-Schalter gemäss der Erfindung kennzeichnet sich dadurch, dass' ein unter dem Einfluss eines Elektromag neten bewegbares Glied des Schalters mit einem Kontaktstift versehen ist, durch dessen Berührung mit einer elektrisch leitenden Flüssigkeit, deren Niveaustellung von der Temperatur beeinflussbar ist, ein Stromkreis über den genannten Elektromagneten ge schlossen wird, wobei der Kontaktstift zum Eintauchen in die Flüssigkeit gebracht wird und diese Eintauchtiefe für die Temperatur differenz zwischen Schliessen und Öffnen des Stromkreises massgebend ist.
Die Zeichnung veranschaulicht mehrere Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegen standes.
Beim Beispiel gemäss Fig. 1 ist in der senkrechten Röhre a eine elektrisch leitende: Kontaktflüssigkeit b, zum Beispiel Queck silber, enthalten, deren Volumen von der Temperatur beeinflussbar ist. In der Röhre a ragt von oben ein Kontaktstift c Ihinein4 der am beweglichen Kern d einer festen Elektromagnetspule i sitzt. Der Kern d ist an einer Feder f aufgehängt und mit einem Arm g versehen, der zwischen zwei einstell baren Anschlägen e, e1 liegt.
Die Schaltung wird hervorgerufen durch die Veränderung des Volumens der Kontakt flüssigkeit b, die sich in der Röhre a be findet. Hat sich die Oberfläche der Kon taktflüssigkeit b infolge Erwärmung soweit dem Kontaktstift c genähert, dass sie diesen berührt, so ist der Stromkreis der Elektro- magnetspule i geschlossen. Durch Einwir kung derselben auf den Kern d wird der Kontaktstift c plötzlich nach unten in die Kontaktflüssigkeit b zum Eintauchen ge bracht, zwar nur soweit, als es der ein stellbare Hubbegrenzungsanschlag e erlaubt.
Der Schaltvorgang "Eingeschaltet" bleibt Solange bestehen, als der Kontaktstift c in die Kontaktflüssigkeit. b eintaucht. Durch Abkühlen senkt sich die Oberfläche der Kontaktflüssigkeit b. Im Augenblick der Trennung vom Kontaktstift c von der Kon taktflüssigkeit b entsteht eine Unterbrechung des Stromkreises, die Magnetspule wird stromlos, die Feder<I>f</I> zieht den Kern<I>d</I> mit dem Kontaktstift c bis zum zweiten in R.icli- tung des Federzuges liegenden Hubbegren- zungsanschlag e1; die rasche und sichert- Ein- oder Ausschaltung ist gewährleistet.
Die Eintauchtiefe bestimmt die Temperatur differenz, nach welcher der Stromkreis wie der geöffnet werden soll. Durch Verstellen der Hubbegrenzungsanschläge e und e1 kön nen der Temperaturbereich und die Grenz- temperaturen eingestellt werden.
Fig. 2 zeigt, eine Form der Ausführung, wie durch Wahl von 1Jberset7ungsverhält- nissen die Verstellbarkeit bezw. der Kraft bedarf für den SchaltvorIgang verändert werden kann.
Der Kontaktstift c hängt hier an einem Hebel<I>k,</I> der bei Iel drehbar gelagert ist, und dessen Finger k= zwischen die Ilubbegren- zungsanschläge e, e1 greift. Am Hebel k sitzt der Anker des Elektromagnetes in, der in dem vom Kontaktstift c in Verbindung mit der Kontaktflüssigkeit b gesteuerten Stromkreis liegt.
Fig. 3 endlich zeigt eine der ersten ähn liche Ausführungsform, wobei aber an Stelle der direkten Beeinflussung der Temperatur auf die Kontaktflüssigkeit der Weg über ein Übertragungsmittel gewählt ist, wodurch erreicht wird, dass der Weg pro Grad-'1'ern- peratur zwischen Kontaktstift und Kontakt flüssigkeit durch Wahl einer geeigneten Übersetzung sehr gross, aber auch sehr klein gemacht werden kann. Die Kontaktflüssig keit b ist hier in einem heb- und senkbaren Gefäss rrl enthalten.
Die Einwirkung auf das die Kontaktflüssigkeit enthaltende Ge fäss a1 erfolgt in Abhängigkeit von der Tem peratur durch die Volumenänderung einer in einem Gefäss o und Rohrleitung p ein geschlossenen Flüssigkeit oder eines Gases, wie dies für Fernthermometer oder Mano meter schon bekannt ist, wodurch das Ge fäss a' gehoben oder gesenkt wird.
Die Verwendung des beschriebenen Mag- net-Thermo-.Schalters erstreckt sich nicht nur auf Kühlanlagen, sondern auch auf Heizungs-, Lüftungsanlagen und ähnliche Anlagen.
Durch Zusammenbau mehrerer Konta,kt- stelleii nebeneinander lassen sich auch Mehr phasenströme sehalten; es ist aber dabei nicht notwendig, ebensoviele Elektromagnete anzuordnen, denn es genügt, nur eine Phase für die Schaltvorgänge heranzuziehen.
Die durch den beschriebenen Magnet- Thermo-Schalter erreichten wirtschaftlichen Vorteile sind erheblich, fallen doch alle teuren Nebenapparate weg. Durch die Ein fachheit der Konstruktion wird ausserdem höchste Betriebssicherheit erreicht.