Verfahren zum Anlassen von Drehstrommasehinen mit Erregerquellen im sekundären Stromkreis. Es ist bekannt, Drehstrommaschinen mit Erregerquellen im sekundären Stromkreise so anzulassen, dass die Wirkung der Erreger- rnaschine beim Beginn des eigentlichen asyn chronen Anlaufvorganges ausgeschaltet ist. Die Erregerquelle wird erst zur Wirkung ge bracht, wenn der Anlasser eine bestimmte Stellung erreicht hat.
Eine solche Anordnung ergibt in bezug auf den Anlassvorgang keine eindeutige Bestimmung des Augeh- blickes, in dem die Erregerquelle wirksam wird. Je nach der Grösse des während des Anlaufes zu überwindenden Drehmomentes, je nach der Schnelligkeit der Bewegung des Anlassers entspricht zum Beispiel die jewei lige Anlasserstellung einer andern Drehzahl. Für das Eintreten der Erregerwirkung ist aber stets der Anlasszustand der Maschine massgebend, der sich zum Beispiel durch Drehzahl, sekundäre Spannung, Frequenz usw. ausdrückt.
Nach der Erfindung soll eine eindeutige Abhängigkeit des Eintretens der Erreger- wirkung vom Anlassvorgang dadurch erreicht werden, dass die Erregerquelle durch in Ab hängigkeit von einer dem jeweiligen Anlass zustand eigentümlichen Grösse zur Wirkung gebracht wird. Die Ausführungsformen dieses allgemeinen Verfahrens können ganz ver schieden sein. Sie bestimmen sich aus der Art der Erregerquelle und aus der Wahl der Grösse, die die Erregerquelle zur Wirkung bringen soll. Es ist grundsätzlich gleichgültig, ob eine Drehstrom- oder eine Gleichstrom maschine, ob eine vorhandene Stromquelle (Netz) oder eine besondere Maschine die Er regung übernehmen soll.
Als die dem Anlass- vorgang eigentümliche Grösse können Span nung, Strom oder Frequenz im Sekundär stromkreis, die Drehzahl oder von dieser ab hängige Grössen benutzt werden. In den Ab bildungen sind Beispiele für verschiedene Ausführungsformen gezeigt.
Die Abbildung 1 stellt einen gewöhnlichen synchronisierten Asynchronmotor dar, beste hend aus dem Motor 1, dem Anlasser 2 und der Erregermaschine 3. Die Erregermaschine 3 wird durch das Schütz 4 kurzgeschlossen. Die Spule 5 des Schützes wird von der<B>Schi</B> upf- spannung des Motors 1 gespeist. Wird der Motor 1 im Stillstand an das Netz gelegt, so tritt die höchste Schleifringspannung auf, die sofort das Schütz 4 zum Ansprechen bringt und die Gleichstromquelle durch Kurz- schluss überbrückt. Die Gleichstrommaschine ist so zum Beispiel vor besonders hohen Strömen im Augenblick des Eirrschaltens ge schützt.
Bei steigender Drehzahl vermindert sich die Schlupfspannung und bei einer ganz bestimmten Drehzahl lässt das Schütz seinen Anker fallen, löst den Kurzschluss und bringt die sich selbst erregende Maschine 3 zur Wirkung.
Liegt zum Beispiel die Gefahr vor, dass auch während des Anlassvorganges unzuläs sige Stromstärken im Sekundärstromkreis auftreten, so kann für das Schütz 4 statt der Spannungsschaltung eine Stromschaltung be nutzt werden, d. h. die Spule ä des Schützes 4 muss mit einer Phase des Anlasser gereiht werden und schützt so die Gleichstromma schine bei Übersteigen eitler bestimmten All- lassstromstärke selbsttätig vor Stromüber lastung des Kommutators.
Die Abbildung 2 zeigt ebenfalls einen synchronisierten Asynchronmotor 1, dessen Erregermaschine 3 im Sternpunkt des An lassers 2 liegt. Die Erregung dieser Maschine 3 wird durch ein Frequenzrelais 6 geöffnet und geschlossen, und zwar derart, dass bei hohen Frequenzen der Erregerstromkreis ge öffnet, d. h. die Gleichstrotnntaschine 3 un wirksam gemacht ist. Erst beim Unterschrei ten einer bestimmten sekundären Frequenz, d. h. erst nachdem der Motor 1 eine be stimmte Drehzahl erreicht hat, macht das Frequenzrelais 6 die Gleichstrommaschine 3 wirksam.
Die Abbildung 3 zeigt einen synchroni sierten Asynchronmotor 1, in dessen sekurt- dä.ren Stromkreis das Gleichstromnetz 8 durch ein Schütz 7 eingeschaltet werden kann, in dem das Gleiclrstromrtetz mit eurer Phase gereiht wird. Das Schütz 7 wird durch eilte Taschometerdynamo 9 beim Erreichen einer bestimmten Drehzahl des Motors 1 umgelegt. Auch dadurch wird also die Erregerquelle 8 erst nach einem bestimmten Verlauf des Art lassvorganges eingeschaltet.
Die Abbildung 4 zeigt eine ähnliche Art- ordtttrug wie die Abbildung 3, die aber eine Unterbrechung eitler Phase des sekundären Stromkreises des Motors 1 zurr Zweck der Schaltung der Gleicltstrornquelle zwischen die Unterbreellurtgsstelle vermeidet. Mit Hilfe des Widerstandes 1o, der mit einem auf einer Schraubenwelle beweglichen Kontakt 11 ver ändert werden kann, ist es möglich, die Stromquelle 8 ohne Unterbrechung in den sekundären Stromkreis des Motors 1 einzu schalten.
Die Schraubenwelle des Kontaktes 11 wird durch einen Motor 12 bewegt, der über ein Umkehrrelais 13 all einer Strom quelle, zum Beispiel arn Netz 8 liegt.
Das Umkehrrelais<B>13</B> wird durch einen Flieh kraftsehalter 14 in der Weise beeinflusst, dass das Relais 13 den Motor 12 nach Erreichen einer bestimmten Drehzahl so laufen lässt, dass sich der Kontakt 11 in der Zeichnung nach links bewegt und die Gleichstromquelle allmählich einschultet. Sinkt die Drehzahl wieder unter diesen Wert, so bringt das Relais 13 den Motor 12 zur entgegengesetzten Drehbewegung und schaltet dadurch die Gleichstromquelle 8 allmählich wieder aus.
Die Abbildung 5 zeigt die Anwendung der Erfindung auf einen Drehstrontrnotor mit Drehstrornerregermaschine. Im sekundären Stromkreis des Motors 1 liegt die Drehstrotn- erregerinaschine 15 in 1ieihe mit dem Anlas ser 2. Ein Schütz 1t; sclrliel.;t beim Anspre chen die Erreerrnasehine 15 kurz.
Die Spule des Schützes 16 ist mit einer Phase des An lassers 2 gereiht. Überschreitet die sekundäre Stromstärke beim Anlauf die mit Rücksicht auf den hommutator der Erregermaschine zu lässige Grenze, so spricht das Schütz 16 all und schützt durch Kurzschluss die Erreger- rnaschine 15 vor zu grober Strombelastung.
Bei fremderregten Drehstroirterregermaschi- nen, d. lt. bei Erregermaschinen mit Schleif ringen und liommutator, denen über die Schleifringe eine Erregung zugeführt wird, darf diese -Erregung erst dann eingeschaltet werden, wenn die mit dem Hauptmotor ge kuppelte oder zum mindesten gleichzeitig hochlaufende Drehstromerregermaschine eine bestimmte Drehzahl erreicht hat; andernfalls würden die in den kurzgeschlossenen Win dungen auftretenden Transformatorenspannun- gen die Bürsten zum Ausglühen bringen.
Auch auf diesen Fall kann der Erfindungs gedanke angewendet werden, indem die Er regung der Drehstromerregermaschine erst nach einem bestimmten Verlauf des Anlass- vorgauges eingeschaltet wird.
Bei Anordnungen, bei denen die Erreger maschine durch Kurzschlüsse unwirksam ge macht wird, hat das Verfahren den beson- dern Vorteil, dass das Wiederauftreten des Kurzschlusses von der Drehzahl der zu erre genden Maschine abhängig gemacht ist. Da die Erregermaschine zumeist mit der Haupt maschine gekuppelt ist, so erfolgt der Kurz schluss nur bei geringer Drehzahl der Erreger maschine, d. h. also die an der Erregerma schine kurzzuschliessende Spannung ist eben falls gering.
Die Erfindung erstreckt sich auch auf Einphasenrnaschinen, die mit Hilfe von Dros= selspulerr oder andern Einrichtungen zufn asynchronen Anlauf gebracht werden. Sie bezieht sich insbesondere auch auf Einrich tungen, die den mit Rücksicht auf den Syn- chronisierungsvorgang richtigen Einschaltmo ment einer Gleichstromerregung eindeutig be stimmen sollen.
Selbstverständlich ist es möglich, die Be einflussung der Erregerwirkung von einer Anlaufgrösse betriebsmässig zu verändern, zum Beispiel kann im Beispiel nach der Abbil- bildeng 3 die Drehzahl, bei der das Schütz 7 anspricht, durch den Regler 17 auf einen be liebigen Wert eingestellt werden.