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Brandgeschoss.
Die Austrittskanäle für die Brandmasse von Brandgeschossen sollen erst beim Abfeuern freigelegt werden, bis dahin aber, also bei der Lagerung, Beförderung usw. dicht abgeschlossen sein, um den Luftzutritt zur Brandmasse zu verhindern. Dieser Abschluss lässt es als zweckmässig erscheinen, dass eine Sicherung gegen die Wirkung der infolge Temperaturerhöhungen erzeugten Ausdehnung der Brandmasse im Innern des Geschosses geschaffen werde und die Schaffung einer solchen Ausdehnungsmöglichkeit ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Sie ist insbesondere bei gewissen Arten von Brandmasse, die einen grossen Ausdehnungskoeffizienten haben, von grosser Wichtigkeit, u. zw. auch schon bei der Fertigstellung der Geschosse, wo z.
B. bei dem zum Zwecke der Konservierung vorgenommenen Tunken nicht unbeträchtliche Temperaturerhöhungen vorkommen. Um diese Ausdehnungsmöglichkeit zu schaffen, genügt es in manchen Fällen, die Brandmassekammer nicht voll zu füllen und dabei kann man, wenn man die Brandmasse als zusammenhängenden Formling ausbildet und in die Kammer einlegt, durch entsprechende Bemessung dieses Formlings noch einen weiteren Vorteil erreichen.
Wird nämlich dieser Brandmassepfropfen in die Kammer mit Spielraum eingesetzt, so kann er sich beim Abfeuern infolge seiner Trägheit nicht sofort mit der Geschwindigkeit des rotierenden Geschosses mitdrehen, so dass eine Relativbewegung zwischen dem rasch rotierenden Geschoss und dem Brandmassepfropfen zustande kommt, wodurch Reibungswärme entsteht, die die Brandmasse zum Schmelzen bringt und auf diese Weise das sofortige Austreten der Brandmasse aus dem Geschoss befördert.
Anderseits ist es aber wieder nötig, das Austreten der Brandmasse auf eine möglichst lange Dauer zu erstrecken, um sie auch auf weite Entfernung wirksam zu machen. Dies kann entweder dadurch geschehen, dass die Austrittsöffnungen verhältnismässig klein gemacht werden oder dadurch, dass man den Widerstand, den die Brandmasse auf ihrem Weg zu den Austrittsöffnungen zu überwinden hat, vergrössert, etwa durch Einschaltung von Widerstandswänden od. dgl.
Bei der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform des Geschosses ist die Brandmassekammer durch eine Querwand a in zwei Teile geteilt, die durch eine Bohrung b miteinander in Verbindung stehen.
Konstruktiv ist das Geschoss so ausgeführt, dass in dem Geschossmantel o übereinander zwei Brandmassehülsen d und e eingesetzt sind, deren untere e in ihrem Boden a eine Bohrung b enthält, durch die die beiden Hülsenräume, die durch diesen Boden getrennt sind, miteinander in Verbindung stehen. Unterhalb der Hülse e ist die Verteilerscheibe f in den Geschossmantel c eingesetzt, die eine diametrale Nut g enthält, deren Enden mit einer herumlaufenden Nut h in Verbindung stehen, in deren Höhe der Geschoss. mantel c die Austrittsöffnung i für die Brandmasse enthält.
Die beim Abfeuern zum Schmelzen kommende Brandmasse fliesst zunächst in die diametrale Nut g der Verteilerscheibe f und kommt von hier in den Umfangskanal A von dem sie infolge der Fliehkraft durch die Austrittsöffnung i ausgeschleudert wird. Sobald die Öffnung b in dem Boden a der Hülse e frei wird, fliesst Brandmasse aus der Hülse d in die Hülse e und kann von hier aus die Austrittsöffnung durch die Kanäle der Verteilerscheibe f erreichen. Je nachdem das Geschoss auf längere oder kürzere Entfernungen wirken soll, muss die Öffnung b grösser oder kleiner bemessen werden und sie kann auch zur Erhöhung des Widerstandes durch mehrere kleinere Öffnungen ersetzt werden.
Der Widerstand der Durchgangsöffnung b verhindert jedenfalls, dass der Druck der
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noch eine weitergehende Unterteilung des Brandmasseraumes vorgenommen werden, um den Bewegungwiderstand der Brandmasse zu vergrössern und es können hiezu auch beliebige andere konstruktive Mittel benutzt werden.
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Wie bereits oben erwähnt, sollen die Brandmasseräume eine Ausdelllnungsmlöglichkeit für die Brandmasse bieten, was dadurch geschehen kann, dass diese Räume nicht voll mit Brandmasse gefüllt werden. Man kann aber auch diese Räume mit besonderen Ausdehnungsräumen innerhalb des Geschosses in Verbindung bringen, wohin die die Brandmasseräume voll erfüllende Masse bei Temperaturerhöhungen ausweichen kann. Bei entsprechender Bemessung der Kanäle der Verteilerscheibe können aber auch diese als Ausdehnungsraum genügen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Brandgeschoss, dadurch gekennzeichnet, dass-die Brandmassekammer entweder nicht ganz voll gefüllt wird oder mit einem die Ausdehnung der-Brandmasse infolge von bei der Fertigstellung, Lagerung, Beförderung usw. des Geschosses auftretenden Temperaturerhöhungen zulassenden Raum in Verbindung gebracht wird, als welcher auch die entsprechend bemessenen Kanäle der Verteilerscheibe dienen können.