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Den Gegenstand der Erfindung bildet eine plastische Masse und ein Verfahren zur Herstellung derselben.
Der Hauptvorteil der neuen plastischen Masse ist ihre grosse Eiastizität, Zähigkeit und Plastizität.
Die neue Masse besteht aus einem Glycerinersatz wie Perkaglycerin oder Perglycerin und Stärkemehl, die sich zu einer teigartigen Masse von gummiähnlichen Eigenschaften verbinden.
Die hier erwähnten Stoffe Perglyeerin und Perkaglycerin bestehen aus wässerigen Lösungen mileh- sa'lrer Alkalien oder aus Gemischen oder Doppelverbindungen der Alkaliaetate mit den milchsauren Salzen geeigneter zwei-oder dreiwertiger Metalle, insbesondere der Erden. (s. D. R. P. Nr. 303991 und : 332167).
Vorzugsweise wird die neue Masse in der Weise hergestellt, dass Perkaglycerin mit Stärkemehl angerührt und die Mischung einem Backprozess bei verhältnismässig niedriger Temperatur unterworfen wird. Eine Wärme von zirka 600 C hat sich bereits als ausreichend erwiesen.
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Die oben erwähnten Eigenschaften der neuen Masse lassen sie als besonders geeignet zu elastischen Füllungen für Radbereifungen erscheinen. Hier erweist sich die grosse Elastizität und Zähigkeit der Masse von grossem Wert. Ebenso wertvoll ist ihre Eigenschaft, nicht zu schrumpfen.
Wenn nach längerem Betriebe die Reifendecke durch Dehnung schlaff werden sollte, so kÅann flüssige Mischung nachgefüllt werden. die dann durch die Erwärmung beim Fahren gebacken wird.
Zwecks Herstellung von Radreifenffillungen mit der neuen Masse verfährt man am besten so, dass man einen Laufmantel aus Leder od. dgl. mit der flüssigen Mischung füllt und dann das Ganze einem Backprozess unterwirft. Hiebei tritt eine ausserordentlich innige Bindung der Füllmasse in sich und mit dem
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auftreten.
Massen aus Glycerin und stärkemehlhaltigen Stoffen sind bereits bekannt. Diese besassen aber
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hergestellten plastischen Massen in der Kälte weniger leicht spröde und neigen bei Erwärmung, wie sie bei Radreifen durch die Betriebsbeanspruchung auftritt, weniger leicht zur Entwicklung gefährlicher Dampfspannungen innerhalb des Radreifens.
Auch hat es sich gezeigt, dass zur Erzielung von plastisch-elastischen Massen aus Stärkemehl ein
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mehl und 100 Teilen Perkaglyeerin bestehen. Diese Massen werden nach gründlichster Durchmischung in den Radreifen eingepresst und dann mit dem Reifen einer Erwärmung von zirka 600 (oder auch darüber) unterworfen.
Praktische Erprobung hat gezeigt, dass die Masse ihre Eigenschaften mit der Zeit immer mehr verbessert und allmählich in einen transparenten Zustand übergeht.
Am besten hat sich zur Herstellung der Masse Kartoffelmehl bewährt, doch können auch andere Mehlarten Verwendung finden.
Die Erfindung richtet sich nun weiterhin auf ein Verfahren zum Einfüllen der neuen Masse in Radreifen.
Wenn eine solche Masse einen genügenden Grad von Flüssigkeit oder Plastizität besitzt, um mit dem nötigen Druck gleichmässig in den Reifen eingepresst werden zu können, so ist sie zu leicht in sich
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beweglich und neigt dazu, im Betriebe aus dem Reifen herauszuquellen. Auch wirkt der übergrosse Gehalt an Perglycerin oder Perkaglycerin bei vielen Reifenarten auf den Reifen zerstörend ein, und es besteht die Gefahr, einer schädlichen Dampfbildung oder Verflüssigung der Masse bei der im Betriebe eintretenden Erwärmung.
Gibt man anderseits der Füllmasse den für die Vermeidung dieser Übelstände erforderlichen Kar-
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die Masse so steif, dass man sie auch bei Anwendung erheblichen Druckes nicht gleichmässig in den Reifen einpressen und darin verteilen kann.
Nach der Erfindung wird nun in der Weise Abhilfe geschaffen, dass erst eine infolge iiberhohen
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Masse in den Reifen als Vorfiillung eingebracht, dann eine Masse von höherem Flüssigkeitsgehalt, nach- gepresst, dann nach einer je nach Zusammensetzung der 1Iasse wechselnden Q'lellungszeit die Füllung gebacken wird.
Das Einbringen der Vorfüllung, die unter Umständen völlig trocken sein kann, geschieht am ein-
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in den Reifen. Ist dann der Reifen vollständig auf der Felge befestigt, dann wird eine infolge überhohen Fliissigkeitsgehaltes fliessfähige Masse, die unter Umständen aus reinem Perglycerin oder Perkaglycerin bestehen könnte, zweckmässig aber ebenfalls einen gewissen Kartoffelmehlgehalt besitzt, unter Druck in den Reifen eingepresst. Die Menge dieser nachgepressten Masse bestimmt sich von selbst durch die Menge der vorher eingebrachten Vorfüllung und wird so gross bemessen, dass in der fertigen Füllung das richtige Mischungsverhältnis von etwa 100 Teilen Flüss. igkeit a'lf 180 Teile Kartoffelmehl vorhanden ist.
Dieses Mischungsverhältnis ist naturgemäss je nach Art des verwendeten Mehles ein verschiedenes.
Die nachgepresste flüssige Masse, braucht eine gewisse Zeit, um sich völlig gleichmässig zu verteilen und mit der Vorfüllung eine homogene Masse zu bilden, was gewöhnlich mehrere Stunden dauert. Alsdann wird die Füllung durch einen Backprozess entsprechend fertig gemacht, sie besitzt dann die gewünschten Betriebseigenschaften
Da eine mehlförmige Vorüllung sich nur schwer hantieren lässt, so wird mit besonderem Vorteil die Erfindung so ausgeführt, dass erst ein Vorprodukt mit normalem Mehl-und Flüssigkeitsgehalt in Form einer plastischen Masse hergestellt wird.
Dieses Vorprodukt wird dann in der für plastische Massen, Linoleum u. dgl. üblichen Art auf Kalandern weiter verarbeitet und homogenisiert, wobei sein Mehlgehalt durch Einkneten weiterer Mehlmengen über das für die fertige Reifenfüllung erforderliche Mass gesteigert wird. Die auf diese Weise gewonnene zusammenhängende Masse, die auch in StÜcke zerteilt werden könnte, wird dann in der oben beschriebenen Art in den noch nicht fertig aufgebrachten Reifen hineingepackt, worauf der Reifen fertig aufgebracht und die flüssige Nachfüllung eingepresst wird.
Diese vermag sich dann in den Zwischenräumen der festen Vorfüllung weit besser und gleichmässiger zu verteilen als in einer mehlförmigen Masse, bei welcher infolge Zusammenklumpens oder Verstopfen stets die Gefahr einer ungleichmässigen Verteilung und Mischung besteht.
Das neue Verfahren bietet den sehr grossen Vorteil, dass alte Füllmasse aus abgefahrenen Reifen, die ja nicht genügend flüssig ist, um in neue Reifen eingepresst werden zu können, ohneweiters für neue Reifen Verwendung finden kann.
Statt, wie oben beschrieben, vorzugehen, kann man die am Mehl überreiche, vorteilhaft zerstückelte Vorfüllung auch schon vor. der Einfüllung in den Reifen äusserlich mit Perkaglycerin od. dgl. befeuchten.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung einer plastischen Masse, besonders geeignet zur Radreifenfüllung, dadurch gekennzeichnet, dass Stärkemehl und Per-und Perkaglycerin vermengt und gegebenenfalls die so hergestellte Masse erhitzt wird.