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Rechenschieber.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Rechenschieber, dessen Ausführung grundsätzlich von jener der bekannten abweicht.
Die bisher bekannten Rechenschieber sind in der Regel aus Holz, Karton oder dgl. Material hergestellt und wird die Rinne aus mehreren Teilen gebildet, die zweckmässig zu einem ganzen verbunden sind, damit die Zunge sowie auch eine Zeigermarke eine genaue und sichere Führung beim jeweiligen Verschieben findet. Die mit Rücksicht auf die Genauigkeit bedingte Art der Herstellung und die Beschaffenheit des Materials sind die Ursachen, dass diese Rechenschieber unter den gegenwärtigen Verhältnissen nur zu sehr hohen Preisen erzeugt werden können, wodurch viele Kreise, denen bei ihren Arbeiten ein Rechenschieber unentbehrlich ist, auf denselben verzichten müssen.
Durch die nachstehend beschriebene Erfindung wird die Herstellung eines Rechenschiebers auf die billigste und dabei dennoch grösste Genauigkeit gewährleistende Art ermöglicht.
Der in einer Ausführungsform in der Zeichnung dargestellte Rechenschieber besteht aus einer Rinne R. Dieselbe wird aus einem Streifen dünnen Materials gebildet, welches sich biegen lässt und eine gewisse Steifigkeit besitzt, z. B. Blech. Der Materialstreifen wird in der Mitte zusammengebogen bis sich die beiden Schenkel a und b bzw. deren Kanten beinahe berühren. Während des Vorganges des Biegens wird der Boden der Rinne zu einer Hülse H aufgeweitet.
Die Zunge Z besteht aus einem gleichlangen Streifen desselben oder eines andern Materials, welcher an den beiden Längsrändern mit Wulsten W versehen ist. Die Wulste haben einen etwas geringeren Durchmesser als die Hülse H der Rinne R, damit sie in derselben gut passend verschoben werden können,
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die Zunge Z führen.
Auf den Rinnenschenkeln a und b, sowie beiderseits auf dem flachen Zungenteil sind die Skalen, welche zusammenarbeiten sollen, in einem beliebigen, dem angestrebten Zwecke der Massenerzeugung entsprechenden Druck-, Ätz-oder dgl. Verfahren aufgetragen.
Nachdem die Länge des Rechenschiebers den mehr oder weniger grossen Materialaufwand bedingt, sind in der vorliegenden Ausführungsform, um grösste Genauigkeit mit geringstem Materialaufwand zu vereinen, a : 1Í den Rinnenschenkeln einfache, mit den Ziffern 1-0 bezeichnete Teilungen und auf den Zungenflächen dieselben Teilungen in umgekehrter Richtung angeordnet. Die Ablesung eines Resultates erfolgt nach der bekannten Regel : Die zwei Faktoren sind übereinanderzustellen und das Resultat ist dann bei einem beliebigen Endstrich abzulesen. Durch diese Anordnung der Skalen wird erzielt, dass ein nur 13 cm langer Rechenschieber die gleiche Genauigkeit aufweist, wie ein 26 cm langer von der allgemein verbreiteten Anordnung.
Die Anzahl der Skalen, welche bei der beschriebenen Anordnung zusammenarbeiten, beträgt je zwei auf jeder Seite. Selbstverständlich kann bei grösserer Breite des Zungenteiles und der Schenkel a und b eine beliebige Anzahl von Skalen aufgetragen werden ; um die Ablesung einer durch die Rinnenschenkel verdeckten Skala zu ermöglichen, sind in denselben Schauöffnungen S vorgesehen, die gegebenenfalls mit einer Zeigermarke M ausgestattet sein können. Es können aber auch auf beide Wülsten der Zunge Rinnenteile R aufgeschoben werden, wodurch sich die Zahl der unmittelbar zusammenspielenden Teilungen auf je vier auf jeder Seite erhöht. Diese zwei Rinnen können entweder jede für sich verschiebbar oder zu einem festen Rahmen vereint auf der Zunge angeordnet werden.
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Um einen beliebigen Teilstrich einer Skala festlegen zu können, sind Zeiger oder zweckmässig aus- geführte, mit Glas und eingeätzten Teilstrichen versehene Rahmen vorgesehen, die sich auf der Hülse H der Rinne R verschieben.
Die beschriebene Ausführungsform eines Rechenschiebers ermöglicht es, denselben in einfachsten Arbeitsvorgängen auf rein maschinellem Wege der Massenerzeugung unter Wahrung der grössten Genauigkeit anzufertigen, wodurch der angestrebte Zweck grösster Billigkeit sicher erreicht wird.