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Beharrungsregler.
Um umlaufende Wellen auf eine bestimmte Beschleunigung oder auf gleichbleibende Winkelgeschwindigkeit zu regeln, hat man eine träge Masse drehbar auf der Welle angeordnet. Bei Gesehwindig- keitsänderungen der Welle bleibt diese Masse zurück bzw. eilt vor, und diese Relativbewegung wird benutzt, um Regelvorgänge auszulösen. Diese setzen also nicht erst dann em, wenn die Geschwindigkeit sich bereits merklich geändert hat, sondern schon in dem ersten Augenblick, in dem die Geschwindigkeits- änderung auftritt. Mit derartigen Beschleunigungsreglern muss sich also eine höhere Gleichmäss gkeit der Geschwindigkeit erreichen lassen, als mit den gewöhnlichen Gesehwindigkeitsreglern.
Es ist jedoch notwendig, um einen brauchbaren Regler zn erhalten, dass schon ausserordentlich kleine Beschleunigungen einen Regelvorgang auslösen. Dazu muss einerseits die träge Masse eine erhebliche Grösse haben, damit auch bei kleinen Beschleunigungen genügend grosse Beschleunigungskräfte auftreten. Anderseits muss diese Masse möglichst reibungsfrei um die Welle drehbar und so genau wie möglich zentriert sein. Es kann dies durch geschickt ausgebildete Kugellager erreicht werden. Indessen bleibt selbst bei den besten Kugellagern noch immer ein gewisser Spielraum für die Lagerung, der zu Störungen Anlass geben kann. Ausserdem ist die Reibung der Ruhe bei einem Kugellager für sehr fein-
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leicht zu Störungen Anlass geben.
Gemäss der Erfindung wird daher die träge Masse mittels elastischer Kräfte gelagert. Am geeignetsten hiefür ist das an sich bekannte Kreuzfedersystem, das beispielsweise so ausgeführt werden kann, dass an zwei exzentrischen Punkten der Welle Federn befestigt sind, die durch die Wellenachse hindurchführen und an zwei Punkten der trägen Masse angreifen. Dadurch, dass die Federn sich in der Drehachse überkreuzen, ist für die kleinen Bewegungen, welche die so mit der Welle gekuppelte Masse ausführen kann, die Zentrierung der Masse zur Welle in genügendem Masse gesichert. Man hat gleichzeitig dadurch die Reibung der Ruhe praktisch beseitigt und kann das Kreuzfedersystem ausserdem als Direktionskraft für die Rückführung der trägen Masse in ihre Nullage benutzen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Fig. 1 beschrieben. Die träge Masse a ist an der Welle b mittels der die Welle durchsetzenden sich kreuzenden Blattfedern c und d befestigt. Diese Federn ermöglichen eine reibungsfreie Bewegung der trägen Masse a gegenüber der Welle b unter genauer Einhaltung der konzentrischen Lage beider.
Die träge Masse a und die Welle b betätigen nun irgend welche Einrichtungen, durch welche die Geschwindigkeit der Welle b verändert werden kann. Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel ist diese Aufgabe in folgender Weise gelöst. Auf der trägen Masse a sind zwei Hebel symmetrisch angeordnet, die um die gegebenenfalls auch durch Kreuzfedern herstellbaren Dlehpunkte e und l'drehbar sind. An dem kleinen Hebelarm greifen mittels biegsamer Verbindungsorgane g und t zwei Zapfen i und k an, die mit der Welle b fest verbunden sind. Die Enden der langen Hebelarme sind durch einen Faden 1 miteinander verbunden-der über die den Arm n tl agende Rolle m derart läuft dass bei einer Verschiebung des Fadens die Rolle m und der Arm n mitgenommen werden.
Bei der Bewegung kommt der Arm n mit einem elektrischen Kontakt o oder p in Berührung, wodurch die Geschwindigkeit erhöht bzw. herabgesetzt wird. Der Faden ist mit den beiden Hebeln mittels Federn q und 1" verbunden.