<Desc/Clms Page number 1>
Spiegelbrille.
EMI1.1
den Zweck haben, ein binokulares stereoskopisches Sehen in Körperhöhlen zu ermöglichen, die infolge beschränkter Einblicksöffnung bei der durch die normale Pupillendistanz bedingten
Konvergenz der Augenachsen binokular nicht überblickt werden können.
Die bisher verwendeten Instrumente dieser Art bestehen im wesentlichen aus spiegelnden
Flächen, die paarweise derartig einander gegenübergestellt sind, dass die von einem in gegebenen Augenabstand gelegenen Objekte divergierend ausgehenden Hauptstrahlen durch doppelte Reflexion parallel gerichtet in die Augen gelangen und auf diesem Wege ein Linsensystem zu passieren haben, das als Fernrohrlupe das Bild des Objektes unter einem gewünschten
Gesichtswinkel im Unendlichen erzeugt.
Die Verwendung eines derartigen Linsensystems bedingt jedoch einerseits ein kleines Gesichtsfeld, daher ein geringes Orientierungsvermögen, anderseits aber eine unnötige Komplikation in allen Fällen,. wo eine Vergrösserung nicht zweckdienlich erscheint. Um daher diese Nachteile des kleinen Gesichtsfeldes der erschwerten Orientierung, der komplizierten und daher teueren Konstruktion zu vermeiden, und ausserdem das Instrument möglichst leicht und handlich zu gestalten, und den sonstigen Anforderungen an ein chirurgisches Instrument, al, welches der Erfindungsgegenstand in erster Linie gedacht ist, Genüge zu leisten, nämlich eine leichte Zerlegbarkeit zwecks chirurgischer Sterilisierung zu ermöglichen, wird bei vorliegender Erfindung ein bloses Reflexionssystem verwendet,
bei dem im Sinne der Erfindung zwecks Vermeidung von Doppelbildern die Reflexionsflächen paarweise einander gegenüber gestellt sind, dass die von einem in Operationsdistanz befindlichen Punkte der Mittelachse divergierend ausgehenden, auf die inneren Spiegelflächen auftreffenden Lichtstrahlen derartig reflektiert werden, dass sie infolge der zweiten Reflexion an den äusseren Spiegelflächen divergierend in die Pupillen gelangen, so zwar, dass die zwei sichtbaren Punktbnder in einem gemeinsamen Punkte der Mittelachse in deutlicher Sehweite vereinigt erscheinen. Infolge dieser gegenseitigen Lage der beiden Spiegelpaare wird nämlich die physiologische Bedingung des einfachen und deutlichen Sehens erfüllt, nach welcher die Akkomodation der Konvergenz innerhalb der physiologischen Breite entsprechen muss.
Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung schematisch in zwei Ausführungsformen dargestellt, und zwar zeigt Fig. I eine Ausführungsform bei Verwendung von Glas-oder Metallspiegeln und Fig. 2 eine solche bei Verwendung von spiegelnden Prismen.
Laut Fig. i sind vor den beiden Augenpupillen Al 4, unter einem Winkel x von ca. 450 gegen die Mittelachse die beiden Aussenspiegel 51 52 angeordnet, denen die beiden Innenspiegel 53, 54 derartig unter einem Winkel' ; gegen die Mittelachse gegenübergestellt sind, dass ein auf letzterer gelegener Punkt G in nachfolgender Weise abgebildet wird : Nach dem Reflexionsgesetz erscheint dieser Punkt durch die Innenspiegel in den Punkten HI Ha abgebildet, und diese selbst durch die beiden Aussenspiegel in den Punkten BI Bu, dite erfindungsgemäss in einem gemeinsamen Punkte B der Mittelachse in deutlicher Sehweite liegen müssen.
Dabei erscheinen die Augenpupillen A, A2 durch Reflexion der beiden Aussenspiegel in den Punkten abgebildet und diese wieder durch die beiden Innenspiegel in den Punkten Pi und P so dass vom Objektpunkt G aus gesehen, die Augenpupillen in
<Desc/Clms Page number 2>
der reduzierten Pupillendistanz PI P2 erscheinen, die durch entsprechende Lage der Innenspiegel (Abstand bl b2) so klein gehalten werden kann, als es die Grösse der Einblicksöffnung der zu untersuchenden Körperhöhle erfordert.
Anstatt der Glas- oder Metallspiegel können vorteilhafterweise auch reflektierende Prismen verwendet werden, wobei entweder jede reflektierende Fläche je einem Prisma angehört, oder aber je zwei gegenüberstehende Reflexionsflächen durch ein einziges Prisma gebildet werden, wie dies in Fig. 2 ersichtlich ist. In diesem Falle ist naturgemäss bei der geometrischen Bestimmung der Bildpunkte der Umstand zu berücksichtigen, dass zwecks Vermeidung der Dispersion die Objektiv-und Okularflächen der Prismen normal zum einbzw. austretenden Hauptstrahl zu liegen haben und dass ausseldem die Objektweite infolge
EMI2.1
EMI2.2
EMI2.3
EMI2.4
EMI2.5
Die nur geringe Richtungsdifferenz zwischen eintretenden und austretenden Hauptstrahl gestattet die Verwendung paralleler Objektiv- und Okularflächen, die beide zur Mittelachse senkrecht stehen können, ohne dass die hier infolge divergierender Spiegelflächen bedingte Dispersion störend empfunden werden könnte.
Die Beleuchtung des Operationsfeldes kann hier in der an sich bekannten Weise durch einen zwischen oder oberhalb der beiden Innenprismen disponierten kleinen Reflektor vorgenommen werden.