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Verschluss für Konservierungsgefässe.
Früher benutzte man zum Einmachen offene Glasgefässe, Dunstobstgläser, welche man durch Überbinden mit Pergamentpapier verschloss. Ein keimdichtes steriles Verschliessen war bei diesem Verfahren nicht möglich. Um den Inhalt haltbar zu machen, setzte man Konservierungsmittel, insbesondere Salicylsäure oder so viel Zucker zu, dass dieser als Konservierungsmittel wirkte. Um Konservengläser wirklich keimdicht zu verschliessen, wurde auch der Vorschlag gemacht, sie mit einem Textilmaterial, wie Leinwand o. dgl., zuzubinden und die Leinwand mit einer Celluloseesterlösung zu imprägnieren. Neuerdings haben sich auch besondere Gefässe mit abgeschliffener Öffnung, abgeschliffenem Deckel und dazwischen liegendem Gummiring zur Konservierung der verschiedensten Nahrungsmittel sehr gut eingeführt.
Das keimdichte Verschliessen wird bei diesem Verfahren dadurch bewirkt, dass der Deckel durch Luftdruck den Gummiring auf die Glasöffnung aufpresst. Eine Abänderung dieses Verfahrens besteht darin, dass man zum Abdichten von Konservengefässen aufgequellte Pergamentpappe verwendet.
Nach der vorliegenden Erfindung wird der Verschluss von Konservierungsgefässen in ganz anderer Weise und nach anderen Gesichtspunkten bewirkt. Man verwendet dabei keine besonders vorbereiteten oder abgeschliffenen Gefässe, sondern gewöhnliche offene Flaschen oder Büchsen oder sogenannte Dunstobstgläser. Über die Öffnung des Gefässes legt man ein sehr feines, biegsames, wasserundurchlässiges Häutchen. Besonders geeignet sind ganz dünne Häutchen aus Celluloseestern, z, B. Acetyl-oder Nitrocellulose. Das Häutchen ist einige Zentimeter grösser als die Gefässöffnung. Über dieses Häutchen stülpt man nun eine stark wasserhaltige Kapsel aus Cellulosehydrat und zieht sie derartig über das Häutchen, dass die Kapsel mit ihrem Rande das Ende des wasserundurchlässigen Häutchens überfasst und übergreift.
Die zu diesem Zwecke verwendete Kapsel aus Cellulosehydrat stellt man in der Regel auf chemischem Wege her und bedient sich dazu der bekannten Verfahren zur Auflösung und Wiederausfällung von Cellulosehydrat. Ein solches Verfahren ist z. B. folgendes :
Man löst Cellulose unter Verwendung von Schwefelkohlenstoff und Natronlauge zu Cellulosexanthogenat auf, stellt also eine sogenannte Viskoselösung her. In diese Viskoselösung taucht man geeignete Glasformen ein und bringt hierauf die anhaftende Viskoselösung dadurch zur Koagulation, dass man den mit der Viskoselösung überzogenen Körper bzw. die mit der Viskoselösung überzogene Form in eine Säure-oder saure Salzlösung eintaucht. Es entsteht hierdurch eine weiche, geschmeidige Kapsel aus Cellulosehydrat, die nach genügendem Auswaschen feucht aufbewahrt wird.
Eine solche Kapsel stülpt man, wie oben beschrieben, auf die mit dem dünnen Celluloseesterhäutchen bedeckte Flasche. Natürlich muss man die Grösse der Kapsel so wählen, dass sie sich bequem über die Flasche stülpen lässt, aber andrerseits nicht zu weit ist. Die Cellulosehydratkapsel hat die Eigenschaft, sich beim Trocknen ausserordentlich stark zusammenzuziehen. Bei diesem'Zusammenziehen infolge der Wasserverdunstung der aus wasserhaltiger Cellulose bestehenden Kapsel wird das wasserundurchlässige Häutchen vollkommen bakterien-, luft-und keimdicht gegen den Flaschenhals und die Flaschenöffnung
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gepresst.
Kapseln und Cellulosehydrat hat man zwar bereits zum Verschliessen von Gefässen verwendet, sie sind aber wegen ihrer Wasserempfindlichkeit unbrauchbar zum Verschliessen aller solcher Gefässe, die einen feuchten wasserhaltigen Inhalt haben. Erst durch die vom Erfinder vorliegenden Verfahrens aufgefundene Kombination solcher Kapseln mit einem wasserundurchlässigen Zwischenhäutchen, also erst dadurch, dass man zwischen den feuchten Inhalt oder die feuchte Atmosphäre der Flasche und die gegen die Feuchtigkeit empfindliche Cellulosehydratkapsel das gegen Feuchtigkeit unempfindliche Celluloseesterhäutchen
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Durch diesen neuen Verschluss wird gegenüber bekanntem der Vorteil erzielt, dass die Gefässe zum transportfähigen und sicheren Verschliessen ohne Anwendung eines Stopfens oder Deckels nutzbar gemacht werden.
Es wird also sowohl gegenüber dem altbekannten Zustöpseln vou Gefässen als auch gegenüber dem modernen Verfahren des Verschliessens mit
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erzielt. Das neue Verfahren der vorliegenden Erfindung ermöglicht einen viel zuverlässigeren
Verschluss als z. B. die Verwendung von Pergamentpapierhüllen oder Pergamentscheiben. Der teure und nur schwer in guter Qualität erhältliche Gummi, wie er zum Abdichten der aufgeschliffenen Deckel der sogenannten Weckgefässe dient, wird gänzlich ausgeschaltet.
Auch das umständliche Verfahren des Zubindens eines Konservierungsgefässes mit Textilmaterial und das in den Händen des Verbrauchers unzuverlässige und umständliche Imprägnieren des
Textilmaterial mit einer Celluloseesterlösung, welches in einer Patentschrift vorgeschlagen wurde, wird nach dem neuen Verfahren gänzlich vermieden.
Zur Kennzeichnung des neuen Verfahrens soll das Verschliessen eines Gefässes nochmals kurz an folgendem Beispiel erläutert werden :
Statt einen Kork in die Flaschenöffnung einzupressen oder einen Deckel aufzulegen, wird auf die zu schliessende Öffnung das aus einem wasserundurchlässigen Celluloseester be- stehende Häutchen, z. B. aus Acetylcellulose, aufgelegt, welches so gross ist, dass es über den Wulst des Flaschenkopfes herabreicht. Über dieses Häutchen wird die wasserhaltige
Kapsel geschoben, welche ihrerseits etwas länger ist als das Häutchen und infolgedessen das Ende des Häutchens am Flaschenhals noch übergreift. Das luft-und keimdichte Ver- schliessen kommt dadurch zustande, dass die Kapsel durch Verdunsten des Wassers sich zusammenzieht und mit ausserordentlich hohem Druck das Häutchen auf dem Rand des Flaschenkopfes aufpresst.
Das Häutchen bildet also den eigentlichen Verschluss, wobei die
Kapsel aus Cellulosehydrat vor der Einwirkung der im Gefäss befindlichen Flüssigkeit geschützt ist.
Da das aus wasserundurchlässigem Material bestehende Häutchen keine Poren besitzt, so ist der neue Verschluss ein wasser-, luft-und keimdichter. Das aus wasserundurchlässigem Material bestehende Häutchen muss derartig fein, dünn und geschmeidig sein, dass die beim Umbiegen über den Rand der Öffnung sich bildenden Fältchen durch die Kapsel ganz luftdicht zusammengepresst werden, wobei selbstverständlich für jede Grösse der Gefäss- öffnung eine entsprechend bemessene Kapsel verwendet wird, und zwar in solcher Grösse, dass sie in wasserhaltigem Zustande genügend eng ist, um beim Zusammenziehen das Verschlusshäutchen mit sehr hohem Druck auf den Flaschen-oder Gefässrand aufzupressen, ohne andrerseits zu zerreissen.
Der neue Verschluss eignet sich für alle vorhandenen Glasund Porzellangefässe, d. h. eng wie weithalsige Flaschen o. dgl. und kann sowohl für kalt zu verschliessende, wie warm zu sterilisierende Gefässe verwendet werden.
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