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Tüllspitzenmaschine.
Jeder Spulenschlitten von Spitzenmaschinen von der in der österreichischen Patent- schrift Nr. 62g81 beschriebenen Art besitzt an seinem unteren Rande eine Kerbe, welche zur Aufnahme des Stecherendes dient. Diese Kerbe verursachte insofern grosse Übelstände und beeinträchtigte ein ordnungsmässiges Arbeiten, als die Kettenfäden, welche die Schlitten kreuzen, sich leicht in der Kerbe festsetzten, wodurch häufig Fadenbrüche eintraten. Die
Stecher und die damit in Verbindung stehenden Zugstangen sind bei solchen Maschinen dicht nebeneinander vorgesehen ; dabei ist ihre Stärke sehr gering, weil jeder Stecher sich unmittelbar unter dem zugehörigen Spulenschlitten befinden muss.
Die Stecher und die Zug- stangen reiben des öfteren gegeneinander während ihrer verschiedenen Bewegungen, und es kommt häufig vor, dass ein Stecher oder eine Zugstange durch die Reibung den benachbarten Stecher bzw. die Zugstange mitnimmt, trotzdem diese eigentlich in Ruhe verbleiben sollten. Durch die Erfindung sollen nun diese Übelstände vermieden werden.
In der Zeichnung sind Fig. i eine Seitenansicht der Gesamtanordnung der Maschine, die Fig. 2, 3 und 4 Einzeldarstellungen des Spulenschlittens im Aufriss, im Schnitt nach der Linie A-A der Fig. 2 und in Unteransicht, die Fig. 5 und 6 eine Ansicht des Kammes bzw. ein Schnitt nach der Linie B-B der Fig. 5, Fig. 7 ein wagrechter Schnitt nach der Linie C-C der Fig. i, Fig. 8 ein senkrechter Schnitt nach der Linie D-D der Fig. i und Fig. 9 eine Oberansicht der Führungen für die Zugstangen, während die Fig. 10 und II die Wirkung der Sperrvorrichtung der Zugstangen in zwei Lagen veranschaulichen.
Wie aus den Fig. i bis 4 ersichtlich, besitzt jeder Spulenschlitten a an seinen beiden Seiten im Bereich der Kerbe al, die zur Aufnahme des Stechers b dient, zwei sehr dünne Lamellen oder Plättchen s", die durch Nietung oder Lötung mit dem Schlittenkörper verbunden sind. Diese beiden Plättchen lassen zwischen sich einen genügenden Raum zur Aufnahme der Spitze des Stechers b, so dass diese beim Hochheben des Stechers in die Kerbe eindringen kann. In den Führungszähnen c der Kämme sind den Plättchen all entsprechende Aussparungen cl (Fig. 6) vorgesehen. Infolge der Anordnung der Plättchen all zeigt der untere Rand der Spulenschlitten a keinerlei Unterbrechung, wie dies bisher der Fall war, so dass auch die Kettentäden sich nicht mehr daselbst festsetzen können.
Ausserdem wird die Stecherspitze, wenn sie einmal in die Schlittenkerbe eingedrungen ist, zwischen den beiden Plättchen < sicher festgehalten und kann seitlich nicht ausweichen oder den Spulenschlitten verlassen. Der obere Teil der Kerbe al ist seitlich nicht abgedeckt, so dass, falls sich irgendein Fremdkörper zwischen den beiden Plättchen a* testsetzen sollte, dieser beim Eindringen der Stecherspitze in die Kerbe al nach aussen gedrängt wird.
Die Stecher b besitzen an ihrem unteren Ende einen kreisförmigen Fuss bl, mit dessen Hilfe sie in einer zylindrischen Rinne einer Schiene d ausschwingbar gelagert sind. Die Schiene d durchzieht die ganze Länge des Stuhles und erhält in lotrechter Richung eine Hin-und Herbewegung, um die Stecherenden in den gewünschten Zeitpunkten in die Kerben a1 der zugehörigen Schlitten a zu bringen. Die Stecher b sind in ihrer Eingriffsstellung mit den Kerben al der Schlitten a voneinander durch die Zähne c des Mittelkammes getrennt und durch diese Zähne geführt. Jeder Stecher b wird durch eine Zugstange f, mit der er gelenkig verbunden ist, in Hin-und Herschwingung gesetzt. Zwischen
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den Stechern b sind an der Verbindungsstelle der letzteren mit den Zugstangen f Platten g eines Kammes vorgesehen.
Dieser Kamm wird von einem Ständer h der Schiene d getragen Die Platten g sind, wie Fig. i erkennen lässt, bogenförmig gestaltet, und zwar nach einem Kreis, der seinen Mittelpunkt in der Schiene d hat. Die Länge der Platten g ist so gewählt, dass der Gelenkpunkt zwischen Stecher und Zugstange stets innerhalb des Kammes bleibt.
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welche die gleiche Stärke wie die Platten g besitzen. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass die Stecher an keinem Punkte ihrer Länge mit den benachbarten Stechern in Berührung kommen können, denn sie sind an ihrem oberen Ende durch die Zähne c des Mittelkammes, in der Mitte durch die Platten g und an ihrem unteren Teil durch die Scheiben i voneinander getrennt.
Die Zugstangen. f, welche die Stecher b antreiben, werden ebenfalls durch die Platten g voneinander getrennt gehalten. Der Antrieb der Zugstangen f erfolgt, wie dies in der österreichischen Patentschrift Nr. 62981 beschrieben ist, durch Schienen i und k (Fig. 11), welche die Zugstangen je nach der Höhenlage, die sie einnehmen, nach der vorderen oder hinteren Stuhlseite hin bewegen oder in Ruhe belassen. Die Höhenlage der Zugstangen mit Bezug auf die Schienen/und A wird durch Nadelgruppen 1 und m bestimmt, die durch eine Jacquardeinrichtung in bekannter Weise verstellt werden. Auf diesen Nadeln 1 und m ruhen die Zugstangen f. Die Zugstangen werden bei ihrer lotrechten und wagrechten Verstellung in bekannter Weise durch Kämme n und o geführt, deren Zähne zwischeneinander greifen.
Die Zugstangen j ruhen auf den Nadeln 1 und m mit Hilfe von Vorsprüngen, die abwechselnd kurz und lang sind (Fig. 8). Die langen Vorsprünge greifen in die Zwischenräume der Kämme n und o ein, während die kurzen Vorsprünge sich über den Zähnen der Kämme o befinden, Die Nadeln besitzen die Form von rechten Winkeln ; die wagrechten Arme dienen zur Aufnahme der entsprechenden Vorsprünge der zugehörigen Zugstangen. Um eine gegenseitige Reibung der Zugstangen zu vermeiden, besitzen die Zähne der beiden Kämme n und o gemäss der Erfindung auf ihren beiden Seiten dünne Plättchen p, welche, wie aus den Fig. 1, 8 und 9 ersichtlich, die Zugstangen voneinander trennen.
Ausserdem sind die Zugstangen an ihren in bekannter Weise nach unten gebogenen hinteren Enden durch einen Kamm q voneinander getrennt, dessen sehr dünne Zähne genügend lang sind, um den Zugstangen, ohne ihren Antrieb zu behindern, auf ihrem vollen Hube eine Führung zu gewähren. Die Zugstangen können sich nicht gegeneinander reiben, da sie an ihrem vorderen Teil durch die Platten g, in ihrer Mitte durch die Plättchen p und an ihrem hinteren Ende durch den Kamm q voneinander getrennt sind.
Die Zugstangen f werden durch die Schienen i und k in Querrichtung zum Stuhl hin und her bewegt. Die Zugstangen ruhen in ihrer tiefsten Lage auf der Schiene i auf.
Um zu verhindern, dass die Zugstangen unbeabsichtigt durch die Reibung von der Schiene i mitgenommen werden, sind zwei feststehende Stäbe r und s vorgesehen. Wie aus Fig. i ersichtlich, wird das hintere Ende der Zugstange zwischen den Stäben festgehalten, falls die Zugstange ihre mittlere Höhenlage einnimmt, bei der sie ebenso wie der im Mittelkamm befindliche Spulenschlitten a in Ruhe verbleiben soll.
Die Höhenlage der beiden Stäbe, und s ist so gewählt, dass eine Zugstange entweder frei unter dem Stab s vorbeibewegt werden kann, wenn diese Zugstange in ihrer Tiefstellung (Fig. 10) im Sinne des Pfeiles in dieser Figur unter Vermittlung ihres Stecherhebels b den betreffenden Spulenschlitten in Verbindung mit der hinteren Treibstange bringen soll, oder dass die Zugstange über den Stab r sich bewegen lässt, wenn die Zugstange ihre höchste Lage einnimmt und in der Pfeilrichtung der Fig. Ir den betreffenden Spulenschlitten mit der vorderen Treibstange in Verbindung bringen soll.
Durch die vorliegende Erfindung wird eine sichere Führung der arbeitenden Organe und, weil eine unbeabsichtigte Verstellung der Spulenschlitten nicht eintreten kann, eine zuverlässige Wirkung gewährleistet.
PATENT-ANSPRÜCHE : I. Tüllspitzenmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass an den beiden Seiten jedes Spulenschlittens (a) im Bereich der zur Aufnahme des Stechers (b) dienenden Kerbe fa zwei Plättchen (as derart befestigt sind, dass der Spulenschlitten an seinem unteren Rande keine Unterbrechung aufweist, in der sich ein Kettenfaden festsetzen könnte.