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Atmungsapparat.
In dem österr. Patente Nr. 58994 ist eine Einrichtung zur Regelung der normalen und Erzeugung künstlicher Atmung beschrieben, welche im Wesen aus zwei gemeinsam. angetriebenen Pumpen besteht, deren eine blasend, deren andere saugend wirkt und deren Leistungen durch Veränderung der Hubhöhe den jeweiligen therapeutischen Erfordernissen angepasst werden. Die Einrichtung ermöglicht sohin, den Atmungsorgane beliebig verdichtete Luft zuzuführen und das Ausatmen durch Absaugung zu unterstützen, wobei im Hinblick auf den gemeinsamen Antrieb der beiden Pumpen stets eine gegebenen Beziehung zwischen der Verdichtung der eingeatmeten Luft und dem die Ausatmung unterstützenden Unterdruck besteht.
Es ist sohin mit dieser Einrichtung nicht möglich, die Verdichtung der eingeatmeten Luft und den Unterdruck, unter welchem die Ausatmung stattfindet, vollkommen unabhängig voneinander zu halten, und des weiteren ist es auch nicht möglich, den Atmungsorgane verdünnte Luft zuzuführen und das Ausatmen in verdichtete Luft zu bewirken.
Durch den Gegenstand der vorliegenden Erfindung, welche das Einatmen atmosphärischer Luft beliebigen Unter-oder Überdruckes sowie das Ausatmen in verdünnte oder verdichtete Luft beliebigen Druckes ermöglicht, werden sohin der Einrichtung nach dem österr. Patente Nr. 58994 fremde Aufgaben gelöst.
Der Apparat besteht im Wesen aus zwei Luftbehältern, welche mit je einer, den gewünschten Über-oder Unterdruck erhaltenden Pumpe und Einrichtungen versehen sind, durch welche der in jedem Behälter herrschende Luftdruck selbsttätig auf gewünschter Höhe erhalten werden kann.
Die durch den Apparat gebotene Möglichkeit, die Ein-und Ausatmung unter beliebigen und voneinander verschiedenen Druckverhältnissen ausführen zu lassen, gibt dem Arzte ein Mittel, in jedem besonderen Falle jene Atmungsart zu finden, welche im betreffenden Falle zu dem günstigsten Erfolge führt.
In Fig. i und 2 der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele von im Sinne der Erfindung konstruierten Apparaten schematisch dargestellt. Bei dem in Fig. i gezeigten Apparate erfolgt die Aufrechterhaltung der in beiden Behältern herrschenden Luftdrücke durch Regelung der
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richtung durch Einstellung der an den Pumpenzylindern selbst angeordneten Blase-und Saugventilen erfolgt.
Der in Fig. i gezeigte Apparat besteht im Wesen aus zwei mit Manometer z ausgestatteten Kammern J, E, an welche vermittelst der Leitungen c, c je eine für Saug-oder Druckwirkung einstellbare Pumpe (i bzw. e) angeschlossen sind, die von einer gemeinsamen Welle W angetrieben werden, und zwei gleichfalls an den Behältern J, E angeschlossenen Rohren k, g, welche zu
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dass das Ventil 10 beim Einatmen, das Ventil 11 beim Ausatmen geöffnet wird ; dabei können die betreffenden Absperrorgane während der ganzen Ein-bzw. Ausatmungsphase geöffnet bleiben oder die Öffnungsbewegungen können intermittierend sein, um ein stossweises Ein-bzw. Ausatmen zu veranlassen.
Jene Teile der Pumpenzylinder i, e, an welche die zu den Kammern J, E führenden Leitungen c, c anschliessen, sind mit je einem federbelasteten Saug-und einem solchen Druck-
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ventil S, D versehen ; die Federbelastung des Saugventils S kann durch Verstellung des auf der Ventilspindel aufgesehraubien Federtellers s, jene des Ventils D durch Verstellung des im Laternenhals eingeschraubten Federtellers d verändert werden.
In jede der Leitungen c, c, welche von dem Zylinder i, e zu den Kammern J, E führen, ist des weiteren ein gesteuerLer Schieber a geschaltet, der je nach Einstellung während des Aufoder Abwärtshubes des Kolbens der zugehörigen Pumpe eröffnet wird, und dessen jeweilige
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Stellungen auf den Keil 12 der Steuerwelle m aufgeschoben werden können. Im Bewegungbereiche des aus dem Schiebergehäuse frei hervortretenden Endes jedes Schiebers a ist ein auf der Welle lt sitzender Nocken t angeordnet, der vermittelst des auf dem Sektor 9 spielenden Armes o verstellt werden kann.
Der nicht nachgiebige Teil 6 des Schiebergestänges 5,6, 7 erfährt durch den Nocken it der Steuerwelle o stets denselben Ausschlag, überträgt aber, infolge seiner durch die Feder 6 nachgiebig gestalteten Verbindung mit dem Gestängeteile 7, seine Bewegung nur in dem Masse auf den Schieber a, als der verstellbare Anschlag t dies zulässt ; hierdurch ist die Möglichkeit gegeben, die Grösse der Eröffnung des Schiebers o vor und während des Betriebes durch Verstellung des Anschlagnockens t nach Belieben zu ändern.
Die Wirkungsweise des Apparates ist folgende :
Angenommen, es soll die Einatmung verdichteter Luft und die Ausatmung in verdünnte Lutt erl01gen, so werden vorerst die Nocken a auf der Steuerwelle m derart eingestellt, dass der
Schieber a des Zylinders i während des Druckhubes, jener des Zylinders e während des Saug- hubes eröffnet wird. Hierauf wird bei Zylinder i das Ausblaseventil D belastet und das Saug- ventil S auf leichtes Spiel eingestellt, während bei Zylinder e das Saugventil S belastet und das
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Die Pumpe i saugt während ihres Aufwärtshubes Luft von aussen ein und drückt dieselbe während ihres Niederganges durch den vom Schieber a freigegebenen Kanal c in die Kammer/ ; das Quantum der in die Kammer J eingepressten Luft und damit auch der dort herrschende, vom Manometer s angesaugte Luftdruck kann durch die vom zugehörigen Nocken t beeinflussbare
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Pumpe i durch entsprechende Einstellung des zugehörigen Ventils D vermieden wird, welches die überschüssige Luft entweichen lässt.
Die Kammer E steht mit dem Zylinder während der Saugperiode in Verbindung und dieser saugt Luft aus letzterer ein, und zwar in dem Masse, als der freigegebene Schieberquerschnitt dies zulässt, wodurch auch hier das Vakuum auf den gewünschten Wert gebracht werden kann. Das Eintreten überflüssiger Belastung der Pumpe e wird auch hier durch das Ventil S vermieden, dessen Federteller s derart einzustellen ist, dass das Ventil bei einem gewissen Unter- druck Luft unter den Kolben einlässt. Wenn die beiden Manometer z die gewünschten Drücke anzeigen, wird mit dem Atmungsprozesse begonnen und während desselben der Druck in jedem der Behälter E, z mit Hilfe der Organe s, d, t auf gewünschter Höhe festgehalten oder der ärztlichen Indikation entsprechend verändert.
Aus dem Vorhergehenden ist ersichtlich, dass in der Kammer E eine durch den Anschlag t einstellbare Luftverdichtung, in der Kammer j ein durch den zweiten Anschlag t einstellbarerer
Unterdruck herrschen wird. Der Patient atmet demgemäss die verdichtete Luft aus der Kammer E ein, atmet in verdünnte Luft aus.
Soll der verkehrte Vorgang stattfinden, d. h. soll beispielsweise verdünnte Luft eingeatmet und in verdichtete Luft ausgeatmet werden, so genügt es, die Steuernocken m der Pumpen i und e um 1800 zu verstellen und die Belastung der zugehörigen Ventile D, S entsprechend zu ändern.
Auch in diesem Falle wird in beiden Behältern J, E vor Beginn der Atmung der gewünschte
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Schieber a beibehalten. Die Schieber a sind jedoch nicht mit nachgiebigen, sondern mit starren Gestängen 14 ausgestattet und verbleiben während des ganzen Pumpenhubes, auf welchen die Nocken eingestellt wurden, in der Offenstellung. Die Regelung der in den Behältern E, y herrschenden Luftdrücke erfolgt ausschliesslich durch die an den Unterteilen der Zylinder e, i sich anschliessenden Saug-und Druckventile S, D, deren Belastung durch Verstellung der Feder- teller S, cl auf die erforderlichen Werte gebracht wird.
Die von den Behältern e und i zum Mund- stücke führenden Leitungen k, g sowie die in letzteren eingebauten Abschlussorgane 10, 11 sowie der Antrieb der Pumpenwelle w, w und der Steuerwelle m durch die gemeinsame Antriebswelle W stimmen mit der in Fig. I gezeigten Ausführung vollkommen überein.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Apparat zur Einatmung atmosphärischer Luft einstellbaren Unter-oder Überdruckes sowie zum Ausatmen in verdünnte oder verdichtete Luft beliebigen Druckes, gekennzeichnet durch Anordnung von zwei Luftbehältern und zwei an dieselben anschliessenden, auf Saugoder Druckwirkung einstellbaren Pumpen.