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Türverschluss für Eisenbahngüterwagen.
Um den Einbruch in einen Waggon zu verhindern, ist ein Verschluss nötig, der im Innern des Waggons angebracht, von aussen vollkommen unzugänglich ist, beim Schliessen
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des Waggons Berechtigten sich befindet.
Dieses zur Entriegelung des Türschlosses zu benutzende Mittel ist der elektrische Starkstrom. Mit Hilfe des Starkstroms wird ein Elektromagnet magnetisch gemacht. Bekanntlich wirkt ein Elektromagnet durch Nichtmetall, wie Holz, Glas, Porzellan usw. hindurch auf Eisen anziehend ein. Wenn nun die Verriegelung des im Inneren des Waggons befindlichen Schlosses beim Schliessen der Türe durch ein bewegliches Eisenstück (Anker) automatisch bewirkt wird, so kann das von aussen unzugängliche Schloss nur entriegelt werden, wenn man der Lage des Entriegelungsstückes (Anker) entsprechend, der Aussenseite der Holzwand des Waggons den Elektromagneten nähert. Die magnetische Anziehung des Elektromagneten bringt das das Schloss sperrende Eisenstück (Anker) aus seiner Verriegelunglage, wodurch das Schloss entriegelt wird und die Waggontür geöffnet werden kann.
Das die Verriegelung des Türschlosses bewirkende Eisenstück (Anker) ist als Pendel ausgebildet, das den Türhaken niederhält. Wird durch die Einwirkung des Elektromagneten dieses Pendel aus seiner Ruhelage (Vertikalstellung) gebracht, so gibt es den Türhaken frei, der jetzt erst, von Hand aus, aus seiner Verschlussstellung gebracht werden kann. Das Verriegelungseisenstück (Anker) kann auch die Form eines Bolzens haben, der durch Federkraft in der Verriegelungsstellung festgehalten wird. Durch die Einwirkung des Elektromagneten wird die Federkraft überwunden, der Bolzen zurückgezogen und dadurch das Schloss entriegelt.
Der Dicke des Nichtmetalles entsprechend, in diesem Falle die Holzwand des Waggons, muss die elektromagnetische Energie des Magneten entsprechend hoch sein, was also einen grossen, schweren Elektromagneten erfordert, der von Unberufenen-er ist auf ein Fahrgestell montiert-ohne Aufmerksamkeit zu erregen, nicht in Benutzung genommen werden kann. Dann, infolge der konstruktiven Zusammensetzung des Elektromagneten, ist es den Einbrechern unmöglich gemacht, ersteren, ohne Bestellung in einer Spezialfabrik, nachzumachen.
Um weiters den Einbrechern das Anbohren der Waggonwand bzw. das Aussägen des ganzen Türschlosses zu erschweren, ist dieses Schloss am obersten Teile der Waggonwand angebracht, es müssen also Leitern oder ein Gerüst an den Waggon gestellt werden, um 'zum Schlosse zu gelangen, was wieder die Aufmerksamkeit des Wachpersonals der Station erregen müsste.
Wenn der Einbrecher trotz all dieser Vorsichtsmassregeln die Waggonwand angebohrt hat und mit einem Dietrich, Haken usw, versuchen wollte, das Verriegelungseisenstück (Anker) aus seiner Lage zu bringen, so wird ihm dies unmöglich gemacht, weil das Türschloss durch eine in die Innenseite des Waggons eingelassene starke Platte aus Nichtmetall (Glas, Porzellan, Drahtglas, Fieber, Hartgummi usw. ) gegen gewaltsame Eingriffe von aussen geschützt ist.
Die Köpfe sämtlicher, durch die Waggonwand reichender Schraubenbolzen (also an der Aussenseite des Waggons erreichbar), die das Schloss festhalten, sind, wie bereits bekannt, in einer Eisenplatte versenkt, so dass es dem Einbrecher unmöglich gemacht wird, diese
Köpfe in kurzer Zeit mit einem Meissel abzusprengen. Um die Schutzplatte aus Nichtmetall und jene aus Eisen zu durchbohren oder zu beseitigen, müsste der Einbrecher lange Zeit daran arbeiten, grössere Werkzeuge (autogener Schweissapparat) in Verwendung nehmen und unbedingt Lärm machen, lauter Faktoren, die ein schnelles Öffnen der Waggontür-was für das Gelingen des Einbruches die Hauptsache ist-verhindern ;
Der Gebrauch dieser Türverriegelung ist folgende :
Alle geschlossenen Güterwaggons, Magazine usw. erhalten diesen Türverschluss.
Jede
Bahnstation bekommt, der'Anzahl der Be-und Entladestellen (Rampen) entsprechend, einen oder mehrere Elektromagneten, die unter Obhut eines verantwortlichen Organes gestellt werden.
Bei allen Be-oder Entladestellen (Rampen, Magazinen usw. ) jener Stationen, die über Starkstrom (Beleuchtungs-oder Arbeitsstrom) verfügen, werden Steckkontakte an- gebracht, um im Wege eines Kabels den Magneten mit elektrischem Strom zu speisen.
Mangelt in einer Station eine Starkstromleitung, so wird der Elektromagnet mit Akkumula-
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torenstrom betrieben. Der Elektromagnet ist auf einem Fahrgestell montiert, welches eventuell auch die Akkumulatoren enthält.
Das Fahrgestell ermöglicht zwei Höhenlagen des Elektromagneten. Diese zwei Höhenlagen sind nötig, um die. Verschlüsse von Waggons zu entriegeln, die entweder an einer Rampe stehen oder nicht. Durch den Wegfall der Rampe muss eben der Elektromagnet
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Der Entriegelungsvorgang ist sehr einfach :
Der Elektromagnet wird der auf der Aussenseite der Waggonwand markierten Stelle, welche der Lage des Verriegelungseisenstückes (Anker) im Schlosse der Innenseite entspricht, genähert,, durch Einschalten des Starkstromes in Tätigkeit gesetzt, und das jetzt unter Einwirkung der magnetischen Wellen stehende, dadurch entriegelte Schloss, von Hand aus geöffnet.
Um zum Öffnen des Schlosses nicht stets eine Leiter mitnehmen zu müssen, ist das Fahrgestell des Elektromagneten zu einer Leiter ausgebildet,
Die Verwendung eines Ankers in Form eines Pendels oder als Bolzen mit Feder, der durch die Einwirkung eines Elektromagneten aus seiner Verriegelungsstellung gebracht wird, kann selbstverständlich bei jeder Art von Schlössern durchgeführt werden.
In der Zeichnung ist ein Beispiel eines Türverschlusses schematisch dargestellt,
Fig. i Ansicht (Innenseite des Waggons), Fig. 2 Horizontalschnitt.
Die Schubtüre 1 wird in der Pfeilrichtung geschlossen. Der Türpfosten ist mit 2 und die anschliessende Waggonwand mit 3 bezeichnet. Der Verschlusshaken 4 dreht sich um die Achse 5 und trägt durch die Waggonwand 3 nach aussen reichend, die Handhabe 7. Durch Aufwärtsheben dieser Handhabe wird der Verschlusshaken 4 aus der Horizontallage (Verschlussstellung) in die Vertikallage (Freigabestellung) gebracht, wodurch der Bolzen 8, welcher die Schubtüre 1 festhält, freigegeben wird. Um den Verschlusshaken 4 in der Verschlussstellung zu arretieren, dient das Pendel 9, welches um die Ache 10 drehbar angebracht ist und, seinem Gewicht folgend, vertikal hängt. Die Nase 11 des Pendels 9 umfasst den Arm 12 des Verschlusshakens 4 von unten, wodurch eine Drehung des Verschlusshakens aus der Verschlussstellung unmöglich gemacht wird.
Das Pendel. 9 endet in seinem unteren Teil in die Platte 13 aus Weicheisen.
Wird nun dieser Weicheisenplatte 13 von der Aussenseite des Waggons ein Elektromagnet genähert, so wird er die Platte M-durch die Holzwand des Waggons hindurchwirkend-anziehen, daher das Pendel 9, um die Achse 10 drehend, aus seiner Vertikallage bringen, wodurch die Nase 11 unter den Arm 12 des Verschlusshakens 4 hinweggleitet und letzteren frei gibt.
Wird jetzt die aus der Waggonwand nach aussen reichende Handhabe 7 nach aufwärts gedreht, so wird der Verschlusshaken 4 vom Bolzen 8 abwärts gehoben und dadurch der Bolzen 8 und mit ihm die Schubtüre 1 frei gegeben,
Um nach dem Öffnen der Schubtüre 1 ein Zurückfallen des Verschlusshakens 4 aus der Vertikallage (Freigabestellung) in die Horizontallage (Verschlussstellung) zu verhindern, dient der um die Achse 14 drehbare Hebelarm 15, welcher durch das Gewicht 16 stets in die Vertikallage gedrängt wird.
Der Hebelarm 15 stützt den geöffneten Verschlusshaken 4 und hält ihn dadurch in der Vertikallage fest (Fig. 4),
Um beim Schliessen der Schubtüre 1 den Verschlusshaken 4 selbsttätig in die Verschlusslage zu bringen, drückt der an der Schubtüre 1 angebrache Winkelhaken 17 gegen den unteren Teil des Hebelarmes 15, dreht ihn um die Achse M, Er gibt den Verschlusshaken 4 frei, welcher seinem Gewichte folgend, in die Horizontallage fällt und den Bolzen 8 umgreift. Gleichzeitig gleitet der Arm 12 des Verschlusshakens 4 längs der Nase 11 des Pendels 9 nach aufwärts, bis. der Nasenansatz unter die untere Fläche des Armes 12 gelangt.
In diesem Moment stellt sich das Pendel 9, seinem Gewichte folgend, vertikal, es gleitet also der Nasenansatz unter den Arm 12, wodurch der Verschlusshaken 4 in der Verschlussstellung arretiert wird.
Es ist nun nicht mehr möglich, die jetzt automatisch verschlossene Tür ohne Benutzung des Starkstrommagneten zu öffnen.
Die aus einem nichtmetallischen Material bestehende Platte 18 sichert das Pendel 9 gegen Anbohrungsversuche. Die Köpfe der Schraubenbolzen 19, welche den Verschlussmechanismus an der Waggonwand festhalten, sind in die an der Aussenseite der Waggonwand angebrachte Metallplatte 20 versenkt, um ein Absprengen mit scharfen Werkzeugen unmöglich zu machen.
Nach Fig. 4 hält der Arm 12 des Verschlusshakens 4 das Pendel 9 aus seiner normalen Vertikallage gedreht fest, so dass beim Schliessen der Tür dieser Arm über die Nase 11 gleitend, sich nach aufwärts bewegt, bis der Nasenansatz sich unter die untere Fläche des Armes 12 legt und hierdurch die Arretierung des Verschlusshakens 4 besorgt.
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Fig. 5 stellt die Ansicht des Elektromagneten nebst Fahrgestell dar, das an einen Waggon, der bei der Rampe steht, herangeschoben ist, um den Türverschluss zu entriegeln.
Das Fahrgestell ist mit 21, der Magnetträger mit 22 bezeichnet, der zu einer Leiter ausgebildet ist. Der Magnetträger 22 lässt sich um die Achse 23 kippen, um den Elektromagneten in die zur Entriegelung des Türverschlusses nötige Lage zu bringen. 24 ist die Akkumulatorenbatterie (Induktionsapparat), wenn keine Starkstromanlage vorhanden ist, um den Elektromagneten zu speisen.
Fig. 6 zeigt die Ansicht des Elektromagneten nebst Fahrgestell, an einen Waggon herangeschoben, der nicht an einer Rampe steht, um den Türverschluss zu entriegeln.
Der Elektromagnetträger ist in diesem Falle nicht gekippt, weil der Elektromagnet um die hier fehlende Rampenhöhe gehoben werden muss, um ersteren der an der Aussen-
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PATENT-ANSPRÜCHE : i ; Türverschluss für Eisenbahngüterwagen o. dgl., der an der Innenseite der Tür angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass bei geschlossener Tür der Verschlusshaken durch einen beweglichen Vorstecker verriegelt ist, welcher von aussen nur mit Hilfe eines durch die Holzschichte der Tür hindurchwirkenden Elektromagneten (Stark-oder Schwachstromelektrömagnet) aus seiner Verriegelungsstellung gebracht werden kann.