AT86458B - Verfahren zur Verhütung oder Verminderung des Absetzens von Kesselstein an Kesselwänden oder dergleichen. - Google Patents

Verfahren zur Verhütung oder Verminderung des Absetzens von Kesselstein an Kesselwänden oder dergleichen.

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  Verfahren zur Verhütung oder Verminderung des Absetzens von Kesselstein an Kesselwänden oder dergleichen. 



   Es ist die Verwendung des elektrischen Stromes zur Verhütung oder Verminderung des Absetzens von Kesselstein an Dampfkesselwänden o. dgl. bekannt. Man arbeitet dabei in der Weise, dass die Kesselwand zur Kathode eines Gleichstromkreises gemacht wird, während eine oder mehrere Anoden isoliert durch die Kesselwand hineingeführt werden und der Kesselwand gegenüber geeignet verteilt werden. Dabei wird der angesetzte Kesselstein physikalisch in dem Sinne beeinflusst. dass er eine weichere Beschaffenheit erhält und daher im Gegensatz zu dem nicht durch Elektrolyse beeinflussten Kesselstein durch Abschlagen leicht beseitigt werden kann. Dieses auf Gleichstromelektrolyse beruhende Verfahren hat jedoch technische Nachteile. In grösseren Fabriksanlagen steht, falls nicht eigene Zentralen vorhanden sind, meistenteils Drehstrom oder Wechselstrom zur Verfügung.

   Dieser Wechselstrom wurde bisher, um den für erforderlich gehaltenen Gleichstrom zu erhalten, mit Hilfe eines   Drehstrom-Gleichstrom-Umfprmers   in Gleichstrom, und zwar von niederer Spannung umgeformt. Dadurch entstehen Kraftverluste, die das Verfahren unnötig verteuern. Steht einer Fabrik oder einer Kesselanlage Gleichstrom zur Verfügung, so kann auch dieser Gleichstrom nicht unmittelbar benutzt werden, da normalerweise die Gleichstromspannungen der Zentrale ein bis mehrere Hundert Volt betragen, während der für die elektrolytische Kesselsteinverhinderung benötigte Gleichstrom nur ganz niedrige Spannungen haben darf. Auch hier braucht man mit erheblichen Verlusten arbeitende Umformereinrichtungen, um den Gleichstrom von hoher Spannung auf niedere Spannung zu bringen. 



   Durch die Erfindung werden diese Nachteile vermieden. Es hat sich auf Grund umfangreicher Versuche gezeigt, dass die Kesselsteinabsetzung an Kessel-und Kühlerwänden auch durch Wechselstrom oder Drehstrom von beliebiger Frequenz erfolgen kann. Das Verfahren wird in der Weise ausgeübt, dass man bei einfachem Wechselstrom den Kessel mit dem einen Pol des Netzes verbindet, während der andere Pol mit einer oder mehreren Elektroden, beispielsweise aus Eisen oder Kohle, die isoliert durch die Kesselwandung hindurchgeführt und an geeigneten Stellen im Kessel angebracht sind, verbunden ist. Da zweckmässig Strom von 5 bis 10 Volt Spannung verwendet wird, erfolgt der Anschluss'über einen Transformator mit entsprechendem   Übersetzungsverhältnis.   



   Steht Drehstrom zur Verfügung, so kann man diesen entweder in derselben Weise wie vorher den einphasigen Wechselstrom benutzen, indem man nur eine Phase des Drehstromnetzes belastet oder man führt drei Elektroden, die ebenfalls aus Eisen oder Kohle bestehen und nötigenfalls unterteilt sein können, an geeigneten Stellen isoliert durch die Kesselwand und verbindet sie mit den drei Leitern des Drehstromnetzes oder eines daran angeschlossenen Transformators, während die Kesselwand selbst mit dem Sternpunkt des Drehstromnetzes verbunden ist. 



   Durch das neue Verfahren wird ein erheblicher technischer Vorteil erzielt, da alle umlaufenden und teuer arbeitenden Anordnungen zur Umformung von Wechselstrom oder 

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 hochgespanntem Gleichstrom in niedergespannten Gleichstrom vermieden werden. Der aus der Zentrale kommende hochgespannte Wechselstrom kann mit normalen sehr ökonomisch arbeitenden Transformatoren auf die erforderliche Niederspannung gebracht werden, ohne dass dabei Energieverluste auftreten. Es stellen also bei dem neuen Verfahren die an dem den Kessel speisenden Transformator gemessenen Energiebeträge auch die wirklich verbrauchten Energiebeträge dar, während bei den bisher bekannten Verfahren zu diesem Energiebetrag noch die erheblichen Energieverluste in den durch Motordynamos gebildeten Umformereinrichtungen kommen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :   I.   Verfahren zur Verhütung oder Verminderung des Absetzens von Kesselstein an Kesselwänden o. dgl., wonach in das Kesselwasser eine oder mehrere mit einer elektrischen Stromquelle verbundene Elektroden eingetaucht sind, während als Gegenelektrode, die in entsprechender Weise an die Stromquelle angeschlossene Kesselwand selbst dient, gekennzeichnet durch die Verwendung von Wechselstrom oder Drehstrom beliebiger Frequenz und zweckmässig niedriger Spannung.

Claims (1)

  1. 2. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in das Kesselwasser tauchenden Elektroden mit den Dreinetzleitungen des Drehstromnetzes oder Transformators verbunden sind, während die Kesselwand an den Nullpunkt des Netzes oder des die Elektroden speisenden Transformators angeschlossen ist.
AT86458D 1919-01-02 1920-01-02 Verfahren zur Verhütung oder Verminderung des Absetzens von Kesselstein an Kesselwänden oder dergleichen. AT86458B (de)

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