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Kinematographische Auinahmeeinrichtung.
Die kinematographischen Aufnahmen aus. geringer Entfernung, die unter Umständen nur Bruchteile von einem Meter beträgt, macht die gute Beleuchtung des Objektes Schwierigkeiten, weil der umfangreiche Apparat Schatten wirft. Dies zeigt sich besonders bei künstlicher Beleuchtung und bei Verwendung langer Filme, die entsprechend umfangreiche Spulenkammern notwendig machen.
Gemäss der Erfindung wird die einwandfreie Beleuchtung wesentlich dadurch erleichtert, dass die Spulenkammern vom eigentlichen Aufnahmeapparat räumlich getrennt und mit ihm durch besondere Filmleiter verbunden sind. Es wird hierdurch erreicht, dass der eigentliche Aufnahmeapparat die kleinstmöglichen Abmessungen erhält und den Zutritt des Lichtes zum Objekt nicht mehr nennenswert beeinträchtigen kann.
Die Erfindung ist besonders wichtig für die Aufnahme chirurgischer Operationen o. dgl., bei denen es auch noch darauf ankommt, dem operierenden Arzt nicht das Licht zu nehmen und ihn sowie die Hilfspersonen durch den Apparat möglichst wenig zu behindern.
Für diesen Sonderzweck, dem auch noch einige weiter unten erörterte Nebeneinrichtungen dienen sollen, geht man zweckmässig mit der Trennung von Aufnahmeapparat und Filmkassetten so weit, dass man letztere ausserhalb des Operationsraumes, z. B. über dessen Decke, von der der Apparat herabhängt, verlegt. Diese Anordnung ist im Interesse der Asepsis von grosser Wichtigkeit, weil dadurch der beim Auswechseln des Films sich unvermeidlich entwickelnde Staub dem Operationsraum ferngehalten wird. Im Interesse der Asepsis wird man auch die Notwendigkeit eines Anfassens des Apparates zum Zwecke der Einstellung nach Möglichkeit vermeiden.
Dies ist dadurch möglich, dass man alle Einstellbewegungen, wie Höheneinstellung, Neigen, Schwenken, motorisch hervorbringt, was sogar ohne Zuhilfenahme der Hände für die Motorschaltüng durch Anwendung von Fussschaltern möglich ist.
Fig. i der Zeichnung veranschaulicht den Grundgedanken der Erfindung in einfacher schematischer Form. Hier ist der eigentliche Aufnahmeapparat 1 durch Kanäle 2 und 3 mit der Vorratskassette 4 und der Aufrollkassette 5 verbunden. Der Film 6 läuft von der Vorratsspule 7 durch Kanal. 8 nach dem Aufnahmeapparat- ? und von hier weiter durch Kanal 3 auf die Aufrollspule 8. Letztere kann ihren Antrieb durch den gleichen Motor 9 erhalten, der das Schaltwerk des Aufnahmeapparates antreibt. In der Zeichnung ist Schnurbzw. Riemenübertragung angenommen. Die ganze Einrichtung kann man in beliebiger Weise, z.
B, mit Hilfe eines Stativs, aufstellen oder auch aufhängen. Ist das ganze System starr, so müssen an einer Einstellbewegung des Aufnahmeapparates 1, auch wenn dieser nur zu schwenken ist, die Kassetten und Leitkanäle teilnehmen. Dies kann man gemäss Fig. 2 dadurch vermeiden, dass man den Aufnahmeappara't 1 gelenkig mit den Kanälen 2. 3 verbindet. Die Kanäle sind hierbei dicht aneinandergelegt, der Film wird in sie vom Aufnahmeapparat aus durch Rollen 10, 11 übergeleitet. Sie sind nicht ganz bis an den Apparat herangeführt ; die Verbindung mit diesem wird einerseits durch Träger 12, an die der Apparat bei 14 angelenkt ist, andrerseits durch einen Balg 13 hergestellt, der den lichtdichten Abschluss bewirkt.
Fig. 2 a zeigt den Apparat in verschwenkter Stellung.
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Gemäss Fig. 3 ist der Aufnahmeapparat 1 mittels Gelenkes 14 an einer Stange 15 in senkrechter Ebene schwenkbar aufgehängt. Die Stange 15 ist ihrerseits in einem an Trägern 16 aufgehängten Rohr 17 drehbar. Die Einstellung einer bestimmten Höhenlage des Apparates geschieht mittels einer Hülse 18, deren Flansch 19 in eine muffenartige Erweiterung 20 des Rohres 17 eingeführt ist und durch eine Schraubbüchse 21 abgestützt wird. Die Hülse 18 ist am freien Ende durch Aufschlitzen als Klemme ausgebildet, so dass die Tragstange 15 darin festgespannt werden kann. Das Schwenken des auf diese Weise in seiner Höhenlage eingestellten Apparates um die senkrechte Achse geschieht du eh Drehen der Hülse 18 mit Stange 15 in dem Rohr1lansch 20.
Um das Heben und Senken zu erleichtern und ein unbeabsichtigtes Senken bei gelöster Klemme 18 unmöglich zu machen, kann man das Gewicht des Apparates mit Tragstange 15 und den anderen damit verbundenen Teilen durch ein Gegengewicht 40 ausgleichen, das in der Zeichnung nur andeutungsweise dargestellt ist und natürlich grösser sein müsste. Das Heben und Senken kann motorisch geschehen, z. B. mittels eines Elektromotors 41, der durch Schneckengetriebe 42, 43 auf eine Leitscheibe 44 des zum Gegengewicht 40 führenden Zugorgans (Kette) 39 wirkt.
In Fig. 3 ist vorausgesetzt, dass die Vorratskassette 4 und die Aufrollkassette 5 ober- halb der Glasdecke 45 eines Operationsraumes, in dem der Aufnahmeapparat über dem Operationstisch hängt, untergebracht sind. Die Filmkanäle 2 und 3 gehen durch Führungen 47, 48 in einer eine runde Öffnung 49 in der Glasdecke von unten abschliessenden Platte 46, die auf einem Ringflansch 50 des Rohres 17 lose drehbar aufliegt.
Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, den an der Tragstange 15 hängenden Aufnahmeapparat samt den Filmkanälen 2, 3 und den auf diese mittels Führungen 26 aufgeschobenen Kassetten 4, 5 um die senkrechte Achse zu drehen unter Wahrung des Abschlusses zwischen dem Operationsraum und dem-Oberlichtraum. Die Führungen 47 geben dabei gleichzeitig den Filmkanälen die nötige Stabilität. Dem gleichen Zwecke dienen am unteren Ende der Stange 15 angeordnete, die unteren Enden der Kanäle 2, 3 erfassende Arme 51.
Zur Ermöglichung des Schwenkens des Apparates in der senkreckten Ebene um den
Gelenkpunkt 14 kann man, wie auf der linken Seite dargestellt, an der Übergangsstelle zwischen Apparat 1 und Filmkanal einen Balg 52 anordnen oder, wie auf der rechten Seite dargestellt, ein Kniegelenk 53. Beide Anordnungen ermöglichen das Schwenken ohne wesentliche Veränderung der Länge des zwischen den Kassetten und dem Apparat liegenden Filmteils, vorausgesetzt, dass man im Balg 52 den Film, wie dargestellt, über eine ungefähr im Gelenkpunkt liegende Leitrolle 54 führt. Will man hierauf verzichten, so kann man auch einen einfachen Harmonikabalg verwenden, der aber durch eine geeignete Führung an einem seitlichen Ausbiegen verhindert oder so weit gehalten werden müsste, dass ein Anschleifen des Films ausgeschlossen ist.
Die in die Falzführungen 25 an den oberen Enden der Filmkanäle eingeschobenen Kassetten 4, 5 werden an Haltern 26, die von dem oben aus dem Rohr 4 herausragenden Ende der Stange 15 getragen werden, festgeschraubt.
Zum Antrieb des Filmschaltwerkes dient gemäss der Zeichnung ein auf den Apparat 1 aufgesetzter Motor 9, zum Antrieb der Spule in der Filmaufnahmekassette 5 ein Motor 28 auf dem Halter 26. Man kann auch das Drehen des Apparates um die Achse der Stange 15 durch einen Motor 29 mittels Schneckengetriebes 30, 31 bewirken. Dabei muss das Schneckenrad 31, wie dargestellt, mit der in ihm verschiebbaren Stange 15 durch Nut-und Federeingriff auf Drehung verbunden sein. Gegen Längsverschiebung wird es durch Eingriff eines Flansches 63 in eine zwischen dem oberen Stirnende des Rohres 17 und einem darauf befestigten Ring 64 gebildete Nut festgehalten. Auch die Pendelbewegung um das Gelenk 14 wird von einem Motor 32 mittels Schneckengetriebes 33, 34 abgeleitet.
Die Schalter für die einzelnen Motoren können an einer Zentralstelle angeordnet sein, eventuell im Bereiche der Füsse des operierenden Arztes, so dass dieser selbst ohne Benutzung der Hände die
Steuerung vornehmen kann. Will man die Motoren 9, 32 im Aufnahmeraume vermeiden, so kann man die betreffenden Bewegungen von über der Decke 45 aufgestellten Motoren durch Zwischengetriebe ableiten. Für den Antrieb des Schaltwerkes wird man dabei zweckmässig vom Motor 28 ausgehen, da Schaltwerk und Aufrollspule stets gleichzeitig laufen müssen. Die Filmkanäle 2, 3, sind an geeigneten Stellen aufklappbar zu machen, um die Entfernung des sich darin ablagernden Filmstaubes zu ermöglichen und das Einziehen eines
Films zu erleichtern.
Bei der soeben beschriebenen Ausführung ist die Schwenkbarkeit um die senkrechte
Achse dadurch begrenzt, dass die Träger 16 die Bahn der Filmkanäle 2, 3 kreuzen. Man kann dem bei entsprechend kräftiger Ausführung der Filmkanäle 2, 3 unter Verzicht auf die Verbindung der Kassetten mit der Stange 15 dadurch abhelfen, dass man gemäss Fig. 4 das Rohr 17 höher führt und oberhalb der höchsten Lage der Kassetten auf die Träger 16 auflagert,
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Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 5, die im Prinzip der Anordnung nach Fig. 2 entspricht, wird der Film 6 zur Vermeidung der ausserhalb des Rohres 17 emporgehenden
Filmkanäle innerhalb des Aufhängerohres 15 hochgeführt.
Die Aufhängung erfolgt wie bei
Fig. 2 durch abwärtsreichende Arme 12 und der Lichtabschluss durch einen das Ende des
Rohres 15 mit dem Apparat verbindenden Balg 13.
, Bei sämtlichen bisher beschriebenen Apparaten kann die in der Mittellage senkrecht stehende optische Achse nicht durch Ausschwenken des Apparates in die wagrechte Lage gebracht werden. Diesem Mangel hilft die Anordnung gemäss Fig. 6 ab, bei der die den
Apparat 1 tragenden Arme 12 etwa unter 450 vom Rohr 15 schräg abwärts führen, so dass der Apparat aus der der Richtung der Arme entsprechenden schrägen Mittellage durch
Schwenken um je 450 in die wagrechte und senkrechte Lage gebracht werden kann.
, Eine weitere Ausführungsmöglichkeit stellt Fig. 7 dar. Hier ist der Aufnahmeapparat 1 in einem zylindrischen Gehäuse 55 untergebracht, aus dem unten das Objektiv 22 durch eine Öffnung herausragt. Das Gehäuse 55 ist in einem mittels eines Schraubstutzens 57 in das untere Ende des Rohres 15 eingeschraubten Ring 56 gelagert. Dieser besitzt für den
Durchtritt des Objektivs am Umfange einen Schlitz 58 von solcher Umfangsausdehnung, dass der Zylinder 55 um go0 aus der dargestellten senkrechten in die wagrechte Lage der optischen Achse gedreht werden kann.
Die Zu-und Abführung des Films erfolgt durch einen auf einer Seite des Rohres 15 liegenden Kanal 23, der mit dem Rohr 15 innerhalb des Führungsrohres 18 emporgeht. Über das Rohr 15 und den Kanal 23 ist eine runde
Scheibe 60 geschoben, die lose in die Innenwand des Rohres 17 eingreift und von unten durch eine vorgeschraubte Büchse 61 gestützt wird. Bei der Drehung des Rohres 15 mit dem daran hängenden Apparat nimmt die Scheibe 60 an dieser Drehung teil. Beim Heben und Senken des Rohres gleiten das Rohr und der Filmkananal 23 in der Scheibe 60, die dazu dient, bei allen Stellungen dem Rohr 15 die richtige axiale'Lage zu sichern. Dem gleichen Zwecke dient am oberen Ausgange des Rohres 17 die wie bei Fig. g für den Zweck der Verdrehung des Rohres 15 vorgesehene Schneckenscheibe 31.
Zur Überleitung aus dem Apparat 1 in den Filmkanal 23 wird der Film 6 durch
Rollen 67, 68, 69 bzw. 70, 71, 72 geführt. Damit der Durchgang bei jeder Lage des
Apparates 1 freibleibt, besitzt der den Apparat aufnehmende Zylinder 55 an seinem Um- fange einen über etwa ein Drittel des Umfanges sich erstreckenden Schlitz 73, der etwas breiter als der Film ist. Der Ring 56 wird seinerseits um soviel breiter als der Schlitz 73 gehalten, dass eine für den lichtdichten Abschluss genügende Überdeckung verbleibt. Den lichtdichten Abschluss kann man übrigens dadurch begünstigen, dass man um den
Zylinder 55 noch Randleiste 74 anordnet, die sich vor den Spalt zwischen Zylinder und
Ring 56 legen.
In der Zeichnung sind entsprechend der Verwendung eines einzigen Kanals 23, in dem die beiden Filmteile hintereinander liegen, die beiden Kassetten 4, 5 übereinander an- geordnet. Man kann jedoch selbstverständlich auch den einen Filmteil durch Schränkungsrollen ableiten und dadurch die Nebeneinanderanordnung der beiden Kassetten in gleicher
Höhe ermöglichen. Man kann ferner auch, um jeden Filmteil unabhängig vom andern im Kanal zugänglich zu machen, wie in Fig. 10 im senkrechten Schnitt durch die Rohre an- gedeutet, getrennte Filmkanäle anordnen, die symmetrisch zueinander zwischen den Rohren 15 und 17 hochgehen, so dass auch die Kassetten wieder im wesentlichen die gegenseitige An- ordnung gemäss Fig. 3 erhalten.
In der Zeichnung ist schliesslich noch eine besonder Vorrichtung dargestellt, die ein
Einstellen des Bildfeldes und der Schärfe ohne Öffnen des Apparates ermöglichen soll. Es ist hierbei vorausgesetzt, dass der gerade vor dem Objektiv liegende Filmteil als Mattscheibe verwendet wird. Hinter dem Film ist ein unter 45 liegender Spiegel 75 angebracht. In der ihm gegenüberliegenden Stirnwand des Gehäuses 55 ist ein Knierohr 76 schwenkbar ge- lagert, in dessen Winkel ein Spiegelprisma 77 untergebracht ist, das das Bild in der
Richtung des langen Schenkels wirft. Am Ende des letzteren ist ein Okular 78 angeordnet, durch das somit die den Apparat benutzende Person das auf den Film projizierte Bild sehen kann.
Die Schwenkbarkeit des Knierohres 76 gestattet dabei ein bequemes Beobachten bei jeder Höhenlage und Winkelstellung des Apparates. 79 ist ein Verschluss nach Art eines
Objektivverschlusses, der zweckmässig durch Federwirkung geschlossen gehalten wird, so lange nicht die das Okular erfassende Hand auf einen das Öffnen vermittelnden Teil wirkt.
Die Vorrichtung zur Einstellung der Schärfe wird zweckmässig mit dem Knierohr verbunden, derart, dass eine Drehung einer hinter dem Okular liegenden Scheibe 80 durch Hülse 81, Winkelräder 82, 83 und weitere geeignete Zwischenglieder auf den verstellbaren Teil des
Apparates übertragen wird. Sorgt man dafür, dass die Hülse 81 sich im Verhältnis zum
Zahnrad 88 sehr leicht dreht, so kann die Einstellung dadurch, dass man das Rohr in die senkrechte Lage zurückfallen lässt, nicht gestört werden.
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Bei der grossen Länge der Führungswege des Filmes ist es wichtig, den Gang des Apparates zu unterbrechen, bevor der Film vollständig von der Vorratsspule abgelaufen ist, damit man den neuen Film an das Ende des abgelaufenen ansetzen kann. Es lässt sich dies in einfacher Weise mitttels eines selbsttätigen elektrischen Schalters 84 erreichen, der von einem auf dem Umfang der Filmspule aufliegenden Fühler 85 abhängt, derart, dass bei einer bestimmten Lage des Fühlers ein Hilfsstrom geschlossen wird, der eine Signalglocke in Tätigkeit setzt oder durch Vermittlung eines Relais den Motorstrom unterbricht. Selbsttätige Ausschalter wird man zweckmässig auch für die Einstellmotoren vorsehen, um die Einstellbewegungen in den Grenzstellungen zu unterbrechen.
PATENT-ANSPRUCHE : I. Kinematographische Aufnahmeeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Filmkassetten räumlich vom Aufnahmeapparat getrennt und mit ihm durch besondere Filmleiter verbunden sind.