AT85019B - Verfahren zur Herstellung von künstlichem Leder aus sehnenartigen, tierischen Abfällen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von künstlichem Leder aus sehnenartigen, tierischen Abfällen.

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  Verfahren zur Herstellung von künstlichem Leder aus sehnenartigen, tierischen Abfällen. 



   Durch den Krieg ist bezüglich eines so unentbehrlichen Artikels, wie das Leder, ein grosser Notstand eingetreten und insbesondere macht sich der Mangel an Besohlleder am fühlbarsten bemerkbar. Die nach den verschiedenartigsten Verfahren hergestellten Kunstleder haben zumeist Faserstoffe und Gummi bzw. Leimstoffe zur Voraussetzung, die ebenfalls knapp sind, und obendrein ist ein bezüglich Haltbarkeit und Billigkeit vollgütiger Ersatz bis jetzt nicht auf den Markt gekommen. 



   Die Erfindung bezweckt gerade   für.   Besohlzwecke ein Lederfabrikat zur Verfügung zu stellen, welches gleichsam als natürliches Leder angesprochen werden kann und alle die ihm eigentümlichen Eigenschaften vereinigt, darüber hinaus aber billig in der Herstellung und auch jederzeit leicht beschaffbar ist. Zu diesem Zweck benutzt sie als Ausgangsstoff Abfallteile von Schlachttieren, die bis jetzt entweder als wertlos fortgeworfen oder erst nach weiterer, umständlicher Bearbeitung nutzbar gemacht werden können. Zwar ist es bereits bekannt, hautähnliche Abfallteile von Schlachttieren, wie Magen, Därme, und Muskelfleisch durch Gerben zu Leder zu verarbeiten, jedoch lag diese Verwendung mit Rücksicht auf die solchen Abfallteilen innewohnenden, lederähnlichen Eigenschaften ohne weiteres nahe. Solches Leder kommt aber für Besohlzwecke auch nicht in Frage.

   Einen Hauptteil des Abfalles von Schlachttieren machen Sehnen oder sehnenartige Körper aus, doch können diese wegen ihrer Rundausdehnung weder durchgegerbt werden, noch besitzen sie auskömmliche Ausmasse. Zwar ist man auch dazu übergegangen, diese sehnenartigen Abfallteile zu lederähnlichen Produkten zu verarbeiten. In diesem Fall wurden aus den Sehnen die Fasern ausgestampft und alsdann unter Hinzusetzung von Leimsubstanzen zu Platten gepresst und gegerbt. Es wurde also nur eine Art Kunstleder gewonnen. Eine Beseitigung der Schwierigkeiten, welche der Verarbeitung solcher Sehnen zu natürlichem Leder in der Rundkörperbeschaffenheit der Sehnen sich boten, wurde nicht gefunden, und das Zerschneiden in kleine Platten mit nachfolgendem Gerben hätte nur unzweckdienliche Flicken ergeben. 



   Die Erfindung gibt ein Verfahren an, wie aus den zumeist als Rundkörper vorkommenden Sehnen ein vollgültiger Lederersatz von einer'praktisch für Besohlzwecke verwendbaren Ausdehnung geschaffen werden kann. Zu diesem Zwecke werden die sehnenartigen Abfallteile, um eine grössere Fläche zu gewinnen, zunächst aufgeschnitten. Bedient man sich des männlichen
Gliedes (Peesen, Ochsenziemer) als Ausgangsstoff, so geht der Schnitt bis in den Urinkanal ; bei anderen Sehnen, wie Genicksehne, ist der Schnitt bis zur Mitte des Rundkörpers bzw. etwas darüber hinaus durchzuführen. In beiden Fällen ergeben sich nach dem Auf- schneiden Körper, welche mehr oder weniger aus zwei zusammenhängenden halbrunden
Leisten bestehen, so dass sie zwar im aufgeklappten Zustande eine vergrösserte Fläche bieten, aber keine Plattenausdehnung, wie für Sohlleder bedingt, besitzen.

   Aus diesem Grunde werden die aufgeschnittenen Sehnen im aufgeklappten Zustande durch Walzen geschickt, welche in erster Linie ein Plattdrücken der halbrunden Leisten bewirken, gleichzeitig aber eine Lockerung des ganzen Zusammenhaltes der Fasern untereinander, sowie ein Zerquetschen einzelner   Faserstränge.   Aber auch dann zeigen die Sehnen das ihnen eigentümliche gummi- artige Verhalten, so dass sie sich wieder in ihre ursprüngliche Form einzustellen versuchen. 



   Andererseits ist durch die gewaltsame Lockerung ein ziemliches Loslösen einzelner Faserstränge zustande gekommen, so dass für Besohlzwecke brauchbare Platten auch bis dahin nicht zur 

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 Verfügung stehen. Daher wird als nächster Schritt das Pressen angewandt, d. h. durch anhaltenden Druck ein bleibender Zustand herbeigeführt. Durch das Pressen werden die den Sehnen innewohnenden leimartigen Säfte herausgedrückt bzw. durch die ganze Platte gleichmässig verteilt, bewerkstelligen alsdann eine Bindung der gelockerten Teile, durchdringen die zerquetschten Fasern und füllen auch sonstige Vertiefungen aus.

   Durch die Pressung wird also eine gewisse Zustandsänderung der Sehnenkörper erzielt und die Struktur der bereits durch das Walzen gelockerten Sehnen insofern verwandeln, als die leimartigen Substanzen des Sehnenkörpers über die ganze Fläche und Stärke zwischen den   Fasern gleichmässig   verteilt werden, so dass der ursprüngliche Zusammenhang der Fasern, der ihre ständige Zurückführung in die erste Lage anstrebte, aufgehoben und dafür die Umstellung der Spannung zwischen den einzelnen Fasern in die Plattenform herbeigeführt wird. Nach dem Erstarren und Herausnehmen aus der Presse erhält man auf diese Weise in sich geschlossene homogene Platten von beständiger Form. Diese ergeben nach dem Durchgerben ein nach Ausmassen und Haltbarkeit zu Besohlzwecken brauchbares Lederprodukt. 



   Beim Aufschneiden der Rundsehnen wird zweckmässig so verfahren, dass dieselben in spiralig verlaufenden, von aussen nach der Mitte zu kreisartig sich bewegendem Schnitt durchgeteilt werden. Dadurch wird die gewonnene Fläche   vergrössert.   



   Der erkannte Vorteil, welchen das Auflockern der Fasern mittels der Walzen und die nachfolgende Pressung den sehnenartigen Gebilden verleiht, legt eine Anwendung des Verfahrens auch bei solchen sehnenartigen Abfallteile nahe, die nicht eine Rundausdehnung, sondern eine mehr flächenartige besitzen, indessen aus dem natürlichen Zustande allein durch Gerbung in brauchbares Leder nicht übergeführt werden können, wie z. B. die beutelartige Bauchsehne. Auch hier wird durch das Walzen und Pressen eine Verbesserung der Struktur und damit der Haltbarkeit des Materials dank der Einwirkung der den Körpern selbst innewohnenden Leimsubstanzen erzielt.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von künstlichem Leder aus sehnenartigen, tierischen Abfällen, dadurch gekennzeichnet, dass solche zumeist als Grundkörper vorkommenden Abfälle aufgeschnitten, alsdann im aufgeklapptem Zustande gewalzt, darauf zu homogenen Platten gepresst und diese schliesslich gegerbt werden.
AT85019D 1918-01-04 1918-01-04 Verfahren zur Herstellung von künstlichem Leder aus sehnenartigen, tierischen Abfällen. AT85019B (de)

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