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Vergaser für Verbrennungskraftmaschinen.
Die Erfindung gehört jener Gruppe von Spritzvergasern an, bei denen die Bildung des notwendigen Brennstoff-Luftgemisches durch Beeinflussung der Strömung des ungeteilten Ansaugluftstromes geregelt wird.
Bekanntlich gibt eine konstante, im gleichbleibenden Luftquerschnitt befindliche Brennstoffdüse mit wachsender Drehzahl des Motors zuviel Brennstoff ab ; eine unerwünschte Gemischanreicherung erfolgt aber auch, wenn mit steigender Entdrosselung der Saugleitung - bei gleicher Drehzahl-der Unterdruck an der Düse zunimmt. Es wird also die Gemischbildung von zwei Faktoren, und zwar Drehzahl und Drosselstellung beeinflusst, welche im ganzen Betriebsbereiche eine unendliche Anzahl von Kombinationen zulassen.
Soll also durch den Hauptluftstrom geregelt werden, so ist es klar, dass ein Einfluss seitens beider Faktoren gewährleistet sein muss. Dies wird in einer Reihe von Hauptluftreglerkonstruktionen dadurch zu erreichen gesucht, dA vom Unterdruck bewegte Körper entsprechende Luftquerschnitte freigeben ; allen diesen Konstruktionen haftet jedoch der Übelstand an, dass die Bewegung genannter Kö, per eine entsprechende Gegenwirkung erfordert, die in Form von Federn o. dgl., durch Änderung der Grösse der Angriffsfläche für den bewegenden Luftstrom usw. reguliert wird, die Funktion also von Konstruktionselementen abhängig gemacht wird, die sich schwer übersehen lassen.
Nun können aber solche von beiden Faktoren, Drehzahl und Drosselstellung, hervorgerufene Unterdrucks-bzw. Querschnittsänderungen ohne jegliche mechanische Hilfsmittel, nur durch Strömungsvorgänge, also rein aerodynamisch, erreicht werden, wenn die Anordnung
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man sich die Düse in Stellung II, also in der Drosselebene liegend, so wird bei steigender Entdrosselung der Saugleitung weniger Brennstoff abgegeben. Anders sind jedoch die Verhältnisse für die Düse in die Stellung III ; hier befindet sie sich nun nicht mehr im konstruktiven konstanten Luftquerschnitt Q, sondem im Gebiete der selbsttätig sich bildenden Luftquerschnitte, hervorgerufen durch die Ablenkung der Stromlinien am Drosselwiderstand ; denn letzterer stört gleichsam die Strömung, indem er den Luftstrom zwingt, seine Geschwindigkeit und Richtung zu ändern.
Durch die beschriebene Anordnung (Fig. i) ist nun erreicht, dass diese Änderungen der Luftgeschwindigkeit planmässig auf die Düse wirken, was in durch Drehzahl und Drosselstellung bedingten, selbsttätig sich bildenden Querschnitts- änderungcn seinen Ausdruck findet.
In der Fig i wird angedeutet, wie sich die Strömungsvorgänge beiläufig abspielen : bei der gezeichneten Drosselstellung S und irgend einer angenommenen Drehzahl sei die vollgezogene Linie die Abgienzung der Strömung gegen jenes Gebiet, das in der Hydraulik "Totwasser"genannt wird ; der für die Wirkung an der Düse'in Betracht kommende Luftquerschnitt ist nun nicht mehr der konstruktive Querschnitt Q, sondern der'automatisch begrenzte Q. Wird nun die Drehzahl, mithin die Luftgeschwindigkeit erhöht, so nimmt diese Begrenzungslinie den gestrichelten Verlauf ; man sieht, der Strömungsquerschnitt ist etwas grösser geworden (Q,'), die Luftgeschwindigkeit, mithin die Saugkraft an der Düse hat sich entsprechend vermindert.
So bilden sich derartige Kombinationsquerschnitte auch bei einer
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Drosselstellung S2 usw., womit die Lösung für die unendliche Anzahl der Kombinationmöglichkeiten in der allereinfachsten Weise gegeben ist.
Selbstverständlich ist die Lage der Düse zum Drosselorgan nicht willkürlich gewählte vielmehr ist die Entfernung eine ganz bestimmte : denn mit der Näherung der Düse an die Stellung 1 nähern sich auch deren Eigenschaften jenen in dieser Stellung und umgekehrt bei Verschiebung in der anderen Richtung ihren Eigenschaften in der Stellung II.
Diese einfache Vergaserart kann nun in die mannigfachsten konstruktiven Formen gebracht werden, wenn nur dafür gesorgt ist, dass die Ablenkungserscheinungen in der beschriebenen Weise auf die Düse wirken, d. h. wenn diese rechtwinklig zur Strömungachse dem Drosselschieber gegenüberliegend eingebaut und die günstigste Entfernung vom Drosselorgan gewählt wird, wobei dieser Abstand in allen Drosselzwischenlagen der gleiche bleibt. Der Vergaser kann beispielsweise nach Schema Fig. i gebaut werden. Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungsform, bei der das Saugrohr in der Ebene des Drossepunkt gleichsam geschnitten erscheint und seine beiden Teile zwecks Drosselung gegeneinander verschoben werden.
In Fig. 3 wieder ist eine Ausführungsform dargestellt, bei der Düsen-nnd Drosselorgane kreisförmig angeordnet sind ; dadurch wird die Düse zu einer Schneide, bei der der Brennstoff rundbrennerartig austritt, die Drossel zu einem Ringschieber. Diese Anordnung ermöglicht die Erzielung einer besonders guten Zerstäubung.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Vergaser für Verbrennungskraftmaschinen, dadurch gekennzeichnet, dass durch den im Ansaugquerschnitt rechtwinklig zur Strömungsrichtung angeordneten Drosselschieber ein Ablenkungsgebiet der Stromlinien geschaffen wird, in welches die gleichfalls rechtwinklig zur Strömungsrichtung, jedoch an der dem Drosselorgan gegenüberliegenden Seite des Ansaugrohres angeordnete Brennstoffdüse derart eingebaut ist, dass die durch die Ablenkung erzeugte Geschwindigkeits-und Richtungsänderung der angesaugten Luft die Brennstoffabgabe regelt, welche den durch Drehzahl und Drosselstellung bedingten, sich selbsttätig bildenden Querschnittsänderungen entspricht.