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Verfahren zum Tränken von Stoffen, Körpern o. dgL mit Flüssigkeiten oder Lösungen.
In vielen Zweigen der Technik ist es erforderlich, Stoffe, die enge Luftkanäle besitzen, wie Bimmstein, Kieselguhr, Holz oder Gemenge aus Kieselguhr und Kohle, aus Kieselguhr, Ton und Kohle, aus Ton und Kohle usw. oder die aus solchen Stoffen hergestellten Ziegel, Stangen, Rohre, Platten, Granulate (mit Körnern von 1/2 bis 15 m11t Durchmesser) o. dgl. mit Flüssigkeiten oder Lösungen zu tränken. Nach den bekannten Verfahren geschieht dies in der Weise,-dass die zu tränkenden Stoffe oder Gegenstände in einen Behälter gebracht, mit der Flüssigkeit oder Lösung übergossen und hierauf mit dieser durch Rühren, Wenden oder dgl. innig abgemischt werden. Auch ist es beispielsweise durch das österr.
Patent Nr. 27897 bekannt geworden, das zu tränkende Material zum Tränken in einen besonderen Behälter zu geben.
Diese Verfahren zum Tränken haben verschiedene überstände. So werden einzelne Teile der Stoffe mit der Lösung durchtränkt, während andere Teile nur wenig oder überhaupt nicht mit dem Tränkmittel in Berührung kommen. Da die zu tränkenden Stoffe häufig nicht gleichartige Zusammensetzung aufweisen, haben deren einzelne Teile auch verschiedene Saugfähigkeit, wodurch manche Teile mehr, manche weniger das Tränkmittel aufnehmen. Dieses dringt oft nicht bis ins Innere des zu tränkenden Stoffes, wodurch Ungleichmässigkeiten in der Qualität des Stoffes entstehen. Um dies zu verhüten, muss der Stoff nochmals getränkt oder Tränkmittel nachgegossen werden. Wird zuviel Tränkmittel verwendet oder ist der Stoff zu wenig aufnahmsfähig, so muss Stoff nachgetragen werden, um das Tränkmittel aufzubrauchen.
Es ist daher notwendig, Versuche über die Aufnahmefähigkeit des Stoffes anzustellen und erst dann mit dem Tränken zu beginnen.
Alle diese Übelstände sollen durch das Verfahren nach der Erfindung beseitigt werden, das von dem bekannten Mittel Gebrauch macht, die festen Körper in einem auf der Flüssigkeit schwimmenden Siebbehälter einzubringen. Dieser Vorgang ist bisher aber nur zum Lösen fester Körper angewendet worden, bei welchem Verfahren der den Körper enthaltende Siebbehälter auch auf der Lösungsflüssigkeit schwimmt (D. R. P. Nr. 65099).
Auch zum Auslaugen salzhaltiger Lebensmittel ist der schwimmende Siebbehälter verwendet worden (Engl. Pat. Nr. 14888-A. D., 1890). In beiden Fällen sollen nur die unteren Schichten des auf der Lösungsflüssigkeit schwimmenden festen Gutes von der Flüssigkeit benetzt, auf diese Weise gelöst und von der Lösungsfiüssigkeit weggeführt werden. Die Flüssigkeit nimmt den festen Körper allmählich aus dem Siebbehälter auf, der seine Lage nicht ändert, während des ganzen Vorganges auf der Flüssigkeit schwimmt.
Gerade der entgegengesetzte Vorgang findet nach dem Verfahren nach der Erfindung statt, bei dem der feste Stoff die Flüssigkeit aufnimmt, Der Siebbehälter sinkt in dem
Masse, als Flüssigkeit in das Gut eindringt, allmählich tiefer in die Flüssigkeit, bis der zu tränkende Stoff von dem Tränkmittel umspült und vollkommen gleichmässig durchsetzt ist.
Das Verfahren wird in der Weise ausgeführt, dass der zu tränkende Stoff, Gegen- stand o. dgl. in einen Behälter eingebracht wird, der einen Siebboden besitzt. Dieser Behälter wird in einen zweiten Behälter eingesetzt, in dem sich das Tränkmittel befindet. Der den zu tränkenden Stoff enthaltende Behälter ist so gebaut oder aus derartigem Material her- gestellt, dass er mit dem Tränkgut auf der Tränkflüssigkeit schwimmt, so dass beim Einsetzen des mit dem Siebboden versehenen Behälters in den zweiten Behälter das Tränkmittel durch
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den Siebboden eintreten und von dem zu tränkenden Stoff, Körper o. dgl. allmählich aufgesaugt werden kann.
Hiedurch wird der innere Behälter immer tiefer in dem das Tränkmittel enthaltenden sinken, bis der zu tränkende Stoff von dem Tränkmittel vollkommen gleichmässig durchsetzt ist.
Durch diesen Vorgang beim Tränken wird die in dem Stoff, Körper o. dgl. enthaltene Luft, von unten nach oben aus dem Körper verdrängt und das Tränkmittel ungehindert bis in das Innere des Stoffes o. dgl. eindringen, welcher Vorgang dadurch gefördert wird, dass der Stoff o. dgl. vom Tränkmittel gleichmässig umgeben ist.
Nach genügender Tränkung wird der innere Behälter aus dem äusseren gehoben, wobei das Tränkmittel in diesen zurückfliesst, so dass ein Verlust von solchem ausgeschlossen ist.
Eine praktische Verwendung findet das Verfahren beispielsweise zum Tränken von Granulaten mit Pottaschelösung. Solche mit Pottaschelösung getränkte Granulate finden zum Aufsaugen schädlicher oder giftiger Gase in Gasschutzmasken o. dgl. Verwendung. Das Verfahren ist auch anwendbar für die Herstellung von Leuchtkörpern, Diaphragmen usw.