DE951898C - Flussmittel fuer Loetbaeder - Google Patents
Flussmittel fuer LoetbaederInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein in geschmolzenem Zustand in einem Lötbad zu verwendendes Lötflußmittel,
das für Lötbäder, wie sie zur Herstellung von Dosenmänteln für Dosen mit doppelter Falznaht verwendet
werden, besonders geeignet ist, und zwar hauptsächlich dann, wenn die Lote einen geringen Zinngehalt haben.
Dieses Lötflußmittel ist jedoch nicht auf die Verwendung bei der Herstellung von solchen Dosenmänteln beschränkt und kann mit gleichem Erfolg
auch mit anderen Lötbädern verwendet werden. Da das Lötflußmittel im Zusammenhang mit den besonderen
Problemen, die bei der Herstellung von Dosenmänteln auftreten, entwickelt wurde, soll es auch im
Zusammenhang mit diesem Verfahren beschrieben werden.
Dosenmäntel für Dosen mit doppelter Falznaht werden gewöhnlich in der Weise hergestellt, daß man
die beiden entgegengesetzten Ränder des vorgeformten Weißmetallbleches zurückbiegt, und zwar die eine
Ecke nach oben, die andere Ecke nach unten, wobei sich sogenannte »Haken« bilden. Dann läßt man
diese »Haken« übereinandergreifen, schlägt sie flach
und läßt anschließend in die so gebildete Falznaht geschmolzenes Lot hineinfließen, indem man die Naht
über eine in einem geschmolzenen Lötbad rotierende Rolle schleifen läßt. Um das Lot so lange flüssig
zu halten, bis die Falznaht mittels Kapillarkräfte mit Lot vollgesogen ist, muß das Lötbad beträchtlich
über den Schmelzpunkt des Lotes erhitzt werden. Jahrelang haben die Dosenhersteller ein Sn-Pb-Lot
mit reinem Zinngehalt von 38 bis 50 Gewichtsprozent verwendet. Im Zusammenhang damit haben sich
Flußmittel auf Zink-Ammoniumchlorid-Basis, wodurch das geschmolzene Lot im Lötbad geschützt und
die Rollenoberfläche rein gehalten werden sollte, sehr gut bewährt.
In den letzten Jahren mußten die Dosenhersteller infolge der Zinnknappheit Sn-Pb-Lote mit wesentlich
geringerem Zinngehalt benutzen. Gegenwärtig ist der maximale Zinngehalt in solchen Loten auf 5°/0
begrenzt. Gewöhnlich werden 3-97- und 2-98-Lote (das sind Lote mit einem Gehalt von 2 oder 3°/0 Zinn
bzw. 97 oder 98% Blei) benutzt. Es hat den Anschein, als ob solche zinnarme Lote, selbst wenn die
Zinnbeschränkung aufgehoben wird, mindestens in
so der Dosenindustrie weiter benutzt werden, da es sich
herausgestellt hat, daß diese Lote einerseits eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit gestatten, andererseits
weniger dazu neigen, in dem Falz der Seitennaht des Dosenmantels bei längerer Lagerung zu kristallisieren.
Die zinnarmen Lote erfordern jedoch eine verhältnismäßig große Menge an Flußmitteln. Der Grund
hierfür liegt darin, daß ein 50-50-Lot schon bei etwa 2150 schmilzt, während ein 3-97-Lot beispielsweise erst
bei etwa '320° schmilzt. Damit bei der Herstellung von Dosenmänteln gute Arbeitsbedingungen erhalten
werden, muß das Lötbad auf einer Temperatur zwischen 370 und 400°" gehalten werden. Bei dieser
Temperatur verdampft jedoch der Ammoniumchloridteil des Komplexes verhältnismäßig schnell.
Da das Ammoniumchlorid der aktivere Bestandteil des Flußmittels ist, wird durch die Ammoniumchloridverluste
die Lebensdauer des Flußmittels stark herabgesetzt, seine Wirksamkeit läßt nach, und
wird der Ammoniumchloridgehalt schließlich zu niedrig, so muß das Flußmittel verworfen werden, da
das Lot die Rolle nicht mehr benetzt bzw. von ihr abreißt. Außerdem werden durch die Ammoniumchloriddämpfe
alle Personen, die in der Nähe der Dosenhersteller arbeiten, stark belästigt.
Es würde nun gefunden, daß die Ammoniumchloridverluste vermindert werden können, wenn das
Flußmittel von einem inerten Stoff verhältnismäßig geringer Dichte in Granulatform absorbiert wird. Eine
solche Mischung weist nach einer bestimmten Zeit unter denselben Bedingungen einen wesentlich höheren
Ammoniumchloridgehalt auf, als das gleiche Flußmittel ohne den absorbierend wirkenden Stoff.
Außerdem wird die Lebensdauer des Flußmittels . dadurch stark heraufgesetzt.
Das erfindungsgemäße Flußmittel ist vornehmlich für die Verwendung in Lötbädern, die mit einer Rolle
ausgestattet sind, geeignet. Zu seiner Herstellung wird Zinkchlorid mit Ammoniumchlorid (oder Zinkammoniumchlorid)
miteinander gemischt und inertes siliciumhaltiges Material in Granulatform von verhältnismäßig
geringer Dichte als Absorptionsmittel hinzugefügt. Es wurde gefunden, daß sich hierfür
expandiertes siliciumhaltiges Material, wie abgeblättertes Vermiculit, »zersprengte« Silikate, wie expandiertes
Perlit (ein saures vulkanisches Glas), und gesinterte, abgerundete Tonteilchen eignen.
Auch inertes, sehr poröses, siliciumhaltiges Material, beispielsweise expandierte Hochofenschlacke und
expandierter Schieferton können für die erfindungsgemäßen Zwecke geeignet sein, vorausgesetzt, daß
ihr Eisengehalt nicht zu hoch ist. Diese Materialien gehören zu den üblichen Stoffen geringer Dichte, die
beim Pflastern und Mauern verwendet werden.
Die »zersprengten« Materialien werden in der-Weise
hergestellt, daß man die natürlich vorkommenden silikathaltigen Gesteine (gewöhnlich Perlit) in Form
kleiner Körner durch eine sehr heiße Ofenzone hindurchführt, in welcher die einzelnen Körner
zerspringen und dadurch die augenscheinliche Dichte des Gesteins auf etwa 0,128 g/cm3 herabgesetzt wird.
Zur Herstellung der Tonkügelchen wird zunächst eine Tonaufschlämmung mit einem Expansionsmittel
in Kügelchen übergeführt, diese dann in einen Ofen eingebracht, in welchem die Oberfläche der Kügelchen
infolge der Hitzeeinwirkung sintert, wobei sich durch die Bildung von Dampf und Gas innerhalb der Kügelchen
eine hohle dünne Kugelschale bildet. Derartige Tonkügelchen werden von der Kanium Corporation
unter der Bezeichnung »Kanamite« in den Handel gebracht.
Wenn die Chloride in dem Flußmittel schmelzen, benetzen sie das Absorptionsmittel und bilden auf
der Oberfläche des Lotes eine leicht bewegliche Schwimmschicht, welche neben einer gewissen Kohäsionswirkung
auch eine gewisse Beweglichkeit aufweist. Sind die Chloride vollkommen geschmolzen,
dann kann die Masse nicht mehr als Paste bezeichnet werden, da sie dafür zu beweglich ist. Sie kann aber
auch nicht als Flüssigkeit bezeichnet werden, da bei einem Flußmittel solcher Zusammensetzung, das eine
maximale Wirkungsdauer ermöglicht, wohl eine geringe Flüssigkeitsmenge sichtbar ist, jedoch die
Hauptmenge des Chlorids in den Poren und auf der Oberfläche des siliciumhaltigen Absorptionsmittels
festgehalten wird. Die Behauptung: die Masse habe Kohäsionseigenschaften, ist so zu verstehen, daß sie
durch die Rotationsrolle weder gebrochen noch zerteilt wird. Sie liegt gegen die Rollenoberfläche an,
wobei das Flußmittel mit dem Lötmittelfilm gemischt wird und einige Stunden bevor es vollkommen
verbraucht ist und von der Rolle abbricht, leicht raucht. Dann muß es verworfen werden, da es die
Rolle nicht länger verzinnt hält.
Obgleich zahlreiche Untersuchungen durchgeführt wurden, um die verschiedenen Hypothesen über die
wesentlich verlängerte Lebensdauer des Flußmittels zu betätigen, wurde hierfür noch keine befriedigende
Erklärung gefunden. Eine wahrnehmbare Verlängerung der Lebensdauer des Flußmittels findet schon
bei der Zugabe von scheinbar zu vernachlässigenden Gewichtsprozenten des siliciumhaltigen Bestandteiles
statt; jedoch der große Unterschied in der augenscheinlichen Dichte zwischen dem geschmolzenen
Flußmittel und dem expandierten siliciumhaltigen Absorptionsmittels sollte nicht außer Acht gelassen
werden. So liegt beispielsweise die additive berechnete
Dichte eines typischen geschmolzenen Flußmittels nahezu bei 2,18 g/cm3, während das Schüttgewicht
(bulk density) des expandierten Perlits nahezu 0,12 g/cm3 beträgt. So machen 3 Gewichtsprozent des
S expandierten Perlits 37 Volumprozent der Mischung nach dem Schmelzen des Flußmittels aus. Eine für die
Praxis ausreichende Erhöhung der Lebensdauer des Flußmittels wird schon dann gewährleistet, wenn die
Menge des expandierten .Materials mit Bezug auf das anfängliche Gewicht von Zink und Ammoniumchlorid
1,5 % beträgt. Die obere Grenze ist variabel und hängt von dem Absorptionsmittel ab, liegt jedoch ein
wenig oberhalb der Menge, durch welche die gesamte Masse des Flußmittels absorbiert wird. Es sollte
möglichst eine wahrnehmbare Flußmittelmenge auf der Oberfläche des Granulats verbleiben, es ist jedoch
nicht notwendig, daß das Flußmittel die Zwischenräume zwischen den Granulatkörnem ausfüllt. Im
allgemeinen sollen, als obere Grenze in Volumen aus-
•20 gedrückt, 2 bis 3 Volumen siliciumhaltiges Material
auf ι Volumen geschmolzenes Flußmittel verwandt werden.
Es wurde auch gefunden, daß es vorteilhaft ist, eine sehr kleine Harzmenge, vorzugsweise 0,1 bis 1 Gewichtsteil
auf das Flußmittel bezogen, zuzufügen. Der Harzzusatz ist zwar nicht notwendig, erhöht jedoch
die Lebensdauer des Flußmittels. Das Harz soll möglichst beim Erhitzen auf Fließtemperatur vor
der Zersetzung schmelzen, so daß es auf der Flußmitteloberfläche,
bevor es hart wird und carbonisiert, einen Schaum bildet. Der Schaum ist bei der Temperatur
des Lötmittelbades teilweise flüssig, setzt sich jedoch hauptsächlich aus benetzend wirkenden,
carbonisierten, außerordentlich kleinen Harzteilchen zusammen. Vermutlich wird die Flußmittelmasse
durch diesen Schaum einerseits stärker gegen Luftzufuhr geschützt und andererseits, möglicherweise,
das Entweichen der Ammoniumchloriddämpfe zusätzlich gehindert. Hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, der
Zugänglichkeit und der geringen Herstellungskosten haben sich die in Benzin unlöslichen Harze, welche
bei der Extraktion von Kiefernholz mit aromatischen Lösungsmitteln erhalten werden, die harte, dunkelgefärbte, teilweise benzinlösliche Fraktion, die als
4S Nebenprodukt bei der Herstellung von F. F. Kiefernharz
(F. F. wood rosin) erhalten wird und die sogenannten »modifizierten«, in der Wärme härtenden Harze
vom Phenol-Formaldehyd-Kondensationstyp als besonders geeignet erwiesen.
Zinkchlorid und Ammoniumchlorid können in verschiedenen Verhältnissen in bekannter Weise
vereinigt werden. Hat die Mischung einen sehr hohen Ammoniumchloridgehalt, so schmilzt sie nicht eher
als bis der Prozentsatz von Ammoniumchlorid gegenüber der Gesamtmenge an Zinkchlorid und
Ammoniumchlorid unter 44% absinkt. Dennoch kann die Rolle auch durch die ungeschmolzene
Mischung von Chloriden und Absorptionsmitteln verzinnt gehalten werden, wenn die Mischung z. B. in
Abständen von 10 Minuten gerührt wird, bis der Anteil an Ammoniumchlorid unter 44% sinkt. Nach
dem Schmelzen der Chloride bleibt das Flußmittel über Stunden beweglich, ohne daß eine besondere
Kontrolle notwendig ist. Infolgedessen wird vorzugsweise ein solches Anfangsverhältnis der Chloride
gewählt, daß die Mischung mit Sicherheit sofort schmilzt. Die Flußmittelmischung kann auch geringe
Mengen anderer Stoffe enthalten, welche bekanntlich die Eigenschaften des Flußmittels verändern. So
können beispielsweise zur Regulierung der Schmelztemperatur Alkalichloride zugefügt werden. Zusätzlich
kann man Zinkoxyd oder Zinkcarbonat zufügen, um Zusammenballen und das Entweichen der Säuredämpfe
zu verhindern, vgl. USA.-Patent 2 827 958. Man kann aber auch Zinkchlorid, Ammoniumchlorid,
ZnCl2-2NH4Cl und ZnCl2-3NH4Cl verwenden.
Versuche haben ergeben, daß durch die erfindungsgemäße
Mischung die Lebensdauer aller solcher Flußmittel des Zinkehlorid- und Ammoniumchloridtypes
verlängert wird. 8©
Zur Herstellung des Flußmittels werden nach einer bevorzugten Ausführungsform die trockenen Bestandteile
in einem trockenen Mischer so lange gemischt, bis eine gleichmäßige Verteilung der Ingredenzien gewährleistet
ist. Wird Harz in sehr kleinen Mengen angewendet, so kann man mit Vorteil so verfahren, daß
man zunächst das Harz mit einer geringen Menge eines der anderen Ingredenzien nii&cht und dann diese
Mischung .dem Hauptansatz zufügt. Ein in dieser Weise hergestelltes Flußmittel kann in den.üblichen
Lötbädern angewandt werden, auß*,r wenn Vermiculit einen Bestandteil des Flußmitteis darstellt. Da
Vermiculit dazu neigt, sich beim Seetransport auszuscheiden, sollte eine solche Flußmittehnischung erst
kurz vor der Verwendung durch Rotation gemischt werden. Während die Flußmittelmischung vorzugsweise
in dieser Weise hergestellt wird, kann das Absorptionsmittel zu jeder Zeit mit gleich befriedigenden
Resultaten dem Flußmittel zugefügt werden.
Zur Durchführung von Vergleichsbestimmungen über die Erhöhung der Wirksamkeit des Flußmittels,
die mit dem Zusatz von inertem, sihciumhaltigem Material geringer Dichte als Absorptionsmittel und
dem weiteren Zusatz von geeigneten Harzen zu einem typischen Flußmittel für höhere Temperaturen verbunden
ist, werden eine Reihe von Untersuchungen in einem mit einer Rolle ausgestatteten Lötbad für
Untersuchungszwecke durchgeführt. Dieses Lötbad stimmt mit den Lötbädern, wie sie tatsächlich in den
Herstellungsmaschinen für Dosenmänteln benutzt werden, vollkommen überein. Lediglich seine Rolle ist
etwas kurzer. Es besteht aus einem mit Gas erhitzten Eisenbehälter, der 25,4 cm lang, 16,5 cm breit und
10,5 cm tief ist, in welchem eine Lotrolle mit einem Durchmesser von 10,1 cm und einer Länge von
15,25 cm quer über dem Behälter an einem Punkt, der von den Enden gleich weit und-von dem Boden
6,35 cm entfernt ist, befestigt wird. Die Rolle hat eine zylindrische Arbeitsoberfläche von 11,43 cm Länge
und hat abgerundete Kanten mit einem Radius von 0,159 cm· Das Bad wird mit einer genügenden Menge
von 3-97-Lot gefüllt, so daß der Spiegel des Lotes bis zur Mittellinie der Rolle steigt (nahezu 16,2 kg). In
jedem Versuch wurde die Temperatur des Lotes, in dem Bad thermostatisch auf 400 ± 1° gehalten und iag
die Rolle mit einer Geschwindigkeit von 120 Umdrehun-
gen/Min, rotieren gelassen. Auf der Seite, wo die Rolle
wieder in das Bad eintritt werden 300 g Flußmittel auf die Oberfläche des Lotes gegeben. Die von
dem Flußmittel bedeckte Oberfläche beträgt 7,62 χ 15,25 cm. In jedem Fall wurde die Lebensdauer
des Flußmittels in der Weise bestimmt, daß man die Zeit, bis wahrnehmbare Teile der zylindrischen
Rollenoberfläche nicht mehr durch das Lötmittel benetzt werden, mißt. Die Untersuchungsergebnisse
sind mit einer Variationsbreite von ± 15 Minuten reproduzierbar und stimmen ziemlich
genau mit der Lebensdauer des Flußmittels, die unter ähnlichen Bedingungen bei der Dosenherstellung
bestimmt wurde, überein.
Diese Apparatur und dieses Verfahren wurden bei den folgenden Untersuchungsserien angewandt, mit
denen die Wirkung, die wachsende Zusätze eines typischen siliciumhaltigen Materials und eines typischen
Harzes auf ein typisches Flußmittel für hohe Temperatur ausüben, bestimmt wurde.
Probe A
ZnCl2 · 2NH4Cl 91 Gewichtsteile üvg
ZnO 6
Lebensdauer des Flußmittels: 106 Minuten
Probe B
ZnCl2 · 2NH4Cl
91 Gewichtsteile in g
ZnO 6
Expandiertes Perlit I1Z2
Lebensdauer des Flußmittels: 181 Minuten
Probe C
ZnCl2 · 2NH4Cl 91 Gewichtsteile in g
ZnO 6
Expandiertes Perlit 3
Lebensdauer des Flußmittels: 235 Minuten
Probe D
ZnCl2 · 2NH4Cl 91 Gewichtsteile in g
ZnO 6
Expandiertes Perlit 6,2
Lebensdauer des Flußmittels: 350 Minuten
Probe E
ZnCl2 · 2NH4Cl 91 Gewichtsteile in g
ZnO 6
Expandiertes Perlit 9,6
Lebensdauer des Flußmittels: 570 Minuten
Probe F
ZnCl2 · 2NH4Cl 91 Gewichtsteile in g
ZnO 6
Expandiertes Perlit 3
Phenol-Formaldehydharz .. 0,12 Lebensdauer des Flußmittels: 300 Minuten
Probe G
ZnCl2 · 2NH4Cl 91 Gewichtsteile in g
ZnO 6
Expandiertes Perlit 3
Phenol-Formaldehydharz .. 0,5 Lebensdauer des Flußmittels: 345 Minuten
Probe H
ZnCl2 · 2NH4Cl 91 Gewichtsteile in g
ZnO 6
Expandiertes Perlit 3
Phenol-Formaldehydharz .. 1 Lebensdauer des Flußmittels: 435 Minuten
Um die Wirkung, die der Zusatz von siliciumhaltigem Material mit geringem spezifischem Gewicht
auf die Höhe des Ammoniumchloridgehaltes in den Flußmitteln ausübt, zu ermitteln, werden in periodischen
Abständen geringe Mengen Flußmittel der in 75_
den Proben A und E verwandten Flußmittelmischungen abgezogen. Der prozentuale Ammoniumchloridgehalt
der jeweiligen Probe ist folgender Tabelle zu entnehmen:
°/o Ammoniumchlorid 8σ
Stdn. Probe A Probe E
ι 15.0 23,6
i,7 7,7
2 17,6
3 13.4
4 11,2
Die Flußmittelbestimmung der Probe A nach 1,7 Stunden ergab, daß die zu dem Zeitpunkt gerade
in dem Flußmittel vorhandene Ammoniumchloridmenge so groß ist, daß das Flußmittel seine Fluß- 90·
mitteleigenschaften verliert und nicht mehr länger fähig ist, die Rolle ausreichend verzinnt zu halten.
Die maximale Menge des Absorptionsmittels, mit welchem die Flußmitteleigenschaften verbessert
werden können, hängt von der physikalischen Natur des Absorptionsmittels ab. Die Eigenschaften der
Absorptionsmittel, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung zu sein scheinen, sind das Schüttgewicht
der Absorptionsmittelmasse sowie die Porosität und Form der einzelnen Teilchen. Bevorzugt werden
Absorptionsmittel mit einem sehr geringen Schüttgewicht verwandt, da mit dem Zusatz einer minimalen
Gewichtsmenge von Absorbern maximale Wirksamkeit erreicht wird. Hierfür scheint jedes inerte Absorptionsmittel,
das in dem geschmolzenen Flußmittel schwimmt, geeignet zu sein.
Die Porosität und die Form der einzelnen Teilchen spielt insofern eine Rolle, weil die Beweglichkeit der
Flußmittelmischung, sobald die Flußmittelkomponente der Mischung flüssig geworden ist, eine ihrer
Haupteigenschaften ist. Normalerweise bleibt die Mischung beweglich, solange noch merkliche Mengen
des Flußmittels auf der Oberfläche der einzelnen Absorberteilchen erscheinen, obgleich die Zwischenräume
zwischen den Teilchen mit dem Flußmittel nicht ausgefüllt zu sein brauchen. Weisen jedoch die
Absorberteilchen eine derartige ■■ erflächenstruktur
auf, daß zwischen den einzelnen Teilchen eine merkliche Bindung vorhanden ist, wird die maximale
Menge des Absorptionsmittels, welche eine arbeitsfähige Mischung ergibt, dadurch herabgesetzt. Da
in nicht poröses Teilchen unter Umständen sein eigenes Gewicht an geschmolzenem Flußmittel verdrängen
kann, kann es in größerer Menge der Mischung ;ugefügt werden, als Teilchen, die etwas Flußmittel
absorbieren.
Die Wirkungen dieser Eigenschaften können durch Vergleichen von drei bevorzugt angewandten Absorptionsmitteln
veranschaulicht werden. Abgeblättertes Vermiculit hat ein Schüttgewicht von ο,ΐο bis
0,13· g/cm3. Die einzelnen Vermiculitteilchen zeigen eine plattenähnliche Struktur, die sehr porös ist.
Zwischen den einzelnen Teilchen besteht nur eine geringe Bindung. Die maximale Menge an Vermiculit,
die einem Flußmittel zugefügt werden kann und mit der noch eine arbeitsfähige Flußmittelmischung erhalten
wird, beträgt nur etwa 12 °/0.
Expandiertes Perlit hat eine vergleichsweise niedrige Dichte von 0,12 bis 0,19 g/cm3. Die einzelnen Teilchen
weisen nahezu dasselbe Absorptionsvermögen wie Vermiculit auf, haben jedoch runde Formen und zeigen
eine geringere Bindefähigkeit. Die obere Grenze des Perlitzusatzes liegt bei etwa 16 oder 17 °/0.
Tonkügelchen (Kanamite) stellen andererseits hahezu vollkommene Kügelchen mit einem Schüttgewicht von
0,4 bis 0,6 g/cm3 dar. Da diese Teilchen im einzelnen nicht porös sind und keinerlei Bindekräfte aufweisen,
ist die maximale Menge dieser Teilchen, die einem Flußmittel zugefügt werden kann, so hoch, daß sie
niemals bestimmt worden ist. In einem Beispiel werden mehr als 60 Gewichtsprozent dieser Teilchen einem
geschmolzenen Flußmittel zugefügt, wobei sich lediglich der Nachteil zeigte, daß die Flußrnittelrnischung
über das Lötbad überfloß. Selbst nach Zusatz einer so großen Absorptionsmittelmenge blieb die Mischung
beweglich. Die praktische Grenze für den Zusatz von Tonkügelchen liegt jedoch sehr viel niedriger. Wie den
Beispielen der weiter unten gezeigten Tabelle entnommen werden kann, wird die maximale Wirksamkeit
bei weniger als 20°/0 erreicht. Werden mehr als etwa 30 % zu Beginn zu einem sonst schnell schmelzenden
Flußmittel zugefügt, dann kann die Schmelzgeschwindigkeit dieses Flußmittels bis zu einem nicht
mehr arbeitsfähigen Grad vermindert-werden.
Es soll festgestellt werden, daß maximale Wirksamkeit dann erreicht wird, wenn der Absorptionsmittelzusatz
zu den schmelzbaren Bestandteilen der Flußmittelmischung etwas unterhalb den weiter oben
angegebenen maximalen Werten liegt. Da ein Absorptionsmittel, dessen einzelne Teilchen nicht porös
sind, ebenso wirksam wie ein Absorptionsmittel ist, dessen Teilchen etwas porös sind, ist es einleuchtend,
daß die Wirksamkeit des Absorptionsmittels hinsichtlich der Erhöhung der Lebensdauer des Flußmittels in
erster Linie von der Absorptionsfähigkeit der gesamten
Teilchenmasse abhängig ist. Der Grad der Teilchengröße der Absorberteilchen scheint nicht von Bedeutung
zu sein, solange die maximale Durchschnittsteilchengröße nicht etwa 2 mm überschreitet.
An Hand der in der folgenden Tabelle zusammengestellten Beispiele soll die Erfindung näher erläutert
werden. Die Lebensdauer des Flußmittels wird bei allen bei einer Lötbadtemperatur von 400°
bestimmt.
| ΰ |
0
i |
Flußmittel | CO 03 O |
ZnO | Gewichtsteile in | % | Abgeblättertes Vermiculit | Tonkügelchen | Harz | irze | :ion IgS- |
e Fraktion, erstellung ' ;n werden |
Fließdauer in Minuten | |
| — | 6 | Absorptionsmittel | — | — | härtende He yp |
der Extraki sehen Lösui |
Teilweise in Benzin löslich als Nebenprodukt bei H F.F. Kiefernharz gewönne |
345 | ||||||
| .— | — | — | 6 | — | II | Modifizierte, in der Wärme vom Phenol-Formaldehydt |
Benzinunlösliche Harze aus von Kiefernholz in aromati mitteln |
540 | ||||||
| 55 | 36 | Ö (M a |
— | — | 6 | — | 0,5 | — | 450 | |||||
| Bei spiel |
— | 3,6 | 91 | — | 8,6 | Expandiertes Perlit | 3.1 | — | — | — | — | 270 | ||
| I | — | 16 | 91 | — | 5,4 | 3 | — | — | — | I | — | 360 | ||
| 2 | — | — | — | 46,2 | 6 | — | — | — | 0,12 | — | — | 250 | ||
| 3 | — - | — | 84,7 | — | 6 | — | — | 20 | 0,12 | — | — | 460 | ||
| 4 | — | — | 75,4 | — | 6 | — | — | — | 0,12 | — | — | 605 | ||
| 5 | — | — | 46,2 | — | 6 | 3,i | IO | — | — | — | — | 225 | ||
| 6 | — | — | 91 | — | 6 | i,5 | — | — | — | — | — | 350 | ||
| 7 | 91 | — | — | — | I | |||||||||
| 8 | 91 | 15.5 | — | — | ||||||||||
| 9 | 91 | — | ||||||||||||
| IO | 3 | |||||||||||||
Claims (6)
- PATENTANSPRÜCHE:ι. Flußmittel für Lötbäder auf Zinkammoniumchloridbasis, das insbesondere für die Verwendung in einem mit einer Rolle ausgestatteten Lötbad geeignet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Flußmittel einen dessen Lebensdauer erhöhenden Zusatz, bestehend aus einer Masse von einzelnen Teilchen eines inerten, süiciumhaltigen, hitzeexpandierten Materials geringer Dichte in einem ίο Verhältnis von mindestens I1Z2 Gewichtsprozent — berechnet auf die schmelzbaren Flußmittelbestandteile — enthält.
- 2. Flußmittel nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz die Menge, bei welcher ein Flußmittelfilm auf der Oberfläche der einzelnen Masseteilchen noch sichtbar ist, nicht übersteigt.
- 3. Flußmittel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz aus expandiertem Perlit, abgeblättertem Vermiculit und/oder Ton-ao kügelchen besteht.
- 4. Flußmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz aus einer Masse von einzelnen expandierten Perlitteilchen besteht und 16 Gewichtsprozent der schmelzbaren Flußmittelbestandteile nicht übersteigt.
- 5. Flußmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz aus einer Masse von einzelnen abgeblätterten Vermiculitteilchen besteht und 12 Gewichtsprozent der schmelzbaren Flußmittelbeständteile nicht übersteigt.
- 6. Flußmittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 0,1 bis 1,0 Gewichtsteile an Harzen, die beim Erhitzen des Bades auf Fließtemperatur vor der Zersetzung schmelzen.•7. Flußmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß es als Harz das in Benzin unlösliche Harz, welches bei der Extraktion von Kiefernholz mit aromatischen Lösungsmitteln erhalten wird, oder das harte, dunkel gefärbte, teilweise in Benzin unlösliche Harz, das als Nebenprodukt bei der Herstellung von F.F. Kiefernharz erhalten wird, und/oder die modifizierten, in der Wärme härtenden Harze des Phenolformaldehydkondensationstyps enthält.©509 704/215 4. £6 (609 677 U. 56)
Applications Claiming Priority (1)
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| US337872A US2662840A (en) | 1953-02-19 | 1953-02-19 | Solder flux life extender |
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0
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- 1954-01-08 DE DED16736A patent/DE951898C/de not_active Expired
Also Published As
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