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PATENTSCHRIFT Nr 7402.
CLASSE 30 : GESUNDHEITSPFLEGE. d) Verbände, künstliche Glieder, orthopädische Apparate. ARTHURLORENZINDRESDEN.
Pelotte für Bruchbänder.
VorliegendeErfindungbeziehtsichaufPelottenfürBruchbänderundähnlicheBandagen und besteht darin, dass die Befestigungsstelle der Bruchbandfeder-eine über der Mitte der Pelotte schwebende Platte-mit dem Rande der Pelotte durch wesentlich radiale Federn verbunden ist. Gegenüber den zahlreichen älteren Federanordnungen wird durch die neue Anordnung nicht blos eine federnde Beweglichkeit zwischen Befestigungsstelle und Pelotte in lotrechter Richtung zur Bruchpforte, sondern vielmehr eine uniyprsalgrlenkige, federnde Beweglichkeit zwischen Befestigungsstelle und Pelotte ermöglicht.
Daraus folgt, dass die Pelotte den Zweck, die Bruchpforte zu verschliessen (oder allgemeiner auf eine bestimmte Körperstelle zu drücken), ohne Belästigung des Patienten durch übermässigen Druck in vollkommener Weise erreichen muss, da sie den Bewegungen der betreffr-nden Körperstelle folgen kann, ohne ihre richtige Lage zur Bruchpfortc zu (, lassen Einr weitere Ausl) ildung der Erfindung besteht darin. dass die wesentlich radialen Federn nicht blos die bewegliche Verbindung zwischen Bruchbandfeder und Pelotte herstellen, sondern vermöge weiterer Ausgestaltung zugleich auch den Körper der Pelotte bilden.
In diesem Falle bilden die gemäss der Umfläche der Pelotte gekrümmten Ver- längerungen der Federn ein am Scheitel der Wölbung der Pelotte zusammenlaufendes, ungefähr einer Krone ähnliches Gerippe, wie dies unter Bezugnahme auf Fig. 4-6 der Zeichnung später ausführlich beschrieben werden soll.
Einige Ausführungsformen der Erfindung sind auf der zugehörigen Zeichnung dargestellt, und zwar sind
Fig. 1-3 Ansichten von Ausführungsformen mit festem Pelottenkörper,
Fig. 4 und : J Ansichten von Ausführungsformen mit von den Federn gebildetem Körper.
Fig. 6 stellt eine Ausführungsform der letzteren Art mit Ueberzug dar, und
Fig. 7 und 8 geben in senkrechtem Querschnitt und Ansicht von oben eine Befestigungsweise für die Federn der Ausführungsformen mit federndem Pelottenkörper wieder.
In Fig. 1-3 bezeichnet a eine Pelotte mit festem Körper aus Metall oder anderem geeigneten Stoff, der natürlich einen weichen Überzug oder eine Polsterung erhalten kann, in Form einer Schale oder Mulde. Mit e (Fig. 2) ist das Endstück der Bruchbandfeder und mit b die zur Verbindung der Bruchbandfeder mit der Pelotte dienende Platte be- zeichnet. Diese Platte h schwebt bei allen drei Ausführungsformen frei über der Mitte der mnldenförmigen Pelotte, mit deren Rand sie durch die radialen Federn verbunden ist.
Nach Fig. l und 2 sind die Federn d bandförmig. Sie können mit der Platte b oder der Pelotte a aus einem Stück bestehen. Jedenfalls greifen sie an dem Rand der
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weglichkeit zu erhalten. Bei lothrechtem Druck auf die Platte, b geben alle Federn, deren Zahl natürlich eine beliebige ist, gleichmässig nach. Andererseits ist aber auch die uni vor- salgelenkig pendelnde Bewegung der Pelotte gegen die Platte b möglich, indem bei entsprechender Beanspruchung die Federn auf der einen Seite auf Druck, die Federn auf der anderen Seite auf Zug in Anspruch genommen werden.
Nach Fig. 1 haben die Federn d neben dem bei Pendelbewegungen auftretenden Druck und Zug auch den auf Annäherung der Befestigungsstelle an die Pelotte hinwirkenden lotrechten Druck aufzunehmen. In Hinsicht auf den letzteren Druck können
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geschaltete Federn ergänzt sein.
In Fig. 2 ist zu diesem Zweck eine Schraubenfeder f angeordnet.
In Fig. 3 hat die in gleicher Weise angeordnete Schraubenfeder f fast den ganzen lotrechten Druck aufzunehmen, weil statt der bandförmigen Federn d (nach Fig. 1 und 2) Schraubenfedern d'angeordnet sind, die an Ösen an der Platte b und an solche am Rande der Pelotte a angreifen. Bei lothrechtem Druck auf die Platte b werden die Federn d'zwar auch etwas gespannt, den grössten Theil des Druckes nimmt aber die Feder f auf.
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Verstellung (Verdrehung) der Pelotte in der Ebene der Platte ú zu.
Bei den in Fig. 1-3 gezeichneten Ausführungsformen gewährt der Hohlraum der schalenförmigen Pelotte den Federn den nöthigen Spielraum. Hat aber die Pelotte eine ebene Decke (Schild), so muss die Platte b und müssen die Federn d in genügender Höhe über dieser flachen Decke angebracht werden, um freies Spiel zu haben. Man gibt
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liegenden Federn nach der Platte b hin aufsteigen.
In der bisher beschriebenen Ausführung gewährt die "Erfindung den schon eingangs angedeuteten Vortheil, dass sich die Pelotte wegen ihrer grossen Beweglichkeit unter allen Umständen, und namentlich auch bei Bewegungen des Körpers der Bruchpforte mit dem Bestreben anschmiegt, stets wieder in die normale Stellung zur Bruchbandfeder zurückzu- gehen, während die Bruchbandfedor mit der Platte b stets in der normalen Lage bleibt.
Wird aber der Körper der Polotte selbst durch die entsprechend ausgestalteten Federn gebildet, so tritt der weitere Vortheil hinzu, dass die Pelotte nicht blos in ihrer Lage, sondern auch in ihrer Gestaltung in gewissen Grenzen nachgibig ist, sich also auch hinsichtlich ihrer Gestaltung der Körperstelle,'auf die sie drücken soll, anschmiegt.
Bei den zunächst durch Fig. 4 und 5 erläuterten Ausführungsformen dieser Art findet sich die Platte b mit den radialen, bandförmigen Federn d (vorzugsweise in grösserer Anzahl) wieder. Die Federn greifen aber aussen nicht an den Rand eines festen Pelottenkörpers an, sondern sie bilden, aussen abwärts und zum Scheitel der Wölbung geführt, selbst die Pelotte. genauer ein ungefähr einer Krone ähnliches Gerippe, welches als elastischer Pclottenkörper dient Fasst man der Einfachheit wegen den Pelottenkörper als Halbkugel auf, so verlaufen die den Körper bildenden Verlängerungen der Federn wesentlich in meridionaler Richtung.
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unmittelbar nach dem Scheitel des Gerippes geführt.
In Fig. 5 fehlen die der Fig. 1 entsprechenden Durchbiegungen der Federn d, dagegen bilden die Verlängerungen d2, ehe sie dem Scheitel zulaufen, noch einmal tiefe, radiale Einbuchtungen (. Diese Einbuchtungen dürften, ohne die Beweglichkeit der Pelotte gegen die Platte b zu beeinträchtigen, zur Aufnahme der lothrechten Drücke unter dem besonderen Gewichtspunkt geeignet sein, dass bei lothrechtem Druck ein Auseinandergehen der Federtheile d2 vermieden werden soll. Hieraus ergibt sich, dass durch FormVeränderungen an den Federn das Verhalten des federnden Pelottenlrörpers gegenüber den in Betracht kommenden drei Factoren (1. lothrechter Druck, 2. pendelnde'Beweglichkeit,
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werden kann.
Hinsichtlich der Herstellungsweise der hier behandelten Ausführungsformen ist zu bemerken, dass einzelne Federn mit der Platte b und einem besonderen Scheitelsfück, d. h.
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sein können. Unter Fortfall eines solchen Schoitelstückes können auch je zwei einander diametral gegenüberliegende Federn aus einem Stück bestehen ; diese Federn überkreuzen sich dann am Scheitel. Endlich können sämmtliche Federn aus einem Stück federnden Materials sternförmig ausgestanzt und die freien Enden der auf diese Weise entstandenen Federn mit einander, bezw. mit der Platte b verbunden sein. Letzterer Fall ist in Fig. 4 angenommen, wo sämtliche Federn am Scheitel bei m einteilig verwachsen und ihre freien Enden an der Patte b befestigt sind.
Diese Befestigung geschieht zweckmässig durch Einklommen zwischen der Platte b und einer zweiten Platte c (Fig. 4,7, 8). Beide Platten werden durch Schrauben n zusammengezogen, deren nach aussen verlängerte Bolzen zugleich die Schrauben k zur Befestigung, der Bruchbandfeder e bilden können.
Die federnden Polottenkörper werden statt von Metall unter Umständen auch von anderem federndem Material (z. B. genügend starkem Celluloid) sein können. Die einzelnen Federn können auch rund statt'bandförmig oder überhaupt in beliebiger Weise profiliert sein. sein.
Das Gerippe kann mit einem die Lücken zwischen dem einzelnen Federn verdeckendon, weichen Überzug l (Fig. 6) versehen sein.
Bei allen Ausführungsformen kann die Form der Pelotte den jeweiligen Zwecken entsprechend, eine verschiedenartige, z. B. ovale, runde, eiförmige etc. sein.
Mit den gegebenen Beispielen sind alle Ausführungsmöglichkeiten der Erfindung noch keineswegs erschöpft.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Pelotte für Bruchbänder und ähnliche Bandagen, gekennzeichnet durch die Anordnung von wesentlich radialen Federn (d-dl), welche eine über der Mitte des Pelottenkörpers (a) schwebende, zur Befestigung an der Bruchbandfeder oder sonstigen Bandage dienende Platte (b) mit dem Rand des Pelottenkörpers beweglich und zwar auch mit der Möglichkeit der Bewegung in der Achsenrichtung der Pelotte (a) verbinden, wobei zwischen
Platte (b) und Pelotte (a) Federn (f) angebracht sein können.