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Bergeversatzverfahren.
Zum Versetzen der abgebauten Strecken in Bergwerken hat sich der sogenannte Spülversstz als besonders vorteilhaft erwiesen. Dabei ist nun aber ein ganz besonderes Versatzgnt notwendig, nämlich Sand, zerkleinertes Gestein oder Schlacken, deren Beschaffung unter Umständen die Wirtschaftlichkeit des Spillversatzes in Frage stellen kann. Namentlich treten an Stellen. wo der Sand mit Lehm der Ton vermischt ist, insofern grosse Nachteile auf, als bei Verwendung eines derartigen, mit Lehm oder dgl. vermischten Versatzgutes der Lehm durch das Wasser herausgewaschen wird, die Grubenbaue in hohem Masse verschlämmt und die Wasserhaltungsmaschinen leicht verstopfe werden. Unter Umständen kami os noch lohnend sein, den Lehm über Tag herauszuwaschen.
Eine derartige Behandlung verbietet sich aber infolge der hohen Kosten von selbst, sobald der Lebmgehalt des Sandes ein gewisses Mass uebersteigt.
Man hat nun bereits Versuche angestellt, trockenes Versatzgut irgend welcher Art mit Hilfe von komprimierter Luft zum Versetzen der abgebauten Strecken zu verwenden.
Diese Versuche haben sich aber als für die Praxis durchführbar ans dem Grunde nicht erwiesen, weil einesteils durch das trockene Versatzgut der Verschleiss der Rohrleitungen, namentlich in den Krümmern, ein ganz ausserordentlich hoher ist, ausserdem aber ein zweckentsprechender Versatz, ähnlich dem durch das Spülversatzverfahren errechten, nicht erlangt wurde und schliesslich auch noch die Belästigungen der Arbeiter durch Staubentwicklung ziemlich erheblich sind.
Zur Vermeidung der letzteren ist zwar vorgeschlagen worden, Sprühvorrichtungen zur Löschung des Staubes zu verwenden, doch auch diese vermochten nicht den pneumatisehen Versatz in die Praxis einzuführen. Man ist daher wieder von ihm abgekommen und hat sich fast ausschliesslich dem Spülversatz zugewandt, obwohl das pneumatische Verfahren insofern bedeutende Vorteile aufweist, als die eingeführte Luft nicht nur nicht wieder herausgepumpt werden muss, wie im anderen Falle das Wasser, sondern sogar zur Bewetterung der Flöze dient.
Die vorliegende Erfindung besteht in einem Versatzverfahren, bei welchem Ton in breiiger oder plastischer Form durch Druckluft in den zu versetzenden Bau gefördert wird. Dieses neue Verfahren soll in wirtschaftlicher Beziehung dem Spulversatzverfahren gleichkommen und unter Umständen dasselbe sogar übertreffen, so dass es in Gegenden, wo kein Sand oder nur mit verhältnismässig grossen Mengen Lehm vermischter Sand vorkommt, mit Vorteil anzuwenden wäre.
Das Neue der Erfindung ist darin zu erblicken, dass als Versatzmaterial ein besonders vorbereiteter Ton und zwar ein solcher der in breiige oder plastische Form gebracht wurde nach dem Druckluftversatzverfahren in den zu versetzenden Bau befördert wird. Dabei ist natürlich unter reinem Ton nicht chemisch reiner zu verstehen, sondern solcher, wie er praktisch zu erlangen ist, nämlich mit gewissen Beimengungen und Ver- unreinigungen.
Die Verwendungsmöglichkeit des Verfahrens in dieser Weise ist überall dort ge-
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erst herbeigeschafft werden müsste.
Hiebei ist darauf noch zu achten, dass zum Abtrocknen genügend Zeit gelassen wird.
Auch kann in Gegenden, wo sowohl lehmige, als auch sandige Versatzstole zur Verfagung
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Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahrens vereinigt werden, was in der Weise geschieht, dass dem aus Erdmassen ausgewaschenen oder reinen Ton in breiiger oder plastischer Form vor seiner Förderung in den zu versetzenden Bau nach Belieben eine Beimengung von bis 700/0 Sand oder Schlacke oder dgl. beigegeben wird, ohne dadurch die breiige oder plastische Eigenschaft des Versatzgutes zu beeinträchtigen.
Einen besonderen technischen Vorteil weist das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren in der abgeänderten Form insofern auf, als durch den dem Ton beigemengten Sand der Versatz ein poröser, aber trotzdem ausserordentlich fester wird, so dass das in dem Versatzgut enthaltene Wasser mit Leichtigkeit abfliessen kann und das Abtrocknen der frisch versetzten Strecke in äusserst kurzer Zeit vor sich geht.
Die vorliegende Erfindung gibt also ein Mittel an, solche Stoffe, die bisher nur unter besonderen Erschwerni : ; sen zum Versatz verwendet werden konnten, auf bequemere Art diesem Zwecke dienstbar zu machen.
Die plastische oder breiige Versatzmasse wird in bekannter Weise unter Vermittlung von Rohren durch Ausnutzung des Gefälles, unter Verwendung von Kolbendruck, durch
Druckluft oder dgl. in die Grubenbaue befördert und mit grosser Gewalt in die zu versetzenden Strecken hineingepresst.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Bergeversatzverfahren, dadurch gekennzeichnet, dass Tor. in breiiger oder plastischer
Form durch Druckluft in den zu versetzenden Bau befördert wird.