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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Hagelschutz eines Gegenstandes, insbesondere eines Kraftfahrzeuges, mit einer flexiblen Abdeckung, die wenigstens eine aufblasbare Kammer bildet und mit einer Aufblaseinrichtung für die
Kammer.
Derartige bekannte Vorrichtungen dienen dazu, Gebäude und insbesondere Kraftfahrzeuge während eines Hagelschauers vor von Hagelkörnern verursachten Schäden zu schützen. Da es mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist, Kraftfahrzeuge mit einem Hagelschade zu reparieren, ist es bekannt, Kraftfahrzeuge während eines Hagelniederschlages mittels einer aufblasbaren Abdeckung vor den Hagelkörnern zu schützen (DE 94 02 268 U1). Hagelschäden sind im Vergleich zu herkömmlichen Unfallschäden weitaus kostspieliger zu reparieren, da ein durch Hagelschlag auf seiner nahezu gesamten Aussenfläche verbeultes Kraftfahrzeug einen sehr hohen Reparaturkostenaufwand einschliesslich Neulackierung erfordert und ausserdem einen erheblichen Wertverlust erleidet.
Nachteilig beim Stand der Technik ist allerdings, dass die Abdeckung mittels einer Gaspatrone aufgeblasen werden muss, welche Gaspatrone aber auf Grund des erheblichen Kammervolumens, das erforderlich ist um eine sichere Schutzwirkung der Karosserie vor Hagelkörnern zu erreichen, eine erhebliche Grösse aufweisen muss. Darüber hinaus ist es im Falle eines Unfalls mit erheblichen Risiken verbunden, eine derartige Gaspatrone im Kraftfahrzeug mitzuführen. Des Weiteren kann die Abdeckung gemäss des Standes der Technik von eine Person aufgeblasen werden. Dies ist aber nicht nur besonders umständlich und langwierig, sondern lässt auch befürchten, dass kein
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ausreichender Druck in der Kammer aufgebaut werden kann, wie er zum sicheren
Schutz der Kraftfahrzeugoberfläche vor Hagelkörnern notwendig ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs geschil- derten Art mit einfachen Mitteln derart zu verbessern, dass sie sowohl im Bedarfsfall einfach auf den zu schützenden Gegenstand aufgebracht, als auch rasch aufgebla- sen werden kann, wobei eine gute Schutzwirkung für den Gegenstand vor Hagel- körnern gegeben sein soll.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass die Aufblaseinrichtung aus einem
Abgasschlauch besteht, der an das Abgassystem der Verbrennungskraftmaschine anschliessbar ist und/oder aus einer evakuierbaren, die Kammer zumindest teilweise ausfüllenden, offenporigen Schaumstoffpackung der Kammer besteht.
Um die Abdeckung nach einem Auflegen auf den zu schützenden Gegenstand rasch aufblasen zu können, wird die Kammer an das Abgassystem der Verbrennungskraftmaschine angeschlossen, wodurch sich binnen kürzester Zeit in der Kammer der Abdeckung ein Druck aufbaut, der der Abdeckung die notwendige Durchschlagsicherheit gegen Hagelkörner verleiht. Alternativ oder in Kombination dazu kann in der Kammer eine offenporige Schaumstoffpackung vorgesehen sein, die in Transportstellung der Abdeckung evakuiert ist um einen möglichst geringen Platzbedarf aufzuweisen. Bei Bedarf wird die Abdeckung wiederum auf den zu schützenden Gegenstand aufgelegt und der Kammer anschliessend Luft zugeführt.
Dabei kann entweder die federelastische Schaumstoffpackung alleine für das Aufblasen der Kammer und somit der Abdeckung sorgen oder aber die Kammer wird zusätzlich an das Abgassystem der Verbrennungskraftmaschine angeschlossen. Je nach Bedarf wird die Abdeckung somit entweder vom Abgassystem, von der Schaumstoffpackung oder vom Abgassystem und der Schaumstoffpackung aufgeblasen, wobei die Schaumstoffpackung für einen besonders sicheren Hagelschutz sorgt. Nach dem Aufblasen der Kammer ist diese vorzugsweise über ein Ventil verschliessbar, um den in der Kammer aufgebauten Druck halten zu können. Soll verhindert werden, dass die Abdeckung durch einen zu hohen Druck im Abgassy-
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stem zerstört wird, so weist die Kammer wenigstens ein Überdruckventil auf, über welches überschüssiges Gas abgeleitet wird.
Besonders einfache Verhältnisse ergeben sich, wenn die evakuierte, luftdicht ver- schlossen Schaumstoffpackung mittels einer Reissleine öffenbar ist. So muss zum
Aufblasen der Abdeckung lediglich an der Reissleine gezogen werden, um Luft in die
Kammer strömen zu lassen, welche von der federelastischen Schaumstoffpackung in die Kammer gesaugt wird. Soll die Abdeckung nach einem Gebrauch wieder verwendbar sein bzw. soll die Abdeckung zugleich von der Schaumstoffpackung und vom Abgas aufgeblasen werden, ist es vorteilhaft, wenn die evakuierte luftdicht verschlossene Schaumstoffpackung mittels des Ventiles öffenbar ist. So kann die Abdeckung nach Gebrauch des Hagelschutzes unter einem Evakuieren der Kammer wieder zusammen gelegt werden, wonach diese wieder mittels des Ventiles luftdicht verschlossen wird.
Um einen sicheren Halt der Abdeckung am zu schützenden Gegenstand zu gewährleisten, nimmt die Abdeckung in ihrem Umfangsbereich wenigstens ein Spannmittel, vorzugsweise in einem Saum, auf. Ist die Abdeckung nur für den einmaligen Gebrauch gedacht und soll eine besonders einfach handzuhabende Vorrichtung geschaffen werden, bildet das Spannmittel die Reissleine, so dass mit einem Aufspannen der Abdeckung am zu schützenden Gegenstand zugleich der Aufblasvorgang durch die Schaumstoffpackung ausgelöst wird.
In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines schematischen Ausführungsbeispieles dargestellt. Es zeigen Fig. 1 eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Hagelschutz an einem Kraftfahr- zeug in teilgeschnittener Seitenansicht, Fig. 2 einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäss Fig. 1 im Schnitt nach der Linie 11-
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Fig. 3 den Schnitt aus Fig. 2 in einer weiteren Ausgestaltungsvariante der Erfin- dung.
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Eine Vorrichtung zum Hagelschutz eines Kraftfahrzeuges 1 besteht aus einer flexi- blen Abdeckung 2, die wenigstens eine aufblasbare Kammer 3 bildet. Die Abdek- kung 2 wird bei Bedarf über das Kraftfahrzeug 1 gezogen und mittels einer an die
Kammer 3 angeschlossen Aufblaseinrichtung aufgeblasen.
Die Aufblaseinrichtung besteht aus einem Abgasschlauch 4, der an das Abgassystem 5 der Verbrennungs- kraftmaschine des Kraftfahrzeuges anschliessbar ist. Die Aufblaseinrichtung weist ein Ventil 6 zum Verschliessen der Kammer 3 auf. Zum Schutz der Abdeckung 2 vor übermässigem Druck in der Kammer 3 ist das Ventil 6 zusätzlich als Überdruckventil ausgebildet, oder aber ist ein zusätzliches Überdruckventil 7 für die Kammer 3 vorgesehen. Aus Fig. 2 ist ersichtlich, dass die Abdeckung 2 aus mehreren miteinander in Verbindung stehenden Kammern 3 bestehen kann.
Die Aufblaseinrichtung gemäss Fig. 3 besteht aus einer evakuierbaren, die Kammer 3 zumindest teilweise ausfüllenden offenporigen federelastischen Schaumstoffpakkung 8. Zum Aufbewahren der Abdeckung ist die Kammer 3 evakuiert, so dass die Abdeckung 2 nur einen geringen Platzbedarf zur Lagerung besitzt. Im Bedarfsfall wird die Kammer 3 geöffnet, wonach die federelastische Schaumstoffpackung 8 die Abdeckung 2 aufbläst. Zum Aufblasen wird entweder das Ventil 6 geöffnet oder eine nicht näher dargestellte Reissleine betätigt, welche beispielsweise die Aussenhaut 9 der Abdeckung 2 perforiert und Luft in die Kammer 3 strömen lässt.
Um einen sicheren Halt der Abdeckung 2 auf dem Kraftfahrzeug 1 zu gewährleisten, nimmt die Abdeckung 2 in ihrem Umfangsbereich 10 ein Spannmittel 11 in einem Saum 12 auf. Als Spannmittel kann beispielsweise entweder ein elastisches Band oder eine Spannleine vorgesehen sein, welche Spannleine zugleich die Reissleine zum Öffnen der Kammer bilden kann (Fig. 3).