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Verfahren zur Behandlung von Zement, Erz und dgl. im Drehrohrofen.
Die Erfindung bezieht sich auf eine weitere Ausbildung des Verfahrens zur Behandlung von Zement, Erz und dgl. im Drehrohrofen nach dem Patent Nr. 41181. Es ist bekannt, die Lage und Ausdehnung der Flamme im Drehrohrofen durch geeignete Wahl des Druckes, unter dem die Zuführung des Brennstoffes erfolgt, zu regeln. Diese Massnahme beschränkt sich bei den bisher bekannt gewordenen Verfahren jedoch darauf, eine möglichst gunstige Verbrennung zu erzielen. Die Flamme war hiebei stets nur wenige Meter vom Ende des Ofens entfernt und die Klinker verliessen daher den Drehrohrofen im glühenden Zustande, so dass sie ausserhalb des Ofens abgekühlt werden mussten.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung wird nun die Eigengeschwindigkeit des Brennston-Luftgomisches grösser als die Fortpflanzunsgeschwindigkeit der Entssammung ge- wii. htt, und zwar derart, dass der Verbrennungsvorgang im Ofen weit genug von der Mündung der Düse verschoben wird, um das Brennen, Vor- und Fertigkühlen des Materials im Drehofenrohr auch dann zu ermöglichen, wenn eine verkürzte Düse benutzt wird.
Wie die Eigengeschwindigkeit des Brennstoff-Luftgemisches gegenüber der Fortpfanzungsgeschwindigkeit der Entflammung bemessen wird, richtet sich nach der Zusammensetzung des Gemisches. Die Eigengeschwindigkeit kann z. B. geringer sein, wenn der Brennstoff feucht ist oder wenn dem Brennstoff-Luftgemisch nicht von vornherein die zu seiner Ent- nammung notwendige Luft beigemengt ist.
Der Vorteil, der durch dieses neue Verfahren erreicht wird, besteht darin, dass die
Düse. gegenüber jener, welche bei dem Patente Nr. 41181 verwendet wird, wesentlich ver- kürzt werden kann. Es gelingt dabei trotzdem, dass die Sinterzone weit genug in das
Innere des Drehrohrofens verlegt werden kann, um eine hinreichende Abkühlung des (iutes zu bewirken. Eine besondere Kühltrommel ist daher trotz Verkürzung des Düse nicht erforderlich. Wenn der Druck, unter dem der Brennstoff zugeführt wird, sehr hoch wuhlt wird, so kann die Düse ganz in der Nähe der Mündung des Ofens sich befinden.
Nach der Erfindung wird somit eine sehr günstige Ausnutzung des Innenraumes der
Trommel erzielt.
Durch das neue Verfahren wird, wie nach Angabe der Erfinderin in der PraxIs festgestellt ist. eine wesentliche Brennstoffersparnis erzielt. Weiter kann infolge dr grossen Entfernung der Flamme von der Düse die Wandstärke dieser erheblich ge- i-inger ais bisher gehalten werden, ohne dass ein Durchbrennen der Düse zu befürchten ist.
Trotx (inm ist die Haltbarkeit der I) üse wesentlich grösser wie bei den alten Verfahren.
! n der Zeichnung wird der Gegenstand der vorliegenden Erfindung in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht. Das zu behandelnde Gut wird durch ein Rohr b in den Drehrohrofen a eingeführt. Die Länge und Breite des Ofens richten sich naturgemäss wie hui den bekannten Verfahren nach der verlangten Leistung, nur kann beim Erfindungsgegenstande die Länge des Ofens um jenes Stück verlängert werden, das der Flammen- vprschiehung entspricht. Hei der Wah ! des Durchmessers des Ofens ist naturgemäss darauf Rücksicht zu nehmen, dass die den Ofen durchziehenden Gase einen entsprechend bemessenen Querschnitt vorfinden, damit sie eine nicht zu grosse Geschwindigkeit annehmen und hicdurch unnötig Hitze verloren geht.
Der Brennstoff wird durch die Düse c unter Druck eingeführt.
Während bei den älteren Verfahren der Druck, unter dem der Brennstoff eingeführt wurd, ungefähr einer Wassersäule von 180 mm entsprach, findet bei dem vorliegenden Vorfahren eine wesentliche Drucksteigerung statt. Diese richtet sich naturgemäss nach den jeweiligen Betriebsverhältnissen und der zur Anwendung gelangende Druck dürfte zweckmässig etwas über das Dreifache des früher gel) rauchten Dreckes betragen. Hieraus folgt naturgemäss, dass die Flamme, die sich früher je nach dem Gasgehalt etwa 0#5 bis 1 m nach Düsenaustritt, oft aber näher an der Düsenmündung entzündete, nunmehr erst in einer Entfernung von etwa 5 m nach. Düsenaustritt zur Entzündung gelangt. Dieser Erfolg der Erfindung beruht darauf, dass jeder Brennvorgang eben eine gewisse Zeit erfordert.
Diese Zeit dauert z. B. bei feuchtem Holz länger wie bei leicht entflammbaren Stoffen, wie Kohlestauh, explosiblen Gasgemengen und dgl. Immerhin ist natürlich auch bei leicht ent- flammbaren Stoffen eine gewisse, wenn auch nur kurze Zeit zur Einleitung des Ver- hrcnnnngavorgangea erforderlich. Um nun der Flamme die entsprechende, in der Regel mehrere Meter betragende Länge zu geben, wird also der den Betrieb überwachende Fachmann die einzelnen Faktoren entsprechend seinen Betriebsverhältnissen zu wählen haben.