<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zum Kneten teigiger Massen unter Einpressen von Druckluft.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine zu dessen Durchführung geeignete Vorrichtung zum Kneten teigiger Massen, bei welchem der Teig in an sich bekannter Weise gleich- zeitig bei der Durcharbeitung durch Einpressen von Luft gelockert wird. Der Erfindung gemäss wird ein äusserst wirksames Kneten und gleichzeitig ein günstiges Durchlüften des Teiges dadurch erzielt, dass die Masse mittels Druckluft mehrere Male durch enge Öffnungen hindurchgepresst und die Druckluft der Teigmasse nach jedem Gange durch die Öffnungen nachgepresst wird. so dass sie die durchgepresste Masse durchdringt.
In der Zeichnung ist eine zur Ausführung des Verfahrens dienende Vorrichtung beispielsweise dargestellt ; die Fig. 1 und 1 a veranschaulichen die Knetvorrichtung teilweise im Schnitt, teilweise in Seitenansicht, während die Fig. 2 bis 6 Einzelheiten zeigen.
Die Knetvorrichtung besteht aus zwei Zylindern a und b (Fig. 1, 1 a), deren Böden c rostförmig ausgebildet sind. Jeder Zylinder ist mittels eines mit einem Manometer f und einem Gegengewicht g versehenen Deckels d verschlossen. Das Gegengewicht y hängt an einem Wagbalkell h, in dem die Stange i eines Kolbens t bzw. u geführt ist. Der Stutzen k am unteren Ende des Zylinders a ist mit dem Stutzen m am unteren Ende des Zylinders b durch ein Rohr j verbunden, in dessen Mitte ein durch einen Hahn o absperrbares Wasserzuleitungsrohr n angeschlossen ist.
Mittels der Stange e kann in dem Rohr j der Kolben 8 verschoben werden.
Jeder Zylinder hat nahe seinem oberen Rande einen Einlassstutzen, durch den mittels eines Drei wegehahnes p entweder Pressluft eingeführt (Fig. l) oder eine Ausströmleitung r (Fig. 2)
EMI1.1
am oberen Rande des Zylindermantels eingelegt ist. Die lotrechte Begrenzungswand y dieser Rille ist mit Bohrungen z versehen, durch welche die Pressluft austreten kann und den Dichtungsring v in die sich nach aussen verengende Rille einpresst.
Infolge einer Ausdrehung 1 am unteren Ende des Zylindermantels bleiben die äusseren Enden der Roststähe des Bodens frei liegen, auch wenn die Kolben t bzw. u bis auf den Boden herabgesenkt sind. Eine auf der Kolbenstange angeordnete Schraubenfeder 2, die sich gegen den Zyiinderdeckel stützt und beim Senken des Kolbens zusammengedrückt wird, ist bestrebt, den Kolben aus dieser Ausdrehung 1 nach oben zu ziehen.
Die Bearbeitung des Teiges für die Brotbäckerei geht in folgender Weise vor sich : In einen der beiden Zylinder, z. B. a, wird das Mehl. das in Teig verwandelt werden soll, geschüttet und neebnet und darüber die Hefe oder Bärme gleichmässig ausgebreitet, worauf etwa acht Zehntel der Masse gesalzenes Wasser aufgefüllt wird, das zum Einteigen erforderlich ist und die ent-
EMI1.2
hebt das Mehl aus den Zwischenräumen der Roststäbe und durchdringt dann die im Zylinder a enthaltene Masse. Hat sich der Druck in den beiden Zylindern a usgeglichen, so wird die Druckluftzuleitung vom Zylinder b abgesperrt und der Auslass des Zylinders a allmählich geöffnet (Fig. 5).
Da jetzt der Druck im Zylinder a sinkt, strömt eine gewisse len :. < ' Luft aus dem Zylinder h über und durchdringt wiederum die im Zylinder a enthaltene Masse. Hat sich dann in beiden Zylindern der Druck auf den Druck der Umgebung ausgeglichen, was an Manometer f zu ersehen ist, so
EMI1.3
EMI1.4
weiter nach unten bewegt und schiebt dabei die an den Zylinderwandungen ahnhaftende Teigmasse mit nach unten. Wenn der Kolben auf den Rost c aufstösst, versetzt man den Kolben in
<Desc/Clms Page number 2>
drehende Bewegung, so dass er auch die auf der Oberfläche des Rostes haftende Teigmasse ablöst, die dann von der Druckluft durch die infolge der Ausdrehung 1 vorhandene seitliche Öffnung in das Rohr j gepresst wird.
Mittels des Kolbens s verdrängt man dann aus dem Rohre j die Teigmasse, welche die Druckluft noch nicht nach dem Zylinder b gefördert hat. Die Masse, die sich am Ende des Rohres f vor dem Kolben 8 befindet, wird durch eine Erweiterung 3 des Rohres j in den Stutzen m gedrückt. Wenn man dann in umgekehrter Reihenfolge die Teigmasse aus dem Zylinder b wieder nach dem Zylinder a zurückbefördert, wird die Masse in der gewünschten Weise durchgeknetet. Das Einteigen ist etwa vollendet, wenn die Masse zweimal durch die Roste hindurchgetrieben ist, nach etwa viermaligem Durchgang ist sie genügend durchgeknetet.
Die beim Durchgang durch die Roste auseinandergezogene Masse wird in den Stutzen k, m und dem Rohrej wieder zusammengepresst, so dass sie ausreichend durchgeknetet wird. Das Anreichern des Teiges mit Luft, das sonst durch das sogenannte"Gehen"des Teiges erzielt werden soll, vollzieht sich jedesmal, wenn die Pressluft durch die in dem einen Zylinder enthaltene Masse hindurchdringt. Soweit sich ein Netzen der Teigmasse erforderlich macht, erfolgt dies, wenn die Masse durch das Rohr gedrückt wird, indem man dann die gewünschte, auf geeigneter
Temperatur befindliche Wassermenge durch das Rohr n zuführt.
Um den fertigen Teig aus der Knetvorrichtung herauszubringen, nimmt man den Pfropfen 4 ab, der das eine Ende des Rohres j verschliesst. Befindet sich die Masse z. B. im Zylinder a, so öffnet man die Einlassöffnung dieses Zylinders vollständig, die Einlassöffnung des Zylinders
EMI2.1
treibt dieses mit Hilfe der Pressluft abwechselnd von einem Zylinder nach dem anderen.
Durch die Erfindung werden folgende Vorteile gewonnen :
Mittels der Druckluft geht das Durchkneten der Teigmasse vie) schneller und wirksamer vor sich als es bisher möglich war. so dass das für die Beschaffenheit des Brotes nachträgliche
EMI2.2
Dicke zerlegt, entsprechend dem Abstand der Roststäbe und zweitens durch die vollständigere Auflösung des Klehergehaltes (Glutens).
Die. se Gleichmässigkeit des Teiges und die daraus sich ergebenden Vorteile können ebensowenig beim Durchkneten von Hand wie beim Bearbeiten des Teiges in den bekannten Teig-
EMI2.3
EMI2.4