AT511681B1 - Verfahren zum partiellen einfärben von filmen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einfärben von Filmen, bei dem ein Schwarz-Weiß-Film durch ein Farbbad geführt wird. Eine einfache und originalgetreue Färbung wird dadurch erreicht, dass die Schichtseite des Films vor der Behandlung im Farbbad durch ein Klebeband abgedeckt wird, das zumindest die nicht einzufärbenden Bildabschnitte vollständig abdeckt.
Description
Beschreibung [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum partiellen Einfärben von Filmen, bei dem einSchwarz-Weiß-Film durch ein Farbbad geführt wird.
[0002] In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war es üblich, Schwarz-Weiß-Filmeabschnittsweise einzufärben, um Farbeffekte zu erzielen. Im Rahmen dieser Erfindung ist dabeivon einer vollständigen Einfärbung die Rede, d.h. dass der betreffende Filmabschnitt vollständigeingefärbt wird und nicht selektiv versucht wird, einzelne dargestellte Objekte in bestimmterWeise zu färben. Auch bei dieser vollständigen Färbung ist es jedoch üblich, unterschiedlicheFilmabschnitte, beispielsweise Szenen, in unterschiedlichen Farben zu färben, um den Filmrealistischer zu gestalten.
[0003] Bei der Restaurierung von solchen Filmen ist es daher erforderlich, entsprechendeTechnologien zu entwickeln, um dem Betrachter eines Kinofilmes weitgehend den selben Ein¬druck zu vermitteln, wie dies beim ursprünglichen Film der Fall war. Typischenweise stehen demRestaurator eine Schwarz-Weiß Version des Films als Negativ oder Positiv zur Verfügung,sowie mehr oder wenig gut erhaltene Kopien des eingefärbten Films. Die Aufgabe ist es nun,eine qualitativ möglichst hochwertige Version des eingefärbten Films herzustellen. Dazu sindverschiedene Verfahren entwickelt worden. Beim sogenannten Internegativverfahren wird einemöglichst gut erhaltene eingefärbte positiv Kopie des Films dazu herangezogen, ein Farbnega-tiv zu erzeugen und aus diesem Farbnegativ werden Farbpositiv-Kopien hergestellt. Nachteiligan diesem Verfahren ist, dass die zumeist ausgebleichten Originalfarben reproduziert werden,so dass eine Wiederherstellung des ursprünglichen Farbeindruckes nicht möglich ist. Überdiesproduziert dieses Verfahren ein Farbnegativ, das im Sinne einer musealen Erhaltung ebenfallsnicht erwünscht ist.
[0004] Bei dem sogenannten Desmet-Verfahren wird aus einem vorhandenen Positiv zunächstein Schwarz-Weiß Negativ hergestellt, und aus diesem wird ein Farbpositiv erzeugt, indem beider Entwicklung Farblicht hinzu gemischt wird. Nachteilig bei diesem Verfahren ist, dass derKontrast verschlechtert wird, da sowohl die weißen als auch die schwarzen Bildbestandteileeingefärbt werden.
[0005] Um diese Nachteile zu vermeiden, wäre es theoretisch möglich, die einzufärbendeSchwarz-Weiß Filmkopie in einzelne Filmstreifen zu zerschneiden und diese getrennt vonei¬nander in unterschiedlichen Farben einzufärben. Bei der Restaurierung von Filmen ist dasSchneiden und wieder Zusammenkleben allerdings unerwünscht, da sich die Klebestellen beider Projektion lösen können und der Film dadurch beschädigt wird.
[0006] Die US 1 787 824 A betrifft ein Verfahren zum Einfärben von Tonfilmen, bei dem diezusätzliche Problematik darin besteht, dass die Tonspur nicht eingefärbt werden soll, um dieTonübertragung nicht zu stören. Dabei wird die Farbe über Farbwalzen aufgetragen und es wirddurch eine Abdeckzunge der Auftrag von Farbe auf die Tonspur verhindert. Die Nachteile desAuftrags über Farbwalzen sind die verfahrensbedingt erforderlichen Klebestellen und die ledig¬lich äußerlich aufgetragene Farbschicht, die nicht in die Gelatineschicht eingearbeitet wird. Ausder EP 1 719 808 A und aus der US 2003/0198785 A sind verschiedene Klebebänder bekannt.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Lösung anzugeben, die diese Nachteile vermeidetund die eine fachgerechte und archivkonforme 1:1 Reproduktion von original eingefärbtenPositiv-Filmen ermöglicht, so dass der ursprüngliche Eindruck weitgehend erreicht wird.
[0008] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Schichtseite des Films vor der Behandlungim Farbbad durch ein Klebeband abgedeckt wird, das die nicht einzufärbenden Bildabschnittevollständig abdeckt. Das Abdecken der nicht einzufärbenden Bildabschnitte ist die Mindestbe¬dingung, es können zusätzlich auch andere Abschnitte, wie die Perforation abgedeckt werden.
[0009] Wesentlich an der vorliegenden Erfindung ist die Tatsache, dass der Film in einem Stückgefärbt werden kann, also nicht geschnitten werden muss, um gefärbte und nicht gefärbte oderunterschiedlich gefärbte Abschnitte zu erzielen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung liegt darin, dass bei der Auswahl der Farben und der Farbtöne große Freiheitsgrade herrschen.Dies bedeutet, dass auch dann, wenn von einem Film nur mehr ausgebleichte oder schlechterhaltene Farbkopien zur Verfügung stehen, eine Farbversion hergestellt werden kann, die demursprünglichen Zustand nahe kommt. Es ist dabei auch möglich, Änderungen der Projektions¬technik, wie beispielsweise die unterschiedliche Farbtemperatur der Lichtquellen von Projekti¬onsapparaten zu berücksichtigen, um im Endeffekt an der Leinwand ein möglichst originalge¬treues Bild zu erhalten, das dem Original bei historischen Abspielbedingungen möglichst ent¬spricht. Wesentlich ist weiters, dass nur ein Schwarz-Weiß Negativ bei diesem Verfahren benö¬tigt wird, so dass das Verfahren einem konservatorischen Gesichtspunkt völlig entspricht.
[0010] Weiters ist es von besonderem Vorteil, wenn das Klebeband nach der Behandlung imFarbbad abgezogen wird. Das Abziehen soll rückstandsfrei erfolgen. Eine Beschädigung desFilms wird auf diese Weise vermieden.
[0011] Eine weitere besonders begünstigte Ausführungsvariante sieht vor, dass ein zusam¬menhängender Filmstreifen in einem Stück mehrmals nacheinander mit einem Klebebandteilweise abgedeckt und danach durch ein Farbbad geführt wird. Auf diese Weise können wieim Original vorgesehen, nacheinander folgende Szenen eines Films unterschiedlich eingefärbtwerden, ohne den Film schneiden zu müssen.
[0012] Eine Erhaltung des Negativs in ursprünglich Form wird insbesondere dadurch erreicht,dass nur die Positiv-Kopie des Films eingefärbt wird.
[0013] Es ist bevorzugt, wenn das Klebeband nur dem Bildabschnitt abdeckt, die Perforationjedoch freilässt. Dadurch ist es möglich, die Perforation zum Transport des Films auch beimAbkleben und beim Entfernen der Abklebung zu verwenden, so dass ein präziser Transportmöglich ist und auch die Lauflänge genau erfasst werden kann.
[0014] In der Folge wird die vorliegende Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels nähererläutert. Das erfindungsgemäße Verfahren des Ausführungsbeispiels besteht aus folgendenSchritten: [0015] 1. Prüfen und Erfassen; [0016] a. Der Film wird in der Eingangskontrolle auf etwaige Beschädigungen wie Filmein¬ riss, beschädigte Perforationslöcher überprüft und ausgebessert; [0017] b. Erfassen der Farben; [0018] 2. Kopieren; [0019] a. Umkopieren des Originals auf S/W Negativfilm; [0020] b. Anfertigen einer S/W Kopie (Positivfilm); [0021] 3. Maskieren;
Maskieren der S/W Kopie mit Ausnahme der Szenen, die mit der ersten Farbe ein¬gefärbt werden. Die Maskierung erfolgt mit einem Spezialklebeband; [0022] 4. Viragieren; [0023] a. Der Film wird mit der 1. Farbe viragiert. Das bedeutet, dass der Film in einer umgebauten Entwicklungsmaschine mehrere Bäder durchläuft: [0024] i. Quellbad, um die Gelatineschicht aufzuweichen, [0025] ii. Färbebad, [0026] iii. Wässerung, um die Farbe auf der Filmglanzseite zu entfernen und die Gelati¬ ne auf der Filmrückschicht zu härten, [0027] iv. Trocknung; [0028] b. Kontrolle und Maskieren der eben gefärbten Szenen und Entmaskieren der
Szenen, die mit der nächsten Farbe eingefärbt werden; [0029] c. Arbeitsschritte a. und b. erfolgen für jede Farbe; [0030] 5. Endkontrolle; [0031] 6. Auslieferung.
[0032] Die vorliegende Erfindung ermöglicht die einfache und originalgetreue Färbung vonFilmen mit geringem Aufwand und unter Wahrung von konservatorischen Gesichtspunkten.
Claims (5)
- Patentansprüche 1. Verfahren zum partiellen Einfärben von Filmen, bei dem ein Schwarz-Weiß-Film durch einFarbbad geführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtseite des Films vor derBehandlung im Farbbad durch ein Klebeband abgedeckt wird, das die nicht einzufärben¬den Bildabschnitte vollständig abdeckt.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebeband nach derBehandlung im Farbbad abgezogen wird.
- 3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein zu¬sammenhängender Filmstreifen in einem Stück mehrmals nacheinander mit einem Klebe¬band teilweise abgedeckt und danach durch ein Farbbad geführt wird.
- 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebe¬band auch die Ränder des Films mit der Perforation in den nicht einzufärbenden Abschnit¬ten abdeckt.
- 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebe¬band nur dem Bildabschnitt abdeckt, die Perforation jedoch freilässt. Hierzu keine Zeichnungen
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