<Desc/Clms Page number 1>
Apparat zur Behandlung von Knochenbrüchen.
Die vorliegenden Apparate dienen zur Behebung von Verschiebungen der Bruchstücke bei Knochenbriichen der oberen und unteren Gliedmassen und bestehen aus gelenkig verbundenen Stahlschienen, die in der Nähe der Scharniere bogenförmig abgerundet sind und auf die darauf gelagerten und fixierten Glieder bei Änderung der Winkelstellung extendierend bzw. abhebelnd wirken, ferner auch Abhebelungen der Bruchstücke in einer senkrecht zur Funktionsebene der Gelenke gelegten Ebene zulassen und mit Vorrichtungen versehen sind, die Bewegungen der Glieder mn deren Längsachse bewirken.
Fig. I und II der Zeichnung sollen schematisch das Prinzip der Extensionswirkung erläutern. In Fig. I erscheint eine Extremität in Streckstellung auf eine gelenkige Schiene so gelagert, dass das Schenkelende A mit dem Schienenende B abschneidet, wobei die Gelenks-
EMI1.1
stellung (Fig. I) beiderseits Schienen-und Schenkelenden aneinander, so wird jeder Schenkel um a verlängert, wenn die Stellung der Fig. II erreicht ist. Die Extensionswirkung setzt demnach je eine Fixation jenseits der Bruchstelle und jenseits eines (oder zweier) Gelenke voraus und kommt für beide Schenkel zur Geltung, gleichgültig, ob die Änderung der Winkelstellung durch Bewegung beider oder eines Schenkels bewirkt wird. In letzterem Falle ändern die Drehachsen 0, 0' ihre gegenseitige Lage und es kommt neben der Extension auch zu Hebelwirkungen.
Von der ursprünglichen Lagerung und Befestigung der Extremität auf der Schiene hängt es ab, ob eine oder beide Wirkungen zugleich eintreten.
Zur richtigen Einstellung der Apparate für jede Schenkellänge sind daher die Schienen b, b' (Fig. III und IV) ausziehbar.
Mit Rücksicht auf die Weichteile, die besonders in den Gelenksbeugen gegen einseitigen Druck empfindlich sind, werden als Schienen Paare von Stahlstangen, die durch ausgebogene Querleisten in Verbindung stehen und zum Gebrauche mit einer weichen Binde umwickelt werden, benützt. Durch die bogenförmige Abrundung schmiegt sich die Schiene der Kontur der Gelenkshuge blesser an, in welcher sich bei der Beugung die Weichteile zusammendrängen.
Während im Gesagten die gemeinsamen Eigenschaften hervorgehoben wurden, soll die sonstige Anordnung aus der Beschreibung der Apparate selbst hervorgehen.
Fig. III zeigt eine Ausführungsform in Ansicht, die für Knochenbrüche der oberen Extremität zur Verwendung gelangt.
Die zur Aufnahme des Unter-und Oberarmes dienenden Stangenpaare a und b, bl stehen durch das Gelenk 1 in Verbindung und sind in dessen Nähe bogenförmig abgerundet, b'steht in gleicher Verbindung mit dem Brustbügel c, der um eine mit Schraubengewinde versehene wagrechte Achse gegenüber der dem Brustkorb anliegenden Blechschiene/gedreht und mittels der Stellschraube 4 in jeder Lage fixiert werden kann. Durch die an der Blechschiene fangenietete Brustgurte d wird der Apparat am Körper befestigt. Die beiden Teile der Oberarmschiene b und b können in einer Backenführung gegeneinander bewegt und durch die Klemmschraube 3 festgestellt werden.
Der periphere Abschnitt (b + a) kann vollständig entfernt werden und findet als solcher bei Ellbogen-und Unterarmbrüchen Verwendung.
Zum Gebrauche wird die Oberarmschiene entsprechend der Gliedlänge ausgezogen, das ganze Stangensystem mit einer weichen Binde quer umwickelt, der bis zur Horizontalen erhobene, gestreckte Arm daraufgelagert, die Brustgurte um den Brustkorb gelegt und angezogen. Zur peripheren Fixation dienen Heftpflaster, die am Unterarm und an den Klemmstiften 5 befestigt werden. Beim Nähern des Ganzen an den Körper wirkt das Scharnier 2 extendierend, beim Empor- ziehen des Unterarmes gegen die Brustgurte kommt die Wirkung des Scharniers 1 dazu (punktierte Linie in Fig. III). Um den Arm vor dem Körper emporheben und den Apparat für die rechte und linke Seite verwenden zu können, dient die Drehung des Brustbügels um die horizontale Achse.
Die zentrale Fixation geschieht durch Anstemmen der Blechschiene f am Brustkorb, ein Kippen derselben nach aussen verhindert die Brustgurte, die auch für die Fixation des Apparates am
Körper sorgt.
Die gegebene Stellung (punktierte Linie) wird durch die Armbinde oder eine Schnur festgehalten.
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
Scharnier 2 mit dem Grundbrett c, c'in Verbindung und ist wie b, b in Fig. HI ausziehbar. Die Stellstangen e und g stehen mit Ober-und Unterschenkelschiene durch die Scharniere 6 und 7 in Verbindung und finden in den Arretierstiften des Grundbrettes ihren Halt. Das Grundbrett besteht aus zwei Teilen c, el, die mittels runder Scheiben (nach Art der eingefrästen Scharniere) um eine senkrechte mit Schraubengewinde versehene Achse gegeneinander gedreht und durch die Stellschraube 4 fixiert werden können.
Die Gelenksverbindung erscheint in Fig. V näher klargelegt. Die abgerundeten Schienenenden a und b'sind mit zwei Querleisten z durch die Scharniere 1 und li verbunden und können um eine horizontale Achse bewegt werden ; die Querleisten selbst sind um eine senkrechte mit Gewinde versehene Achse gegeneinander drehbar. Die Fixation in bestimmter Stellung bewirken die Stellschrauben ?' und-".
Zur Fixation des Fusses dient die in Fig. VI dargestellte Vorrichtung, die aus einem mit Kerben versehenen Rad r besteht, dessen Speichen q zwischen zwei senkrechten Platten p um eine der Längsachse des Unterschenkels entsprechenden, mit Gewinde versehenen Achse gedreht und mittels Stellschraube 5'fixiert werden kann. Die Platten p stehen in fester Verbindung mit zwei horizontalen Platten s, die in der Führung u mittels der Schraube 5"einander genähert und an der dazwischen durchtretenden Schiene a festgeklemmt werden können (Fig. IV, 5).
Die Verwendung des Apparates geschieht in der Weise, dass die Oberschenkelschiene b, b' entsprechend der Länge des Oberschenkels ausgezogen, das Ganze mit einer Binde umwickelt und der Unterschenkel mit Pflasterstreifen versehen wird. Durch die Stellstange e kann die Neigung der Oberschenkelschiene reguliert werden. In gestreckter Stellung wird die Extremität auf den dieser Neigung entsprechend steil gestellten Apparat gelagert und die Pflasterstreifen an der Fussvorrichtung s fixiert. Durch das Senken des Unterschenkels extendiert Scharnier 1 in der Funktionsebene des Kniegelenkes ; durch die Drehung um die Achsen 1" und 4 des Grundbrettes werden seitliche Abhebelungen der Bruchstücke bewirkt. Durch die Drehung des Rades r werden Verschiebungen der Bruchstücke um deren Längsachse beeinflusst.
Die Hemmung der Drehung um Scharnier 1 geschieht durch Einstellen der Lenkstange g in die Arretierungsstifte des Grundbrettes. Die gegebenen Stellungen werden bei den Gelenksverbindungen 1", 4 und durch
Stellschrauben festgehalten. Den Gegenzug bewirkt das Gewicht des Backens, das auf der steilen schiefen Ebene der Oberschenkelschiene bei Lagewechsel stets in seine frühere Stellung zurücksinkt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Apparat zur Behandlung von Knochenbrüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Aufnahme der Schenkel dienenden Stangenpaare (Fig. III und IV. b, b') in einer Backenführung (3) längsverschieblich und fixierbar und in der Nähe der Gelenksverbindungen (1 und 2) bogenförmig abgerundet sind, wobei der von der Backenführung nach aussen zu befindliche Teil der Stangenpaare (a und b. Fig. III) vollständig entfernt werden kann oder die bogenförmig abgerundeten Stangenpaare (Fig, V, a, b') um je eine Querleiste (Fig. V, z) als horizontale Achse und um eine durch die Mitte der beiden Querleisten gehende, mit Gewinde und Schraube versehene vertikale Achse (Fig.
V, 1") gedreht und fixiert werden können, welche Bewegung auch das unterbrochene, in gleicher Weise verstellbare Grundbrett (Fig. IV, c, c) mitmachen kann.