Vorrichtung zur mechanischen Behandlung der Wirbelsäule und ihrer knöchernen Anschluss organe
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur mechanischen Behandlung der Wirbelsäule und ihrer knöchernen Anschlussorgane, nämlich des Bekkenringes, des Schultergürtels und der Hinterhauptsregion. Derartige mechanische Behandlungen dienen vor allem zur Beseitigung der Folgen von Bandscheibenschäden, von Wirbelsäulenverkrümmungen oder sonstigen Wurzelreizsyndromen.
Die bisher angewendeten mechanischen Behandlungsweisen mit direktem Angriff an der Wirbelsäule und ihren knöchernen Anschlussorganen, im folgenden kurz Wirbelsäule genannt, bestanden erstens aus der manuellen Therapie und zweitens aus der Extensionstherapie. Die manuelle Therapie hat den Vorteil der direkten und gezielten Kraftübertragung von der Hand des Behandlers auf die Wirbelsäule des Patienten, weil dabei ein verhältnismässig enger Kontakt zwischen den knöchernen Gebilden des Behandlers einerseits und des Patienten andererseits stattfindet.
Die Nachteile dieser manuellen Therapie bestehen in einem grossen Zeit- und Körperkraftaufwand, so dass ein Behandler täglich nur eine verhältnismässig geringe Zahl von Patienten behandeln kann. Damit ist die Kostengestehung dieser Behandlungsweise sehr hoch, abgesehen davon, dass eine solche Behandlung nur von Spezialisten mit einer langwierigen Ausbildung und mit besonderen körperlichen Eigenschaften vorgenommen werden kann. Obwohl mit der manuellen Behandlungsweise bisher die weitaus besten Ergebnisse erzielt wurden, ist ihre Anwendungsmöglichkeit aus den genannten Gründen sehr eng begrenzt. Infolgedessen kann die grosse Mehrzahl der Patienten praktisch niemals in den Genuss einer solchen manuellen Behandlung kommen.
Man hat daher schon vielfach versucht, die Behandlung durch Vorrichtungen vorzunehmen, welche die manuelle Tätigkeit des Behandlers ersetzen sollen. Die bisher bekannten Vorrichtungen dieser Art arbeiten im wesentlichen auf dem Prinzip der statischen oder rhythmischen Extension, wobei die hierfür notwendige Fixierung des Körpers des Patienten wahlweise am Kopf, Schultergürtel, Brustkorb, Bekken und an den Knien oder Fussgelenken stattfindet.
Die Mittel zur Fixierung dieser Körperstellen bestanden bisher aus mehr oder weniger elastischen Gurten und Bandagen, wie sie in der Orthopädie üblich sind.
Bei anderen Einspannungen des Körpers wurde stets Wert auf eine verhältnismässig nachgiebige Polste rung der eigentlichen Halterung des Patienten gelegt, um so eine Gewebeschädigung an den Angriffsstellen durch Druck zu vermeiden. Die mit diesen Vorrichtungen erzielten Erfolge waren aber im allgemeinen nicht befriedigend und kamen jedenfalls an die Ergebnisse einer gekonnten manuellen Behandlungsweise nicht heran, ohne dass man bisher die Ursachen für diese Differenz der beiden Behandlungsweisen erkannt hatte.
Durch die Erfindung wird bezweckt, die Mängel der bekannten Behandlungsvorrichtungen zu beseitigen und eine Vorrichtung zu schaffen, welche bessere therapeutische Ergebnisse ermöglicht.
Die Erfindung beruht auf der überraschenden Erkenntnis, dass es notwendig ist, die Kraftübertragung auf die Wirbelsäule auch bei einer mechanischen Behandlungsvorrichtung möglichst weitgehend der Kraftübertragung anzugleichen, wie sie bei der manuellen Therapie stattfindet.
Demgemäss besteht die Erfindung darin, dass zur Einspannung des Beckens des Patienten im wesentlichen starre, beiderseits des Beckens an den Darm beinkämmen angreifende Beckenschalen aus möglichst unnachgiebigem Material vorgesehen sind, während der Schultergürtel und/oder der Kopf des Patienten von relativ zu der beweglichen Beckeneinspannung ortsfesten, im wesentlichen starren Einspann- oder Halteorganen aus möglichst unnachgiebigem Material gehalten wird bzw. werden. Dadurch wird erreicht, dass die Kraftübertragung von der Vorrichtung auf die Wirbelsäule des Patienten analog der praktisch direkten Kraftübertragung von Knochen zu Knochen bei der manuellen Behandlungsweise stattfindet, so dass die Wirkung der Behandlungsvorrichtung dem Effekt der manuellen Behandlung weiter als bisher angeglichen werden kann.
Der durch die Erfindung erzielte technische Fortschritt wird vor allem darin erblickt, dass die neue Vorrichtung eine gewissermassen mechanisierte manuelle Therapie ermöglicht, welche auch von angelernten Hilfskräften nach entsprechender Einstellung des Gerätes durch einen medizinischen Sachverständigen, überwacht werden kann. Auf diese Weise kann eine praktisch unbegrenzte Anzahl von Patien teni mit besserem Erfolg als bisher mechanisch behandelt werden, zumal die Einstellung und Handhabung einer Vorrichtung gemäss der Erfindung vom medizinischen Sachverständigen schnell und leicht zu erlernen ist und die Bedienung durch das Hilfspersonal keine besonderen Fachkenntnisse erfordert.
Bei einer Ausführungsform einer Extensionsvorrichtung für liegende Behandlung des Patienten sind die Beckenschalen an einem in hin- und hergehende Bewegung versetzbaren Hauptschlitten befestigt, während die den Schultergürtel und/oder den Kopf des Patienten haltenden, relativ zur beweglichen Bekkeneinspannung ortsfesten Halteorgane von Nebenschlitten getragen werden, die mit Zugmesseinrichtungen gekoppelt sind, welche als Federwaagen ausgebildet sein können. Die Anordnung ist dabei so getroffen, dass bei einer Bewegung des Hauptschlittens im Sinne einer Extension der Wirbelsäule eine Spannung der Federn der Federwaagen eintritt, deren Stärke je nach der gewünschten Extensionswirkung einstellbar ist.
Die Anordnung der beiden, am Schultergürtel bzw. am Kopf des Patienten angreifenden Halterungen auf den im Hauptschlitten geführten Nebenschlitten gestattet es, eine Extension der Wirbelsäule vom Becken wahlweise bis zum Schultergürtel oder bis zum Kopf oder gleichzeitig bis zum Schultergürtel und bis zum Kopf auszuführen, wobei die Dosierung der auf die verschiedenen Wirbelsäulenbereiche wirkenden Extensionskräfte je nach den Erfordernissen durch entsprechende Einstellung der Federspannungen erreicht wird.
Die Beine des Patienten können, falls in der unteren Partie des Körpers keine Wirkungen beabsichtigt sind, auf dem Hauptschlitten ruhen, d. h. dessen hin- und hergehende Bewegung mitmachen. In vielen Fällen ist es jedoch erwünscht, die Beine zur Erzielung eines Gegenzuges am Becken zu benutzen. Um dies zu erreichen, können die Beine mittels an den Knien angreifender Halterungen in eine auf- und abwärts gehende Bewegung versetzt werden, wobei vorzugsweise die Bewegung alternativ ausgeführt wird, d. h. das eine Bein wird aufwärts bewegt, während gleichzeitig das andere Bein abwärts bewegt wird, und umgekehrt.
Während der Extension kann auf den Körper des Patienten eine Vibrationsbewegung übertragen werden. Zu diesem Zweck kann mindestens ein Teil des den Patienten tragenden Tisches mittels einer oder mehrerer Nockenwellen in senkrechte Schwingungen versetzt werden. Unter anderem erzielt man dadurch eine Entspannung der Muskeln und Bänder, die die zu extendierenden, knöchernen Teile verbinden.
Durch die hierbei eintretende Lockerung wird die Extension begünstigt.
Schliesslich kann der gesamte, den Hauptschlitten, die Nebenschlitten und alle sonstigen Teile der Vorrichtung tragende Rahmen um eine waagrechte Querachse kippbar gelagert sein, um den Rahmen in verschiedenen Ebenen fixieren zu können. Mit Hilfe einer besonderen Antriebsvorrichtung kann der Rahmen auch während der Ausführung der Extensionsbehandlung in eine beliebig einstellbare, ständige Schaukelbewegung versetzt werden. Dadurch wird die die Extensionskraft überlagernde Gravitationskraft in ihrer Wirkung fortlaufend geändert, was sich in vielen Fällen als vorteilhaft für die Gesamtwirkung der Vorrichtung erwiesen hat.
Zur besseren Beeinflussung der Halswirbelsäule und der oberen Brustwirbelsäule kann die Kopfhalterung verstellbar, vorzugsweise um die Körperlängs- achse innerhalb eines gewissen Kreisbogens drehbar angeordnet werden.
Eine erfindungsgemäss ausgebildete Vorrichtung hat gegenüber der manuellen Therapie den grossen Vorteil, dass jede einzelne Einstellung der verschiedenen Halterungen und Bewegungen des Gerätes genau messbar und jederzeit reproduzierbar ist. Dies kann z. B. mit Hilfe von Markierungen oder Skalen, Gradeinteilungen usw. geschehen, die an den einzelnen Teilen angeordnet sind. Dadurch können gegebene Vorschriften des behandelnden Arztes bei jeder Behandlung gleichmässig berücksichtigt werden.
Weitere Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstandes sind in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einer Ausführungsform beispielsweise veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung gemäss der Erfindung rein schematisch in einer Seitenansicht,
Fig. 2 zeigt die Vorrichtung nach Fig. 1 in einer ebenfalls schematischen Draufsicht,
Fig. 3 zeigt ein Bewegungs-Diagramm, welches schematisch die hin- und hergehende Bewegung des Hauptschlittens und die gleichzeitige Auf- und Abwärtsbewegung der Beinhalter bzw.
Kniehalter veranschaulicht,
Fig. 4 zeigt ein weiteres Diagramm, welches die Bewegung des Hauptschlittens mit den gesetzten Impulsen entsprechend der Form der antreibenden Nockenscheibe beispielsweise darstellt,
Fig. 5 zeigt in perspektivischer Darstellung eine praktische Ausführungsform der Erfindung in einer der Fig. 1 entsprechenden Seitenansicht,
Fig. 6 zeigt das Gerät nach Fig. 5 vom Fussende her in Richtung des Pfeiles A der Fig. 2 gesehen, und
Fig. 7 zeigt schliesslich das Fussende der Vorrichtung nach den Fig. 5 und 6 in Seitenansicht in Richtung des Pfeiles B der Fig. 2 gesehen.
Die grundsätzliche Ausbildung der Vorrichtung wird vor allem anhand der schematischen Fig. 1 und 2 der Zeichnung beschrieben. In den Fig. 5-7, welche ein praktisches Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zeigen, sind die gleichen Teile der Fig. 1 und 2 jeweils durch dieselben Bezugsziffern gekennzeichnet. Danach werden alle wesentlichen Teile der Vorrichtung von einem Rahmengestell 1 getragen, welches auf einem dreieckigen Tragbock 2 um eine waagerechte Achse 3 kippbar gelagert ist. In diesem Rahmengestell 1 ist ein Hauptschlitten 4 derart beweglich gelagert, dass er hin- und hergehende Bewegungen in Richtung der Längsachse des Rahmenge stells 1 ausführen kann.
Der Antrieb des Hauptschlittens 4 erfolgt über eine verschiebbar gelagerte Treibstange 5, die mit einem an ihrem freien Ende vorgesehenen, Führungsstift 6 in die Nockenbahn 7 einer um eine Achse 8 drehbar gelagerten Nockenscheibe 9 eingreift. Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, verläuft die Nockenbahn 7 zum Teil konzentrisch und zum Teil exzentrisch um die Nockenscheibenweile 8.
Dadurch wird erreicht, dass bei einer Drehung der Nockenscheibe 9 die hin- bzw. hergehende Bewegung des Hauptschlittens 4 nicht gleichmässig, sondern derart erfolgt, dass der Hauptschlitten 4 zu Beginn seiner Hubbewegung einer normalen Kurbelbewegung folgt, dann aber nach dem Ende der Hubbewegung hin stark beschleunigt wird, so dass er seine Endstellung erreicht hat, bevor die e Nocken- scheibe sich um 1800 gedreht hat. In dieser Zeit hätte dagegen eine normale Kurbelbewegung erst die Endstellung des Hauptschlittens herbeigeführt. Auf diese Weise erhält man bei der Bewegung des Hauptschlittens den, gewünschten Impuls wie aus dem Diagramm der Fig. 4 ersichtlich ist.
An dem Hauptschlitten 4 sind zwei Beckenschalen 10 mittels Tragstangen 11 derart befestigt, dass sie mittels einer einerseits mit Linksgewinde und andererseits mit Rechtsgewinde versehenen Spindel 12, auf der die unteren Enden der Tragstangen 11 mit Muttern gelagert sind, quer zur Längsachse des Rahmengestelles 1 aufeinander zu oder voneinander weg verschoben werden können. Wie aus Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, kann dadurch das Becken des jeweiligen Patienten 13, dessen Umrisse in strichpunktierten Linien angedeutet sind, von den beiden Beckenschalen 10 fest eingespannt werden, so dass der Körper des Patienten die hin- und hergehenden Bewegungen des Hauptschlittens im wesentlichen mitmachen muss.
Der Körper 13 des Patienten ruht auf einer von dem Hauptschlitten 4 getragenen Unterlage, die gemäss dem dargestellten Aus±ührungsbeispiel aus einer eigentlichen, mittleren Tragplatte 14 und einer dieselbe mit einem kleinen Abstand umgebenden Abdeckplatte 15 besteht. Die Tragplatte 14 wird durch zwei Führungsstifte 14' gegen seitliches Abrutschen von den Nocken 18 gesichert und kann mit Hilfe einer Vibrationsvorrichtung in eine rasche auf- und abwärtsgehende Bewegung mit verhältnismässig geringer Amplitude versetzt werden. Zu diesem Zweck sind im oberen Teil des Hauptschlittens 4 z. B. zwei Nockenwellen 16 nebeneinander gelagert, die von einem Elektromotor 17 (Fig. 5) vorzugsweise über ein stufenlos regelbares Getriebe angetrieben werden.
Die Nockenwellen tragen je zwei Nocken 18, deren Hub zweckmässig veränderlich ist. Auf den Nockenscheiben stützen sich vorzugsweise unter Vermittlung von kugelgelagerten Rollen Stössel 19 ab, auf denen die Tragplatte 14 ruht. Bei einer Rotation der Nokkenwellen 16 wird auf diese Weise die Tragplatte 14 mitsamt dem Körper 13 des Patienten in eine vibrierende Bewegung versetzt, deren Amplitude und Schwingungszahl beliebig einstellbar sind.
In dem Hauptschlitten 4 sind auf Führungsstangen 20 zwei voneinander unabhängige Nebenschlitten 21 bzw. 22 in Längsrichtung des Tragrahmens 1 verschiebbar gelagert. Der erste Nebenschlitten 21 trägt beiderseits der Tragplatte 14 je eine Haltestange 23, auf deren oberen Enden vertikal verschiebbare und einstellbare, z. B. gabelförmige Schulterstützen 24 befestigt sind. Die Haltestangen 23 können auf dem Nebenschlitten 21 zweckmässig, ähnlich wie die Tragstangen 11 der Beckenschalen 10, mit Hilfe einer mit Rechts- und Linksgewinde versehenen Spindel quer zur Längsachse der Tragplatte 14 aufeinander zu oder voneinander weg verschiebbar gelagert sein.
Um die Arme des Patienten 13 am Abweichen nach den Seiten hin zu hindern, wenn durch die Schulterstützen 24 eine Kraft auf den Schultergürtel übertragen wird, sind beiderseits der Tragplatte 14 auf der Abdeckplatte 15 Seitenstützen 25 verstellbar befestigt. Die Verstellung der Seitenstützen 25 kann z B. auf einfache Weise dadurch geschehen, dass die Tragstangen der Seitenstützen in verschiedene Löcher der Abdeckplatte 15 einsteckbar sind, wie in Fig. 2 angedeutet worden ist.
Auf dem zweiten Nebenschlitten 22 sind ebenfalls beiderseits der Tragplatte 14 nach oben ragende Hal- testangen 26 befestigt, an deren oberen Enden ob er halb der Tragplatte 14 eine Kopfhalterung befestigt ist, die aus einer den Hinterkopf des Patienten tragenden Nackenschale 27 und einer mit den Halte- stangen 26 verbundenen Kinnstütze 28 besteht.
Der Nebenschlitten 21 bzw. dessen Haltestangen 23 ist bzw. sind mit einem Führungsstück 29 verbunden, welches mit einer Bohrung versehen ist, durch die gleitbar eine Zugstange 30 verläuft, deren freies Ende mit einer Anschlagplatte 31 versehen ist. Das andere Ende der Zugstange 30 ragt in einen Federkasten 32 und ist mit einem Federteller 33 verbunden.
Zwischen diesem Federteller 33 und der inneren Wandung 34 des Federkastens 32 ist eine Druckfeder 35 eingespannt. Die Entfernung zwischen dem Federteller 33 und der Anschlagplatte 31 ist veränderlich, was vorzugsweise mit Hilfe eines auf der Zugstange 30 angebrachten Gewindes geschieht. Bei einer hin- und hergehenden Bewegung des Hauptschlittens 4 wird der Nebenschlitten 21 mitsamt der Schulterstütze 24 zunächst mitgenommen. Sobald aber das Führungsstück 29 an die Anschlagplatte 31 anschlägt, wird die Druckfeder 35 über den Federtel ler 33 gespannt, und damit überträgt sich die in geeigneter Weise einstellbare Kraft der Druckfeder 35 über die Haltestangen 23 auf die Schulterstützen 24.
Dadurch kommt es zu der gewünschten Extension der Wirbelsäule zwischen dem Becken und dem Schultergürtel des Patienten 13.
In entsprechender Weise ist mit dem zweiten Nebenschlitten 22 ein Führungsstück 36 verbunden, durch dessen Bohrung eine Zugstange 37 geführt ist, die einerseits mit einer Anschlagplatte 38 und andererseits mit einem Federteller 39 versehen ist. Zwischen dem Federteller 39 und der inneren Federkastenwandung 34 ist ebenfalls eine Druckfeder 40 eingespannt. Bei einer Bewegung des Hauptschlittens 4 wird demgemäss der Nebenschlitten 22 und die Kopfhalterung 27, 28 erst dann mitgenommen, wenn die Anschlagplatte 38 an das Führungsstück 36 anschlägt. Die ebenfalls einstellbare Kraft der Druckfeder 40 wird dadurch auf die Kopfhalterung 27, 28 übertragen. Auf diese Weise wird die Wirbelsäule des Patienten 13 teils zwischen dem Becken und dem Kopf, d. h. zwischen den Stellen 10 und 27, 28, und teils zwischen dem Becken und dem Schultergürtel, d. h. zwischen den Stellen 10 und 24 extendiert.
Das Ausmass und das Verhältnis dieser Extension richtet sich nach der jeweiligen Einstellung der Spannungen der Druckfedern 35 bzw. 40. Diese Unterteilung der Extensionskräfte hat den Vorteil, dass die zwischen den genannten Abschnitten der Wirbelsäule herrschenden, verschiedenen anatomischen Widerstandsverhältnisse durch entsprechende Einstellung der Federkräfte in einem einzigen Extensionsvorgang berücksichtigt werden können. Der Federkasten 32 ist oben mittels einer Platte 41 abgedeckt, auf der zweckmässig die in der Zeichnung nicht näher dargestellten Schalt- und Steuerorgane des Gerätes angeordnet werden können.
Die Bein- bzw. Kniehalter bestehen gemäss der in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsform aus Kniestützrollen 42, welche zweckmässig etwa in Form von Garnrollen konisch nach innen verjüngt sind, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist. Die Kniestützrollen 42 sind drehbar an den oberen Enden von Kurbelstangen 43 gelagert, die in Fig. 1 nur schematisch durch strichpunktierte Linien angedeutet sind. Die Kurbelstangen 43 sind im Prinzip (Fig. 1) derart mit Kurbeln 44 verbunden, dass sie sich bei einer Drehung der Kurbeln 44 alternativ auf- und abwärts bewegen, so dass das eine Bein des Patienten mittels der einen Kniestützrolle 42 gehoben wird, während gleichzeitig das andere Bein mit Hilfe der zweiten Kniestützrolle gesenkt wird und umgekehrt.
Die Kurbelstangen ragen durch Längsschlitze 45 der Abdeckplatte 15 hindurch und werden unterhalb der Abdeckplatte 15 von Führungsstücken 46 geführt, die mit dem Hauptschlitten 4 verbunden sind. Da die Kurbeln 44 in dem Rahmengestell 1 gelagert sind, werden auf diese Weise die Kurbelstangen 43 durch den Hauptschlitten 4 in eine hin- und hergehende Bewegung um die Drehachse der Kurbeln 44 versetzt. Die Führungsstücke 46 können ausserdem um eine vertikale Achse verschwenkt werden, so dass die Kurbelstangen 43 und damit die Kniestützrollen 42 eine mehr oder weniger schräg zur Längsachse des Rahmengestelles 1 verlaufende Pendelbewegung um die Drehachse der Kurbeln 44 ausführen können.
Auf diese Weise wird während der Extensionsbewegung eine Änderung des Abstandes zwischen den Beckenschalen 10 und den Kniestützrollen 42 herbeigeführt, wobei die Verkürzung durch Abrollen des Oberschenkels auf den Kniestützrollen 42 aufgenommen wird, während die Verlängerung als Zug am Oberschenkel wirksam wird.
Bei der in den Fig. 5-7 veranschaulichten praktischen Ausführungsform der Vorrichtung sind die Kniestützrollen 42 mittels Gabeln 47 auf Winkelstükken 48 senkrecht und waagrecht drehbar angeordnet.
Diese Winkelstützen 48 sind wiederum auf den oberen, Enden der Kurbelstangen 43 um die Längs, achse der letzteren schwenkbar gelagert.
Die Führungsstücke 46 der Kurbelstangen 43 bestehen aus schwenkbaren und gleichzeitig kippbaren Schlitten, welche schräg zur Längsachse des Rahmengestells 1 einstellbar sind und damit eine Spreizung der Kniestützrollen während der hin- und hergehenden Bewegung der Kurbel arme 43 herbeiführen.
Die unteren Enden der Kurbelstangen 43 sind an Hebelarmen 49 gelagert, die um Achsen 50 hochund niederschwenkbar sind. Die Verschwenkung der Hebelarme 49 geschieht mittels in ihrem Hub verstellbaren Kurbeln 50', deren Kurbelwelle 51 durch einen Kettentrieb 52 von einem Hauptmotor 53 in Drehung versetzt wird. Der Hauptmotor 53 treibt gleichzeitig über einen weiteren Kettentrieb 54 (Fig. 7) die Welle 8 der Nockenscheibe 9 an, welche den Hauptschlitten 4 in hin- und hergehende Bewegung versetzt.
Um die Höhe der Kniestützrollen 42 während des Betriebes beliebig ändern zu können, sind die unteren Enden der Kurbelstangen 43 vorteilhaft nicht unmittelbar an den Hebelarmen 49 angelenkt. Sie ragen vielmehr durch zentrale Bohrungen von Kreuzköpfen 55 hindurch und sind mittels ihres Aussengewindes in Muttern gelagert, die in Reibscheiben 56 eines Reib radgetriebes befestigt sind. Die Reibscheiben 56 werden über Reibrollen 57 von gesonderten Elektromotoren 58 angetrieben.
Jedes Reibradgetriebe 56, 57 sitzt zusammen mit seinem Motor 58 auf einem Tragblech 59, welches mittels einer Zugfeder 60 an dem Rahmengestell 1 der Vorrichtung aufgehängt ist.
Aus Fig. 5 und 6 ist auch die Dreieckform des Tragbockes 2 ersichtlich. Selbstverständlich kann die Abstützung und Lagerung des Rahmengestelles 1 auch mittels einer anders ausgebildeten Tragvorrichtung erfolgen. Um das gesamte Rahmengestell 1 mit sämtlichen Teilen der Vorrichtung um die waagerechte Achse 3 kippen zu können, ist an dem Tragbock 2 einerseits und an dem Kopfende des Rahmengestells 1 andererseits ein Rohr 61 in Gelenken drehbar gelagert, in dessen Innengewinde eine Spindel 62 eingeschraubt ist. Mittels eines Elektromotors 63 und eines Kettenradgetriebes 64 kann das Rohr 61 um seine Achse in der einen oder anderen Richtung gedreht werden.
Dadurch wird die Spindel 62 mehr oder wenigr eine und ausgefahren, wodurch das Rahmengestell 1 in jeden gewünschten Winkel gekippt und ausserdem gegebenenfalls während des Be triebes der Vorrichtung in eine ständige schaukelnde Bewegung um die Achse 3 versetzt werden kann.
Die Wirkungsweise der vorstehend beschriebenen Vorrichtung ist schematisch aus dem in Fig. 3 dargestellten Diagramm ersichtlich, welches zwei jeweils in drei Zeitabschnitte 0-1-2-3 usw. unterteilte aufeinanderfolgende Bewegungsphasen der Vorrichtung veranschaulicht. Die voll ausgezogene Linie 65 stellt die Bewegung des Hauptschlittens 4 dar, während die strichpunktierte Linie 66 und die gestrichelte Linie 67 die Bewegungen der Kniestützrollen 42 zeigen. Wie man sieht, erfolgt im ersten Bewegungsabschnitt 0-1 eine Extension der Wirbelsäule, während gleichzeitig das eine Bein bei Erreichung des Extensionsendpunktes 68 seinen höchsten Punkt und das andere Bein seinen tiefsten Punkt erreicht.
In dem folgenden Bewegungsabschnitt 1-2 hält die Extension zwischen den Punkten 68 und 69 an, während gleichzeitig alternativ das erste Bein in seinen tiefsten Punkt und das zweite Bein in seinen höchsten Punkt bewegt werden. In dem dritten Bewegungsabschnitt 2-3 kehrt der Hauptschlitten 4 zu seinem Ausgangspunkt zurück, wobei die Extension der Wirbelsäule wieder aufgehoben wird, während die Kniestützrollen 42 wiederum alternativ in ihren höchsten bzw. tiefsten Stand gebracht werden.
Während der folgenden Bewegungsphase 3-l'-2'-3' wiederholt sich der Extensionsvorgang der Wirbelsäule genau wie vorher, aber dabei kommt das Bein, welches vorher im Punkt 68 seinen höchsten Stand hatte, im Augenblick 1' in seinen tiefsten Stand, während das andere Bein, welches vorher im Augenblick 1 seinen tiefsten Stand hatte, im neuen Extensionspunkt 70 seinen höchsten Stand erreicht. In den weiteren Bewegungsabschnitten 1¯2' und 2'-3' wiederholen sich die Bewegungen analog den Bewegungsabschnitten 1-2 und 23 mit umgekehrter Kniestützrollenbewegung. Der Augenblick 3' entspricht dann dem Augenblick 0 der folgenden Bewegungsphase.
Der wirkliche Verlauf der schematischen Extensionskurve 65 der Fig. 3 ist in Fig. 4 in einem Aus führungsbeispiel genauer dargestellt, wobei auf der Ordinate die Winkel einer Umdrehung der Nockenscheibe 9 und auf der Abszisse die vom Hauptschlitten 4 zurückgelegten Wege z. B. in cm angegeben sind. Die strichpunktierte Kurve zeigt zum Vergleich die gleichförmige Bewegung des Schlittens 4 ohne Impuls, wie sie beim Antrieb über eine normale Kurbel erfolgen würde. Daraus ist ersichtlich, dass der Höhepunkt der Extension bei der Impulskurve 65 schon bei 120C erreicht ist, während die normale Kurbel den Extensionshöhepunkt erst bei 1800 erge ben würde.
Im Anschluss an den Extensionshöhe- punkt 68 oder 70 bzw. jeweils bei 1200 kann die weitere Bewegung und Rückführung des Hauptschlittens 4 in seine Ausgangsstellung auf an sich beliebige Art und Weise erfolgen, d. h. dass der in Fig. 3 und 4 durch den waagerechten Kurvenabschnitt angedeutete zeitweilige Stillstand der Schlittenbewegung nicht unbedingt erforderlich ist. Es kann beispielsweise auch eine allmähliche, mehr oder weniger gleichmässige Rückführbewegung in die Ausgangsstellung stattfinden.
Die Erfindung beschränkt sich im übrigen nicht auf die vorstehend beschriebenen und in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsformen, welche grossenteils nur schematisch gehalten sind, sondern sie umfasst alle Varianten im Rahmen der wesentlichen Erfindungsgedanken.
Die Einspann- oder Halteorgane, welche an den verschiedenen Körperteilen wie Kopf, Schultergürtel, Brustkorb, Becken und Beinen bzw. Knien angreifen, können entsprechend den jeweiligen Körperformen gestaltet sein. Sie können aus einem Metall wie Stahl, Aluminium o dgl. oder aus einem ähnlichen steifen und festen Werkstoff bestehen und vorzugsweise unmittelbar mit ihrer harten Oberfläche am Körper des Patienten angreifen.
Ein etwa vorgesehener Überzug der Einspann- oder Halteorgane darf die Einspannung oder Halterung praktisch nicht merklich elastisch oder nachgiebig machen, vielmehr soll riiinde- stens der Kern der Einspann- oder Halteorgane fest, möglichst hart und möglichst unnachgiebig sein, so dass er ähnlich wie die knöchernen Organe eines Behandlers bei der manuellen Therapie auf die zu behandelnden Körperstellen des Patienten einwirken und die von der mechanischen Vorrichtung erzeugten Kräfte möglichst unmittelbar auf die betreffenden Körperteile übertragen kann.