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Die Erfindung bezieht sich auf eine Ballenpresse mit in einem Gestell nebeneinandergereihten
Presskästen und mit einem auf einer Gestellführung entlang der Kastenreihe über die nach oben offenen Presskästen verfahrbaren Wagen, der einen in den jeweiligen Presskasten absenkbaren
Pressstempel trägt.
Bei Ballenpressen mit mehreren nebeneinandergereihten Presskästen, über die ein Wagen mit einem Pressstempel verfahren wird, der nach einer Verriegelung des Wagens gegenüber dem jeweiligen Presskasten in diesen Presskasten abgesenkt wird, um beispielsweise Papier, Verpak- kungsmaterial oder Kartonagen zu Ballen zu pressen, besteht die Gefahr, dass beim Verfahren des Wagens ein in die obere Einfüllöffnung eines Presskastens ragendes Hindernis, beispielsweise eine
Hand oder ein Arm, zwischen dem Schlitten und einer quer zum Schlitten verlaufenden Kastenwand gequetscht wird.
Obwohl diese Wagen mit den Pressstempeln und dem Stempelantrieb im allgemeinen von Hand aus auf Schienen einer Gestellführung über leichtgängige Laufrollen verfahren werden können (WO 99/19138 A1), ist der Anhalteweg bei einer Bremsung von Hand aus aufgrund der wirksamen Massenkräfte zu gross, um ein Verletzungsrisiko ausschliessen zu können, wenn der Schlitten einen Körperteil gegen eine Kastenwand drückt.
Bei von Hand aus verschiebbaren, schienengebundenen Wagen ist es schliesslich bekannt (FR 2 460 122 A), die einzelnen Wagen mit Schlitten zu versehen, die auf dem Fahrgestell der Wagen in Schienenlängsrichtung verschiebbar gelagert sind und zwei gegensinnige Bremsschuhe tragen. Trifft ein über die Wagenlänge vorstehender Anschlag des Schlittens auf ein Hindernis auf, so wird der Schlitten gegenüber dem weiterfahrenden Wagen gegen die Kraft einer Rückstellfeder verschoben, bis der in Anschlagrichtung wirksame Bremsschuh zwischen Schiene und Rad greift und damit die Bremsung des Wagens einleitet. Nachteilig bei dieser bekannten Konstruktion ist vor allem, dass mit einem den Stellweg des Schlittens übersteigenden Anhalteweg gerechnet werden muss, der unter anderem von der Reibung zwischen dem Bremsschuh und der Schiene abhängt.
Ausserdem ist mit der Anordnung eines sich über die Wagenlänge erstreckenden Schlittens und der zugehörigen Bremsschuhe ein entsprechender Platzbedarf verbunden, was eine solche Bremseinrichtung für den Einsatz bei einer Ballenpresse ungeeignet macht, die einen verfahrbaren Wagen für den Pressstempel aufweist.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Ballenpresse der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, dass beim Anfahren des Wagens an ein in die obere Öffnung eines Presskastens ragendes Hindernis der Wagen rechtzeitig angehalten wird, um jede Verletzungsgefahr auszuschliessen.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass den beiden Stirnseiten des Wagens je ein sich quer zur Gestellführung über die oberen Kastenöffnungen erstreckender Bremsschild vorgelagert ist, der wenigstens einen mit einer zur Gestellführung parallelen Aufsetzschiene zusammenwirkenden, mit Abstand unterhalb und vor der horizontalen Anlenkachse des Bremsschildes liegenden Stützanschlag bildet, dessen auf die Anlenkachse bezogene Hebellänge den vertikalen Abstand der Anlenkachse von der Aufsetzschiene übersteigt, und dass der Wagen zumindest einen unterhalb einer gestellfesten Bremsschiene angeordneten Bremsbacken aufweist, dessen vertikaler Abstand zur Bremsschiene kleiner als die Längendifferenz zwischen der Hebellänge des Stützanschlages und dem Abstand der Anlenkachse von der Aufsetzschiene ist.
Aufgrund des der Stirnseite des Wagens vorgelagerten Bremsschildes, das um eine horizontale Anlenkachse verschwenkbar ist, kann beim Anschlagen des Bremsschildes an ein Hindernis entlang eines Anhalteweges gebremst werden, der den Einschwenkweg des Bremsschildes gegen den Wagen nicht übersteigt, so dass sich nach dem Anschlag kein weiterer Vorschub des Bremsschildes in Richtung des Hindernisses ergibt. Da mit dem Anschlagen des Bremsschildes an ein Hindernis der Stützanschlag des Bremsschildes an die Aufsetzschiene angedrückt wird, und zwar aufgrund der gegebenen Neigungs- und Reibungswinkel unter einer Selbsthemmung, bildet der Stützanschlag einen Momentanpol, um den der Bremsschild mit der Wirkung verschwenkt wird, dass der Wagen im Bereich der Stirnwand angehoben wird.
Die sich auf die Anlenkachse des Bremsschildes beziehende Hebellänge des Stützanschlages ist ja grösser als der vertikale Abstand des Stützanschlages von der Anlenkachse. Die Hubbewegung des Wagens kann vorteilhaft zur Abbremsung des Wagens ausgenützt werden, indem am Wagen wenigstens ein Bremsbacken vorgesehen wird, der eine Bremsschiene untergreift, so dass beim Anheben des Wagens der Bremsbacken von unten an die Bremsschiene angedrückt wird. Um die für die Bremsung erforderliche
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Hubhöhe sicherzustellen, ist die Längendifferenz zwischen der Hebellänge des Stützanschlages und dem Abstand der Anlenkachse von der Aufsetzschiene in der Ruhestellung des Bremsschildes grösser als der vertikale Abstand zwischen Bremsbacken und Bremsschiene zu wählen.
Der an ein
Hindernis anschlagende Bremsschild löst daher eine Vollbremsung des Wagens innerhalb des Schwenkbereiches des Bremsschildes gegenüber dem Wagen aus. Die auf das Hindernis über den Bremsschild ausgeübte Belastung kann daher auf ein Mass beschränkt werden, das durch das selbsthemmende Aufsetzen des Stützanschlages auf die Aufsetzschiene bestimmt wird.
Um einfache Konstruktionsbedingungen zu schaffen, kann die Gestellführung für den Wagen die Aufsetzschiene bilden, so dass gesonderte Aufsetzschienen entfallen können. Da die Gestell- führung die Auflasten durch den Wagen abzutragen haben, bedarf es auch keiner zusätzlichen Verstärkung, um das Wagengewicht über den Stützanschlag abtragen zu können.
Der Hebelwinkel für den Stützanschlag kann in bezug auf den Reibungswinkel zwischen der Aufsetzschiene und dem Stützanschlag so gewählt werden, dass sich der Bremsschild über den Stützanschlag auf der Aufsetzschiene gleitend abstützt. Die Selbsthemmung wird in diesem Fall erst mit einer zusätzlichen Belastung des Bremsschildes beim Anschlagen an ein Hindernis wirk- sam. Um unbeabsichtigte Bremsvorgänge über den Bremsschild auszuschliessen, empfiehlt es sich jedoch, den Bremsschild mit Hilfe wenigstens einer Feder in eine Ruhestellung mit von der Auf- setzschiene abgehobenem Stützanschlag zu verschwenken. Zur Bremsung des Wagens ist der Bremsschild entgegen der Federkraft gegen den Wagen zu verlagern, wobei der Stützanschlag selbsthemmend auf die Aufsetzschiene aufgesetzt wird.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine erfindungsgemässe Ballenpresse ausschnittsweise im Bereich des Wagens in einer schematischen Seitenansicht,
Fig. 2 eine stirnseitige Ansicht des Wagens der Ballenpresse und
Fig. 3 eine zum Teil aufgerissene Seitenansicht des Wagens im Bereich eines Bremsschildes in einem grösseren Massstab.
Gemäss dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Ballenpresse mehrere in einem Ge- stell 1 nebeneinandergereihte Presskästen 2 auf, die mit einem Wagen 3 zusammenwirken, der einen nach unten in die nach oben offenen Presskästen 2 absenkbaren Pressstempel trägt, der aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellt ist. Der Wagen 3 ist auf einer Gestellführung 4 oberhalb der Presskastenreihe verfahrbar und kann in den den einzelnen Presskästen zugeordneten Arbeits- stellungen verriegelt werden. Die Gestellführung 4 besteht aus Laufschienen 5, auf denen Laufrol- len 6 des Wagens 3 abrollen, der von Hand aus zwischen den einzelnen Arbeitsstellungen verfah- ren wird.
Um zu verhindern, dass zwischen dem Wagen 3 und einer Querwand 7 ein Körperteil unter Ver- letzungsgefahr eingezwängt wird, ist den Stirnseiten 8 des Wagens 3 jeweils ein Bremsschild 9 vorgelagert, das sich quer zur Gestellführung 4 über die Presskastenöffnung erstreckt und um eine horizontale Anlenkachse 10 verschwenkbar an den Stirnseiten 8 gehalten wird. Diese Bremsschil- de 9 bestehen gemäss dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus einer Blechschürze, die auf wenigstens einer Seite einen Stützanschlag 11 bildet, der mit einer Aufsetzschiene 12 zusammen- wirkt. Die Aufsetzschiene 12 ergibt sich durch eine Laufschiene 5 der Gestellführung 4, was jedoch nicht zwingend ist.
Wie insbesondere der Fig. 3 entnommen werden kann, liegt der Stützanschlag 11 mit Abstand unterhalb und vor der Anlenkachse 10, wobei die Anordnung so getroffen ist, dass die auf die Anlenkachse 10 bezogene Hebellänge I des Stützanschlages 11grösser als der vertikale Abstand a der Anlenkachse 10 von der Aufsetzschiene 12 ist. Fährt der Wagen 3 mit dem Brems- schild 9 an ein Hindernis an, so wird der Bremsschild 9 aus seiner Ruhestellung, in der der Stütz- anschlag 11 mit geringem Bewegungsspiel über die Aufsetzschiene 12 bewegt wird, gegen die Kraft einer Feder 13 gegen den Wagen 3 eingeschwenkt, wobei der Stützanschlag 11 auf die Auf- setzschiene 12 aufgesetzt und wegen der gewählten Neigungs- und Reibungswinkel selbsthem- mend festgehalten wird.
Dies bedeutet, dass der Stützanschlag 11 einen Momentanpol bildet, um den der Bremsschild 9 verschwenkt wird, was aufgrund der gewählten Abstandsverhältnisse I zu a ein Ausheben des Wagens 3 aus der mit vollen Linien gezeichneten Fahrstellung in die strichpunk- tiert angedeutete Bremsstellung zur Folge hat. Die Bremsung selbst erfolgt über dem Wagen 3 zugeordnete Bremsbacken 14, die die als Bremsschienen 15 ausgebildeten Laufschienen 5 der Gestellführung 4 untergreifen, so dass beim Anheben des Wagens 3 die Bremsbacken 14 von
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unten an die Bremsschienen 15 angedrückt werden. Der vertikale Abstand b zwischen den Brems- backen 14 und der Bremsschiene 15 muss in der Fahrstellung des Wagens 3 kleiner als der über den Bremsschild 9 bedingten Hub, also kleiner als die Längendifferenz (I - a) gewählt werden.
Werden die angeführten Bedingungen eingehalten, so wird der Wagen 3 innerhalb des Schwenkbereiches des Bremsschildes 9 zum Stillstand gebracht, wenn der Bremsschild 9 gegen die Kraft der Feder 13 mit dem Stützanschlag 11 auf die Aufsetzschiene 12 aufgesetzt wird, ohne dass der Bremsschild 9 in Fahrrichtung des Wagens 3 vorgeschoben werden kann. Dies bedeutet, dass ein in den Weg des Wagens 3 ragendes Hindernis lediglich durch die Kraft der Feder 13 be- aufschlagt wird, bevor der Wagen 3 zum Stillstand kommt. Damit können alle Verletzungsgefahren ausgeschlossen werden, die sonst auf ein stirnseitiges Anfahren durch den Wagen 3 zurückzufüh- ren sind.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Ballenpresse mit in einem Gestell nebeneinandergereihten Presskästen und mit einem auf einer Gestellführung entlang der Kastenreihe über die nach oben offenen Presskästen ver- fahrbaren Wagen, der einen in den jeweiligen Presskasten absenkbaren Pressstempel trägt, dadurch gekennzeichnet, dass den beiden Stirnseiten (8) des Wagens (3) je ein sich quer zur Gestellführung (4) über die oberen Kastenöffnungen erstreckender Bremsschild (9) vorgelagert ist, der wenigstens einen mit einer zur Gestellführung (4) parallelen Aufsetz- schiene (12) zusammenwirkenden, mit Abstand unterhalb und vor der horizontalen An- lenkachse (10) des Bremsschildes (9) liegenden Stützanschlag (11) bildet, dessen auf die
Anlenkachse (10) bezogene Hebellänge (I) den vertikalen Abstand (a) der Anlenkachse (10) von der Aufsetzschiene (12) übersteigt, und dass der Wagen (3)
zumindest einen un- terhalb einer gestellfesten Bremsschiene (15) angeordneten Bremsbacken (14) aufweist, dessen vertikaler Abstand (b) zur Bremsschiene (15) kleiner als die Längendifferenz zwi- schen der Hebellänge (I) des Stützanschlages (11) und dem Abstand (a) der Anlenkachse (10) von der Aufsetzschiene (12) ist.