AT40777B - Verfahren zur Gewinnung eines Wundheil- und Blutstillungsmittel aus Tierblut. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung eines Wundheil- und Blutstillungsmittel aus Tierblut.Info
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Description
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Verfahren zur Gewinnung eines Wundhe und Blutstillungsmittel aus Tierblut.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines für die Behandlung von Wunden und die Blutstillung geeigneten Mittels aus Blut. Das tierische Blut besitzt bekanntlich in den Leukozyten (weissen Blutkörperchen) und dem Serum Schutzmittel gegen die Verbreitung und Wirkung von Krankheitserregern und deren Gifte. Es hat sich ferner gezeigt, dass auch dem Fibrin, dem bei Gerinnung des Blutes sich bildenden faserigen Eiweisskörper, solche schützende und heilende Wirkung zuzuschreiben ist. Die Erfindung bezweckt nun, dem Blut diese Eigenschaften, namentlich die des Fibrins, zu erhalten. Es
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ätzend und reizend wirken und die Widerstandskraft der Körpergewebe herabsetzen, auszukommen und Wunden mit denjenigen Stoffen zu behandeln, die beim natürlichen Wund- hailungsprozess die entscheidende Rolle spielen.
Dies gilt nicht nur für gewöhnliche Wunden, sondern auch für solche, die durch bestimmte Krankheitserreger hervorgerufen sind.
Bei der Erfindung kommt es vor allem darauf an, dass das Blut, des un vorhehandelten oder aber gegen bestimmte Infektionskrankheiten immunisierten Tieren unter allen Vorsichtsmassregeln der Asepsis entnommen wird, ohne Zusatz fremder Stoffe im ungeronnenen Zustande so lange zentrifugiert wird, bis die roten Blutkörperchen sich von den weisen und dem'Plasma trennen und entfernt werden können. Die übrigbleibenden Leukozyten und das Plasma worden darauf zur Gerinnung gebracht, wobei die zerfallenden Leukozyten ihre Fermente in das Serum ergiessen. Die abgeschiedenen Fibrinfasern werden darauf nut dem Serum und den zum Teil noch vorhandenen weissen Blutkörperchen getrocknet und pulverisiert. Es handelt sich also bei der Erfindung im wesentlichen um die Darstellung des Fibrins.
Wenn Vorkehrungen getroffen sind, um das Blut aseptisch zu gewinnen und zu behandeln und ferner die Gerinnung des der Tierader entnommenen Blutes zu verzögern, so sind bei dem neuen Verfahren alle Bedingungen erfüllt, um dem Blut die natürliche chemische Beschaffenheit zu erhalten und die schützenden und heilenden Stoffe nicht abzuschwächen.
Es wird erreicht, dass aus dem Gesamtblute nur diejenigen Bestandteile, und zwar vollständig und möglichst konzentriert dargestellt werden, die für die Wundbehandlung wesentlich sind. Wichtig ist ferner, dass das gewonnene Präparat nicht nur für sich allein verwendet, sondern noch mit solchen Stoffen vermischt werden kann, die einerseits günstig auf den Wundheilprozess einwirken und andererseits die Wirksamkeit des Fibrinpräparates nicht beeinträchtigen.
Die Durchführung des Verfahrens geschieht vorteilhaft in der folgenden Weise : Das streng aseptisch aus der Tierader entnommene Blut wird durch eine sterilisierte, zweck- mässig breite Pl1nktionsnadel und eine darin befestigte sterilisierte Leitung (Gummischlauch.
Glasrohr o. dergl.) in ein ebenfalls sterilisiertes Gefäss geleitet. Dieses Gefäss, das zweek- mässig aus Glas besteht, kann zylindrisch sein und am Boden sich etwas kegelig verjüngen. Mit dieser Verjüngung ist die zur Punktionsnadel führende Leitung verbunden.
Um die Verbindung zu unterbrechen, kann an derselben Stelle ein zweckmässig nicht zu enger Hahn vorgesehen sein. Versuche haben gezeigt, dass durch eine die Innenwandungen und die Kanäle des gesamten Apparates auskleidende Schicht aus wasserfreiem Wollfett die Gerinnung des Blutes wesentlich verzögert wird. Eine weitere Sicherheit gegen die
Blutgerinnung wird erreicht, wenn das Blut unter einer Schicht sterilen, flüssigen Paraffins
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aufgefangen wird, um dadurch das durch die Punktionsnadel austretende Blut von der Luft abzuschliessen. Durch Zentrifugieren wird nunmehr das ungeronnene Blut so lange behandelt, bis die roten Blutkörperchen, als die schwersten Bestandteile des Blutes, sich vollständig abgesetzt haben, und die weissen Blutkörperchen und das Plasma die Oberschicht bilden.
Werden jetzt die roten Blutkörperchen entfernt, so bleiben nur noch die für die Herstellung des Präparates allein wichtigen weissen Blutkörperchen übrig. Diese verbleibende Masse wird der Gerinnung überlassen oder durch Schlagen mit aseptischen Glasstäben zum Abscheiden des faserigen Fibrins gebracht. Hierbei zerfallen die Leukozyten und ergiessen ihre freiwerdenden Fermente in das Serum. Die ganze Masse des Fibrins und des Serums mit dem zum Teil noch vorhandenen weissen Blutkörperchen wird nun zweckmässig im Vakuum getrocknet, wobei aber Temperaturen über 400 C vermieden werden müssen, damit die wirksamen antitoxischen und bakteriolytischen Stoffe nicht zerstört werden. Es folgt darauf die Pulverisierung der getrockneten Masse unter aseptischen Vorsichtsmassregeln.
Auch bei der Pulverisierung ist zu beachten, dass durch die Reibung bedingte höhere als die oben erwähnten Temperaturen vermieden werden.
Der gepulverte, im wesentlichen aus Fibrin bestehende Stoff ist vollkommen aseptisch, nicht giftig, nicht ätzend, nicht riechend und giebt einen sehr schlechten Nährboden für Krankheitserreger ab. Die mit dem Stoffe behandelten Wunden werden nicht gereizt, sondern es wird im Gegenteil die Heilung beschleunigt. Ferner hat sich gezeigt, dass das antiseptische Präparat wesentlich zur Neubildung einer Haut beiträgt. Das Präparat kann allein oder aber mit anderen geeigneten Stoffen vermischt gebraucht werden. Bei der Auswahl solcher Zusatzstoffe ist darauf zu achten, dass sie die Eigenschaften des gepulverten Stoffes nicht ungünstig beeinflussen. vielmehr seine Wirksamkeit unterstützen.
Als solche Zusatzstoffe kommen folgende, die sich als sehr zweckmässig erwiesen haben, in Betracht ; Hefepulver, Kollargol, Nukleinsäure, zitronensaures Silber, Zinkperhydrol, ausgeglühter und trockner weisser Bolus und nicht in gleichzeitiger, aber aufeinanderfolgender Anwendung Wasserstoffsuperoxydlösungen. Das durch das Verfahren gewonnene Präparat kann ferner mit Lanolin, Vasogen, Vasenol usw. vermischt als Salbe oder Paste angewendet werden, und zwar ebenfalls allein oder in Kombination mit den vorhergenannten Zusatzstoffen.
Eine weitere Verwendung kann das Präparat noch für die Imprägnierung von Verband- stoffen finden. Es kann ferner mit sterilisierter Kochsalzlösung als Aufschwemmung unter die Haut gespritzt werden. Es ist wesentlich, dass das Fibrin, das an und für sich nicht gebrauchsfähig ist, unter Ausscheidung der roten Blutkörperchen derart behandelt wird, dass es in einen gebrauchsfähigen haltbaren Zustand übergeführt wird, um so eine völlig neuartige Anwendung von Wunden und die H ! utsti) Iung zu finden. Zum Unterschied von der üblichen Serumgewinnung ist es bei der Erfindung wichtig, dass es zur Bildung des
Blutkuchens, der die roten Blutkörperchen und das Fibrin enthält, nicht kommt, weil die roten unwirksamen Blutkörperchen vor der Gerinnung des Blutes entfernt werden.
Bisher wurde immer nur das Serum dargestellt, während das Serum unbeachtet in dem Blut- kuchen verblieb. Es konnte also bisher Fibrin im trockenen, pulverförmigen Zustande nicht hergestellt und verwendet werden. Wie bereits erwähnt, kann das für die Durch- führung des Verfahrens benötigte Blut entweder gesunden, unvorbehandelten Tieren oder solchen entnommen werden, die gegen bestimmte Infektionskrankheiten, z. B. gegen Strepto- kokken, Staphylokokken, Diphtherie, Starrkrampf, Tuberkulose usw., immunisiert sind. Es lässt sich dann aus immunisiertem Blut gewonnene Präparat gegen spezifische Wundkrank- heiten in Anwendung bringen.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Gewinnung eines Wundheil- und Bluts till ung3mittels aus Tierhiut, dadurch gekennzeichnet, dass ungeronnenes evtl. immunisiertes, unter strenger Asepsis entnommenes Tierblut so lange unter Zusatz fremder Stoffe zentrifugiert wird, bis die roten Blutkörperchen sich von den weissen und dem Blutplasma getrennt haben, worauf nach Entfernung der roten Blutkörperchen die weissen mit dem Plasma zur Gerinnung gebracht werden und schliesslich Trocknung und Pulverisierung der ganzen Masse des ab- geschiedenen Fibrins mit dem Serum und dem Rest der weissen Blutkörperchen bei Tem- peraturen unterhalb 400, gegebenenfalls noch ihre Vermischung mit anderen Arzneistoffen erfolgt.
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