AT406255B - Verfahren und vorrichtung zum wechseln von rollen bei papiermaschinen - Google Patents
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Wechseln von Rollen bei Papiermaschinen, insbesondere Tissuemaschinen, wobei eine leere Hülse auf die laufende Papierbahn aufgelegt und die Papierbahn in ihrer gesamten Breite von der im Betneb befindlichen Rolle getrennt und sofort auf der leeren Hülse fixiert und weiter gewickelt wird. Der Rollenwechsel bei Papiermaschinen erfolgt derzeit unter Luft- und Wassereinsatz. Bei schnelllaufenden Maschinen wird auch mit Sprayklebem, die bei der Tissuepapiererzeugung nicht eingesetzt werden dürfen oder mit Klebebändern, die auf die leeren Hülsen aufgebracht werden, gearbeitet. Die AT-E 95 800 B (Valmet) z. B. beschreibt eine Wickelvorrichtung, wobei (händisch) ein Klebeband um die Wickelspule (-hülse) geschlungen wird, und die Bahn an diesem Klebeband kleben bleibt und unmittelbar darauf aufgrund des Klemmkontaktes abgerissen wird. Diese Methode hat den Nachteil, dass die Bahn leicht unkontrolliert abreisst und so zu Ausschuss führt Beim Abwickeln wird das Ende der Bahn an der Wickelspule durch das Klebeband festgehalten und erzeugt wiederum Ausschuss. Weiters muss das alte Klebeband erst von der Wickelspule entfernt und ein neues Klebeband aufgebracht werden. Weiters sind ähnliche Wickelvorrichtungen bekannt, so z. B. die DE 31 51 256 C2 (Jagenberg), die eine Heft- und Schneidvorrichtung an einer achslosen Wickelmaschine betrifft. Diese Vorrichtung ist entlang einer Führung entlang eines Ausstossbalkens verfahrbar gelagert und ermöglicht ein fortlaufendes Trennen der Bahn und nachfolgendes Anheften des neuen Bahnanfanges an den Umfang der Wickelhülse. Derartige Wickelmaschinen dienen zum Umspulen von Papierbahnrollen und sind nicht geeignet, eine Papierbahn der laufenden Papiermaschine aufzunehmen, da sie zum Rollenwechsel entweder abgestellt oder abgebremst werden müssen Auch die AT 399 856 (Jagenberg) beschreibt eine Wickelmaschine, die eine Papierbahn erst abrollt und anschliessend wieder aufrollt. Hier wird mittels einer Vielzahl von Düsen erst Leim auf die Papierbahn aufgetragen und anschliessend die Papierbahn an dieser Stelle geschwächt und durch Bremsen einer Walze gerissen. Der nachfolgende Bandanfang von der Abrollung bleibt dabei gebremst und die Stützwalze dreht unter der angesaugten Bahn durch. Erst nach dem Entladen der Fertigrollen und lösen der Bremse wird der geleimte Bandanfang von der Stützwalze zu den leeren Hülsen transportiert und angeklebt. Diese Vorgangsweise ist während der Papierproduktion nicht durchführbar. Meist wird der Wechselvorgang nur mit einem Aufführstreifen, das ist ein schmaler abgetrennter Streifen der gesamten Papierbahnbreite, durchgeführt Dieses sogenannte #Schmalfahren" der Papierbahn setzt voraus, dass der Gautschknecht bzw. Bahntrenner einwandfrei funktioniert. Bei Crescentformern, bei denen die Papierbahnformation zwischen Sieb und Filz erfolgt, wird dieser Vorgang noch dadurch erschwert, dass auf dem Filz getrennt werden muss. Wird der Trennvorgang nicht vollständig durchgeführt, ist der Wechselvorgang massiv gefährdet. Neben diesen Gefahren für die Produktion tritt durch das #Schmalfahren" noch ein Produktionsverlust auf. Die Erfindung will nun die gesamte Bahn ohne Produktionsverlust und mit grosser Betriebssicherheit von einer Rolle auf die nächste (leere) Rolle überführen. Dies geschieht erfindungsgemäss dadurch, dass vor dem Auflegen der Hülse ein Kleber über nahezu die gesamte Papierbahnbreite fortlaufend auf die leere Hülse aufgetragen wird. Durch das Auftragen des Klebers über nahezu die gesamte Papierbahnbreite wird das bisher erforderliche "Schmalfahren" vermieden und somit immer eine vollständige Papierbahn in gesamter Breite produziert. Eine Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Papierbahn durch einen Kleber, der eine hohe Anfangsklebkraft aufweist, an die leere Hülse geklebt wird Dadurch wird die Betriebssicherheit erhöht und somit die Gefahr von Abrissen und damit verbundenem Produktionsausfall minimiert. Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein wasserlöslicher Kleber verwendet wird, dessen Klebkraft nach einiger Zeit verlorengeht Damit kann bei der Papierverarbeitung das Papier ohne Verluste wieder abgewickelt und die leere Hülse ohne Nachbehandlung erneut zum Aufrollen der Papierbahn eingesetzt werden Eine günstige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragsvorrichtung für den Kleber nach jedem Klebevorgang in eine Parkposition gefahren wird, wobei die Auftragsvorrichtung nach jedem Klebevorgang gereinigt, insbesondere gespült, werden kann. Durch das Herausfahren der Kleberauftragsvorrichtung in eine Parkposition kann die Auftragsdüse während des Betriebs gespült, kontrolliert und gegebenenfalls auch gewechselt werden. Durch die Reinigung nach jedem Klebevorgang wird für den nachfolgenden Klebevorgang <Desc/Clms Page number 2> immer eine optimale und gleichmässige Kleberzufuhr gewährleistet. Dies erhöht die Betnebssicherheit der Anlage ebenfalls. Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Wechseln von Rollen bei einer Papiermaschine, insbesondere Tissuemaschine mit einer an einer Aufwickelvorrichtung quer zur Bahnlaufrichtung verfahrbar angeordneten Einrichtung Sie ist erfindungsgemäss, dadurch gekennzeichnet, dass in der Einrichtung eine Kleberauftragsvorrichtung vorgesehen ist. Durch diese Anordnung lässt sich ein Kleber über nahezu über die gesamte Breite gleichmässig auf eine leere Hülse auftragen, so dass in weiterer Folge die Papierbahn gleichmässig und sofort über die gesamte Breite getrennt und auf die leere Hülse aufgewickelt wird, ohne Produktionseinbussen durch "Schmalfahren" zu haben. Eine günstige Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kleberauftragsvorrichtung Anschlüsse für den Kleber, Steuerluft, Sprühluft und Spülmittel aufweist. Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kleberauftragsvorrichtung in eine ausserhalb der Maschine liegende Parkposition verfahrbar ist. Dadurch wird eine Reinigung, Kontrolle und Austauschen der Kleberauftragsdüse auch während des Betriebs der Papiermaschine ermöglicht. Eine günstige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kleberauftragsvorrichtung eine Düse aufweist, die mit einer Nadel zur Regelung der Ausströmmenge des Klebers ausgestattet ist, wobei die Düse zur Einstellung der Klebermenge einen einstellbaren Anschlag für den Nadelhub aufweisen kann. Durch die Nadel kann die Düsenöffnung zur richtigen Zeit geöffnet bzw. geschlossen werden, wobei durch de Einstellbarkeit immer die optimale Klebermenge ausströmt. Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kleberauftragsvorrichtung an einer quer zur Bahnlaufrichtung angeordneten Haltekonsole befestigt ist, wobei die Haltekonsole in ihrem Abstand zur leeren Hülse einstellbar ist. Durch die Höheneinstellbarkeit der Haltekonsole zur leeren Hülse wird eine Grobeinstellung des Sprühkegels ermöglicht. Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen beispielhaft beschrieben, wobei Fig 1 die Anordnung der erfindungsgemässen Vorrichtung bei einem Wickelapparat einer Papiermaschine, Fig 2 eine erfindungsgemässe Kleberauftragsvorrichtung, Fig. 3 eine Ansicht gemäss Pfeil 111 in Fig 2, Fig 4 eine dreidimensionale Darstellung der gesamten Vorrichtung und Fig. 5 eine Vanante einer Kleberauftragsdüse darstellt. Fig 1 zeigt nun die Anordnung einer Aufwickelvorrichtung 1 einer Papiermaschine, insbesondere Tissuepapiermaschine, bei der das Papier auf eine Rolle 2 aufgewickelt wird Der leere Tambour 3 ist mit einer Hülse 3' versehen und wird aus einem Vorratsbereich mittels eines Hebels 4 in Position 3' zu einer Tragwalze 5 gebracht. Von dort wird der Tambour 3 in Richtung 6 zur vollen Rolle 2 geschwenkt, wobei das Papier in der gesamten Breite getrennt und unmittelbar auf der leeren Walze 3 weiter gewickelt wird. Über der Vorratsposition der leeren Walze 3 ist eine Kleberauftragsvorrichtung 7 angebracht, durch die ein Kleber auf die leere Hülse 3' aufgebracht wird. Die Kleberauftragsvorrichtung 7 ist an einer Haltekonsole 8 befestigt, die in Richtung 9 verstellbar an einem Querträger 10 der Aufwickelvorrichtung 1 angebracht ist. Fig. 2 stellt eine Kleberauftragsvorrichtung 7 gemäss der Erfindung und einen leeren Tambour 3 dar. Die Haltekonsole 8 ist hier an einem gegenüber Fig. 1 anders ausgeführten Träger 10' befestigt und ebenfalls in Richtung 9 verstellbar ausgeführt. Die Kleberauftragsvorrichtung 7 weist eine Düse 11 auf, die an einem Laufwagen 12 befestigt ist, welcher an einer Schiene 13 geführt wird. Die nötigen Anschlussleitungen z. B. für Sprühluft, Steuerluft, Kleber, Spülmittel für die Düse 11 werden in einer Energiekette 14 mitgeführt. Der Antrieb für die Traversierbewegung ist mit 15 gekennzeichnet. Die Düse 11 weist einen Kleberanschluss 16, einen Spülmittelanschluss 17, einen Zerstäuberluftanschluss 18 und einen Steuerluftanschluss 19 auf Durch die Steuerluft wird zur richtigen Zeit, d. h. wenn die Kleberauftragsvorrichtung 7 den Rand der Papierbahn passiert gibt die Nadel 20, die die Düse 11verschliesst, die Austrittsöffnung 21 frei. Diese Austrittsöffnung 21 befindet sich vorteilhafterweise etwa 20 - 30 mm über der Oberfläche des Tambours 3. Kurz vor dem Passieren des weiteren Randes der Papierbahn wird die Austrittsöffnung 21 wieder durch die Nadel 20 verschlossen. Der durch den Kleberanschluss 16 zugeführte Klebstoff wird mittels der Zerstäuberluft 18 auf die leere Hülse 3' am Tambour 3 aufgetragen Dies erfolgt mittels eines Sprühkegels 22, der an der Oberfläche des Tambours 3 beispielsweise eine Strahlbreite von etwa 25 - 45 mm aufweist. In diesem Bereich wurden bei Versuchen die besten Ergebnisse erzielt. Die Strahlbreite und die Klebermenge lassen sich durch Einstellungen des maximalen Hubs der Nadel 20 den Erfordernissen optimal anpassen. <Desc/Clms Page number 3> Fig. 3 zeigt eine Ansicht gemäss Pfeil III in Fig. 2. Hier ist erkennbar, dass der Laufwagen 12, an dem die Düse 11 befestigt ist, zwischen einer Position 12' am Rand 23' der Papierbahn 23 und einer Position 12" am Rand 23" entlang fährt, wahrend der Kleber aufgetragen wird Nach dem Auftrag wird der Wagen 12 in eine Parkposition 24 gefahren, die sich auf der Führerseite 25 der Papiermaschine befindet. In dieser Parkposition 24 wird die Düse 11 durch ein Spülmittel gereinigt, so dass sie für den nächsten Klebevorgang wieder uneingeschränkt funktionstüchtig ist. Ausserdem kann in dieser Position die Düse während des Betriebes kontrolliert und gegebenenfalls auch ausgetauscht werden. Der Antrieb 15ist auf der Triebseite 26 der Papiermaschine zu finden In Fig. 4 ist in einer dreidimensionalen Darstellung die Kleberauftragsvorrichtung 7 gezeigt, wobei sich der Wagen 12 mit der Düse 11 in der Parkposition 24 auf der Führerseite 25 der Papiermaschine befindet. Fig. 5 zeigt eine Ausführung einer Düse 11 mit dem Kleberanschluss 16, dem Spülmittelanschluss 17, dem Zerstäubungsluftanschluss 18 und dem Steuerluftanschluss 19 Weiters ist der obere Teil der Nadel 20 erkennbar, der die Austrittsöffnung 21 verschliesst. In Versuchen mit Maschinengeschwindigkeiten über 1500 m/min wurden bei Antrockenzeiten zwischen 5 und 12 min und Strahlbreiten von 25 bis 45 mm an der Oberfläche der leeren Tambours die besten Ergebnisse erzielt. Durch das gleichzeitige Trennen der Papierbahn über die gesamte Breite konnten die bisherigen Wechselverluste an Produktion vermieden werden, wobei auch keinerlei Abnsse erfolgten. Die erfindungsgemässen Vorrichtungen können nicht nur bei neuen Anlagen eingebaut, sondern auch bei bestehenden Papiermaschinen nachgerüstet werden Durch den eingesetzten Kleber, der wasserlöslich ist, kann auch der Ausschuss problemlos im Prozess wiederverwendet werden.
Claims (12)
- Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Beispiele beschränkt. Es kann z B die Kleberauftragsvorrichtung statt über der Abschwenkposition des Tambourmagazines über der Warteposition des Tambours über der Tragwalze oder am/beim Leitblech für den Überführstreifen angebracht sein. Wesentlich ist jedoch, dass die Düse in der Parkposition während des Betriebes gespült, kontrolliert und gewechselt werden kann Patentansprüche: 1.Verfahren zum Wechseln von Rollen bei Papiermaschinen, insbesondere Tissuemaschinen, wobei eine leere Hülse auf die laufende Papierbahn aufgelegt und die Papierbahn in ihrer gesamten Breite von der im Betrieb befindlichen Rolle getrennt und sofort auf der leeren Hülse fixiert und weiter gewickelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Auflegen der Hülse ein Kleber über nahezu die gesamte Papierbahnbreite fortlaufend auf die leere Hülse aufgetragen wird
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Papierbahn durch einen Kleber, der eine hohe Anfangsklebkraft aufweist, an die leere Hülse geklebt wird.
- 3 Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein wasserlöslicher Kleber verwendet wird, dessen Klebkraft nach einiger Zeit verlorengeht.
- 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragsvorrichtung für den Kleber nach jedem Klebevorgang in eine Parkposition gefahren wird.
- 5 Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragsvorrichtung nach jedem Klebevorgang gereinigt, insbesondere gespült, wird.
- 6. Vorrichtung zum Wechseln von Rollen bei einer Papiermaschine, insbesondere Tissuemaschine mit einer an einer Aufwickelvorrichtung quer zur Bahnlaufrichtung verfahrbar angeordneten Einrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass in der Einrichtung eine Kleberauftragsvorrichtung vorgesehen ist.
- 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kleber- auftragsvorrichtung Anschlüsse für den Kleber, Steuerluft, Sprühluft und Spülmittel aufweist <Desc/Clms Page number 4>
- 8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kleberauftragsvorrichtung in eine ausserhalb der Maschine liegende Parkposition verfahrbar ist.
- 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kleberauftragsvorrichtung eine Düse aufweist, die mit einer Nadel zur Regelung der Ausströmmenge des Klebers ausgestattet ist.
- 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse zur Einstellung der Klebermenge einen einstellbaren Anschlag für den Nadelhub aufweist.
- 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kleberauftragsvorrichtung an einer quer zur Bahnlaufrichtung angeordneten Haltekonsole befestigt ist.
- 12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltekonsole in ihrem Abstand zur leeren Hülse einstellbar ist.Hiezu 5 Blatt Zeichnungen
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