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Die Erfindung betrifft eine Visierkimme für Schusswaffen mit zwei parallel angeordneten Kimmenblättern, zwischen denen ein vertikaler Kimmenspalt gebildet wird und die zur Verstellung der Kimmenspaltbreite horizontal, und quer zur Schussrichtung beweglich gelagert sind.
In der Regel weist die Visierkimme an ihrer Oberseite eine Aussparung auf, die entsprechend der Form des Korns rechteckig, dreieckig oder rund ausgebildet ist. Beim Zielvorgang muss das Korn in Übereinstim- mung mit der Aussparung der Kimme gebracht werden. Bei Visierkimmen mit einem zweiteiligen Kimmen- blatt wird die Aussparung durch den Kimmenspalt gebildet, der zwischen den inneren Enden der nebeneinander angeordneten Kimmenblätter entsteht. Zur Berücksichtigung besonderer Lichtverhältnisse und zur individuellen Anpassung des Zielvorganges an den Schützen ist es von Vorteil, wenn die Breite des Kimmenspaltes einstellbar ist.
Durch die DE 15 78 289 B ist eine Verstellvorrichtung für den Kimmenspalt einer Pistole bekannt, bei der die beiden Kimmenblätter an je einem federnden Steg eines Kimmenkörpers befestigt und mit Hilfe eines Stellgliedes auseinanderdrückbar sind. Das Stellglied besteht aus einer Schraube, deren Schrauben- kopf eine konische Mantelfläche aufweist. Durch Verdrehen der Schraube, die mit ihrem Schraubenkopf zwischen den inneren Enden der beiden Kimmenblätter angeordnet ist, werden die Kimmenblätter über die konische Mantelfläche des Schraubenkopfes gegen die Kraft der federnden Stege auseinandergedrückt und der Kimmenspalt vergrössert.
Nachteilig bei dieser bekannten Ausführung ist, dass durch häufiges Verstellen des Visiers die auf Biegung beanspruchten Stege des Kimmenkörpers brechen können. Ausserdem werden die Kimmenblätter infolge der Biegefederung der Stege nicht linear sondern auf einem Kreisbogen bewegt, was zu Irritierun- gen beim Zielvorgang führen kann. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass zwischen der konischen Mantelfläche und den Innenkanten der Kimmenblätter eine Linienberührung unter Kraft erfolgt, deren Folge frühzeitige Verschleisserscheinungen sein können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile zu vermeiden und die Visierkim- menverstellung der eingangs erwähnten Art zu verbessern, um dadurch letztlich die Schiessleistung zu erhöhen und die Herstellung und die Handhabung der Visiereinrichtung zu vereinfachen.
Gemäss der Erfindung wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Verstellung der Kimmenblätter durch einen Exzenter erfolgt.
Zur Übertragung der Exzenterbewegung auf die Kimmenblätter ist der Exzenter zwischen den zueinan- dergekehrten Kanten der beiden Kimmenblätter angeordnet. Hiebei weist der Exzenter an seinem Umfang zwei zum Drehpunkt symmetrisch verlaufende Exzenterbahnen auf, die durch Verdrehen des Exzenters um seine Längsachse jeweils mit einer Innenkante der Kimmenblätter zusammenwirken.
Zur Rückstellung in die Ausgangslage sind die Kämmenblätter durch mindestens eine Feder nach innen auf den Exzenter gedrückt.
Vorteilhafterweise ist die Feder als Bügelfeder mit zwei abgewinkelten Enden ausgeführt, die mit dem jeweiligen Kimmenblatt verbunden sind.
Zur Definterung der Ausgangslage des Exzenters beginnt die jeweilige Exzenterbahn mit einer ebenen, vertikalen Fläche, an der die jeweilige Innenkante der Kimmenblätter in der Ausgangslage des Exzenters anliegt.
Zur Betätigung der Kimmenspaltverstellung weist der Exzenter einen Innensechskant für den Einsatz eines Sechskant-Werkzeuges auf.
Für eine exakte Honzontalführung weisen die Kimmenblätter jeweils einen quer zur Schussrichtung horizontal verlaufenden Schlitz auf, in den je ein Vorsprung einer ortsfesten Führungsplatte eingreift.
Um die Beweglichkeit der Kimmenblätter zu gewährleisten, ist die Tiefe des Vorsprungs geringfügig grösser als die Dicke der Kimmenblätter Aus dem gleichen Grund ist die Länge des Schlitzes entsprechend dem Mass der maximalen Kimmenspaltverstellung grösser als die Länge des Vorsprungs.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Visierkimme an einem Kimmenträger mit zwei Schrauben befestigt, welche die Abdeckplatte und den jeweiligen Vorsprung der Führungsplatte durchset- zen.
Die erfindungsgemässe Exzenterverstellung ermöglicht bei einfacher Bedienung eine besonders feinfüh- lige und exakte Einstellung der Kimmenspaltbreite und damit eine Verbesserung der Schiessergebnisse.
Die Erfindung ist in der folgenden Beschreibung und der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel darstellt, näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Vorderansicht der Visierkimme bei abgenommener Abdeckplatte, teilweise geschnitten,
Fig. 2 eine Vorderansicht der Visierkimme nach Fig. 1 mit angeschraubter Abdeckplatte,
Fig. 3 einen Schnitt gemäss der Linie 111 111 in Fig. 2 und
Fig. 4 einen Schnitt gemäss der Linie IV - IV in Fig. 2.
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Eine Visierkimme 1 besteht aus zwei Kimmenblättern 2, einer Halteplatte 3 und einer vorderen Abdeckplatte 4, die mit zwei Schrauben 5 an einem Kimmenträger 6 einer nicht näher dargestellten Schusswaffe befestigt sind. Die einander zugewandten, inneren Stirnseiten 7 der Kimmenblätter 2 bilden im oberen Bereich einen Kimmenspalt 8, der über der Oberkante der Halteplatte 3 und der Abdeckplatte 4 liegt. Zur Veränderung des Kimmenspaltes 8 sind die Kimmenblätter 2 zwischen der Halteplatte 3 und der Abdeckplatte 4 horizontal und quer zur Schussrichtung beweglich gelagert. Jedes Kimmenblatt 2 weist einen rechteckigen Schlitz 9 auf, in den ein entsprechender, rechteckiger Vorsprung 10 der Halteplatte 3 eingreift und auf dem die Kimmenblätter 2 gegeneinander verschiebbar sind.
Die Länge des jeweiligen Vorsprungs 10 ist entsprechend dem Mass der Kimmenblattverstellung kleiner als die Länge des Schlitzes 9 und die Tiefe des Vorsprungs 10 ist geringfügig grösser als die Dicke der Kimmenblätter 2, so dass diese im zusammengespannten Zustand der Visierkimme 1 frei beweglich sind. Eine Schenkelfeder 11, deren beide Enden jeweils an der Unterseite der Kimmenblätter 2 befestigt sind, drückt die inneren Stirnseiten der beiden Kimmenblätter 2 in ihrem unteren Bereich aneinander. Die Schrauben 5 zur Befestigung des Visiers 1 am Kimmenträger 6 durchsetzen entsprechende Bohrungen 12 in den Vorsprüngen 10 der Halteplatte 3.
Entsprechende Bohrungen für die Schrauben 5 sind auch in der Abdeckplatte 4 und im Kimmenträger 6 vorgesehen.
Die Stirnseiten 7 der Kimmenblätter 2 weisen jeweils einen Einschnitt mit einer vertikalen Innenkante 13 auf, zwischen denen ein Exzenter 14 angeordnet ist. Mit Lageransätzen 15 und 16 ist der Exzenter 14 in einer Lagerbohrung der Halteplatte 3 und der Abdeckplatte 4 drehbar gelagert (Fig. 4). An seinem Umfang ist der Exzenter 14 mit zwei Exzenterbahnen 17 versehen, an welche die Innenkanten 13 der Kimmenblätter 2 durch die Schenkelfeder 11 angedrückt werden. Dabei wird die Ausgangslage des Exzenters 14 und der Kimmenblätter 2 durch eine gerade, vertikale Fläche 18 am Beginn der jeweiligen Exzenterbahn 17 definiert, an der die Innenkanten 13 der Kimmenblätter 2 anliegen. Der Exzenter 14 weist einen Innensechs- kant 19 für einen Sechskantschlüssel auf, mit dem der Exzenter 14 um seine Längsachse 20 verdreht werden kann.
Beim Verdrehen des Exzenters 14 drücken die Exzenterbahnen 17 die Kimmenblätter 2 gegen die Kraft der Schenkelfeder 11 auseinander, sodass sich eine Vergrösserung des Kimmenspaltes 8 ergibt.
Andererseits verringert sich die Kimmenspaltbreite beim Zurückdrehen des Exzenters 14. Dabei bleibt die einmal eingestellte Kimmenspaltbreite aufgrund der Selbsthemmung zwischen den Exzenterbahnen 17 und den Innenkanten 13 der Kimmenblätter 2 erhalten.