AT404827B - Verfahren und vorrichtung zur entnahme einer flüssigkeit aus einer verschlossenen glasampulle - Google Patents
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Description
AT 404 827 B
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Entnahme einer Flüssigkeit aus einer verschlossenen Glasampulle, wobei die Glasampulle in einer aufrechten, den Boden der Ampulle nach oben weisenden Stellung gehalten wird.
Vor allem in medizinischen Labors sowie in Arztpraxen und Kliniken müssen eine Vielzahl von Glasampullen mit unterschiedlichem Inhalt, wie Arzneimittel, Kalibrier- oder Qualitätskontrollflüssigkeiten gehandhabt werden, wobei die Glasampullen zur Entnahme ihres Inhaltes händisch aufgebrochen und ihrer Bestimmung zugeführt werden. Für eine Reihe von Anwendungen insbesondere bei der Qualitätskontrolle von Laborgeräten durch Qualitätskontrollflüssigkeiten wäre der manuelle Aufwand bei der Zuführung derartiger Flüssigkeiten aus Glasampullen von Nachteil. Andere Lagerbehälter, wie Beutel oder Kunststoff-Flaschen zur Aufnahme von Qualitätskontrollflüssigkeiten weisen jedoch den Nachteil auf, daß sich die Parameter der Flüssigkeiten bei längerer Lagerung ändern können und so für ihre eigentliche Funktion unbrauchbar werden.
In diesem Zusammenhang ist aus der US-3 892 237 A eine automatische Injektionsvorrichtung bekannt geworden, in welcher eine Glasampulle in einer aufrechten, den Boden der Ampulle nach oben weisenden Stellung gehalten wird. Mit einer mechanisch betätigbaren Vorrichtung kann die Spitze der Glasampulle gebrochen werden, wobei deren unter Gasdruck stehender Inhalt in eine verformbare Plastikampulle gelangt. Bei der Injektion des Ampulleninhaltes wird die Plastikampulle durch die Kraft einer vorgespannten Feder verformt und gleichzeitig eine Injektionsnadel bis zu einer einstellbaren Injektionstiefe aus der Injektionsvorrichtung ausgestoßen. Eine derartige Vorrichtung eignet sich allerdings nicht für die automatisierte Anwendung bei Laborgeräten.
Aus der EP-0 472 457 A1 ist eine Vorrichtung zum Entleeren und Spülen von Fläschchen mit toxischem Inhalt bekannt. Die Fläschchen bzw. Ampullen bestehen aus perforablen Materialien, wie beispielsweise Polyethylen, und werden in einer aufrechten, den Boden der Ampulle nach oben weisenden Stellung in einer Halterung angeordnet. Durch den perforablen Boden der Ampulle wird ein Entnahmeelement eingeführt, welches zwei Kanäle aufweist. Durch einen der Kanäle wird ein unter Druck stehendes Gas, beispielsweise Luft, in das Fläschchen eingeführt, wobei der elastische Boden des Fläschchens die Einstichstelle abdichtet, sodaß sich ein Überdruck im Fläschchen aufbauen kann. Durch einen zweiten Kanal im Entnahmeelement, dessen Öffnung in die Flüssigkeit der Ampulle eintaucht, kann der toxische Inhalt aus dem Fläschchen gepumpt werden. Die genannte Vorrichtung ist allerdings für Glasampullen nicht geeignet.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur automatischen Entnahme einer Flüssigkeit aus einem verschlossenen Behälter vorzuschlagen, insbesondere die Entnahme von Qualitätskontrollflüssigkeiten aus Glasampullen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch erfüllt, daß der Boden der Glasampulle durch das Einführen eines Entnahmeelementes mechanisch zerstört wird und daß aus einem splitterfreien Bereich der Glasampulle Flüssigkeit abgesaugt wird. Überraschenderweise hat sich ergeben, daß nach dem Zerstören des Bodens der Glasampulle durch das Entnahmeelement ein Teil der Glassplitter in den Hals bzw. Bodenbereich der Glasampulle absinkt und ein anderer Teil, bedingt durch die Oberflächenspannung, an der Oberfläche der Flüssigkeit zurückbleibt. Dazwischen entsteht ein splitterfreier Bereich, aus welchem der Inhalt der Glasampulle problemlos abgesaugt werden kann.
In einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Glasampulle automatisch einem eine Vielzahl Glasampullen fassenden Reservoir entnommen wird.
Erfindungsgemäß ist es von Vorteil, wenn nach der mechanischen Zerstörung des Bodens eine vorgebbare Zeitspanne bis zum Absaugen der Flüssigkeit zugewartet wird, um zu gewährleisten, daß alle Glasteilchen aus der Entnahmezone abgesunken sind.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Entnahme einer Flüssigkeit aus einer verschlossenen Glasampulle ist dadurch gekennzeichnet, daß ein durch den Boden der Glasampulle einführbares Entnahmeelement vorgesehen ist, welches eine starrwandige, einlumige Kanüle zum Absaugen der Flüssigkeit aus einem splitterfreien Bereich der Glasampulle aufweist. Dabei sollte entweder die Rigidität der Kanüle zur mechanischen Zerstörung des Bodens der Glasampulle ausreichen oder ein separater Teil des Entnahmeelementes für die Zerstörung des Ampullenbodens vorgesehen sein.
Um ein Absinken aller Glasteilchen zu erreichen, kann in einer Weiterbildung der Erfindung das Entnahmeelement im Bereich seiner Spitze eine elastische Membran aufweisen, deren äußerer Durchmesser dem Innendurchmesser der Glasampulle angepaßt ist.
Schließlich ist es auch möglich, im Inneren der Kanüle ein feinporiges Filtermaterial, vorzugsweise aus Edelstahl, anzuordnen.
Als Maßnahmen, die das Aufbrechen der Ampullen erleichtern, wären insbesonders zu erwähnen, ein speziell geformter Boden, z. B. ein U-förmiger Querschnitt oder ein Boden, welcher dünner ausgeführt ist als jener typischer Serienampullen. Weiters könnte die Glasoberfläche der Ampullen mit einem Elastomer 2
Claims (10)
- AT 404 827 B beschichtet sein, um die Glassplitter im Ampullenbereich zurückzuhalten. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn erfindungsgemäß der Boden der Glasampulle und der anschließende Schaftbereich von einem Elastomerteil umhüllt sind. Dabei können erfindungsgemäß die Elastomerteile mehrerer Glasampullen ein Einweg-Trägerelement für den Ampullentransport bzw. die Ampullenlagerung bilden. Durch das Aufstecken eines Elastomerteils über dem Boden und dem unteren Schaftbereich einer Glasampulle ergeben sich gleich mehrere Vorteile. Durch die Haftung des Elastomerteils fallen weniger Glassplitter in die Ampulle. Die Glassplitter bleiben im Ampullenbereich und werden nicht im Umfeld verstreut. Der Bruchbereich bleibt trotz des Öffnungsvorganges bis auf eine Eintrittsöffnung der Entnahmeeinrichtung abge-deckt. Trotz dieser Öffnung kann aus der Glasampulle nach dem Entnahmevorgang auch dann keine Restflüssigkeit ausfließen, wenn der Kopf der Ampulle nach oben gedreht wird. Durch die Verwendung weicherer Elastomerteile kann sich die Entnahmeöffnung nach dem Entnahmevorgang selbsttätig schließen. Dadurch wird auch die Geruchsbelästigung durch alternde Flüssigkeiten deutlich reduziert. Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer schematischen Darstellung einer vorteilhaften Ausführung näher erläutert. Die Vorrichtung weist eine Halterung 1 auf, in welcher eine Glasampulle 2, vorzugsweise elastisch mittels Dichtring 3, gehalten wird. Die aus Boden 4, Schaftbereich 5, Halsbereich 6 und Kopfbereich 7 bestehende Glasampulle 2 beinhaltet eine Flüssigkeit 8 (Kalibrier- oder Quaiitätskontrollflüssigkeit bzw. auch Arzneimittel) deren Oberfläche mit 9 bezeichnet ist. Aufgrund der aufrechten, den Boden 4 nach oben weisenden Stellung der Ampulle, kann diese durch das Einführen einer Entnahmeinrichtung 10 durch den Boden 4 geöffnet werden, wobei dieser mechanisch zerstört wird. Die bei der Zerstörung anfallenden Glassplitter sinken teils in den Hals- bzw. Kopfbereich 6, 7 der Glasampulle 2 ab oder schwimmen - bedingt durch die Oberflächenspannung der Flüssigkeit 8 - an deren Oberfläche 9. Zwischen dem Halsbereich 6 und der Oberfläche 9 der Flüssigkeit entsteht somit ein splitterfreier Bereich 11, aus welchem Flüssigkeit durch die in der Entnahmeeinrichtung 10 angeordnete Kanüle 12 abgesaugt werden kann. Um ein Absinken aller Glaspartikeln zu gewährleisten, kann an der Entnahmeeinrichtung 10 eine elastische Membran 13 angeordnet sein, welche nach dem Eintauchen in die Flüssigkeit 8 die Glaspartikel unter die Oberfläche 9 drückt. Der Boden 4 und der an den Boden anschließende Schaftbereich 5 der Glasampulle 2 werden von einem Elastomerteil 14 umhüllt, welche die auftretenden Glassplitter im Ampullen bereich festhält. Die Elastomerteile 14 mehrerer Glasampullen 2 können zu einem Einweg-Trägerelement 15 zusammengefaßt sein. Durch die Verwendung eines stumpfen, harten Gegenstandes zum Öffnen der Ampulle, z. B. der dickwandig ausgeführten Kanüle 12, ist auch keine nennenswerte Abnutzung im Betrieb zu erwarten. Patentansprüche 1. Verfahren zur Entnahme einer Flüssigkeit aus einer verschlossenen Glasampulle, wobei die Glasampulle in einer aufrechten, den Boden der Ampulle nach oben weisenden Stellung gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden der Glasampulle durch das Einführen eines Entnahmeelementes mechanisch zerstört wird und daß aus einem splitterfreien Bereich der Glasampulle Flüssigkeit abgesaugt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Glasampulle automatisch einem eine Vielzahl von Glasampullen fassenden Reservoir entnommen wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach der mechanischen Zerstörung des Bodens der Glasampulle eine vorgebbare Zeitspanne bis zum Absaugen der Flüssigkeit zugewartet wird.
- 4. Vorrichtung zur Entnahme einer Flüssigkeit aus einer verschlossenen Glasampulle (2), wobei eine Halterung (1) vorgesehen ist, in welcher die verschlossene Glasampulle in einer aufrechten, den Boden (4) der Ampulle nach oben weisenden Stellung angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein durch den Boden (4) der Glasampulle (2) einführbares Entnahmeelement (10) vorgesehen ist, welches eine starrwandige, einlumige Kanüle (12) zum Absaugen der Flüssigkeit (8) aus einem splitterfreien Bereich (11) der Glasampulle (2) aufweist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Entnahmeelement (10) im Bereich seiner Spitze eine elastische Membran (13) aufweist, deren äußerer Durchmesser dem Innendurchmes- 3 AT 404 827 B ser der Glasampulle (2) angepaßt ist.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5. dadurch gekennzeichnet, daß im Lumen der Kanüle (12) ein feinporiges Filtermaterial angeordnet ist.
- 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (4) der Glasampulle (2) und der anschließende Schaftbereich (5) von einem Elastomerteil (14) umhüllt sind.
- 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Elastomerteile (14) mehrerer Glasampullen (2) ein Einweg-Trägerelement (15) für den Ampullentransport bzw. die Ampullenlagerung bilden.
- 9. Vorrichtung nach Anspruch 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (4) der Glasampulle (2) im Schnitt U-förmig und/oder dünnwandig ausgeführt ist.
- 10. Vorrichtung nach Anspruch 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der Glasampullen (2) mit einem Elastomer beschichtet ist. Hiezu 1 Blatt Zeichnungen 4
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