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Die Erfindung betnfft eine Anlage zum Färben eines textilen Stoffes. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren, welches mit dieser Anlage durchgeführt werden kann.
Eine Anlage zum Färben eines textilen Stoffes weist pnnzlplell folgende Komponenten auf - einen Tank zur Aufnahme einer wässrigen Farbstofflösung bzw. einer Flotte, - ein Farbstoffauftragegerät, welches die Flotte auf den zu färbenden textilen Stoff aufträgt.
- eine Leitung, die den Tank mit dem Farbstoffauftragegerät verbindet, und - eine Pumpe, die in der Leitung vorgesehen ist, mit welcher die Flotte vom Tank zum Farbstoffauftra- gegerät transportiert wird.
Bei einer derartigen Anlage kann die im Tank vorhandene Flottenmenge nicht zu 100% zum Färben genutzt werden, da das Färbeverfahren beendet werden muss, sobald keine Flotte mehr Im Tank vorhanden Ist In diesem Zeitpunkt befindet sich jedoch noch Flotte in der Rohrleitung, die den Tank mit dem Farbstoffauftragegerät verbindet. Diese Flotte kann nicht zum weiteren Färben verwendet, sondern muss abgelassen werden und fällt als sogenannte Restflotte an, die entsorgt werden muss, was naturgemäss kostenaufwendig ist.
Die vorliegende Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine Anlage und ein Verfahren zum Färben zu schaffen, bei welchem dieser Nachteil nicht gegeben ist.
Die erfindungsgemässe Anlage weist auf : - einen Tank zur Aufnahme einer wässrigen Farbstofflösung bzw. einer Flotte, - ein Farbstoffauftragegerät, welches die wässrige Farbstofflösung auf den zu färbenden textilen Stoff aufträgt, - eine Leitung, welche den Tank mit dem Farbstoffauftragegerät verbindet, und - eine Pumpe, die in der Leitung vorgesehen ist, mit welcher die wässrige Farbstofflösung vom Tank zum Farbstoffauftragegerät transportiert wird, und ist dadurch gekennzeichnet, dass im Tank eine verschliessbare Zuführung für ein flüssiges Medium, welches mit der Farbstofflösung chemisch nicht reagiert, und ein Sensor vorgesehen Ist, welcher Sensor die Zuführung öffnet, sobald die Farbstofflösung im Tank einen Minimalpegel erreicht hat, und so dem Tank flüssiges Medium zuführt, wodurch Farbstofflösung aus dem Tank,
aus der Leitung und aus dem Farbstoffauftragegerät verdrängt wird.
Es ist wesentlich, dass mit den Sensoren verhindert wird, dass der Tank restlos entleert wird und Luft in die Leitung eindringt.
Die erfindungsgemässe Anlage gestattet eine praktisch vollständige Nutzung der im Tank vorgelegten Flotte, sodass eine Restflotte nicht anfällt. Auf diese Weise werden Entsorgungskosten gespart und die Produktionseffizienz verbesert. Mit dem flüssigen Medium wird gleichzeitig der Farbstofftank, die Leitung, das Farbstoffauftragegerät und die Pumpe gereinigt, und ein schnellerer Farbwechsel wird ermöglicht.
Es hat sich darüberhinaus gezeigt, dass eine gute Reproduzierbarkeit differenter Färbungen gegeben ist.
Zwischen den einzelnen Farbpartien kann als sogenannter Zwischen läufer ein preiswertes Material, insbesondere Polypropylen, verwendet werden.
Eine zweckmässige Ausführungsform der erfindungsgemässen Anlage besteht darin, dass ferner vorgesehen sind : - mindestens zwei mit Sensoren und Zuführungen ausgestattete Tanks zur Aufnahme verschiedenfarbi- ger Lösungen, - mindestens zwei Leitungen, welche jeweils einen der Tanks mit einer weiteren Leitung verbinden, die über eine Pumpe mit dem Farbstoffauftragegerät verbunden ist.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Färben eines textilen Stoffes, bel welchem Verfahren eine wässrige Lösung eines Farbstoffes aus einem Tank durch eine Leitung zu einem Farbstoffauftragegerät, mit welchem die wässrige Farbstofflösung auf den textilen Stoff aufgetragen wird, gepumpt wird, wonach restliche Farbstofflösung, die noch in der Leitung zurückgeblieben ist, aus der Leitung entfernt wird, und ist dadurch gekennzeichnet, dass - die restliche Farbstofflösung aus der Leitung entfernt wird, indem sie mit einem flüssigen Medium, weiches mit der Farbstofflösung chemisch nicht reagiert, aus der Leitung verdrängt wird, und - die verdrängte Farbstoffiösung zum Färben verwendet wird.
Als flüssiges Medium ist vorzugsweise Wasser vorgesehen.
Mit der beigefügten Zeichnung wird eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung noch näher erläutert.
Die Figur zeigt schematisch eine Anlage zum Färben eines textilen Stoffes. Diese Anlage weist zwei Tanks 1a und 1b auf, die mit verschiedenfarbigen Flotten gefüllt sind. Im unteren Teil der Tanks 1a und 1b sind Sensoren 6a bzw. 6b vorgesehen, welche ein Signal generieren, sobald der Füllstand in den Tanks einen Minimalpegel erreicht hat. Mit den Bezugszeichen 7a und 7b sind Zuführungen für Wasser bezeich-
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net, die durch das Signal der Sensoren 6a bzw. 6b geöffnet werden, sodass Wasser 10 die bzw. den Tank zufliessen kann.
Ferner sind Leitungen 2a und 2b und 8 vorgesehen, welche die Tanks la, l mit dem Farbstoffauftragegerät 3 verbinden. In den Leitungen 2a, 2b sind Hähne 9a, 9b und 10 zum Schliessen der Leitungen 2a, 2b bzw zum Steuern der Flottenzufuhr zum Farbstoffauftragerät 3 vorgesehen. In der Leitung 8 befindet sich eine Pumpe 5.
Die Funktion der erfindungsgemässen Anlage ist nun wie folgt :
Zunächst wird mit der im Tank 1 a befindlichen Flotte gefärbt. Der Hahn 9b Ist geschlossen, und der Hahn 9a ist geöffnet, sodass die Pumpe 5 lediglich Flotte aus dem Tank 1 a durch die Leitung 2a, über den Dreiweghahn 10, durch die Leitung 8 zum Farbstoffauftragegerät 3 pumpt. Das Farbstoffauftragegerät 3 trägt die Flotte über die Austragsvorrichtung 3a auf das zu färbende Textil 4 auf, welches bandförmig unter der Austragsvorrichtung 3a vorbeitransportiert wird.
Gegen Ende des Färbevorganges, und zwar zu dem Zeitpunkt, da der Flottenspiegel im Tank 1 a ein Minimum erreicht, weiches in der Figur als strichlierte Linie angedeutet ist, generiert der Sensor 6a ein Signal und öffnet die Zuführung 7a, wodurch Wasser in den Tank 1a fliesst. In diesem Stadium wird der Färbevorgang erfindungsgemäss nicht unterbrochen bzw. beendet, da noch Restflotte in den Leitungen 2a, 8 und im Farbstoffauftragerät 3 vorhanden ist. In der Folge wird sämtliche noch im Tank 1 a vorhandene Flotte vom nachfliessenden Wasser durch die Leitung 2a und die Leitung 8 in das Farbstoffauftragegerät 3 gedrückt und auf diese Weise praktisch vollständig zum Färben genutzt.
Es hat sich gezeigt, dass sich das nachfliessende Wasser nur unwesentlich mit der erfindungsgemäss genutzten Restflotte mischt bzw. die Restflotte nicht verdünnt. Auf dieser Erkenntnis beruht die Erfindung.
Ferner hat sich gezeigt, dass das nachfliessende Wasser den Tank 1a, die Leitungen 2a und 8, und das Farbstoffauftragegerät 3 reinigt.
Wird nach vollständigem Aufbrauchen der Restflotte auf eine andere Farbpartie umgestellt, so wird die Wasserzufuhr über die Leitung 7a gestoppt und der Hahn 9a geschlossen, und der Hahn 9b in der Leitung 2b wird geöffnet, sodass die andersfarbige Flotte bei entsprechender Stellung des Dreiweghahnes 10 aus dem Tank 1 b durch die Leitung 2b in die Leitung 8 gelangt, wobei das Wasser, welches zur Nutzung der Restflotte aus der vorigen Farbpartie noch in der Leitung 8 und im Farbstoffauftragegerät 3 vorhanden ist, aus den genannten Anlageteilen gedrückt wird.
In dem Zeitraum, bis die neue Farbflotte schliesslich die Austragsvorrichtung 3a erreicht, wird ein sogenannter Zwischenläufer als Textilband 4 durchlaufen gelassen. Als Zwischenläufer kann bei der erfindungsgemässen Anlage, im Gegensatz zum Stand der Technik, ein preiswertes Material, vornehmlich aus Polypropylen, verwendet werden.