AT393028B - Gasentnahmesystem fuer eine feuerwaffe - Google Patents

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AT393028B AT919/86A AT91986A AT393028B AT 393028 B AT393028 B AT 393028B AT 919/86 A AT919/86 A AT 919/86A AT 91986 A AT91986 A AT 91986A AT 393028 B AT393028 B AT 393028B
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Franz Gabriel
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Maximilian Vojta
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Description

AT 393 028 B
Die Erfindung bezieht sich auf ein Gasentnahmesystem für eine Feuerwaffe, bei dem in einer mit der Laufseele der Feuerwaffe durch eine Gasentnahmeöffnung verbundenen Kammer ein parallel zur Laufachse verschiebbarer Kolben gelagert ist, der in seiner Ruhelage an dem der Laufmündung zugekehrten Ende der Kammer angeordnet und mit einem einerseits in die Kammer mündenden und anderseits in der Ruhelage mit der Gasentnahmeöffnung verbundenen Durchlaß versehen ist und der über eine Stoßstange mit dem Vemegelungssystem der Feuerwaffe zusammenwirkt, wobei die Kammer ins Freie entlüftbar ist und die Gasentnahmeöffnung in einem vorbestimmten Abstand vom mündungsseitigen Ende der Kammer zwischen den Enden des in seiner Ruhelage befindlichen Kolbens angeordnet ist und wobei der Durchlaß zumindest an seinem der Gasentnahmeöffnung zugeordneten Ende in Richtung zur Laufmündung um einen vorbestimmten Betrag erweitert ist.
Bei einer alternativen Ausführungsform ist in Ruhelage des Kolbens in dessen der Laufmündung zugekehrtes offenes Ende ein feststehender, vorzugsweise an einer mit der Kammer verschraubbaren Kappe angebrachter Stempel eingetaucht.
Gasentnahmesysteme für halb- oder vollautomatische Feuerwaffen sind seit langem bekannt. Dabei kann durch Austausch einer Düsenscheibe scharfe oder Übungsmunition mit der Feuerwaffe verschossen werden.
Nach dem Brechen des Schusses wirken die aus der Laufseele durch die Gasentnahmebohrung in die Kammer eintretenden Pulvergase auf den Kolben, der über die Stoßstange einen Verschlußschlitten zurückstößt, der gegen die Kraft der Schließfeder beschleunigt wird und nach Durchlaufen einer vorbestimmten Strecke seinen Impuls an einen Steuerteil überträgt, wodurch Verriegelungselemente, z. B. Stützklappen, in eine Lage gebracht werden, in der sie den Verschluß freigeben; in weiterer Folge wird der Verschluß gegen die Kraft der Schließfeder vollständig geöffnet Die Kammer wird nun durch Gasabzugsöffnungen entlüftet.
Ein derartiges Verriegelungssystem stellt einen Masseverschluß dar, wobei das Verhältnis von Verschlußschlitten- zu Verschlußmasse etwa 1:1 beträgt, um ein einwandfreies Funktionieren der nach dem Impulssatz ausgebildeten Verschlußdynamik zu erzielen.
Nachteilig bei solch einem Verriegelungssystem ist, daß der Entriegelungsvorgang bereits in Gang gesetzt wird, sobald sich das Projektil an der Gasentnahmeöffnung vorbeibewegt und somit noch im Lauf befindet. Denn bereits zu diesem Zeitpunkt werden der Kolben, die Stoßstange und der Verschlußschlitten nach hinten beschleunigt, wodurch exzentrische Kräfte am Lauf angreifen und die Treffsicherheit der Feuerwaffe abträglich beeinflussen.
Ein weiterer Nachteil dieses Verriegelungssystems ist darin begründet, daß die Masse des Verschlußschiittrais als Rückstoßenergie zu absorbieren ist und den Schützen belastet.
Derartige Gasentnahmesysteme sind z. B. aus den US-PS 3,707,110,4,207,798 und 4,244,273 bekannt.
Die US-PS 3,707,110 offenbart ein Gasentnahmesystem, dessen wesentliches Konstruktionsmerkmal darin liegt, daß der auf die das Verriegelungssystem öffnende Stoßstange wirkende Kolben nach Art eines Differentialkolbens ausgebildet und am Anfang seiner Verschiebung mit geringerem, danach aber mit vollem Gasdruck beaufschlagt ist. Auf diese Weise wird eine Verzögerung der Verschlußbetätigung erzielt, wodurch der Stoß auf das Verriegelungssystem, aber auch den Schützen reduziert wird. Der Gasabzug zur Entlüftung ist im Kolben ausgebildet.
Die US-PS 4,207,798 zeigt überhaupt keinen eigenen Kolben, sondern eine einteilige Stoßstange, deren der Laufmündung zugekehrtes Ende gasdicht in der Kammer sitzt Die Entlüftung der Kammer erfolgt mittels der Gasentnahmeöffnung in der Laufseele. Da diese Konstruktion keinen eigenen Kolben aufweist, ist natürlich auch kein Durchlaß vorhanden und kein Totgang vorgesehen.
Die US-PS 4,244,273 beschreibt ein Gasbetätigungssystem, bei dem die Stoßstange mit dem Kolben fest verbunden ist und gegebenenfalls mit geringem Spiel von etwa 0,75 bis 1 mm an einem Zwischenkolben der Zuhaltung anliegt. Die Entlüftung der den Kolben aufnehmenden Kammer erfolgt unmittelbar nach der Anfangsbewegung des Kolbens durch möglichst weit vorne angeordnete Kanäle.
Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines Gasentnahmesystems, das eine weitergehende Stoßverminderung und somit eine höhere Treffsicherheit erreicht, weitgehend unempfindlich gegen schwankende Gasdrücke ist und somit eine größere Anpassungsmöglichkeit an unterschiedliche Patronenlaborierungen erreicht, das weiters einfach und platzsparend aufgebaut ist und dabei zuverlässig funktioniert und schließlich die Möglichkeit eröffnen soll, Verschlüsse nach dran Baukastenprinzip für unterschiedliche Kaliber herzustellen.
Diese Ziele werden mit einem Gasentnahmesystem der eingangs angegebenen Art dadurch erreicht, daß erfindungsgemäß in der kinematischen Kette zwischen dem Kolben und dem Verriegelungssystem ein in Laufrichtung wirksamer, dem vorbestimmten Betrag entsprechender Totgang sowie eine der Verschiebung des Kolbens zu dem der Laufmündung abgekehrten Ende der Kammer entgegenwirkende Dämpfungseinrichtung vorgesehen sind, daß der Durchlaß des Kolbens in dessen Ruhelage der Gasentnahmeöfftiung unmittelbar gegenüberliegt, daß die Gasentnahmeöffnung bei um den Betrag des Totganges verschobenem Kolben von demselben verschlossen ist und daß zur Entlüftung der Kammer in derselben ein bei verschobenem Kolben freigegebener Gasabzug vorgesehen ist.
Auf diese Weise schafft die Erfindung ein Gasentnahmesystem, das für Pistolen, Gewehre, Jagd- und Militärwaffen gleich gut geeignet ist Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung liegt darin, daß der Entriegelungsvorgang erst dann einsetzt nachdem das Projektil den Lauf bereits verlassen hat sodaß dessen -2-
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Geschoßbahn nach dem Abziehen des Hahnes nicht mehr beeinflußt werden kann. Der Grund dafür ist darin zu erblicken, daß nach dem Eintritt der Pulvergase durch die Gasentnahmeöffnung in die Kammer und nach Verschiebung des Kolbens um den der Erweiterung der Gasentnahmeöffnung bzw. dem Totgang entsprechenden Betrag die Gasentnahmeöffnung abgesperrt ist, sodaß der Gasdruck in der Kammer nicht über einen vorbestimmten, vom Gasdruck in der Laufseele unabhängigen Betrag ansteigen kann. Auf diese Weise wird eine selbsttätige Regelung des Gasdruckes erzielt, wobei in der Kammer praktisch unabhängig von der Patronenlaborierung jeweils ein im wesentlichen gleicher Gasdruck zur Steuerung der Entriegelung aufgebaut wird. Je nach Ausführungsform der Erfindung erfolgt bei noch im Lauf befindlichem Projektil lediglich eine geringe Bewegung des Kolbens und gegebenenfalls der Stoßstange. Der Verschluß selbst wird jedoch erst dann entriegelt, wenn das Projektil den Lauf bereits verlassen hat. Mit einer mit diesem Gasentnahmesystem ausgestatteten Feuerwaffe kann folglich präziser geschossen werden als mit einer herkömmlichen.
Das erfindungsgemäße Verriegelungssystem ist insbesondere in Verbindung mit dem in der AT-PS 382 960 beschriebenen Verriegelungssystem von Vorteil, das als Verriegelungselemente Kugeln oder Ringsegmente besitzt, die von einem Steuerteil des Verschlusses zwangsentriegelt werden. In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann die Dämpfungseinrichtung von einer Hilfsfeder gebildet sein. Anderseits ist eine hydraulische oder pneumatische Zylinder-Kolben-Einheit als Dämpfiingseinrichtung denkbar.
Aufgrund der Dämpfungseinrichtung wird die Einleitung des Entriegelungsvorganges derart verzögert, daß er garantiert erst nach Austritt des Projektils aus dem Lauf erfolgt
Bei einer alternativen Ausführungsform ist von Vorteil, wenn der Kolben in Ruhelage mit seinem der Stoßstange zugekehrten geschlossenen Ende in einem dem Totgang entsprechenden Abstand von der Stoßstange liegt, und das Eintauchmaß des Stempels in den Kolben dem Totgang entspricht, wobei zwischen dem Stempel und dem Kolben eine Gasdrosselstelle gebildet ist
Weiters kann die Hilfsfeder zwischen dem der Stoßstange zugekehrten Ende des Kolbens und dem benachbarten Ende der Stoßstange angeordnet sein.
Alternativ kann der Kolben ringförmig ausgebildet und auf dem Lauf gelagert sein, wobei der Durchlaß von einer an der Innenseite des Kolbens vorgesehenen Ringnut und wenigstens einer daran anschließenden Axialbohrung gebildet sein kann. Diese Alternative ist insbesondere bei Faustfeuerwaffen aus Platzgründen von Vorteil. Dabei ist günstig, wenn die Hilfsfeder an einer innerhalb des Verriegelungssystems verschiebbaren Buchse angreift, die an einem in das Verriegelungssystem hineinragenden Fortsatz der Stoßstange angreift.
Anderseits kann die Stoßstange bis in den Bereich des Hahnes der Abzugsvorrichtung reichen und als Dämpfungseinrichtung die Schlagfeder des Hahnes dienen.
Wie erwähnt, kann das Gasentnahmesystem mit einem an sich bekannten starren Veniegelungssystem mit Verriegelungselementen in Form von Kugeln oder Ringsegmenten kombiniert sein, die in Durchbrechung«! des Verschlusses radial beweglich angeordnet sind, in verriegeltem Zustand einerseits in eine lauffeste umlaufende Rille mit entsprechendem Querschnitt eingreifen und anderseits von einem im Verschluß gleitend gelagerten, an die Stoßstange angeschlossenen Steuerteil abgestützt sind, der an seinem zum Lauf weisenden Ende verjüngt ist.
Die Erfindung wird nachstehend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert, die in den Zeichnungen dargestellt sind; es zeigen Fig. 1 einen Längsschnitt durch das bei einer Pistole vorgesehene Gasentnahmesystem in Ruhelage, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie (Π-Π) in Fig. 1, Fig. 3 einen Längsschnitt durch eine bei einem Gewehr vorgesehene Variante des Gasentnahmesystems und Fig. 4 einen Querschnitt durch eine weitere Variante in der Ebene (A-A) der Fig. 3.
Gemäß Fig. 1 und 2 ist das erfindungsgemäße Gasentnahmesystem in einem mit einem (nicht gezeigten) Griffstück versehenen Gehäuse (1) eingebaut, das in diesem Falle, nämlich bei ein« Pistole, auch den Lauf (2) umgibt. Der Lauf (2) ist an der Seite des Patronenlagers (3) mit einem Verschluß (4) verschließbar, der mit Hilfe eines Verriegelungselementes (5) in Form eines von zwei parallelen Flächen begrenzten Torussegmentes (s. Fig. 2) verriegelbar ist. Das Verriegelungselement (5) ist in einer quer zur Längsachse des Verschlusses (4) angeordneten Durchbrechung in Form eines Schlitzes (6) radial bewegbar gelagert und greift im verriegelten Zustand (gemäß Fig. 1 und 2) in eine im Gehäuse (1) ausgebildete umlaufende Rille (7) mit dem Torussegment angepaßtem Querschnitt ein.
Innerhalb des Verschlusses (4) ist ein Steuerteil (8) längsverschiebbar gelagert, auf dessen kolbenförmig gestaltetem Vorderteil (9) das Verriegelungselement (5) im verriegelten Zustand abgestützt ist. Der Vorderteil (9) des Steuerteiles (8) ist am freien Ende mit einer konischen Flanke (10) ausgebildeL Der Steuerteil (8) weist eine Axialbohrung auf, in der ein Schlagbolzen (11) samt Feder (12) angeordnet ist.
An der Mündung des Laufes (2) ist ein Mündungsdämpfer (13) am Gehäuse (1) befestigt Im Bereich der Laufmündung ist eine Kammer (14) gebildet, die vom Gehäuse (1), vom Lauf (2), vom Mündungsdämpfer (13) und einem auf dem Lauf (2) verschiebbar gelagerten ringförmigen Kolben (15) begrenzt und im wesentlichen dicht abgeschlossen ist Der Kolben (15) weist eine beträchtliche axiale Länge auf und ist mit einem Durchlaß versehen, der aus einer in dem der Laufmündung abgekehrten Endbereich vorgesehenen, zum Lauf (2) hin offenen Ringnut (16) und mehreren mit dieser verbundenen, bis zur der Laufmündung zugekehrten ringförmigen Stirnfläche (17) reichenden Axialbohrungen (18) besteht Die axiale Breite der Ringnut (16) hat einen vorbestimmten Betrag, wie noch erläutert wird. An ihrer der Laufmündung abgewandten Seite der Ringnut (16) steht diese durch eine Gasentnahmeöffnung (19) mit der Laufseele (20) in Verbindung. -3-
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Der Kolben (15) ist von einer an einem Widerlager (21) im Bereich des Patronenlagers (3) abgestützten Schließfeder (22) in seiner Ruhelage gemäß Fig. 1 gehalten. Diese Ruhelage ist dadurch festgelegt, daß der Kolben (15) mit einer Stoßstange (23) fest verbunden ist, die sich parallel zum Lauf (2) bis in den Bereich des Verschlusses (4) erstreckt und dort mit einem quer abstehenden Fortsatz (24) versehen ist, der durch eine Ausnehmung (25) im Verschluß (4) sowie durch eine Ausnehmung (26) im Steuerteil (8) in eine innerhalb desselben verschiebbar gelagerte Buchse (27) eingreift, die von einer an dem Lauf (2) abgekehrten Ende des Steuerteiles (8) abgestützten Hilfsfeder (28) in Richtung zum Lauf (2) vorgespannt ist Aus Platzgründen kann das Verriegelungselement (5) an seiner Oberseite eine Aussparung (29) zum Durchtritt der Stoßstange (23) auf weisen (Fig. 2).
In einem Abstand vom Widerlager (21), welcher der Gesamtlänge der zusammengedrückten Schließfeder (22) und des Kolbens (15) entspricht, ist das Gehäuse (1) mit einem ins Freie mündenden Gasabzug (30) versehen, der zur vollständigen Entlüftung der Kammer (14) dient
Nach Zünden der Patrone wirkt der Druck der Pulvergase auf den Stoßboden (31) des Verschlusses (4), der durch das in die Rille (7) eingreifende Verriegelungselement (5) verriegelt ist das seinerseits auf den Vorderteil (9) des Steuerteiles (8) eine radiale Druckkraft ausübt die eine auf den Steuerteil (8) wirkende Reibungskraft hervorruft Nach Vorbeistreichen des Projektils an den Gasentnahmeöffnungen (19) strömt ein Teil der Pulvergase durch diese Gasentnahmeöffnungen, die Ringnut (16) sowie die Axialbohrangen (18) des Kolbens (15) in die Kammer (14), wodurch auf die Stirnfläche (17) des Kolbens (15) eine nach hinten gerichtete Kraft ausgeübt wird; dieser Kraft wirkt die Kraft der Schließfeder (22) sowie die der Hilfsfeder (28) entgegen, die über die Buchse (27) und die in diese mittels des Fortsatzes (24) eingreifende Stoßstange (23) auf den Kolben (15) übertragen wird. Der Kolben (15) wird vom Gasdruck nach hinten verschoben, wobei er nach Zurücklegen einer der Breite der Ringnut (16) entsprechenden Strecke die Gasentnahmeöffnungen (19) abspeirt, sodaß der Eintritt weiterer Gasmengen in die Kammer (14) verhindert ist
Zugleich wird die Stoßstange (23) und somit ihr Fortsatz (24) um diese Strecke nach hinten geschoben. Die Ausnehmung (26) im Steuerteil (8) ist jedoch mindestens so lang wie diese Strecke, sodaß der Steuerteil (8) von der Anfangsbewegung des Kolbens (15) um die genannte Strecke unbeeinflußt bleibt Auf diese Weise ist in der kinematischen Kette zwischen dem Kolben (15) und dem Steuerteil (8) ein Totgang vorgesehen, welcher sicherstellt, daß der Entriegelungsvorgang des Verschlusses (4) erst beginnt, wenn die Kammer (14) gegenüber der Laufseele (20) abgesperrt ist. In der Kammer (14) herrscht nun ein genau dosierter Gasdruck. Außer der erwähnten Anfangsbewegung des Kolbens (15) und der Stoßstange (23) gibt es keine Massenbeschleunigungen und somit keine auf die Feuerwaffe wirkenden störenden Kräfte, bis das Projektil den Lauf (2) verlassen hat
Erst nach Austritt des Projektils aus dem Lauf (2) schlägt der Fortsatz (24) am hinteren Ende der Ausnehmung (26) am Steuerteil (8) an und stößt diesen nach hinten, wodurch der Vorderteil (9) des Steuerteiles (8) vom Verriegelungselement (5) abgezogen wird und dieses freigegeben wird. Das Verriegelungselement (5) bewegt sich nun unter der Wirkung der Radialkomponente der in der Rille (7) herrschenden Verriegelungskraft im Schlitz (6) nach innen und entriegelt den Verschluß (4), der unter dem Druck der Pulvergase geöffnet wird. Der Steuerteil (8) liegt an einer Prallplatte (32) an der Rückseite des Verschlusses (4) an.
Das Verriegelungssystem fährt nun gegen die Kraft der Schließfeder (22) nach hinten, bis der Kolben (15) an einem Anschlag (21a) am Lauf (2) anschlägt und die Schließfeder (22) vollständig zusammengedrückt ist; in dieser Lage wird die Laufseele (20) durch den Gasabzug (30) vollständig entlüftet.
Danach kehrt das Verriegelungssystem unter dem Einfluß der Schließfeder (22) in seine Ruhelage zurück, wobei der Fortsatz (24) der Stoßstange (23) den Steuerteil (8) nach vorne stößt, dessen Vorderteil (9) mittels seiner konischen Flanke (10) das Verriegelungselement (5) in die Rille (7) schiebt und danach gegen eine Einwärtsbewegung äbstützL
Das Ausziehen sowie Auswerfen der leeren Patrone und das Zuführen einer neuen Patrone erfolgen in bekannter Weise.
Bei einer Variante der Erfindung ist anstelle der unmittelbar auf die Buchse (27) wirkenden Hilfsfeder (28) die Schlagfeder des Hahnes (33) der Abzugsvorrichtung als Hilfsfeder ausgenutzt. Zu diesem Zweck ist - wie im rechten Teil der Fig. 1 angedeutet - die Stoßstange (23) bis zum Hahn (33) verlängert und dieser mit einem mit der Stoßstange (23) zusammenwirkenden Ansatz versehen.
Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung zur Anwendung bei einem Gewehr, wobei in diesem Falle die Verriegelung des Verschlusses (4) mit dem Lauf (2) mit Hilfe von mehreren Verriegelungselementen (5) in Form von Kugeln (oder gemäß Fig. 4 in Form zweier Torussegmente) erfolgt, die in Bohrungen des Verschlusses (4) beweglich gelagert sind und in die lauffeste, umlaufende Rille (7) eingreifen. Bei dieser Ausführungsform ist zu beachten, daß die verwendeten größeren Patronen auch größere Massen und Bewegungswege der einzelnen Bauteile des Verriegelungssystems bedingen.
Die durch die Gasentnahmeöffnung (19) mit der Laufseele (20) verbundene Kamm» (14) ist in einem am Lauf (2) angesetzten Zylinder (34) ausgebildet, in dem der Kolben (15) gleitend gelagert ist. Der Kolben (15) ist mit einem Absatz (35) versehen, der als Anschlag dient In einer Flucht mit dem Kolben (15) ist die Stoßstange (23) angeordnet, wobei zwischen dieser und dem Kolben (15) ein vorbestimmter Abstand bzw. -4-
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Totgang vorgesehen ist In dem dem Kolben (15) zugekehrten Endbereich der Stoßstange (23) ist diese mit einem Bund (36) versehen, an dem die auf den Endbereich aufgeschobene und auf den Kolben (15) wirkende Hilfsfeder (28) abgestützt ist
Der Kolben (15) ist rohrförmig gestaltet, an dem der Stoßstange (23) zugekehrten Ende geschlossen und am gegenüberliegenden Ende offen. In das offene Ende des Kolbens (15) taucht ein Stempel (37) ein, der an einer mit dem Zylinder (34) verschraubten Kappe (38) ausgebildet ist Die in Richtung der Kolbenachse gemessene Länge des Stempels (37) entspricht dem Abstand zwischen Kolben (15) und Stoßstange (23). Der Stempel (37) weist zur Bildung einer Drosselstelle umlaufende Rillen (39) auf. Auf diese Weise ist der Kolben (15) als Differentialkolben ausgestaltet
Im Bereich der Gasentnahmeöffnung (19) des Laufes (2) ist dar Kolben (15) mit dem Durchlaß versehen, der als parallel zur Kolbenachse von der Gasentnahmeöffnung (19) in Richtung zur Laufmündung verlaufender Schlitz (40) ausgebildet ist; die Länge des Schlitzes (40) entspricht dem Abstand zwischen dem Kolben (15) und der Stoßstange (23). In einem Abstand vom laufmündungsseitigen Ende des Schlitzes (40) ist der Gasabzug (30) angeordnet
Die Stoßstange (23) durchsetzt ein vom Lauf (2) abstehendes Widerlager (21), an dem die Schließfeder (22) abgestützt ist die anderseits auf den Bund (36) der Stoßstange (23) wirkt An ihrem hinteren Ende ist die Stoßstange (23) mit einem Fortsatz (24) verbunden, an dem der Steuerteil (8) befestigt ist Der Fortsatz (24) ist mit einem Handgriff (41) versehen und somit als Spannschieber ausgebildet Der Steuerteil (8) ist wie beim ersten Ausführungsbeispiel innerhalb des Verschlusses (4) verschiebbar gelagert und weist an seiner zum Patronenlager (3) weisenden Ende einen über eine konische Flanke (10) abgesetzten Vorderteil (9) auf.
Der Fortsatz (24) durchsetzt den Verschluß (4) durch dessen Ausnehmung (25), deren axiale Länge nach dem zum Freigeben der Verriegelungselemente (5) erforderlichen Weg des Steuerteiles (8) bemessen ist. Innerhalb des Steuerteiles (8) ist der Schlagbolzen (11) mit seiner Feder (12) angeordnet
Bei Zünden der Patrone drücken die Pulvergase auf den Stoßboden (31) des Verschlusses (4), der mittels der in die umlaufende Rille (7) eingreifenden Verriegelungselemente (5) bzw. Kugeln (oder Torussegmente gemäß Fig. 4) verriegelt ist Infolge der in der Rille (7) auftretenden Reaktionskraft üben die Verriegelungselemente (5) auf den Steuerteil (8) eine Kraft aus, die eine Verlagerung des Steuerteiles (8) blockiert Nachdem das Projektil die Gasentnahmeöffnung (19) passiert hat treten die Pulvergase durch dieselbe und den Schlitz (40) im Kolben (45) in die Kammer (14) ein. Dort wirken die Gase zunächst auf den Boden (17a) des Kolbens (15), sodaß dieser gegen die Kraft der Hilfsfeder (28) bis zum Anschlägen an der Stoßstange (23) verschoben wird. Nachdem der Kolben (15) diesen Totgang durchlaufen hat, befindet sich der Schlitz (40) im Kolben (15) jenseits der Gasentnahmeöffnung (19), sodaß keine Pulvergase mehr in die Kammer (14) einströmen können. Bis zum Austritt des Projektils aus dem Lauf (2) treten keinerlei weitere Bewegungen bzw. Massenbeschleunigungen und daher keine auf die Feuerwaffe wirkenden Kräfte auf.
Nach Austritt des Projektils aus dem Lauf (2) fällt der auf den Stoßboden (17) des Verschlusses (4) wirkende Gasdruck und infolgedessen die von den Verriegelungselementen (5) auf den Steuerteil (8) ausgeübte Klemmkraft ab. Das in da1 Kammer (14) eingeschlossene Gas gelangt durch die Drosselstelle zur ringförmigen Stirnfläche (17) des Kolbens (15), auf den nun ein erhöhter Druck wirkt, der den Kolben (15) samt Stoßstange (23) und Steuerteil (8) zurückschiebt, bis die konische Flanke (10) und sodann der abgesetzte Vorderteil (9) des Steuerteils (8) unter die Verriegelungselemente (5) gelangt, dieselben ffeigegeben werden und der Verschluß (4) somit entriegelbar ist. Die Entriegelung des Verschlusses (4) erfolgt durch die restliche an der Rille (7) herrschende Kraft, welche die Verriegelungselemente (5) in ihren Bohrungen bzw. Führungen radial einwärtsschiebt.
Nun wird der Verschluß (4) unter der Wirkung der in der Kammer (14) eingeschlossenen Pulvergase von dem am hinteren Ende der Ausnehmung (25) liegenden Fortsatz (24) nach hinten bis zur Prallplatte (32) gestoßen, und die leere Patrone wird in bekannter Weise vom Auszieher ausgezogen und vom Auswerfer ausgeworfen. Der Kolben (15) befindet sich in seiner von dem am stoßstangenseitigen Kammerende anschlagenden Absatz (35) festgelegten Endlage, in der das in der Kammer (14) befindliche Gas durch den Gasabzug (30) ins Freie ausströmen kann.
Anschließend kehrt das Verriegelungssystem unter Wirkung der Schließfeder (22) in seine Ruhelage zurück. Sobald der Verschluß (4) am Patronenlager (3) anliegt, werden die Verriegelungselemente (5) mit Hilfe der konischen Flanke (10) des Steuerteiles (8) radial nach außen in die Rille (7) verlagert, wodurch der Verschluß (4) verriegelt ist Die Hilfsfeder (28) stellt den Kolben (15) ebenfalls in seine Ruhelage zurück.
Es ist ersichtlich, daß durch Abschrauben der Kappe (38) der Kolben (15) aus der Kammer (14) entnommen werden kann. Obwohl aufgrund der erfindungsgemäßen Gasentnahme das beschriebene Verriegelungssystem selbst bei bis zu 30 % vom Sollwert abweichenden Gasdrücken einwandfrei und zuverlässig funktioniert und daher auch unterschiedliche Patronen verschossen werden können, ist erfindungsgemäß weiters vorgesehen, verschieden dimensionierte Kolben in die Kammer (14) einzusetzen, wobei gegebenenfalls auch Kappen (38) mit entsprechend bemessenen Stempeln (37) vorgesehen sind, wodurch ein Baukastensystem für das Gasentnahmesystem geschaffen wird, mit dem dieses an die unterschiedlichsten Kaliber und Patronenlaborierungen in einfacher Weise angepaßt werden kann.
Ein bei bekannten gasdruckgesteuerten Verriegelungssystemen vorgesehener Vorholer ist bei der Erfindung -5-

Claims (8)

  1. AT 393 028 B entbehrlich. Anstelle der Hilfsfeder (28) oder der Schlagfeder des Hahnes kann auch eine Dämpfungseinrichtung nach Art eines hydraulischen oder pneumatischen Stoßdämpfers vorgesehen sein. Der Dämpfungsgrad ist dabei derart bemessen, daß der Kolben die Gasentnahmeöffnung dann absperrt, wenn in der Kammer ein zur Verlagerung des Steuerteiles ausreichend»' Gasdruck aufgebaut ist, wobei diese Verlagerung erst beginnt, nachdem das Projektil den Lauf bereits verlassen hat und somit die Geschoßbahn von der Feuerwaffe nicht mehr beeinflußt werden kann. PATENTANSPRÜCHE 1. Gasentnahmesystem für eine Feuerwaffe, bei dem in einer mit der Laufseele der Feuerwaffe durch eine Gasentnahmeöffnung verbundenen Kammer ein parallel zur Laufachse verschiebbarer Kolben gelagert ist, der in seiner Ruhelage an dem der Laufmündung zugekehrten Ende der Kammer angeordnet und mit einem einerseits in die Kamm»- mündenden und anderseits in der Ruhelage mit der Gasentnahmeöffnung verbundenen Durchlaß versehen ist und der über eine Stoßstange mit dem Verriegelungssystem der Feuerwaffe zusammenwirkt, wobei die Kammer ins Freie entlüftbar ist und die Gasentnahmeöffnung in einem vorbestimten Abstand vom mündungsseitigen Ende der Kammer zwischen den Enden des in seiner Ruhelage befindlichen Kolbens angeordnet ist und wobei der Durchlaß zumindest an seinem der Gasentnahmeöffnung zugeordneten Ende in Richtung zur Laufmündung um einen vorbestimmten Betrag erweitert ist, dadurch gekennzeichnet, daß in der kinematischen Kette zwischen dem Kolben (15) und dem Verriegelungssystem ein in Laufrichtung wirksamer, dem vorbestimmten Betrag entsprechender Totgang sowie eine der Verschiebung des Kolbens (15) zu dem der Laufmündung abgekehrten Ende der Kammer (14) entgegenwirkende Dämpfungseinrichtung vorgesehen sind, daß der Durchlaß (16, 18; 40) des Kolbens (15) in dessen Ruhelage der Gasentnahmeöffnung (19) unmittelbar gegenüberliegt, daß die Gasentnahmeöffnung (19) bei um den Betrag des Totganges verschobenem Kolben (15) von demselben verschlossen ist und daß zur Entlüftung der Kammer (14) in derselben ein bei verschobenem Kolben (15) freigegeben»' Gasabzug (30) vorgesehen ist
  2. 2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfungseinrichtung von einer Hilfsfeder (28) gebildet ist
  3. 3. System nach Anspruch 1 oder 2, wobei in Ruhelage des Kolbens in dessen der Laufmündung zugekehrtes offenes Ende ein feststehender, vorzugsweise an einer mit der Kammer verschraubbaren Kappe angebrachter Stempel eintaucht, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (15) in Ruhelage mit seinem der Stoßstange (23) zugekehrten geschlossenen Ende in einem dem Totgang entsprechenden Abstand von der Stoßstange (23) liegt, und daß das Eintauchmaß des Stempels (37) in d»i Kolben (15) dem Totgang entspricht, wobei zwischen dem Stempel (37) und dem Kolben (15) eine Gasdrosselstelle gebildet ist
  4. 4. System nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsfeder (28) zwischen dem der Stoßstange (23) zugekehrten Ende des Kolbens (15) und dem benachbarten Ende der Stoßstange (23)
  5. 5. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (15) ringförmig ausgebildet und auf d»n Lauf (2) gelagert ist, wobei der Durchlaß (16,18) von einer an der Innenseite des Kolbens (15) vorgesehenen Ringnut (16) und wenigstens einer daran anschließenden Axialbohrung (18) gebildet ist.
  6. 6. System nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsfeder (28) an einer innerhalb des Verriegelungssystems verschiebbaren Buchse (27) angreift, die an einem in das Verriegelungssystem hineinragenden Fortsatz (24) der Stoßstange (23) angreift.
  7. 7. System nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoßstange (23) bis in den Bereich des Hahnes (33) der Abzugsvorrichtung reicht und daß als Dämpfungseinrichtung die Schlagfeder des Hahnes (33) dient.
  8. 8. System nach den Ansprüchen 1 bis 7, gekennzeichnet durch die Kombination mit einem an sich bekannten, starren Verriegelungssystem mit Verriegelungselementen (5) in Form von Kugeln oder -6- AT 393 028 B Ringsegmenten, die in Durchbrechungen (6) des Verschlusses (4) radial beweglich angeordnet sind, in verriegeltem Zustand einerseits in eine lauffeste umlaufende Rille (7) mit entsprechendem Querschnitt eingreifen und anderseits von einem im Verschluß (4) gleitend gelagerten, an die Stoßstange (23) angeschlossenen Steuerteil (8) abgestützt sind, der an seinem zum Lauf (2) weisenden Ende verjüngt ist. Hiezu 1 Blatt Zeichnung -7-
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