AT392684B - Einrichtung zur bearbeitung einer kanalinnenwand - Google Patents

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Description

AT 392 684 B
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Bearbeitung einer Kanalinnenwand, insbesondere zur Vergrößerung des Querschnittes eines Rauchfanges, mit die Kanalinnenwand bearbeitenden Schlagketten, die zwischen einer Grundplatte und einer Deckplatte eines angetriebenen Trägers angeordnet sind, und mit einem kanalfest haltbaren Widerlager.
Eine derartige Einrichtung ist etwa der WO-OS 86/00391 zu entnehmen. Sie wird insbesondere zur Sanierung alter Rauchfänge verwendet, beispielsweise, wenn Schichten von Verbrennungsrückständen zu entfernen sind, vor allem aber, wenn der Querschnitt des Rauchfanges zu vergrößern ist. Es kann dann eine neue Verputzschicht aufgetragen oder auch eine Innenschale, usw. eingezogen werden. Den Schlagkettenträger bildet ein sich in der Drehachse erstreckender Bolzen, auf dem mehrere Ketten mit einer ungeraden Anzahl von Kettengliedern zwischen der Grundplatte und der durch eine Mutter gebildeten Deckplatte aufgefädelt sind, wobei der Bolzen jedes mittlere Kettenglied durchsetzt. Dabei besteht die Gefahr, daß sich die Ketten auf dem zentralen Bolzen lockern, wodurch sich der Bolzen im Extremfall frei durchdrehen kann, sobald sich die beiden äußeren Kettenglieder einer oder mehrerer Ketten an Hindernissen der Kanalinnenwand verhängen. Weiters nimmt die Wirkung der Schlagketten mit zunehmendem Kanaldurchmesser ab. Je länger jede Kette ist, desto leichter weichen deren Enden bei der Bearbeitung des Kanals aus, sobald sie auf ein einen größeren Widerstand bietendes Hindernis schlagen.
Die Erfindung hat es sich nun zur Aufgabe gestellt, eine Einrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die in jeder Bearbeitungsebene eine erhöhte Anzahl von Ketten aufweist und ohne Leistungsverlust an verschiedene Kanalquerschnitte angepaßt werden kann.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß der Träger sich achsparallel erstreckende Dome aufweist, die zwischen der Grundplatte und der Deckplatte im Umfangsbereich verteilt sind und jeweils ein Kettenglied zumindest einer Schlagkette durchdringen.
Der Träger der Schlagkette ist somit etwa käfigartig ausgebildet, sodaß der Raum zur Aufnahme einer maximalen Anzahl von Schlagketten genützt werden kann. Vorzugsweise sind zumindest sechs über den Umfang des Trägers verteilte Dome vorgesehen, die durch Distanzscheiben distanzierte Pakete von Schlagketten durchsetzen, wobei die Pakete alternierend axial versetzt sind, und jede Schlagkette insbesondere drei Kettenglieder aufweist. Eine ungerade Zahl von Kettengliedern ist dabei günstiger als eine gerade Anzahl, beispielsweise vier Kettenglieder, da dann das äußerste Kettenglied in seiner Lage dem vom Dom durchdrungenen innersten Kettenglied entspricht, also in einer Radialebene liegt, und die Bearbeitungsleistung des dritten in der Radialebene liegenden Kettengliedes höher ist als die des hochstehenden zweiten oder vierten Kettengliedes.
Eine weitere bevorzugte Ausführung sieht vor, daß die Grundplatte und die Deckplatte mittels eines zentralen Schraubbolzens verschraubt sind, und die Dome einerseits in der Grundplatte fixiert sind und andererseits in Bohrungen der Deckplatte eingreifen. Dies ermöglicht einerseits den Austausch der Schlagketten, und andererseits auch den Austausch des gesamten Werkzeuges. Letzteres ist insbesondere dann von Vorteil, wenn eine extreme Vergrößerung des Kanalquerschnittes gewünscht wird, da die Bearbeitungsleistung höher ist, wenn das Werkzeug eine größere Anzahl dreigliedriger Schlagketten aufweist, die auf einem Träger mit größerem Durchmesser angeordnet sind, als wenn die kleinere Anzahl vier- oder fünfgliedriger Schlagketten verwendet wird.
Nachstehend wird nun die Ausführung an Hand der Figuren der beiliegenden Zeichnungen näher beschrieben, ohne darauf beschränkt zu sein.
Die Fig. 1 und 2 zeigen Axialschnitte durch einen Kanal, in dem die erfindungsgemäße Einrichtung positioniert ist, wobei Fig. 1 die Abstützvorrichtung im eingezogenen und Fig. 2 die Abstützvorrichtung im gespreizten Zustand darstellt, und die Fig. 3 einen Axialschnitt durch ein Werkzeug. Für die Bearbeitung der Innenwand (2) eines Kanals (1) wird eine am Ende eines Seiles (42) angeordnete Einrichtung verwendet, die ein angetriebenes Werkzeug (4) aufweist, das in einer Abstützvorrichtung (8) gelagert ist. Der Antrieb des Werkzeuges (4) erfolgt mittels eines Druckluftmotors (3), der über eine neben dem Seil (42) verlaufende Leitung mit Druckluft versorgt wird. Der Endabschnitt der Leitung wird durch ein Rohrstück (5) gebildet, das einen Druckluftzylinder (6) durchdringt und den Druckluftmotor (3) trägt. Durch seitliche Auslässe im Rohrstück (5) gelangt Druckluft auch in den Zylinder (6) und beaufschlagt einen ringförmigen Kolben (7), der das Rohrstück (5) umschließt. Am Kolben (7) erstrecken sich Verbindungsstäbe (22) durch Öffnungen in der oberen Zylinderscheibe (10) nach außen, und enden in einer Tragscheibe (9), die bei Druckluftbeaufschlagung des Kolbens (7) mit diesem auf dem die Luft zuführenden Rohrstück (5) axial verschoben wird. An der Zylinderscheibe (10) sind um 90° abgewinkelte Hebel bildende Lenker (12) in Lagern (18) drehbar gelagert, die radiale Schlitze in der Zylinderscheibe (10) und dem senkrecht eingesetzten Bolzen umfassen. Im Bereich der Abwicklung weist jeder Lenker (12) ein Lager (16) und am abgewinkelten freien Ende ein Lager (19) auf. Die Tragscheibe (9) ist mit Lagern (17) versehen, die ebenfalls durch radiale Schlitze und dazu senkrecht eingesetzte Bolzen gebildet sind. In diesen sind Zugstangen (14) gelagert, deren andere Enden in den Lagern (16) der abgewinkelten Lenker (12) angelenkt sind. Die Zugstangen (14) bestehen aus zwei Teilen (27), (28), deren Abstand zueinander verstellbar ist. Hiezu steht von dem an der Tragscheibe (9) angelenkten Teil (27) ein Gewindestift (29) ab, der in den Teil (28) eingeschraubt ist. Unterhalb des Druckluftmotors (3) ist eine weitere Tragscheibe (11) vorgesehen, die Lager (21) für Lenker (13) aufweist. Die Lager (21) umfassen wiederum radiale Schlitze und senkrecht dazu eingesetzte Bolzen. Jeder Lenker (13) ist am freien Ende mit einem Lager (20) versehen. Spreizleisten (15) sind nun einerseits in den Lagern (19) der abgewinkelten Lenker (12) und andererseits in den Lagern (20) der Lenker (13) angelenkt. Die Spreizleisten (15) bestehen -2-

Claims (5)

  1. AT 392 684 B ebenso wie die Zugstangen (14) aus zwei Teilen (23), (24), wobei Teil (23) am Lenker (12) und Teil (24) am Lenker (13) angelenkt ist. Zur Veränderung des Abstandes zwischen den beiden Teilen (23), (24) ist der Teil (23) mit einem Gewindebolzen (25) versehen, der in den Teil (24) eingeschraubt ist. Die Länge der Zugstange (14) und der Spreizleisten (15) ist dabei so gewählt, daß bei nicht beaufschlagtem Kolben (7) die Zugstangen (14), die abgewinkelten Abschnitte der Lenker (12) und die Spreizleisten (15) fluchten, und am Zylinder (6) außen angelegt sind. Die erfindungsgemäße Einrichtung weist somit den geringst möglichen Durchmesser auf, und wird in diesem Zustand (Fig. 1) in den Kanal (1) eingeführt. Sobald eine Arbeitsstellung erreicht ist, wird Druckluft zugeführt, über die der Kolben (7) beaufschlagt und damit nach oben geschoben wird. Der Kolben verschiebt über die Verbindungsstäbe (22) die obere Tragscheibe (9), wobei die Zugstangen (14) die abgewinkelten Lenker (12) in deren Lager (18) hochschwenken. Deren abgewinkelte Enden bewegen sich dadurch nach außen, wobei auf Grund der durch die unteren Lenker (13) gegebenen Parallelführung die Spreizleisten (15) bis zur Anlage an der Kanalinnenwand (2) sich nach außen verschieben (Fig. 2). Auf den Spreizleisten (15) können, wie in Fig. 1 strichliert angedeutet, kufenartige Ergänzungsteile (26) befestigt werden, um unterschiedlichen Bearbeitungsdurchmessem gerecht werden zu können. Da die einströmende Druckluft auch den Widerstand des Druckluftmotors (3) und des Werkzeugs (4) zu überwinden hat, findet die Beaufschlagung des Kolbens (7) auch ohne Durchtrittssperre zwischen dem Zylinder (6) und dem Druckluftmotor (3) statt. Die Abstützeinrichtung (8) verspreizt sich somit auf jeden Fall an der Kanalinnenwand (2), bevor deren Bearbeitung durch das Werkzeug (4) erfolgt. Sobald die Bearbeitung des Kanalabschnittes erfolgt ist, was sich auch akustisch am verringerten Drehwiderstand des Werkzeuges (4) erkennen läßt, kann die Einrichtung durch Zug am Seil (42) versetzt werden, wobei die Spreizleisten (15) bzw. die Ergänzungsstäbe (26) als Kufen wirken. Falls erforderlich, kann zuvor die Druckluftzufuhr unterbrochen werden, sodaß sich die Spreizleisten (15) durch ihr Gewicht an den Zylinder (6) anlegen, und nach der axialen Versetzung der Einrichtung wieder ausgespreizt werden. Das Werkzeug (4) ist in Fig. 3 näher erläutert. Auf der Abtriebswelle (30) des Druckluftmotors (3) ist eine Grundplatte (32) befestigt, von der ein Kranz von 8 Domen (35) absteht. Jeder Dom (35) durchdringt erste Kettenglieder (41) eines Paketes von drei bzw. vier Schlagketten (40), von denen jede vorzugsweise drei Kettenglieder aufweist. Die Schlagketten (40) jedes Paketes sind durch Distanzscheiben (36) distanziert, wobei jede Distanzscheibe (36) der Dicke eines Kettengliedes (41) entspricht. Die Pakete sind axial versetzt, sodaß jeweils ein Kettenglied (41) des einen Paketes in der Höhe der Distanzscheibe (36) des anschließenden Paketes liegt. Die Domen (35) werden in Bohrungen einer Deckplatte (33) eingepaßt, sodaß die Schlagketten (40) und die Distanzscheiben (36) unverlierbar gehalten sind. Die Deckplatte (33) wird durch einen zentralen Schraubbolzen (34) fixiert, der in die Grundplatte (32) bzw. in die Abtriebswelle (30) eingeschraubt ist. Dadurch ist sowohl ein Austausch der Schlagketten (40) als auch des gesamten Werkzeuges (4) rasch und einfach möglich. Für die Kühlung der Schlagketten (40) kann die Druckluft verwendet werden, wenn wie in Fig. 1 gezeigt, durch eine den Kanalquerschnitt im wesentlichen abdichtende Scheibe (39) aus Gummi od. dgl. Abluft des Druckmotors (3) die zur Passage des Werkzeuges gezwungen wird. Die erfindungsgemäße Einrichtung eignet sich zur Bearbeitung aller Arten von gemauerten oder aus Fertigteilen aufgebauten Kanälen, wie Rauchfängen, Luftschächten, usw. PATENTANSPRÜCHE 1. Einrichtung zur Bearbeitung einer Kanalinnenwand, insbesondere zur Vergrößerung des Querschnittes eines Rauchfanges, mit die Kanalinnenwand bearbeitenden Schlagketten, die zwischen einer Grundplatte und einer Deckplatte eines angetriebenen Trägers angeordnet sind, und mit einem kanalfest haltbaren Widerlager, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger sich achsparallel erstreckende Dome (35) aufweist, die zwischen der Grundplatte (32) und der Deckplatte (33) im Umfangsbereich verteilt sind und jeweils ein Kettenglied (41) zumindest einer Schlagkette (40) durchdringen.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sechs über den Umfang des Trägers verteilte Dome (35) vorgesehen sind, und jede Schlagkette (40) vorzugsweise drei Kettenglieder (41) umfaßt.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlagketten (40) benachbarter Dome (35) jeweils axial versetzt angeordnet sind. -3- AT 392 684 B
  4. 4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundplatte (32) und die Deckplatte (33) mittels eines zentralen Schraubbolzens (34) verschraubt sind, und die Dome (35) einerseits in der Grundplatte (32) fixiert sind und andererseits in Bohrungen der Deckplatte (33) eingreifen.
  5. 5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den von den Domen (35) durchdrungenen Kettengliedern (41) Distanzscheiben (36) angeordnet sind. 10 Hiezu 3 Blatt Zeichnungen -4-
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