AT392334B - Wickelvorrichtung fuer seilzuege, insbesondere fuer skischuhe - Google Patents
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Description
AT 392 334 B
Die Erfindung betrifft eine Wickelvorrichtung für Seilzüge, welche auf verschiedenen Gebieten angewendet werden kann, wo das Seil allenfalls unter Spannung auf· und abgewickelt wird. Als besonderes Anwendungsgebiet sind Skischuhe zu erwähnen, bei welchen der Seilzug zum Spannen einer Druckverteilerplatte, zum Schließen der Lappen von Überlappschuhen oder des Deckels bei Hintereinstiegschuhen und für 5 verschiedene Anpassungssysteme, z. B. für eine Fersenanpassung dient, bei welcher das Kabel über eine Platte geführt wird, die ähnlich ein»' Druckverteilerplatte auf die Ferse einwirkt.
Aus verschiedenen technischen Gebieten sind Wickel- oder Aufwickelvorrichtungen für Seilzüge bekannt, die durch eines oder mehrere Bedienungselemente wie Hebel, Scheiben od. dgl. betätigbar sind. So ist beispielsweise in der E-27 222 B (Übersetzung der EP-B-132 744) eine Aufwickelvonichtung beschrieben, bei der in einem 10 Gehäuse ein Zahnkranz fix montiert und auf derselben Achse eine Seiltrommel drehbar angebracht ist, wobei diese wiederum drehfest aber axial beweglich mit einem Griff mit einem zweiten Zahnkranz gekuppelt ist Zum Abwickeln muß der Griff und damit der zweite Zahnkranz vom fixen Zahnkranz abgehoben und in dieser Position gedreht werden. Beim Auf wickeln wird das Abheben durch die abgeschrägten Flanken der Zähne bewerkstelligt. In Gegenrichtung ist die Aufwickelvorrichtung bei gegeneinander gedrückten Zahnkränzen durch deren 15 entgegengesetzt ausgerichtete Verzahnung blockiert
Auch die DE-PS 2 341658 beschreibt eine ähnliche Vorrichtung, wobei lediglich statt des fixen Zahnkranzes ein einzelner Zahn als Rast ausgebildet ist und der Griff beim Abwickeln statt abgehoben niedergedrückt werden muß.
Die FR-PS 2 569 087 zeigt eine Aufwickelvorrichtung, die ebenfalls nach dem Prinzip der beiden vorigen 20 Dokumente funktioniert
Allerdings wirkt die Verzahnung nicht in axialer, sondern in radialer Richtung, und die Achse der Seiltrommel und des mit dem Griff gekuppelten Zahnkranzes fällt nicht mit der Symmetrieachse der fixen Verzahnung zusammen, sondern bewegt sich bei Drehung des Griffes (und damit auch der Seiltrommel) um diese auf einem Zylindermantel herum. Der Griff muß zum Lösen der Blockierung gleichfalls niedergedrückt werden, und zwar 25 sowohl zum Auf-als auch zum Abwickeln.
Aus der GB-PS 1 211 544 wird weiters eine Vorrichtung bekannt bei der eine Seiltrommel in Abwickelrichtung mittels Zahnkranz und federbelasteter Rast lösbar blockiert ist und durch Bewegen des Aufwickelhebels in Abwickelrichtung über eine normalerweise verriegelte Position hinaus die Rast aus der Blockierstellung gedrückt und so die Seiltrommel gänzlich freigegeben wird. Zur Lösung der Verriegelung des 30 Weges des Hebels ist ein radial wirkendes, zusätzliches Bedienungselement zu betätig»!.
Die US-PS 4 638 667 beschreibt schließlich eine Aufwickelvorrichtung mittels Hebel und Blockierung durch eine Rast die vom Seilzug selbst angedrückt wird.
Diese bekannten Vorrichtungen weisen alle den Nachteil auf, daß zusätzlich zur Drehung des Bedienungselementes, dieses auch in axialer Richtung bewegt werden muß oder aber zumindest ein weiteres 35 Bedienungselement zum Lösen der normalerweise blockierten Wickelrichtung zu betätigen ist Zusätzlich zur aufwendigen Betätigung der Vorrichtung, allenfalls auch der Beeinträchtigung der Funktion durch eingedrung»ien und festgepreßten Schnee, ist es bei keiner d»' bekannten Konstruktion möglich, das Seil auch unter Belastung nur durch Drehen eines einzigen Bedienungselementes unter weitestgehender Vermeidung hoher Umfangskräfte dosiert und stufenweise abzuwickeln. 40 Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Schaffung einer Wickelvorrichtung, bei welcher das Seil durch Drehen eines Griffes in einer bestimmten Richtung aufgewickelt wird und im aufgewickelten Zustand gesperrt ist, während das Abwickeln des Seiles durch alleiniges Drehen des Griffes in der Gegenrichtung durchführbar ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in einem Gehäuse auf ein»· gemeinsamen Welle 45 mindestens zwei in bestimmt»! Winkelstellungen miteinander gekoppelte Scheiben koaxial gelagert sind, wobei eine der Scheiben mit einem Griff oder ähnlichem drehfest verbunden und die andere Scheibe mit einer Seiltrommel drehfest gekoppelt ist, daß eine Rast vorgesehen ist, welche die mit der Seiltrommel gekoppelte Scheibe in Abwickelrichtung lösbar blockiert, daß die Scheibe entgegen der Wirkung eines Kraftspeichers, vorzugsweise einer Feder, relativ zur Scheibe aus ein» ersten gekoppelten Winkelstellung in Abwickelrichtung 50 in eine zweite gekoppelte Winkelstellung drehbar ist und daß die Scheibe mit radialen Vorsprüngen versehen ist, welche in d» besagten zweiten Winkelstellung die Rast aus der blockierenden Position entfernen.
Weitere Merkmale der Erfindung werden anhand der Zeichnung näher erläutert, in welcher eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Wickelvorrichtung dargestellt ist. Es zeig»! Fig. 1 eine Draufsicht d» Wickelvorrichtung, bei abgenommenem Deckel des Gehäuses, Fig. 2 einen Schnitt nach d» Linie (Π · Π) d» 55 Fig. 1, und Fig 3 einen Schnitt nach der Linie (ΙΠ - ΙΠ) der Fig. 1. (1) bezeichnet ein Gehäuse, welches durch einen Deckel (2) abgeschlossen ist. Zur Verbindung des Gehäuses (1) mit dem Deckel (2) dienen nicht dargestellte Schrauben, welche in Gewindelöcher (23) eingeschraubt werden. Das Gehäuse (1) mit dem Deckel (2) schließt einen Raum (25) ein, in welchem zwei Zahnscheiben (4), (5) auf einer gemeinsamen Welle (7) drehbar gelagert sind, auf welcher auch ein Griff (3) im Anschluß an 60 den Deckel (2) drehbar sitzt. Die Welle (7) ist im Gehäuse (1) gelagert und auf der Außenseite desselben durch Umbördelung (26) festgehalten. In einer mittigen Aussparung (27) des inneren Zentralb»eiches der Scheibe (4) und einer die Aussparung (27) fortsetzenden Aussparung (29) d» Scheibe (5) sitzt eine Schraubenfeder (6), -2-
AT 392 334 B deren freie Enden (6A), (6B) jeweils in einer der Nnten (28A), (28B) sitzen, welche im wesentlichen tangential von der Aussparung (27) der Scheibe (4) bzw. der Aussparung (29) der Scheibe (5) ausgehen.
An der der Aussparung (27) abgekehrten äußeren Seite der Scheibe (4) sind einander diametral gegenüberliegende Zapfen (30), parallel zur Welle (7) abstehend, angeordnet, die in korrespondierende Bohrungen (15) auf der Innenseite des Griffes (3) eingreifen, wodurch bei Drehung des Griffes (3) die Scheibe (4) in der Drehbewegung des Griffes (3) mitgenommen wird.
Beide Scheiben (4), (5) sind an ihrem Umfang mit verschiedenen sägezahnartigen Verzahnungen (31) bzw. (32) versehen, in welche eine Klinke (10) eingreift, welche unter dem Einfluß des Druckes einer in einer Aussparung (33) des Gehäuses (1) sitzenden Schraubenfeder (9) steht und auf einem im Gehäuse (1) sowie im Deckel (2) gelagerten Bolzen (11) sitzt. Die Klinke (10) weist einen Sperrzahn (34) auf, welcher in die Verzahnung (32) der Scheibe (5) eingreift sowie eine Flanke (35), welche mit der Verzahnung (31) der Scheibe kooperiert. In Fig. 1 ist ein Teil der Scheibe (4) abgerissen, sodaß der Eingriff des Sperrzahnes (34) in der Verzahnung (32) der Scheibe (5) sichtbar ist.
In der Scheibe (4) sind diametral gegenüberliegend auf gleichem Radius zwei kreissektorenförmige Schlitze (36), (37) vorgesehen, in welche einander diametral gegenüberliegende Bolzen (38), (39) eingreifen, die von der Innenseite der Scheibe (5) parallel zur Welle (7) abstehen.
Zur Speicherung eines Seiles (13) ist die Scheibe (5) als Seilrolle ausgebildet und zu diesem Zwecke mit einer Umfangsnut (40) versehen, in welcher das Seil (13), wie Fig. 2 zeigt, schraubenförmig gespeichert wird. Das innere Ende des Seiles ist mittels eines Nippels (41) in einer entsprechenden Aussparung (42) gelagert Zum Einführen des Nippels (41) in die Aussparung (42) ist auf der Innenseite der Scheibe (5), wie in Fig. 1 strichliert dargestellt ist, eine radiale Nut (43) vorgesehen.
Das Seil (13) ist von einer Schutzhülse (14) umschlossen und tritt in das Gehäuse (1) durch eine Bohrung (43) ein, in welcher eine vorzugsweise metallische Hülse (12) sitzt.
Die erfindungsgemäße Wickelvorrichtung funktioniert in folgender Weise: Wird der Griff (3) im Aufwickelsinne - im vorliegenden Falle in Richtung des Pfeiles (A) - gedreht nimmt er die Scheibe (4) mittels der Zapfen (30) mit wobei die Scheibe (5) diese Drehung unter Vermittlung der Bolzen (38), (39), die am nacheilenden Ende der Schlitze (36), (37) anschlagen, mitmacht In der Aufwickelrichtung ratscht die Klinke (10) über die Zähne der Scheiben (4), (5) durch. Nach Freigabe des Griffes (3) dreht die Feder (6) die beiden Scheiben (4), (5) nach Maßgabe der entsprechenden Länge der Schlitze (36), (37) in eine derartige Lage zueinander, daß die Klinke (10) mit dem Sperrzahn (34) in einem Zahn der Verzahnung (32) der Scheibe (5) einrastet und ein ungewolltes Verdrehen dieser Scheibe entgegen da- Richtung des Pfeiles (A) verhindert Hiebei kommt die Klinke (10) mit der Flanke (35) in einem Zahn der Verzahnung (31) der Scheibe (4) zu sitzen. Diese Verzahnung ist so ausgebildet daß beim Drehen des Griffes (3) entgegen dem Uhrzeigersinn, d. h, entgegen der Richtung des Pfeiles (A), jeder Zahn der Verzahnung (31) der Scheibe (4) über die Banke (35) die Klinke (10) entgegen der Richtung des Pfeiles (A) entgegen der Kraft der Feder (9) verschwenkt und damit den Sperrzahn (34) aus der Verzahnung (32) der Scheibe (5) so weit äbhebt daß die Scheibe (4) freigegeben wird. Dadurch wird das Seil (13) jeweils beim Abheben der Klinke durch die Flanke (35) aus einem Zahn der Verzahnung (31) in dem folgenden Zahn unter Mitnahme der Scheibe (5) durch die Bolzen (38) abgewickelt Hierbei ist die Länge der Schlitze (36) so gewählt daß gerade beim Überspringen der Flanke (35) aus einem Zahn der Verzahnung (31) in den nachfolgenden Zahn die Klinke (10) mit ihrem Sperrzahn (34) aus einem Zahn der Verzahnung (32) der Scheibe (5) in den nachfolgenden überspringt.
Das Gehäuse (1) weist im vorliegenden Falle drei Montagelöcher (45) zur Befestigung der Wickelvorrichtung mit den Schrauben, Nieten od. dgl., z. B. an der Schale, der Manschette od. dgl. eines Skischuhes auf.
Selbstverständlich können im Rahmen der Erfindung verschiedene konstruktive Abänderungen vorgesehen sein. So kann die Scheibe (5) zum Aufwickeln zweier Enden eines Seilzuges, beispielsweise mit zwei Umfangsnuten (40) versehen sein, welche auch zum Auf wickeln zwei» Seile dienen können. Es besteht auch die Möglichkeit mehrere Scheiben (4), (5) vorzusehen, welche untereinander kuppelbar sind um mehrere Seile od» Seilzüge auf- und abwickeln zu können. Ferner ist es auch möglich, mehrere Klinken (10) vorzusehen od» auch anders ausgebildete Rasten zu wählen, die in der Lage sind, die Funktion der Wickelvorrichtung, ähnlich wie im vorbeschriebenen Falle, auszuüben. Schließlich besteht auch die Möglichkeit die Ausbildung der Zähne der Scheibe (4) in Übereinstimmung mit der Flanke (35), der Klinke (10) oder ein» Rast anders als beschrieben zu gestalten. -3-
Claims (4)
- AT392 334 B PATENTANSPRÜCHE 1. Wickelvorrichtung für Seilzüge, wo das Seil allenfalls unter Spannung auf· und abgewickelt wird, insbesondere für Skischuhe, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Gehäuse (1) auf einer gemeinsamen Welle (7) mindestens zwei in bestimmten Winkelstellungen miteinander gekoppelte Scheiben (4), (5) koaxial gelagert sind, wobei eine der Scheiben (4) mit einem Griff (3) oder ähnlichem drehfest verbunden und die andere Scheibe (5) mit einer Seiltrommel drehfest gekoppelt ist, daß eine Rast (10), (34), (35) vorgesehen ist, welche die mit der Seiltrommel gekoppelte Scheibe (5) in Abwickelrichtung lösbar blockiert, daß die Scheibe (4) entgegen der Wirkung eines Kraftspeichers, vorzugsweise einer Feder (6), relativ zur Scheibe (5) aus einer ersten gekoppelten Winkelstellung in Abwickelrichtung in eine zweite gekoppelte Winkelstellung drehbar ist und daß die Scheibe (4) mit radialen Vorsprüngen (31) versehen ist, welche in der besagten zweiten Winkelstellung die Rast (10), (34), (35) aus der blockierenden Position entfernen.
- 2. Wickelvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die, mit der Seiltrommel gekuppelte Scheibe mit einer Verzahnung versehen ist, in welche als Rast eine Klinke, die vorzugsweise durch eine Feder in die Raststellung gedrückt wird, mit einem Sperrzahn eingreift, um die besagte Scheibe in Abwickelrichtung zu blockieren, dadurch gekennzeichnet, daß die, mit dem Griff gekuppelte Scheibe ebenfalls mit einer Verzahnung versehen ist, die beim Drehen dieser Scheibe in Abwickelrichtung mit den Zähnen ihr»’ Verzahnung der Klinke über die Flanke mit dem Sparzahn aus da Verzahnung da, mit der Seiltrommel gekuppelten Scheibe drückt
- 3. Wickelvorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine da Scheiben (4) mit mindestens einem ringsegmentförmigen Schlitz (36), (37) vasehen ist, dessen Krümmungsradius von da Drehachse da Scheibe (4) ausgeht und in den ein Bolzen (38) bzw. (39) der benachbarten Scheibe (5) eingreift, wobei der Bolzen (38), (39) beim Aufwickeln des Seiles an einem Ende des Schlitzes (36) bzw. (37) anstoßt und die ihn tragende Scheibe (5) mitnimmt
- 4. Wickelvorrichtung nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zusammenwirkenden Scheiben (4), (5) nach Freigabe derselben beim Auf- oda Abwickeln des Seiles (13) nach Maßgabe der Länge des Schlitzes (36) bzw. (37) bzw. der Schlitze (36), (37) durch eine Feda (6) in eine relative Lage zueinanda drehbar sind, in welcher die Klinke (10) mit ihrem Sperrzahn (34) blockierend in die Verzahnung (32) da Scheibe (5) eingreift: und mit ihrer Flanke (35) zwischen zwei Zähne da Verzahnung (31) der Scheibe (4) zu liegen kommt Hiezu 1 Blatt Zeichnung -4-
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